Kieler Schroeder-Schulen im Gespräch

Eine BDA Podiumsdiskussion zum Thema Schroeder-Schulen am Mittwoch brachte die anwesenden Politiker sehr in Bedrängnis. Denn die meisten Diskutanten hatten nur Lob und Bewunderung für diesen „Schatz“ der Kieler Architektur.

23 Pavillon-Schulen, von denen 14 unter Denkmalschutz stehen, entstanden in der Nachkriegszeit, als der Architekt Rudof Schroeder Leiter des Kieler Hochbauamts war. Daher der Name Schroeder-Schulen. Es sind Freiluft-Schulen, in denen die Klassenzimmer ebenerdig Zugang nach draußen haben. Die Klassenzimmer sind relativ groß, haben jeweils einen Vorraum und eine kleine Rasenfläche, und sind mit Laubengängen verbunden.

Zur Vorgeschichte: die Schroeder-Schulen in der Ratsversammlung

Die Kieler Pläne für die Schroederschulen sehen einen kompletten Umbau der meisten Schroeder -Schulen vor, Abriss ist nicht ausgeschlossen. Das war der Hintergrund eines Beschlusses in der Kieler Ratsversammlung im Herbst 2020: die Verwaltung soll sich für eine Lockerung des Denkmalschutzes hinsichtlich der Schroeder-Schulen einsetzen. Denn noch hält der Denkmalschutz seine schützende Hand über diesem einzigartigen Ensemble. Einzig die Fraktion „die Fraktion“ enthielt sich, alle anderen Parteien stimmten für die Aufweichung des Denkmalschutzes.

Die Diskussionsrunde

Die Experten auf dem Podium deckten die Bereiche Architektur, Denkmalschutz, Pädagogik und Kunstgeschichte ab:

  • Prof. Dr. Klaus Gereon Beuckers, Lehrstuhlinhaber der Kunstgeschichte der CAU
  • Dr. Astrid Hansen, Referatsleiterin Denkmalpflege Hamburg
  • Markus Kaupert, BDA Architekt aus Lübeck
  • Bärbel Lorenzen, Lehrerin an der Gorch-Fock-Schule
  • als Moderator Dr. Thomas Welter, Geschäftsführer des BDA Bundesverband

Die Politik war vertreten durch Arne Langniß, baupolitischer Sprecher der Bündnis 90/Grünen in Kiel, und Tobias von der Heide,MdL für die CDU und Mitglied im Bildungsausschuss des schleswig-holsteinischen Landtags.

Sind die Schroeder Schulen noch zeitgemäß?

Ja, mehr denn je. Das wurde in der Diskussion auf vielfältige Weise deutlich. Prof. Beuckers beschrieb die Entstehung der Pavillon-Schulen in einer Zeit als die Seuche Tuberkulose noch nicht heilbar war. Um 1900 baute man Krankenhäuser als luftige voneinander getrennte Gebäude (Kieler Marine Lazarett!) . Auch die Schulen, die nach diesem Vorbild gebaut wurden, zuerst als Holzbaracken, sollten besonders gesund sein. Viel Luft, viel Unterricht im Freien, lange Flure vermeiden. Das war die Idee hinter den ersten Waldschulen oder Freiluftschulen. Daran lehnte sich Rudolf Schroeder bei der Konzeption der Kieler Pavillon-Schulen an. In Zeiten der Pandemie also hochaktuell.

Tobias von der Heide bemängelte, dass die Schroeder-Schulen keine Differizierungsräume böten. Das sahen die Experten entschieden anders. Aus pädagogischer Sicht erlauben gerade die Schroeder-Schulen eine große Flexibilität. Zu Kaiser Wilhelms Zeiten waren die Tische und Bänke noch aneinander geschraubt. Die Schroeder-Schulen haben dagegen große quadratische Räume und es war Programm, dass das Mobiliar nach Belieben umgestellt werden kann.

Aus eigener Erfahrung kann ich von einer Lehrerin an einer Schroeder-Schule berichten, die in der Mitte des Raums einen runden Teppich gelegt hat. Bei ihr gibt es überhaupt keinen Frontalunterricht. Dafür nutzt sie den Vorraum und den Laubengang als erweitertes Klassenzimmer.

Prof Beuckers erwähnte den starken Bewegungsdrang, den manche Kinder in die Schule bringen. „Heute wird das mit Medikamenten behandelt, in den Schroeder-Schulen gibt es dafür die Außenklasse“ .

Der Bericht einer Lehrerin an einer Schroeder-Schule

Bärbel Lorenzen berichtete von der Art, wie die Grünflächen in der Gorch-Fock-Schule genutzt werden. Die Schulwebsite (siehe unten) gibt einen anschaulichen Eindruck vom Lernen im Freien. Frau Lorenzen erinnerte sich an ihre eigene weitgehend unbeaufsichtigte Freizeit, in der sie ohne pädagogische Betüterung auf Bäume kletterte. Heute verbringt ein Kind, das auf eine Ganztagsschule geht, bis zum Abitur 22.000 Stunden auf dem Schulgelände. Da bieten gerade die Schroeder-Schulen eine vielfältige Architektur mit Kontakt zur Natur.

Die Gorch-Fock -Schule hat einen Schulgarten angelegt und viel Unterricht findet draußen statt. Die Klassenräume sind ästhetisch mit traumhaften Fischgräten-Parkett. Gruppenarbeit, Fächer- und Gruppenübergreifendes Lernen, und alles ,was moderne Pädagogik ausmacht , könne sehr gut an dieser Schule verwirklicht werden, so die Lehrerin.

Naturbezug in Zeiten des Klimawandels

Bärbel Lorenzen und andere betonten den Wert der grünen Klassenzimmer und Gärten für die Kinder. Prof. Beuckers sagte, zu den Reformideen der Pavillon-Schulen gehörte auch das haptische Lernen. Nicht nur Denken sondern auch Anfassen und Gestalten waren gewünscht. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist es gut für Kinder, die Natur zu erleben und wertzuschätzen. Gesund ist der Aufenthalt mit Garten allenfalls. Leider nutzen nicht alle Lehrkräfte an den Schroeder-Schulen die Grünanlagen, und nicht alle haben Schulgärten.

Können die Schroeder-Schulen energetisch saniert werden?

