Kultur im November in Kiel, 2023

Spannende Events erwarten uns im November. Meine Auswahl ist natürlich persönlich gefärbt, aber vielleicht ist etwas dabei für dich.

Anatomie eines Falls: Film im Traumkino ab 1. November: Beim diesjährigen Festival von Cannes wurde Justine Triet – als dritte Frau in der Geschichte des Festivals – für ANATOMIE EINES FALLS mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Im Ringen um die Frage, was wirklich geschah, entspinnt Triet auf raffinierte Weise ein packendes Beziehungsdrama, das die Widersprüche im Privaten der harten Realität des Justizsystems gegenüberstellt. Sandra Hüller glänzt erneut mit ihrem außergewöhnlichen und höchst nuancierten Spiel und wurde in Cannes von der deutschen und internationalen Presse gefeiert. https://traumgmbh.de/events/anatomie-eines-falls-omu/

Die Kieler Slam-Lesebühne – Irgendwas mit Möwen: am 2. November um 19:30, Kulturforum. Dieses Format präsentiert Slam-Poetry, literarisches Kabarett, Kurzgeschichten und Liedermaching aus eigener Aufzucht, erzeugt von freilaufenden Autor*innen und gefüttert mit den Absurditäten des Alltags. Poetisches und Prosaisches, Komisches und Kurioses, Tragisches und Temperamentvolles wird expressiv auf die Bühne gebracht. Link siehe unten.

Robert Summerfield & Lars Doppler – Joni: am 3. November um 20 Uhr, Kulturforum. Die Künstler covern Songs von Joni Mitchell. Entstanden ist eine biografische Reise, die klanglich untermalt, warum Mitchell neben Dylan und Cohen zu den größten Lyrikerinnen ihrer Generation gehört. Summerfield und Duppler bieten dabei sowohl musikalisch als auch in moderierten Strecken ein hautnahes, differenziertes Bild der facettenreichen Künstlerin und ergründen damit eine nicht unwichtige Frage: Warum wird Joni von Folk-Fans wie auch Jazzern weltweit so vehement verehrt?

The War to End All Wars, ein Film der schwedischen Gruppe SABATON läuft im Flanderbunker am (10.11 schon ausgebucht) und 11, November, jeweils um 18 Uhr. Der Film erzählt die Geschichte des Ersten Weltkriegs und vermittelt den Zuschauern ein besseres Verständnis dafür, worum es in den Songs des Albums geht. Es ist eine musikalische und historische Zeitreise, die verschiedene Themen behandelt. Flandernbunker – Mahnmal Kilian eV

Ausstellung “Elmschenhagen während der Naziherrschaft 1933-1945” – Maria Magdalenen Kirche, 4.-23. November, Dienstag – Freitag 14 – 18 Uhr, Samstag und Sonntag 10 – 17 Uhr. Die Ausstellung zeigt die Realität dieser Jahre, wie sie sich im Stadtteil Elmschenhagen zugetragen hat.

Florian Hacke – Happy End: am 15. November um 20 Uhr, die Pumpe. Stand-up & Satire Wirklich, es sind schwere Zeiten. Krisen, Kriege, Katastrophen- Da könnte man leicht die Hoffnung verlieren. Aber nicht mit Florian Hacke. Er durchforstet den Altglascontainer der Emotionen nach den letzten Resten Menschlichkeit und ruft uns beherzt zu: „Alles wird gut.“ Ist das nicht schön? Florian Hacke -Happy End

Dieter Nuhr – Nuhr auf Tour: Am 17. November 20- 22 Uhr, Wunderino-Arena. Die Veranstaltung wurde vom 13.11.21 auf den 17.11.23 verschoben. Bereits gekaufte Tickets behalten weiterhin Ihre Gültigkeit.
Bitte beachten Sie, dass sich das Programm geändert hat, da die Programme des Kabarettisten stets Aktuelles thematisieren. Infos zur Buchung

Auf ein Wort, Herr Gysi! Am 18. November um 20 Uhr, Kulturforum. Gysi on tour durchs Leben – wie es ist, wie es sein und verändert werden sollte.
Die Moderation des Abends übernimmt der Journalist Hans-Dieter Schütt. Link siehe unten.

Madrigal Chor – Johannes Brahms: Ein Deutsches Requiem (Klavierauszugsfassung). In der Petruskirche Kiel-Wik am 26. November um 17 Uhr. Der Madrigalchor Kiel ist bekannt als ambitioniertes und hochklassiges A-cappella-Ensemble – weit über den norddeutschen Raum hinaus. Wikipedia schreibt über ein Deutsches Requiem: „Brahms gestaltete sein Deutsches Requiem nicht als Trauermusik, sondern zum Trost derer, „die da Leid tragen“, also als eine von Ernst, Würde und Zuversicht getragene Musik für die Lebenden.„ Infos zur Buchung

Theaterkommode – Ronja Räubertochter: am 28. November um 17 Uhr, KulturForum. Ronja Räubertochter ist vielleicht die wundervollste Geschichte von Astrid Lindgren – spannend, berührend und lustig zugleich erzählt sie von der Freundschaft zweier Kinder, die verfeindeten Räuberbanden angehören und die ihre Freundschaft zueinander gegen den Widerstand der Erwachsenen durchsetzen müssen.