Tobias von der Heide redete sehr lange von der Notwendigkeit standardisierter Verfahren. Das ist Politsprech für Abriss und Neubau, denn eine andere Standardisierung wird es nicht geben. Allenfalls könnte man – so der Architekt Kaupert – beim Fenstereinbau standardisierte Vorgehen wählen. Ansonsten sind die baulichen Gegebenheiten bei aller Ähnlichkeit doch zu unterschiedlich.

Der Lübecker Architekt Kaupert kann sich gut PV-Anlagen auf den Dächern vorstellen. Die Grünanlagen mit Bäumen bieten Verschattung und sind außerdem Teil der grünen Lunge von Kiel.

Die Denkmalschützerin Astrid Hansen bemerkte außerdem, dass Denkmalschutz per se auch immer Klimaschutz ist. Denn in jedem Gebäude ist „graue Energie“ enthalten, die Energie, die beim Bau aufgewendet wurde. Man darf bei Gebäuden nicht nur auf die Betriebskosten schauen.

Neubau ist auch nicht unbedingt günstiger als Sanierung, so die Meinung der Experten. Die Denkmalschützerin war sich auch sicher, dass es Förderprogramme des Bundes gäbe, die angezapft werden könnten, damit die Sanierung den Haushalt weniger belastet.

Jens Jacobus, Architekt und ehemaliger Leiter des Hochbauamtes der Stadt Kiel, meldete sich aus dem Publikum. Er wies darauf hin, dass es in seiner Zeit nie ausreichende Mittel zur Instandhaltung der Schulen gab, was zu ihrem teilweise schlechten baulichen Zustand heute führte.

Kritik an der Politik

Mehrere Sprecher hielten die politischen Gründe generell für vorgeschoben. Es würde in Wirklichkeit um die Überlegung gehen, wie man den Boden gewinnbringender verwerten könne. Die Pavillon-Schulen sind nämlich ziemlich raumgreifend. Die Experten waren sich auch einig, dass Neubau mit Sicherheit weniger und kompaktere Schulen bedeuten würde. Die anwesenden Politiker Arne Langniß und Tobias von der Heide bestritten, dass es ihnen um Bauland geht.

Dr. Astrid Hansen und auch andere betonten die Einzigartigkeit der Schroeder-Schulen für die Architektur und als Wahrzeichen für Kiel. Wir haben keine „Altstadt“, aber rund um das Stadtzentrum herum gibt es Altes und Bewahrenswertes, von den Jugendstilhäusern bis zu den Pavillon-Schulen. Nicht nur für Kinder, sondern auch für alle Kieler sind die Schroeder-Schulen ein Schatz, das war die Mehrheitsmeinung in dieser Runde.

Weiterlesen?

Das Schicksal der Schroederschulen

Website der Gorch-Fock-Schule

Schroeder-Schulen Thema des BDA (Bund deutscher Architekten

10-Jähriger vermisst

Nachtrag vom 30. August: Der seit Donnerstag vermisste zehn Jahre alte Junge ist soeben auf einem Friedrichsorter Spielplatz angetroffen worden. Er ist wohlauf und befindet sich derzeit gemeinsam mit Erziehungsberechtigten zur Klärung, wo er sich in den vergangenen Tagen aufgehalten hat, auf einer Polizeidienststelle. Nach jetzigem Ermittlungsstand dürfte keine Straftat in Zusammenhang mit seinem Verschwinden stehen

Originalnachricht: Seit Donnerstagmittag wird der zehn Jahre alte (Name entfernt) aus Kiel vermisst. Bisherige Maßnahmen der Polizei führten nicht zu seinem Auffinden, so dass nun die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten wird.

Er wurde zuletzt Donnerstag gegen 11:50 Uhr im Speckenbeker Weg gesehen. Die Absuche an bekannten Anlaufpunkten des Jungen im gesamten Stadtgebiet führten nicht zu seinem Auffinden. Eine Straftat steht nach jetzigem Ermittlungsstand nicht in Zusammenhang mit seinem Verschwinden.

Der Zehnjährige ist etwa 150 cm groß, hat hellblondes, kurzes Haar und dürfte beigefarbene Oberbekleidung, eine kurze, dunkle Hose und schwarze Turnschuhe sowie ein beigefarbenes Cap mit der Aufschrift “Gucci” tragen.

Personen, die …. gesehen haben oder Angaben zu seinem Aufenthaltsort machen können, werden gebeten, sich unter 0431 / 160 3333 mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen oder 110 zu wählen.

Mit Pferd und Wagen zum Barkauer Kreuz

Dieser offenen Brief erschien auf dem Blog Bielenbergkoppel .

Sehr geehrte Frau Musculus-Stahnke (FDP),

Sie fragten in der letzten Ratsversammlung danach, ob es denn “mit Pferd und Wagen” weiter gehen solle, wenn die A21 in Kiel ankomme. Gemeint wohl: Wie gehts weiter zur B76, wenn die Autobahn nicht am Barkauer Kreuz, sondern vorher endet. Sie erwähnten dabei, dass Sie diese “provozierende” Frage bereits vor ca. 5 Jahren gestellt hätten. Anlass war jetzt der Antrag von Linke und SSW, den – fatalen – Ratsbeschluss pro Südspange von 2017 zu revidieren.

Es ist schade, dass Sie nicht schon vor 5 Jahren eine Antwort bekommen haben. Ich antworte Ihnen nun gerne. Und da Sie öffentlich fragten und auch entsprechend von den KN zitiert wurden ebenso öffentlich.

Vorweg: Dort, wo die A21 bis zum Barkauer Kreuz lang laufen soll, ist bereits eine asphaltierte, meist vierspurige Straße: Die B404. Diese ist für Pferdegespanne eher schlecht geeignet. Mir ist auch keine Forderung nach einem Rückbau zu einem Feldweg bekannt. Ihnen?

wilhelm automobilEs gibt dort allerdings einen zweispurigen “Flaschenhals”, die Brücke über die Bahn bei Kronsburg. Diese könnte theoretisch im Zuge einer innerörtlichen Bundesstraße vierspurig ausgebaut werden. Perspektivisch z.B. auch mit zwei ÖPNV-Spuren. Ohne dabei Flächenfraß beim Vieburger Gehölz zu erzeugen wie eine Autobahn mit ihren Mindestmaßen. Die Notwendigkeit, eine breite A21-Nebenstrecke durch den Grüngürtel über den Hörn-Eidertal-Wanderweg, Kleingärten und die enge Flintbeker Straße zu führen entfiele damit auch.

Es wäre aber noch besser, den Autoverkehr zu reduzieren, als ihn mit noch mehr Straßenkapazität weiter anzuheizen. Ich wohne seit über 30 Jahren in Sicht-, Hör- und Riechweite des Barkauer Kreuzes und was da in allen Richtungen lang fährt, ist auch hausgemacht in Kiel. Unser ÖPNV-Anteil am Verkehr ist sehr niedrig. Auch beim Verkehr von / zum Gewerbegebiet Wellsee oder Meimersdorf/Kronsburg. Zudem ist da auch noch bei Neumeimersdorf ein riesiger neuer Stadtteil geplant, der nach heutigem Stand weiteren Autoverkehr bringen würde. Über das hinaus, was sich gutachterlich sowieso mit der A21 zusätzlich in südliche Innenstadt und Ostring ergießen soll. Es fehlt auch hier ein hochwertiger, gut getakteter ÖPNV auf eigener Trasse, der zum Umstieg einlädt.

Sowohl die Ortsbeiräte für Wellsee und Meimersdorf, als auch die ÖPNV-Grundlagenstudie von 2019 brachten eine schienengebundene Anbindung über die vorhandene Industrietrasse ins Spiel. Sozusagen eine “Schienen-Südspange” als sinnvolle Erweiterung des Grundnetzes einer Stadtbahn, das ab ca. 2028 entstehen soll.

Wir hätten da allerdings schon viel weiter sein können, wenn nicht auch Sie persönlich und ihre FDP jahrelang gegen Stadtregionalbahn oder Tram zu Felde gezogen wären. Der Kieler FDP-Direktkandidat Max Mordhost lehnt auch heute noch unumwunden eine Tram ab. Bis zu ihrem kürzlichen Ausstieg aus der Ratskooperation hätte ich hier geschrieben: “Es wäre toll, wenn da die FDP nicht mehr auf der Bremse stehen würde oder halbherzig herumtaktiert mit einem Wolkenschloss namens “BRT“. Und in der Realität ankommt. Ein reines Bussystem würde vom Bund nicht gefördert werden, im Gegensatz zur Tram. Aus guten Gründen.” 

Aber was fast noch interessanter ist: Die erwähnte ÖPNV-Studie sieht auch Potenzial für Park & Ride, beispielsweise an einer Stadtbahn-Station im Gewerbegebiet Wellsee. Wir reden hier über ein sinnvolles Angebot für Pendler*innen von weiter weg, das Auto einfach vor der Stadt stehen zu lassen und ohne Parkplatzsuche in die City zu fahren.

Apropos “weiter weg”: Derzeit gibt es (noch!) keinen vernünftigen ÖPNV Richtung Bad Segeberg ins südliche Holstein als Alternative zum Auto. Und nur eine direkte, aber störungsanfällige Anbindung der Landeshauptstadt per Bahn nach Hamburg. Ich bin froh, dass das Land mittlerweile das Potenzial des zweigleisigen Ausbaus & Elektrifizierung der Strecke Neumünster-Oldesloe anerkennt. Es ergäbe sich nicht nur die Möglichkeit, direkt durchgebundene Personenzüge inklusive Fernverkehr von Hamburg über Bad Segeberg nach Kiel laufen zu lassen. Sondern auch Entlastungsmöglichkeiten von Güterzugverkehr für die Hauptstrecke über Elmshorn. Aber leider erst mit Realisierung ab 2027 laut aktuellem Nahverkehrsplan des Landes.

Das ist leider ein Anlass, über ein Problem namens Bernd Buchholz zur reden, der als Landes-Verkehrsminister ihrer Partei, der FDP, bei Bahnprojekten offensichtlich keinen Dampf auf dem Kessel hat. Siehe auch Hein Schönberg, wo die dem Minister unterstellte Planungsbehörde die für die Entlastung des Kieler Ostens so wichtige Strecke jahrelang in der Warteschleife hängen lässt. Sehr ärgerlich!!!

Aber zurück zu den Pferden: Im Masterplan Mobilität der KielRegion sind 72 Einzelmaßnahmen aufgeführt, um den Verkehr bis 2035 um 40% gegenüber 2015 zu reduzieren. Und im Umland um immerhin 15-25%. Aus Klimaschutzgründen. Sie müssten wissen, dass darin keine Pferdegespanne vermerkt sind. Denn Sie haben diesen Plan, der sämtliche neuen Straßen obsolet macht, ja sogar mit beschlossen! Irgendwo stehen da sicher auch die berühmten Lastenräder drin, die sonst auch gerne mal für Polemik herhalten müssen. Um damit auf das letzte Thema zu kommen:

Güterverkehr! Eine Kommune hat in der Tat relativ wenig Einflussmöglichkeiten, Güter auf die klimafreundliche Schiene zu bringen, so wie es alle Seiten fordern. Insbesondere der Kieler Hafen ist aber garnicht so schlecht davor. Stichwort Blue Port Konzept. Die Steigerungen im Güterumschlag der letzten Jahre auf dem Westufer wurden alleine durch die Schiene aufgefangen, ohne für neuen LKW-Verkehr zu sorgen. Und der Ostuferhafen hat hier auch noch sehr viel Luft nach oben.

Aber: es bedarf immenser Investitionen, auch auf europäischer Ebene. Neue Weichen, Kreuzungen, Ausweichstrecken, Oberleitungen, Kombiterminals. Dazu gehört auch die europaweite Einführung digitaler automatischer Kupplungen (DAK), um innovative Logistikkonzepte mit mehr Einzelwagenverkehr zur Schiene zu ermöglichen. Statt weiter Güterwagen ineffizient per Hand mit Schraubkupplungen zu verbinden.

“Innovativ” ist die Phrase, die die FDP am liebsten drischt sollen ja auch gerne die Lösungen sein, die sich die FDP in der Verkehrsdebatte zu eigen macht. Umso mehr bin ich befremdet, dass Ihnen als FDP-Ratsmitglied als Lösungsansatz im Kieler Süden als erstes die Mobilität aus Kaisers Zeiten einfällt. Und ansonsten die “innovativen” Lösungen der 1970er Jahre – wie die Südspange.