Hier geht es zu allen Veranstaltungen des KulturForums

Besuch bei der Obdachlosenhilfe Kiel

Immer montags um 17 Uhr stehen Wolfgang Baasch und sein Team von der Obdachlosenhilfe Kiel eV an der Kaiserbrücke am Bahnhof und verteilen Essen. Jeden zweiten Montag ist es eine „große Verteilung“, dann sind auch Drogerieartikel und Kleidung dabei. So war es gestern, als ich mir die Aktion ansah.

Etwa 30 Frauen und Männer standen in der Schlange vor den Tischen mit dem Essen. Es gab zur Auswahl entweder Kürbis-Suppe mit Hackbällchen oder Brote mit wahlweise Ei oder Schnitzel. Daneben stand der Tisch mit den Kaffee-Thermoskannen. Und um die Ecke befanden sich Kästen mit warmen Jacken und Drogerieartikel wie Papiertaschentücher, Shampoo oder Zahnpasta.

Alles wurde gespendet. „Am meisten helfen Geldspenden“, sagt Wolfgang Baasch (1. Vorsitzender) ganz klar, denn damit könne gezielt gekauft werden, was gebraucht wird. Aber der Verein ist auch dankbar für brauchbare Kleidung. Und wenn jemand einen selbstgebackenen Kuchen vorbei bringt, ist das auch sehr willkommen.

Normalerweise finden sich etwa 40-50 Personen zu den großen Verteilungen ein. Heute waren es etwas weniger, vermutlich weil einige gerade Geld aufs Konto bekommen haben und die Not dann nicht so groß ist.

Nach etwa einer Viertelstunde kam die Durchsage, dass die Obdachlosen nach vorne kommen sollen, dahinter diejenigen, die im Hotel wohnen, und dann erst die anderen. Eine junge Frau trat nach vorne. Hinter ihr reihten sich zwei ausgemergelt aussehende Männer ein. Die Obdachlosenhilfe hilft übrigens nicht nur Menschen , die ganz auf der Straße leben, sondern auch anderen Bedürftigen, wobei schon darauf geachtet wird, wie das Beispiel zeigt, dass die Obdachlosen auf jeden Fall etwas erhalten. Und im „Hotel wohnen“, heißt, von der Stadt in einem Hotel untergebracht zu werden, was aber bedeutet, dass es keine Kochmöglichkeit gibt!

Ich unterhielt mich mit einigen Leuten, die in der Schlange warteten. Einer kommt jeden Montag für das Essen, weil er nur eine geringe Rente erhält. Ein anderer hat durch die Obdachlosenhilfe eine Wohnung gefunden und man habe ihm auch mit Kleidung geholfen. Er war sehr dankbar für die Hilfe, die er durch diese Organisation erhalten hatte! Eine andere Person wollte inkognito bleiben und gar nichts über sich erzählen.

Wolfgang Baasch hatte diesen Verein letztes Jahr im September gegründet. Vorher half er bei einer anderen Organisation, die sich um Obdachlose kümmert. Er wollte aber lieber seine eigenen Vorstellungen verwirklichen. Mit der Gründung eines Vereins ist die Arbeit auf eine solide rechtliche Basis gestellt.

Gerade in der kalten Jahreszeit tut armen Menschen ein kostenloses warmes Essen und ein Becher Kaffee gut, und hier an der Kaisertreppe kommen noch ein freundliches Lächeln und ein offenes Ohr dazu!

Homepage der Obdachlosenhilfe Kiel

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125 Jahre Bahnhofsmission

Protest gegen AfD-Bürgerdialog

Für die Dauer der Veranstaltung am 27.10. war der Walkerdamm gesperrt. An einem Ende (Schülper Baum) konnten die etwa 30 Besucher den Bürgerdialog erreichen. Am anderen Ende trafen sich etwa 150 Demonstrierende. Das Motto der Kundgebung lautete: „Kein Dialog mit der AfD. Veranstaltungsverbot für Faschisten durchsetzen.“

Die AfD hatte zu einem Bürgerdialog eingeladen, zum ersten Mal seit 2020. Diese Veranstaltung richtete sich an Kieler und Kielerinnen, die Fragen zur Politik dieser Partei haben. Bevor es los ging, sprach ich mit Kurt Kleinschmidt, dem Sprecher der Landes-AfD. Er akzeptiert die Protestdemonstration, äußerte sich aber erleichtert, dass sie nicht direkt vor der Tür der Geschäftsstelle stattfand.