Sachgerechtere Fragen als die Ihre haben ich und viele andere Menschen bereits mit vielen Vertreter*innen von SPD, Grünen, Linke, Piraten und “Partei” nicht-öffentlich erörtern können. Ob Ratsmitglieder, Ortsbeiratsvorsitzende, Fachsprecher*innen oder auch mittlerweile vier Mitglieder des Deutschen Bundestages. Und selbstverständlich haben wir auch mit Wirtschaftsvertretern gesprochen. In Präsenz, per ViKo … aber am liebsten vor Ort in unserem schönen Grüngürtel im Kieler Süden.

Der letzte OB-Kandidat der CDU sowie der verkehrspolitische Sprecher der Kieler CDU haben sich bisher gedrückt – trotz Einladung. Wie siehts bei Ihnen aus? Interessiert?

Mit freundlichen Grüßen
Niklas Hielscher
– bielenbergkoppel.de –

Weiterlesen?

Südspange in der Ratsversammlung: Thema vertagt

Neue Grundschule für Gaarden

Für die vielen Kinder im Stadtteil Gaarden wird eine neue Grundschule gebaut. Standort ist das Grundstück der abgerissenen Schwimmhalle an der Johannesstraße. Geplante Fertigstellung: Sommer 2025. Der erste Preis ging an den Entwurf des Architekturbüros Hascher Jehle.

Tatjana Peters vom Amt für Schulen berichtete im Ortsbeirat Gaarden, dass es ab 2023 eng wird. „Die Schulen sind voll….Wir rechnen mit steigenden Schülerzahlen im nächsten Schuljahr 22/23.“ Dabei spielt die Hörnbebauung eine Rolle. Wie genau die Schuleinzugsgebiete aussehen werden, steht noch nicht fest. Bis zur Einweihung der neuen Grundschule wird das Amt also zusätzliche Flächen akquirieren. Das können Container sein, aber auch leerstehende Ladenlokale. „Wir sind da komplett offen,“ sagte Tatjana Peters. Sie sagte, das Aufstellen eines Containers sei nicht so einfach, wie man denken könnte. Insofern komme auch der Umbau einer angemieteten Ladenfläche in Frage.

Schule mit innovativem Design

  • Der neue Trend im Schulbau wird hier umgesetzt: die Compartment-Schule. Hier teilt sich ein Klassenjahrgang eine ganze eher offen gestaltete Zone.
  • Durch Fahrstühle und Toiletten in jedem Stockwerk ist die Schule barrierefrei.
  • Die großflächige Verglasung wird begrünt. Umlaufende Balkone sind Aufenthaltszonen, aber auch Fluchtwege und Zugang zum Fensterputzen. Durch die Balkone und die Begrünung wird Transluzenz geschaffen, also Lichteinfall ohne direkte Sonne.
  • Bei diesen Großraumschulen sind schallschluckende Decken essentiell. Stefan Saleh von der Abteilung Bildungsbau betonte die Herausforderung an die Architekten, die Schallbelastung zu minimieren.
  • Der Schulhof befindet sich auf dem Dach der Zweifeld-Sporthalle. Auch der Gang zwischen Hauptgebäude und Sporthalle ist Pausenraum.
  • Es wird keine Elternparkplätze geben. Das Umfeld wird nicht vollständig versiegelt. Damit soll der Eltern-Taxi-Verkehr von vorneherein unterbunden werden.

Wie schon von der Hans-Christian-Andersen-Schule bekannt, soll auch diese Schule Raum für andere Aktivitäten bieten. Die VHS bekommt einen Raum, der schulärztliche Dienst ebenfalls. Außerhalb der Schulzeiten können Vereine die Sporthalle nutzen. Sogar Gastronomie könnte möglich sein, solange die Kinder abgeschirmt sind.

Die neue Schule in der Diskussion

Insgesamt fanden die Schulbaupläne viel Zustimmung im Ortsbeirat Gaarden, sowohl bei den Ortsbeiräten als auch bei den Besuchern. Ein Thema in der Diskussion war jedoch der Lärm. Der Experte klärte auf, dass Kinderstimmen laut Emissionsgesetz nicht als Lärm gelten. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass es in den Pausen für die Anwohner mal laut wird. Stefan Saleh: „Es ist nicht möglich, eine Schallschutzmauer um eine Schule zu bauen.“

Auch nach den alten Linden wurde gefragt. Sie sind in den Bauplänen noch eingezeichnet. Herr Saleh sagte, es sei in Kiel generell ganz schwierig, einen Baum anzufassen. Das sei jedes Mal ein hartes Ringen.

Zeitplan für die Grundschule

Im kommenden Jahr soll der Bauantrag gestellt werden. Das Verfahren zur Beauftragung des Wettbewerbsgewinners Hascher Jehle Design läuft. Für die Fertigstellung wird der Sommer 2025 angepeilt.

(Foto Hascher Jehle Architekten)

Weiterlesen?

Lob für neue Pläne für Grundschule in Gaarden

Bericht über Distanzunterricht aus Lehrersicht

Südspange in der Ratsversammlung: Thema vertagt

Die A21 und die Südspange waren gestern Thema in der Ratsversammlung. Anstatt sich eindeutig dagegen zu positionieren, wurde das Thema jedoch vertagt.

Es begann mit einer Einwohnerfrage, gestellt von Christian Herold vom BUND: Er fragte nach der Abstimmung zwischen DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH ) und der Kieler Verwaltung. Ein wichtiger Punkt, denn obwohl die A21 und Südspange eine Planung des Bundes sind, würden die Belange der Stadt Kiel durchaus berücksichtigt werden, wie mir Christian Merl, Sprecher der DEGES schrieb:

”Wir stehen in einem beständigen und engen Austausch mit der Verwaltung der Stadt Kiel und wir beteiligen die Stadt intensiv an unseren Planungen. Wir sind überzeugt, dass uns die Stadt Kiel informieren wird, wenn entsprechende Entscheidungen der Stadt hinsichtlich neuer Mobilitätsangebote beschlossen werden, die unser Projekt tangieren. „

In der etwas schwammigen Darstellung des Oberbürgermeisters, der auf die Anfrage antwortete, hörte sich das eher so an, wie wenn irgendwann einmal mit der DEGES kommuniziert werden würde: „Wir sind noch nicht soweit. ….Wir sind anzuhören….. Wir werden Stellungnahmen abgeben.“ Die von Kiel entwickelten Masterpläne , Machbarkeitsstudie und relevanten Daten und Dokumente seien übergeben worden. Aber : „Neben den erforderlichen Kontakten zum Austausch der vorhandenen Daten auf Arbeitsebene erfolgte keine Abstimmung mit der DEGES. Die Landeshauptstadt
Kiel wird als Trägerin öffentlicher Belange im weiteren Planungsprozess bei allen wesentlichen Zwischenschritten durch die DEGES beteiligt“ , heißt es in der schriftlichen Antwort.