Die von Bettina Jürgensen angemeldete Demonstration eines Antifaschistischen Bündnisses sammelte sich auf der kleinen Wiese am anderen Ende des Walkerdamms. In den Reden wurde thematisiert, dass sich die AfD jetzt mehr traut, weil sie in Umfragen im Aufwind ist. (In der“Sonntagsfrage” vom 15. 10. sagten 19 Prozent der Befragten dem Allensbach-Institut, dass sie AfD wählen würden, wenn am folgenden Sonntag Bundestagswahl wäre.) Auch wurde die allgemeine politische Entwicklung als Hintergrund gesehen: „Es ist auffällig, dass die sonst träge schleswig-holsteinische AfD aktiver wird. Sie will von der rasanten Rechtsentwicklung profitieren.“

auf der Demo gegen AfD-Bürgerdialog

Einige andere Beobachtungen, die in den Reden angesprochen wurden:

  • die weiße Vorherrschaft, die zur Abwertung anderer Gruppen führt
  • das nahende Ende des Kapitalismus
  • der Aufstieg von Judenhass
  • Antifaschisten sind gegen Antisemitismus.

Nach anderthalb Stunden löste sich die Demonstration friedlich auf. Der AfD-Bürgerdialog konnte relativ ungehindert stattfinden.

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Wahlumfrage Sonntagsfrage

Viele Grüne in der neuen Ratsversammlung

Buchvorstellung „Demokratie für morgen“ am 24.10.2023 im FahrradKinoKombinat der alten Mu

Ein Gastbeitrag von Ulrich Hühn und Gabriele Wenk

Thomas Eisenkrätzer, Fotograf und Journalist bei den Kieler Nachrichten eröffnete den Abend im Namen von Mehr Demokratie und der Partei Die Humanisten und dankte den Anwesenden für ihr Kommen.

Ulrich Hühn stellte sich als Sprecher der Kieler Gruppe vor und erklärte, warum es heute nicht um Parteien-Demokratie geht, sondern um das Ganze, die Demokratie als Zusammenhalt der Gesellschaft.

Karl Martin Hentschel begann sein Referat mit der Geschichte und dem Ursprung der Demokratie in der ersten Demokratie in Pingvellir auf Island im Jahr 930 und erklärte den Beginn der heutigen Demokratie durch Charles de Montesquieu, der eigentlich ein Freund der Monarchie war, aber den Monarchen direkt wählen lassen wollte, weil dann der Adel zuviel Macht gehabt hätte.

Hentschel zog eine Linie von der Demokratie in den USA, in der nur Millionäre vertreten sind, über gewählte Diktaturen bis hin zu den Ursprüngen der EU.

Gefahren für die Demokratie sieht er in der völligen Ungleichverteilung des Reichtums, dem Ausschluß von Bildung für immer größere Teile der Bevölkerung und dem zunehmenden Rechtsruck, das heißt abwenden einiger Staaten von der Demokratie. In der Welt kristallisieren sich derzeit drei Wege des Aufbaus der Staaten-Verwaltung auf: Plutokratien als Aufteiler der Macht weniger großer Einflußnehmer (Konzerne) auf der Welt; Meritokratien als große Staaten ohne demokratisch gewählte Parlamente und der Erneuerung der Demokratien. Die Demokratie hat auch heute viele Feinde, die geschickt vorgehen: Konzerne, Medien und neue Autokraten, „starke Männer“.

Die direkte Demokratie ist die stärkste Waffe gegen den Populismus, da es um die Sache geht und nicht um Personen. Sie zwingt die Politik zur Kommunikation. Die alten Konzepte sind dabei die Präsidialdemokratie (größter Fehler der Verfassung der USA [P. Khanna]), die Mehrheitsregierung (Deutschland, UK) und eine Minderheitsregierung nach Skandinavischem Vorbild.

Regierungen sind erfolgreich, wenn das Volk in den sie direkt berührenden Angelegenheiten mitbestimmen kann. Es ist nicht teuer, da die Bürger die kommunalen Investitionen durch geringe Steuererhöhungen selbst finanzieren. In der „Los-Demokratie“ bestimmen geloste Bürger nach vielen Kriterien, die eine Gesellschaft ausmachen, Vorschläge zu Themen, die den Parlamenten vorgelegt werden, Klima: erfolgreich abgeschlossen, Ernährung: gerade in Arbeit, nächstes großes Thema ist die neue europäische Verfassung, in die die Ziele Europas hineingeschrieben werden müssen, z. B. keine nationalen Armeen mehr, Reform der Landwirtschaft, Migration, Zahler- und Empfänger-Staaten, Mehrheitsbildung, Volksabstimmungen.

Eine weitere wichtige Veränderung ist das Wahlrecht, bei dem nicht mehr Parteien gewählt werden, in denen sich immer weniger Menschen wiederfinden, sondern Personen. Eine deutlichere Gewaltenteilung ist erforderlich, weil die Dreiteilung zu viel Machtkonzentration innerhalb der Parlamente hat entstehen lassen, eine Publikative, eine Monetative und eine Regulative werden vorgeschlagen.