OB Kämpfer bestätigte jedoch das Ziel, in Kiel mittelfristig eine Reduktion des Verkehrs um 40 Prozent weiter anzustreben.

Anträge der Linken und SSW: Abschied von der Südspange

Beide Parteien beantragten den Beschluss zur Südspange, den die Ratsversammlung 2017 beschlossen hat, zu korrigieren und zu revidieren. Kurz: zurückzunehmen. Burkhardt Gernhuber (Linke) nannte die Pläne zur Südspange und zur A21 in Kiel „völlig aus der Zeit gefallen“. Jede zusätzliche Straßenfläche generiert zusätzlichen motorisierten Individualverkehr. Das vertrage sich nicht mit Kiels erklärtem Bekenntnis zur Verkehrswende. Er verwies auf die Naturkatastrophen der letzen Monate, auf brennende Wälder in Europa, auf Überschwemmungen in Deutschland. „Die Natur schlägt zurück.„

Marcel Schmidt (SSW) sagte: „Dieses Bauen von zwei Autobahnkreuzen müssen wir stoppen…… Wir wollen dieses Projekt nicht mehr.” Auch er verwies auf Kiels Beschlüsse zum Klimaschutz, und das Bekenntnis zum Klimanotstand, der im Beschluss allerdings Climate Emergency genannt wurde, um juristische Konsequenzen auszuschließen.

Marcel Schmidt verwies auch auf die Stadtbahn, die Kiel gerade konzipiert. Dadurch würden die Staßenbaupläne im Kieler Süden obsolet werden. Hier kam allerdings schnell der Einwand, dass Süspange und A21 in Kiel eher die Mobilität mit dem Umland als den innerstädtischen Verkehr betreffen. Was leider nicht erwähnt wurde: wenn Kiel eine Straßenbahn bis in den Kieler Süden planen würde, was allerdings zur Zeit nicht passiert, wäre das tatsächlich ein starkes Argument, in diesem Bereich keine weiteren Straßen zu bauen.

Wird das Ostufer durch die Südspange entlastet?

Florian Waigel (CDU): „Wir brauchen dieses Projekt und freuen uns , dass der Bund bezahlt.“ Außerdem verwies er auf die gestiegene Zahl von Pkw in Kiel. Er argumentierte außerdem, dass die Südspange das Ostufer entlasten würde.

Dirk Scheelje (Grüne) nannte diese Entlastung eine Illusion. Die Ostuferentlastungstraße (Ostring 2) würde es nie geben, sie steht zwar im Bundesverkehrswegeplan, aber nicht als dringlicher Bedarf. „Die Südspange macht nur Sinn , wenn es eine Ostuferentlastungstraße gibt. Die wird es nie geben.”

Die Südspange allein würde nur zusätzlichen Verkehr auf das Ostufer bringen.

Thema vertagt bis DEGES Gutachten da ist

Die Grünen sind eigentlich auch gegen die Südspange und A21 auf Kieler Stadtgebiet, wollten sich aber nicht gegen die Mehrheit positionieren. Arne Stenger (Grüne) sagte, dass die ablehnende Haltung der Grünen ja bekannt sei. „Wir könnten sehr gut auf den Antrag springen. Aber wir haben keine Mehrheit hier.“

Mehrere Redner betonten das schon einmal beschlossenen Ja zu den Straßenbauplänen im Kieler Süden und waren nicht beeindruckt von den Entwicklungen der Zwischenzeit.

Das Thema kommt wieder auf die Tagesordnung, wird aber zurückgestellt, bis das Gutachten zu den Trassenvarianten der DEGES veröffentlicht wird. Dann könnte es allerdings zu spät sein, sich noch zu positionieren, sagte Marcel Schmidt.

Vor dem Schloss, in dem die Ratsversammlung tagte, versammelten sich etwa 30 Personen in einer spontanen Demo, um gegen die Südspange zu protestieren.

Weiterlesen?

Südspange und A21-Anbindung

A21 und Südspange spalten Kieler Rat und die rot-grüne Kooperation

Demo: Südspange stoppen

Das Bündnis Vorfahrt für den Klimagürtel ruft zu einer Demo gegen die Südspange auf: “In der morgigen Sitzung der Ratsversammlung (am 19.08.) werden die von der Linken sowie des SSW eingebrachten Anträge zum Thema Südspange debattiert. Das Ziel dieser ist die Positionierung der Ratsversammlung gegen den Bau der Südspange.   
Um die Dringlichkeit eines Stopps der Südspange sowie die Handlungsverantwortung der Stadt zu verdeutlichen, rufen wir zu einer Kundgebung vor Ort auf.
Wir fordern die Parteien der Ratsversammlung dazu auf, ein deutliches Signal in Richtung Bund zu senden und sich klar gegen den Bau der Südspange zu positionieren.
Was wir brauchen sind keine neuen Straßen und Autobahnen, sondern eine sozialgerechte Mobilitätswende – und zwar JETZT!
Kommt deshalb morgen vorbei und lasst uns gemeinsam laut sein! 💚 Wann: Donnerstag der 19.08 um 15:15 Wo: Auf dem Vorplatz des Kieler Schloss Was ist mitzubringen: Schilder, Banner, FFP2 oder OP-Maske, Freund*innen, Eltern, Geschwister. “

BUND und NABU nicht glücklich mit dem Konzept Stadtgrün

Offener Brief von BUND und NABU zu den beratenden Umwelt- und Bauauschusssitzungen diese Woche. Der Beschluss zum von der Stadtverwaltung vorgelegten Konzept Stadtgrün soll am 19.8.22 erfolgen.