Frau Prof. Pioch ergänzte mit Gedanken zu dem Wahlverhalten einzelner Schichten, wie Arme und Reiche, mehr oder weniger Gebildete, Organisierte (Gewerkschaften, Sozialverbände, Kirchen) und sozial Ausgegrenzte

Die Politik muß versuchen, den Ausgleich der gesellschaftlichen Gruppen abzubilden. Es dürfen keine Gruppen das Empfinden bekommen, in den Parlamenten nicht vertreten zu sein. Das ist ein Grundsatz der Politikwissenschaft, der offensichtlich nicht umgesetzt wird, ein Grund für geringe Wahlbeteiligung und aufkommenden Populismus.

Wege, die es in und für eine Demokratie gibt, alle Menschen zu repräsentieren: Quotierung, Direkte Demokratie, Kommunalisierung, lokale Demokratie (entgegen dem Trend, in Kommunalwahlen geringste Wahlbeteiligung) Zufalls Zusammensetzung / Lotterie.

Das Einkommen, also ganz simpel die Existenz, muß gesichert sein. Sollte das wirtschaftliche Umfeld es nicht ermöglichen, muß unbürokratisch geholfen werden.

Frau Pioch zeichnet einen gangbaren Weg vom ALG II übers Bürgergeld (Leistungs- und Bedarfsgerechtigkeit) zum Grundeinkommen (Teilhabegerechtigkeit bei faktisch ungleichen Chancen), Entkoppelung von Arbeit und Einkommen, Individualprinzip

In der Diskussion nach der Pause wurde die Skepsis gegenüber den Parlamenten zu Umsetzung der Veränderungen und einer wahrnehmbaren Gerechtigkeit deutlich.

Der Wunsch eines großen Teiles zumindest der Anwesenden, zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommen war hörbar.

Joachim Winters, ehemaliger Netzwerkrat des Netzwerkes Grundeinkommen, verdeutlichte die Widersprüchlichkeit der Begriffe Arbeitslos und Erwerbslos und beschrieb die großen Vorteile einer Gesellschaft mit Grundeinkommen, bezogen auf Einkommen- und Chancen Gerechtigkeit (wie es Hentschel beschrieben hat) und die einfache Finanzierung, wenn es denn gewollt ist und an den Steuer-, Erbschafts- und Vermögens Privilegien gerüttelt werden soll.

Unsere Kieler Gruppe wird im November eine Nachbesprechung der Veranstaltung durchführen und ruft alle Interessierten an dem Vortrag zur Teilnahme auf.

Gabriele Wenk und Ulrich Hühn , 24148 Kiel und 24226 Heikendorf, 27.10.2023

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Mehr Info zum Autor Karl Martin Hentschel auf Wikipedia

Gedenken am 24. Februar 2023 aus Anlass der Einmarsches der russischen Armee in die Ukraine

Sturmschäden an der Steilküste in Schilksee

Das Beitragsfoto von der Steilküste in Schilksee zeigt oben rechts einen Gulli, der halb in der Luft hängt. Laut Auskunft des Tiefbauamts handelt es sich um einen stillgelegten Stauraumkanal für einen alten Versickerungsschacht. Dieser befindet sich auf der Höhe der Straße Windjammer in Schilksee. “Ein direkter Schaden ist hier somit für das Kanalnetz nicht entstanden. Die Einleitstellen in die Förde liegen deutlich tiefer und verlaufen unterhalb des Strandes bzw. des Hafenvorfeldes.” Ob es zu Schäden der Kanalisation durch Unterspülungen gekommen ist, muss noch geprüft werden.

Das Foto zeigt sehr deutlich den fortschreitenden Abbruch der Steilküste an dieser Stelle in Schilksee-Süd . Zwischen der Kante der Steilküste und der ersten Häuserreihe sind es nur etwa 60 Meter. In dem Grünstreifen dazwischen verlaufen Versorgungsleitungen. Auch für die Häuser und ihre Bewohner wird es irgendwann ungemütlich, denn bei jeder Sturmflut bricht wieder ein größeres Stück ab. Im Durchschnitt weicht die Steilküste jährlich um etwa 0,7 Meter zurück.

Das Konsortium Deutsche Meeresforschung geht davon aus, dass der Schutz der Ostseeküste bei einer ungebremsten Erderwärmung nicht mehr finanzierbar sein könnte. Aber da sich 195 Staaten im Pariser Klimaabkommen verpflichtet haben, die Erderwärmung nach Möglichkeit auf unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu beschränken, macht der Küstenschutz jetzt doch noch Sinn.

Ein integriertes Konzept für den Küstenschutz fehlt bis jetzt

Durch den Klimawandel beschleunigt sich der natürliche Abbau der Steilküste. Während tiefliegende Gebiete, wie etwa das Zentrum von Kiel, eher durch Überflutungen gefährdet sind, spielt für die Steilküsten der Abbruch bei Sturmfluten die größere Rolle. Ein integriertes Konzept, dass Siedlungen sowohl an Steilküsten als auch an flachen Küstengebieten sinnvoll schützt, fehlt bis jetzt.

Die Landesregierung Schleswig-Holstein hat vor vier Jahren ein Gutachten in Auftrag gegeben, das Vorschläge erarbeiten soll, wie die Ostseeküste bei steigendem Meeresspiegel geschützt werden könnte. Dieses Gutachten namens “Entwicklung Ostseeküste 2100” ist noch nicht fertig. Die “Schleswig-Holsteinische Landeszeitung” berichtete heute (27.Oktober, S. 3), dass bis Ende dieses Jahres Empfehlungen von der Technischen Uni Hamburg-Harburg für einen nachhaltigen Küstenschutz an der Ostseeküste vorliegen sollen.

In Schilksee Süd sind derweil alle Strandzugänge zerstört und der Küstenbereich ist gesperrt.

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SHZ: Opposition fordert mehr Tempo bei Strategie für die Ostseeküste

Ein Bericht von 2020: Absperrungen in Schilksee-Süd

Nach der Sturmflut in Kiel

Die Sturmflut vom 20. Oktober hat Kiel weniger stark getroffen als beispielsweise Flensburg. Aber auch in Kiel gab es erhebliche Schäden. Unterspülte Mauern, verschwundener Strand, gesunkene oder zerstörte Schiffe und kaputte Strandkörbe – wie genau die Schadensbilanz aussehen wird, eruieren zur Zeit Tiefbauamt, Grünflächenamt, KOD und anderes Personal der Stadt Kiel. Und so mancher Segler steht wahrscheinlich erschüttert am Hafen, wo das geliebte Boot einmal lag.

Sturmflut trifft Schilksee hart

In Kiel entstand der größte Schaden in Schilksee. Die Steilküste in Schilksee-Süd musste wegen Unterspülungen komplett gesperrt werden. Im Olympiahafen ist wahrscheinlich ein Schaden in Millionenhöhe entstanden, mutmaßte Stadtrat Gerwin Stöcken. 37 Yachten und Boote sollen im Schilkseeer Olympiahafen zerstört oder gesunken sein. Sie müssen möglichst schnell geborgen werden, damit auslaufendes Schmieröl den Hafen nicht weiter verunreinigt. Ölverschmiertes Seegras liegt tonnenweise am Ufer. Besonders teuer könnte die Reparatur der Stützwand am Anleger Schilksee werden.

In Falckenstein ist ein Meter Strand weggespült worden. Die Kiellinie dagegen blieb weitgehend unversehrt. Die Überflutung der Hörnbrücke führte zu einem Ausfall der Elektronik.

Wasserstand in Kiel 1,95 über Normal

Die Sturmflut fällt in die Kategorie „Schwere Sturmflut“ gemäß der etablierten Systematik. Der Wasserstand erreichte 1,50 Meter über Normal. In Flensburg wurde sogar ein Wasserstand von 2,27 über Normal gemessen. In Kiel wurde stand das Wasser 1,95 Meter über Normal um 21 Uhr 33 am 20. Oktober, danach sank der Pegel wieder langsam. Bemerkenswert bei dieser Sturmflut war die lange Verweildauer des Hochwassers.

Starke Luftdruckunterschiede zwischen einem Hoch über Skandinavien und einem Tief über Westeuropa verursachten den Sturm. Während das Wasser der Nordsee von der Küste weggedrückt wurde, und dort Niedrigwasser herrschte, kam es an der Ostseeküste zur Sturmflut. Betroffen waren auch andere Länder: Schottland, England, Schweden und Dänemark.

(Das Foto vom Olympiahafen in Schilksee ist von Thomas Bebensee, kontakt@streetsnap.de)

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Sturmfluten

Kiel, der Klimawandel und die Ostsee

Kultur-Rausch wieder da!

Ein ganzer Monat „Kultur-Rausch“ beginnt mit der Nacht der Clubs am 14. Oktober. Für 10 Euro kommst du an diesem Tag in alle teilnehmenden Clubs, und wirst sogar mit einem kostenlosen Shuttle im 20-Minutentakt von einer Location zur anderen gefahren. Es nehmen teil:

  • Anna Club und Discostadl, Kaistr. 54-56
  • Ben Briggs, Lange Reihe 21-22
  • Hansa 48, Hansastr. 48
  • Luna, Bergstr. 14a
  • MAX Nachttheater, Eichhofstraße 1
  • Pumpe/ Bar/ Roter Salon, Haßstr. 22
  • Schaubude, Legienstr. 40

Das Ticket kannst du in jedem dieser Clubs erwerben.

Auch an den anderen Tagen hat das Clubleben einiges zu bieten. Hier eine Auswahl aus dem Programm vom 14. Okober bis zum 11. November:

Zum Beispiel das Statt-Quartett plus Stefan Kuchel im Statt-Café am 16. Oktober. Eintritt ist frei, der Hut geht herum.