Konzept Stadtgrün: Freigabe des Grüngürtels für Infrastrukturmaßnahmen

Passend zum 100jährigen Jubiläum des Kieler Grüngürtels im kommenden Jahr liegt
jetzt das Konzept Stadtgrün zum Beschluss und entsprechender Vorberatung im
Umwelt- und Bauauschuss in der kommenden Woche vor. Die Bedeutung des Kieler
Stadtgrüns als Standortfaktor wird ebenso hervorgehoben wie seine Wichtigkeit im
Rahmen von Klimaanpassung.

“Die Erhaltung und Ausweitung des Stadtgrüns im Sinne einer grünen Infrastruktur
im Siedlungsraum ist daher von zentraler Bedeutung”, heisst es passend dazu (S.12).

Trotzdem kann sich die Stadtverwaltung weder zu einem verpflichtenden
Grünflächenfaktor (d.h. Festsetzung wieviel Stadtgrün /Einwohner vorhanden sein
muss), noch zu einer verpflichtenden Ausgleichsregelung auf dem Stadtgebiet
durchringen.

Explizit wird sogar der Innere Grüngürtelring aus der Verpfichtung
herausgenommen für Infrastrukturmaßnahmen.*

“Der Grüngürtel wird erneut entgegen aller Absichtserklärungen zum
Bauerwartungsland erklärt. Denn jedes neue Wohngebiet, jedes Gewerbegebiet, jede
neue Straße dient der Infrastruktur.”, so Hartmut Rudolphi vom NABU. “Wie
deutlich müssen der Klimawandel und das Artensterben noch spürbar werden, bevor
auch die Stadt Kiel versteht, dass die innerstädtischen Grünflächen unter einen
wirksamen Schutz gestellt und ausgebaut werden müssen. Die Starkregenereignisse
in den letzten Wochen dürfen von Politik und Verwaltung nicht einfach ignoriert
werden. Es ist ein Armutszeugnis, dass Kiel stattdessen weitere Grünflächen für
Versiegelung opfern will“.

Ulrike Hunold von der BUND-Kreisgruppe Kiel appelliert an die Politik:

“Ein echter Schutz für den Klimagürtel muss festgeschrieben werden. Als
notwendig erachtete Eingriffe müssen als Ausnahme in einem echten
Abwägungsprozess begründet werden und an anderer Stelle durch Lückenschluss
innerhalb des Klimagürtels ausgeglichen werden. Wir fordern die Politik auf,
hier zum Jubiläum des Grüngürtels als Korrektiv einzuschreiten.”

*S.49: Selbstverpflichtungen Mit Beschluss des hier vorliegenden Konzeptes
Stadtgrün werden folgende Selbstverpflichtungen (↑) kurzfristig umgesetzt bzw.
zur Umsetzung vorbereitet: Erhalt des Grüngürtels und der innerstädtischen
GrünflächenEs erfolgen keine weiteren baulichen Eingriffe in den Kieler
Grüngürtel (Innenstadtring) in seiner jetzigen Ausdehnung (Ausnahme:
Infrastruktur-Baumaßnahmen) und keine weiteren baulichen Eingriffe in die
Grünflächen zwischen dem Innenstadtring und der Förde.

Link zum Entwurf
 

Kurznachrichten im August

Kieler Klimawoche: Kleiner Ausblick in den September: vom 11. bis 17. September gibt es zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Klimaschutz, viele online, aber manche auch live auf der Straße , auf dem Traditionssegler Freedom und an anderen Orten. Da ist die Fahrradtour am 11. September oder ein Vortrag über “die Helden der Meere” auf der Freedom. Schaut selbst ins gut gegliederte Programm: https://www.kiel.de/de/umwelt_verkehr/klimaschutz/programm_klimawoche.php

Aus der Statistik: Zur Berechnung der Armutsquote werden alle Empfänger von Sozialleistungen zur Lebensführung zusammengefasst. Bei den Sozialleistungen handelt es sich hier um Arbeitslosengeld II (Hartz IV) , Sozialgeld, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsunfähigkeit, laufende Hilfe zum Lebensunterhalt , und „Asylgeld“. Am Ende des 4. Quartals 2020 lebten 41.037 Personen ganz oder überwiegend von diesen Sozialtransfers. Das entspricht in etwa der Zahl vom Vorjahr. Bei 247.863 Einwohnern entspricht das einer Quote von 16.6 Prozent. Besonders hoch ist die Armutsquote bei den unter 15-Jährigen. Von 30.815 Kindern und Jugendlichen lebten 9.500 von Sozialleistungen, das entspricht einer Armutsquote von 30,9 Prozent.

Am Donnerstag , 19. August, 16- 17.30 Uhr, trifft sich der Kieler Verein „Groschendreher – Kieler Bündnis gegen Altersarmut“ im Arbeiter-Samariter-Bund, Hamburger Chaussee 90. Betroffene können sich hier austauschen. Um Anmeldung wird gebeten: info@groschendreher.de oder Tel: 0431/ 5569 9251.

Stadt fordert mehr Rücksicht auf der Reventlou-Wiese. An den vergangenen Wochenenden kam es in den Abendstunden auf der Reventlouwiese und an der Kiellinie zu Müllablagerungen, Lärmbelästigungen und Sachbeschädigungen. Alle Besucher*innen der Reventlou-Wiese sind ab Freitag, 13. August, aufgefordert, jeden Lärm spätestens ab 22 Uhr zu Beginn der „Nachtruhe“ zu unterlassen. Insbesondere ist das Abspielen von Musik durch elektrische Anlagen (zum Beispiel Bluetooth-Boxen, Verstärker) untersagt und kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Die Zahl der Abfalltonnen wurde bereits erhöht. Die Tonnen sind „möwensicher“ gestaltet, zusätzlich zu den vorhandenen Toiletten wurden Urinale aufgestellt. Ferner soll eine beauftragte Sicherheitsfirma die Situation in den Abend- und Nachtstunden beaufsichtigen.

Der Corona-Stand am 12. August 23 Uhr: Gesamtzahl aller Fälle: 5.977. Davon wieder genesen: 5.5533 Personen. 339 Personen sind aktuell positiv getestet. Im Vergleich zum Vortag gibt es 49 neue Positivfälle. Verstorben sind 105 Kieler*innen. 579 Kieler*innen sind in Quarantäne. Die Kieler Sieben-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des RKI bei  107,4.