Die Freunde des Punkrocks gehen in die Pumpe am 19. Oktober, wenn die Offenders ihr Album „Orthodoxy of New Radicalism“ vorstellen.

Die drei Damen von SBK (Stefanie Ehlers, Barbara Hertz-Kleptow und Kerstin Kopp) singen Ed Sheeran oder Bruno Mars im Statt-Café am 19. Oktober.

Dopelord spielt am 19. Oktober in der Schaubude. „Inspiration zieht die Band aus alten Horrorfilmen, 70s Rock und magischen Kräutern.“ Genre: Doom. Karten nur im Vorverkauf online.

Der Gitarrist Eric Abtan, der auch Doktor der Philosphie ist, spielt im Pogue Malone am 19. Oktober. Der Gitarrist Eric Abtan ist als Studio- und Sessionmusiker mit einigen der berühmtesten Künstler und Bands der Welt aufgetreten: Phil Collins, Mick Jagger, Oasis, Christina Aguilera, Jane‘s Addiction, Manfred Mann, Eric Burdon, Joni Mitchell, Saxon.

Am 21. Oktober laden diverse Kieler Djs zur Party ins Mum*Dad, Ziegelteich 14 ein.

Auch einige Lesungen sind dabei. Etwa die Norwegerin Vigdis Hjorth mit ihrem Roman „Die Wahrheiten meiner Mutter“ im Literaturhaus SH, Schwanenweg 13. Oder Dennis Gastmann mit „Dalee“ im Studio am Dreiecksplatz.

Das ganze Programm findet ihr hier. Einige der Veranstaltunge sind kostenlos, einige bieten Abendkasse, andere nur Karten im Vorverkauf.

Corona kann warten, erst einmal wird wieder ausgegangen und gefeiert! Der Kieler Herbst hat mal wieder einiges an Nightlife zu bieten. Nach vier Jahren Pause wurde es mal wieder Zeit für den Kultur-Rausch.

Programm Kultur-Rausch

Momiji in der Brunswiker hat leckere japanische Suppen

Für Momiji Ramen & Rice stehen Suppen im Vordergrund der Speisekarte. Wie ich mich bei einem Besuch überzeugen konnte, sind sie extrem lecker und wahrscheinlich auch gesund.

Momiji Ramen & Rice zog Ende September in die ehemalige Filiale von Campus Suite in der Brunswiker Straße 23 ein. Frau Chan Shan und ihr Mann betreiben schon länger den Momiji Sushi Takeaway und Lieferservice in der Wilhelminenstraße. Und jetzt ein Restaurant für japanische Suppen.

Auf der Speisekarte von Momiji Ramen & Rice findest du etwa 17 Suppen sowie eine kleine Getränkeauswahl. Die meisten Suppen enthalten Fleisch, aber es gibt auch einige vegetarische und vegane Varianten. Sie enthalten Reis oder Ramen, eine japanische Nudel aus Weizen, die an Spätzle erinnert. Alle Suppen kosten um die 16 Euro.

Neu auf der Speisekarte sind Bento-Boxen für das Mittagesssen, vor Ort oder auch als Take-away. Sie enthalten Reis, Salat und Gemüse. Dieses gesunde Essen spricht das Personal des UKSH gegenüber besonders an!

Das Ambiente ist bunt und exotisch, japanische Schriftzüge auf den Fotos und Reissäcken versetzen dich in eine Nudelküche in Tokio. Momiji ist japanisch für Ahornbaum, ein Ahorn-Blatt ziert das Namenslogo.

Die Öffnungszeiten sind zur Zeit: Dienstag – Freitag: 12 – 15 Uhr und 17 – 21.30. Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 12 – 22 Uhr.

Eine Vorbestellung ist bei diesem beliebten Lokal sicher sinnvoll: 0431 5708 11112.

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Bericht in den Kieler Nachrichten über das Momiji Ramen & Rice

Gosch Sylt jetzt an der Hörnbrücke

Kiel: Institut für Weltwirtschaft fordert Flugreise von Mitarbeiter

Dem Forscher Dr. Gianluca Grimalda droht die Entlassung aus dem Kieler Institut für Weltwirtschaft, weil er sich weigert, mit dem Flugzeug von seiner Feldarbeit in Papua-Neuguinea zurückzukehren. Er möchte stattdessen auf dem Land- und Seeweg reisen und ist bereit, für die Zeit der Reise unbezahlten Urlaub zu nehmen. Eine Gruppe namens Scientist Rebellion setzt sich für den Wissenschaftler ein. Hier ihre Pressemitteilung vom 4.10. 2023:

Am 28. September hat das Direktorium des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) seinen Mitarbeiter Dr. Gianluca Grimalda offiziell abgemahnt und aufgefordert, von einer Feldforschung in Papua-Neuguinea (PNG) per Flugzeug nach Kiel zurückzukehren. Andernfalls wird ihm gekündigt. Dr. Grimalda weigert sich, dieser Aufforderung nachzukommen und begründet dies mit den hohen Umweltbelastungen, die das Fliegen im Vergleich zu Reisen auf dem Land- und Seeweg mit sich bringt. Das IfW begründet seine Entscheidung mit der am 10. September auslaufenden Genehmigung für den Auslandsaufenthalt. Dr. Grimalda wendet ein, dass sich die Dauer seiner Feldforschung aufgrund erheblicher Sicherheitsbedrohungen und logistischer Hindernisse um zwei Monate verlängert hat.