Musikschule: Es wird wieder gesungen. Nach langer coronabedingter Abstinenz lässt die Musikschule Kiel ihren beliebten Kinder- und Jugendchor neu aufleben. Die Leitung übernimmt Isabelle Küster, die Proben laufen dienstags von 16 bis 17 Uhr im Raum 9 der Musikschule am Schwedendamm 8. Die jungen Sänger*innen (Mindestalter: sechs Jahre) sollten Lust am gemeinsamen Gesang mitbringen. Die Teilnahme am Kinder- und Jugendchor kostet 10 Euro im Monat. Anmeldungen sind vor Ort in der Musikschule möglich oder online auf der Internetseite www.kiel.de/musikschule. Nähere Informationen gibt es unter Telefon (0431) 901-5261, -5262 und -5263.

Die Sommerfeste in der Alten Mu sind legendär. Das nächste ALTE MU Sommerfest kommt am Samstag, den 21. August von 14 bis 23 Uhr. Auf zwei Bühnen begleiten euch Live-Musik, literarische Lesungen und formidable DJ-Skills bis in den späten Abend. Zwischen den Bühnen verteilt auf dem Gelände erwarten euch Workshops, Projekt- und Verkaufsstände, Kiosk, lecker Essen und hoffentlich ordentlich Spaß nach der langen pandemiebedingten Einöde. https://altemu.de/

„Parks statt Parkplätze“ ist das Motto einer Versammlung, die neue Vorschläge für die Nutzung des öffentlichen Raums macht. Der Parkstreifen vor den Geschäften zwischen Knooper Weg und Dammstraße ist am Sonnabend, 14. August, von 7 bis 14 Uhr für die Versammlung gesperrt. Das gilt auch für den daneben verlaufenden Radweg und einen Teil des Gehwegs.

Kieler Woche: Das weltweit erste Segelkino geht während der Kieler Woche 2021 in seine zweite Saison. In Kooperation mit den Stadtwerken Kiel werden wieder Filme auf das Küstenkraftwerk projiziert.

Bundestagswahl: Wer bei der Bundestagswahl per Briefwahl abstimmen möchte, kann die
Unterlagen ab Montag, 16. August, im Rathaus beantragen. An diesem Tag öffnet im Raum 184 (gegenüber der Einwohnermeldestelle) das offizielle Briefwahlbüro.

Saisonende Badesteg Bellevue: Nach einer erfolgreichen Saison mit viel positiver Resonanz der
Badegäste steht dem Badesteg Bellevue nun das Saisonende am Sonntag, 15. August, bevor. Ab September laufen wieder Fördefähren den Anleger Bellevue an.

Krummbogen: Bereits seit dem Frühjahr läuft in der Straße Krummbogen zu Füßen des Kieler Fernsehturms die Sanierung der Schmutz- und Regenwasserkanalisation. Jetzt steht der zweite und abschließende Bauabschnitt an. Ab Montag, 16. August, ist die Straße im Bereich zwischen der Hausnummer 47 und der Einmündung Holunderbusch für den Verkehr gesperrt. Voraussichtlich bis zum Dezember wird eine Umleitung über die Pestalozzistraße eingerichtet, auf der auch die KVG-Busse unterwegs sind. Die Gehwege an der Baustelle sind jedoch weiterhin benutzbar, sämtliche Grundstücke bleiben erreichbar. Im Zuge der Bauarbeiten werden am Krummbogen auch zwei Bushaltestellen neu errichtet. 

(Gaardener Brücke ohne Aufzug:Nach fast 20 Jahren Betrieb unter harten klimatischen Bedingungen ist die elektronische Steuerung des Aufzugs an der Gaardener Brücke defekt. Für mindestens vier Wochen fällt der Aufzug aus. Benutzer*innen müssen auf die Treppe ausweichen.) Nachtrag 29.8. : Der Aufzug funktioniert wieder!

Hörnbebauung: Östlich vom Germaniahafen

Auf einigen Grundstücken an der Hörn wird bereits gebaut. Nun sind auch die letzten Grundstücke verkauft und es gibt Pläne für die Bebauung. Direkt am Germaniahafen entstehen auf drei Baufeldern 294 Wohnungen, ein Hotel, ein Bürogebäude und ein Gewerbegebäude.

Ein Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes stellte die Pläne gestern im Ortsbeirat Gaarden vor. Besonderes Interesse galt dabei dem Baufeld östlich des Germaniahafens zwischen Gaardener Brücke und Ernst-Busch-Platz. Hier wird nach den Plänen des Kölner Architekturbüros Astoc ein Hotel,ein Bürogebäude und ein Gewerbegebäude gebaut. Eine Tiefgarage ist auch dabei. Die Gaardener Brücke soll vollendet werden. Hier hat ein Qualifizierungsverfahren begonnen.

Der Ernst-Busch-Platz wird begrünt und könnte auch Bäume bekommen, soweit es die Tiefgarage erlaubt.

Es ergaben sich zwei Diskussionsthemen: Wie kommt man mit dem Fahrrad von Gaarden zum Hauptbahnhof? Und wird das Bauprojekt inklusive vollendeter Brücke Gaarden besser mit dem Westufer verbinden?

Gaardener Brücke kein offizieller Fahrradweg zur Hörn

Auf der Gaardener Brücke werden auch in Zukunft Fahrräder geduldet. Aber es wird kein offizieller Fahrradweg sein. In einem System von behindertengerechten Rampen geht es dann ab Brücke zum Germaniahafen. Insgesamt wird dieser Bereich abends eher dunkel und verlassen sein. Ab 17 Uhr im Winter, wenn die Büros geschlossen haben, ist es dann eher kein sicherer Ort mehr. Ortsbeirätin Edina Dickhoff: „Dann wird es ungemütlich.“ Eine Gastronomie an der Brücke würde diesen Bereich eventuell etwas beleben.

Am Rande der Blockbebauung werden Radfahrer auch schieben müssen, da sie sich hier auf Fußwegen bewegen.

Die Diskussion zu diesem Thema verlief heftig. Eine Anwohnerin ließ sich nicht von diesem Thema abbringen bis Ortsbeirat Bernhard Krumrey mit der Hand auf den Tisch schlug. Das war selbst für die immer sehr lebendigen Gaardener Ortsbeiratssitzungen ein ungewöhnlicher Temperamentsausbruch.

Die Argumentation der Anwohnerin: „Ich lese jeden Tag in der Zeitung von der Fahrradstadt Kiel. Aber hier wurden die Interessen der Fahrradfahrer geopfert.“ Sie erinnerte auch an die Bedürfnisse der Kinder, die mit Fahrrad zur Schule radeln.

Ost-West-Verbindung

Wie das Bild zeigt, ist das Gelände um die Gaardener Brücke aktuell nicht wirklich einladend. Würde eine Sanierung der Brücke und eine Bebauung des Geländes das erhoffte Bindeglied zwischen Gaarden und dem Westufer bilden?

Ortsbeiratsvorsitzender Bruno Levtzow klagte: „ Muss das neue Viertel Kai City heißen? Warum nicht Kai Hörn Gaarden?“ Ortsbeirat Fedor Mrozek betonte ebenfalls die Zugehörigkeit des Baugebiets an der Hörn zu Gaarden: „Da war die Germania-Werft, das ist Gaarden pur.“

Ortsbeirat Rolf Schrem plädierte dagegen für eine realistischere Sicht der Dinge. „Wenn ich da wohne, macht es doch keinen Sinn, den Berg hoch nach Gaarden zu gehen, wenn ich bequem ebenerdig in den Sophienhof latschen kann.“ Für ihn als Gaardener ist „Kiel“, und damit meinte er das Westufer, gar nicht so wichtig. Schön wäre es allerdings, wenn er sich auch in Gaarden eine Brille kaufen könnte. Für ihn ist ein attraktives Gaarden wichtiger als die Anbindung an das Westufer.

Teures „Sahnestück“ Germaniahafen

Auf den drei Baufeldern entstehen 58.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Davon entfallen 25.000 Quadratmeter auf Wohnungen südlich des Germaniahafens (Architekturbüro Baumschlager Eberle) . Sozialen Wohnungsbau wird es nicht geben. Der Grund: die Verkäuferin der Grundstücke, Sybille Schmidt-Syndram vom Waterkant Immobilienfond verlangte einen sehr hohen Preis. Die Stadt gab nach und rückte von ihrem Grundsatz, dass 30 Prozent der Wohneinheiten Sozialwohnungen sein sollen, ab. Der Investor Baum meravis Waterkant will 200 Millionen Euro investieren. Für das Hotel gibt es auch bereits einen Betreiber-Interessenten.

Insgesamt begrüßt der Ortsbeirat Gaarden die Belebung dieses Areals, das lange brach lag.

Weiterlesen?

Hörnbebauung: neue Pläne für die Grundstücke am Germaniahafen

Mit dem E-Scooter durch Kiel

Nach Tier, Lime und Bird stellt nun auch Bolt seine E-Scooter in Kiel auf. Die Ausleihbedingungen sind unterschiedlich,

Tier, ein Berliner Start-up, machte in Kiel den Anfang. „Wer sich einen Tier E-Scooter mieten will, muss lediglich die App auf das Smartphone herunterladen. Sie ist für iOS und Android optimiert. Die Registrierung ist kostenfrei, sofort danach wird der Nutzer freigeschaltet. Auf einer Karte ist zu sehen, wo der nächste freie TIER E-Scooter in der Nähe des gewünschten Abholstandorts steht”, so steht es auf der Webseite. Zuletzt kostete es 0,15 € pro Minute und 1 € pro Freischaltung. Mit dem Code “Start”gibt es zwei Freifahrten.

Lime: 1 € pro Ausleihvorgang und 15 Cent pro Minute Fahrspaß kostet Lime derzeit in etwa. Die Tarife und etwaige Vergünstigungen können von Stadt zu Stadt, Tag zu Tag und je nach Uhrzeit verschieden sein. Die genauen Kosten zeigt dir deine Lime-App, wenn du darin auf der Karte einen Scooter antippst. Das amerikanische Unternehmen Neutron Holdings bietet die weiß/schwarz/grünen Roller seit März in Kiel an.

Bolt: Der amerikanische Anbieter betritt das Kieler Pflaster mit Kampfpreisen: derzeit keine Entsperrgebühr, 5 Cent pro Minute.

In wenigen Schritten zum geliehenen E-Scooter

Und wie funktioniert es?

  • Nach der Anmeldung in der jeweiligen App kannst du den Elektroroller entsperren und am Ende deiner Fahrt dort auf dem Bürgersteig abstellen, wo es nicht verboten ist. Die Parkverbotszonen werden in der App angezeigt.
  • Einige Anbieter verlangen einen Helm, obwohl das laut Verkehrsordnung keine Bedingung ist.
  • Die jeweilige App zeigt an, wo der nächste Roller zu finden ist.
  • Für die erste Fahrt sollte man sich einen verkehrsarmen Bereich aussuchen, denn auch 20 km/h sind ganz schön schnell für wer nicht an das Fahren mit dem Roller gewöhnt ist!

Leihroller sind kein Teil der Verkehrswende!

Die Ökobilanz der E-Scooter als Leihroller ist leider nicht so toll. Die E-Scooter ersetzen kaum Autofahrten, wie eine Untersuchung ergab. „Das Bundesumweltamt jedoch warnt, dass nur die wenigsten Fahrten mit einem E-Scooter Autofahrten ersetzen. So hat eine Umfrage unter rund 4000 E-Scooter-Nutzern in Paris ergeben, dass fast die Hälfte der Befragten ohne Roller zu Fuß gegangen wäre (47 Prozent), 29 Prozent hätten den öffentlichen Nahverkehr genutzt und 9 Prozent wären mit dem Fahrrad gefahren. Nur 8 Prozent der Befragten haben mit dem geliehenen E-Scooter eine Auto- oder Taxifahrt ersetzt. 3 Prozent hätten sich ohne Roller gar nicht fortbewegt”, berichtet das Recherche Netzwerk Deutschland. Das andere große Umweltproblem ist die geringe Haltbarkeit der Roller. Die Quellenlage ist hier zwar dünn, aber 24 Monate scheint das höchste Lebensalter eines Leih-Rollers zu sein. Manche werden schon nach einem Monat wieder geschrottet. ( Roller im Privatbesitz halten natürlich länger, weil sie weniger genutzt und pfleglicher aufbewahrt werden.)

Weiterlesen?

e-Scooter momentan kein Beitrag zum Umweltschutz

Offener Brief für mehr Klimaschutz in Kiel

Wie gut kommen die neuen E-Scooter in Kiel an?