Dr. Gianluca Grimalda ist Senior Researcher am IfW Kiel. Während seines sechsmonatigen Forschungsaufenthalts in Bougainville, PNG, untersuchte er die sozialen Auswirkungen des Klimawandels. Er ist ein engagierter Umweltaktivist, der versucht, die Klimaauswirkungen seiner Forschung zu minimieren und plant mit Frachtschiffen, Fähren, Zügen und Bussen nach Europa zurückzukehren, so wie er es bereits bei seiner Hinfahrt durchgeführt hat. Das würde etwa 50 Tage dauern und die Emissionen um das Zehnfache reduzieren – von 4.000 kg Treibhausgasen (Flug) auf 400 kg durch langsames Reisen (siehe [1]).

“Da ich nicht lehre und Arbeitsbesprechungen online abgehalten werden können, ist meine Anwesenheit in Kiel nicht erforderlich”, sagt Dr. Grimalda. “Ich kann effektiv arbeiten, während ich auf Reisen bin. Auch habe ich angeboten, so lange unbezahlten Urlaub zu nehmen, wie es das IfW für angemessen hält. Das Institut hat mein Angebot jedoch abgelehnt und die Zahlung meines September-Gehalts fristlos einbehalten.”

“Es ist außergewöhnlich, dass ein Forschungsinstitut damit droht, einen Forscher zu entlassen, weil er seine Arbeit zu gewissenhaft ausführt und vermeidet, während des Klimanotstands zu fliegen”, sagt Julia Steinberger, Professorin für gesellschaftliche Herausforderungen des Klimawandels an der Universität Lausanne und Hauptautorin des jüngsten Berichts des Weltklimarats IPCC. “Das IfW Kiel scheint sich vor allem für Gianlucas frühere Teilnahme am zivilen Ungehorsam gegen den Klimawandel mit der Scientist Rebellion zu rächen”, schließt sie.

Unterstützende Materialien:[1] Dokumentation der Treibhausgasauswirkungen von Reisen, aufgeschlüsselt nach Verkehrsmitteln: https://t.co/ZVVtS1927D[2] Text von Dr. Grimalda, in dem er seine Beweggründe erläutert: https://t.co/TxTYJkyz7c [3] Tweet, der die Feldarbeit in Bougainville dokumentiert (mit Fotos): https://twitter.com/GGrimalda/status/1670440361226031106 [4] Tweet, der die CO2-arme Hinreise von Deutschland nach Bougainville dokumentiert (mit Fotos): https://twitter.com/GGrimalda/status/1626344390196068352[5] Wissenschaftliche Belege für die Überschreitung von 6 der 9 planetaren Grenzen: https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adh2458[6] Wissenschaftliche Belege dafür, dass mehrere Ökosysteme kurz vor dem Zusammenbruch stehen: https://www.science.org/doi/10.1126/science.abn7950 [7] Szenarienbewertung der Hamburger Klima-Zukunftsprognose, die zu dem Schluss kommt, dass das Ziel, den Temperaturanstieg auf 1,5°C (gegenüber dem vorindustriellen Niveau) zu begrenzen, nicht mehr erreichbar ist: https://www.cliccs.uni-hamburg.de/de/results/hamburg-climate-futures-outlook.html

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Ein neuer Kustos für die Kieler Antikensammlung

Was macht das Kieler Marinearsenal?

52 Hektar eingezäuntes Gelände am Ostufer sind militärischer Sicherheitsbereich, und ohne sachliche Berechtigung haben Kieler und Kielerinnen keinen Zutritt. Durch den Zaun sieht man Grünanlagen, Hallen, Garagen, Pier. Das Gelände teilen sich das Marinearsenal (im Norden) und der Wehrtechnische Dienst (im Süden). Es gibt (noch) keine Tage der Offenen Tür, und in der Presse liest man auch nur selten etwas. Was machen die da eigentlich hinter dem Zaun in Ellerbek? Diese Frage beantwortete LDirMars Sacher sehr ausführlich.

Der Leitende Direktor des Marinearsenals (LDirMars) Rainer Sacher (58) ist verantwortlich für die drei Standorte des Marinearsenals: Wilhelmshaven, Rostock und Kiel, von denen Wilhelmshaven der bedeutendste ist. Perspektivisch soll Kiel aber auch an Bedeutung gewinnen.

Insgesamt 90 Hektar Sperrgebiet

Die Dimension des Areals ist beeindruckend und sicher hatte sich schon mancher auf Bauland gefreut, als das Marinearsenal in Kiel in Folge der Finanzkrise geschlossen werden sollte. Die Maße:

  • 52 Hektar an Land
  • 1550 Meter Kailänge
  • 38 Hektar Wasserfläche

Es kam dann doch anders: Seit dem Krieg in der Ukraine soll das Marinearsenal in Kiel nicht nur erhalten bleiben sondern mehr Aktivität entfalten.

Das Marinearsenal repariert und wartet

Der Wehrtechnische Dienst hat die Aufgabe, zu prüfen, ob bestellte Schiffe alle Funktionen erfüllen, die bestellt wurden. Das Marinearsenal ist dagegen mit Reparaturen betraut. Die Schiffe werden turnusmäßig instand gesetzt, da gibt es für jede Schiffsklasse einen eigenen Zyklus. Und natürlich werden Schiffe mit Defekten repariert. Der Standort Kiel, um den es hier geht, kümmert sich um U-Boote und Minenabwehrboote. Heute lag kein Schiff mit Wartungsbedarf an der Pier, aber letzte Woche wurde ein U-Boot repariert.

Reparaturen , die nicht militärisch sensible Teile der Schiffe betreffen, werden an Werften vergeben. Aber die Reparaturen an Waffen, Sensoren, Sehrohren erfolgen im Marinearsenal.

Für die U-Boote steht eine „Garage“ bereit, damit bei jedem Wetter gearbeitet werden kann. Die Sehrohrwerkstatt ist in einem Turm untergebracht, weil es manchmal notwendig ist, das Rohr ganz auszufahren.

Als ich heute zu Besuch war, lagen hauptsächlich Schiffe an der Pier, die entmilitarisiert werden. Das bedeutet, dass nicht nur Geschütze entfernt werden, sondern auch ihre Fundamente zerstört werden. Im Anschluss kommen die Schiffe zum Recyceln auf zivile Werften.

Feilen, Sägen, Hämmern

Eines der sanierten Gebäude beherbergt die Ausbildungswerkstätten. In vier Jahren lernen die Azubis mechanische, elektronische oder IT-Berufe. Ich war erstaunt, dass im ersten Ausbildungsjahr noch von Hand gefeilt, gesägt und gebohrt wird. Herr Sacher und der kommissarische Ausbildungsleiter Herr Kirchhoff erklärten mir, dass die Facharbeiter an Bord von Schiffen ziemliche Allrounder sein müssen. Auch Elektriker müssen da in der Lage sein, ein Loch in eine Metallplatte zu bohren. Deshalb die gründliche Ausbildung, die auch Basistechniken der Metallverarbeitung beinhaltet.

Wie geht es weiter mit dem Marinearsenal?

Ich fragte den Leitenden Direktor, was sein Pläne und Hoffnungen für die nächste Zukunft sind. Er hofft, in den nächsten fünf Jahren von jetzt 200 auf mindestens 350 Beschäftigte zu kommen. Und er möchte die Zahl der Auszubildenden von jetzt 32 auf 50 bringen. Ein weiteres großes Thema, das ihn beschäftigt, ist die Infrastruktur. Die meisten Hallen auf dem Gelände stammen aus den 60er Jahren, und bedürfen einer Sanierung. Bauarbeiten sind im militärischen Bereich allerdings noch bürokratischer als in der Privatwirtschaft, weil alle Firmenmitarbeiter, die auf dem Gelände oder an Bord arbeiten, eine Sicherheitsprüfung bestehen müssen. In diesem Bereich sind die Kriterien seit dem Ukraine-Krieg sogar strenger geworden.

Perspektivisch könnte das Dock B wieder von Wilhelmshaven nach Kiel zurückkehren. Das hängt davon ab, ob es Mittel für ein neu zu bauendes Dock in Wilhelmshaven geben wird.

Für die nahe Zukunft hofft Herr Sacher auf „grünes Licht“, eine Fregatte unter Wasser anzusprengen. Damit soll getestet werden, ob die technischen Anlagen danach noch so funktionieren wie die Berechnungen vorgeben. Weil so ein großer Knall eine Belastung für die Umwelt, vor allem für das Gehör der Säugetiere des Meeres ist, hatte der frühere Umweltminister von Schleswig-Holstein Robert Habeck keine Genehmigung erteilt.

Im Gespräch grämte sich Herr Sacher über das mangelnde Verständnis in der Bevölkerung für militärische Ausgaben. Ob diese Wahrnehmung noch stimmt?

(Das Beitragsbild zeigt den Leitenden Direktor des Marinearsenals Rainer Sacher vor dem Foschungsschiff Elisabeth Mann Borgese. Rechts im Bild die U-Boot-Garage.)

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Marinearsenal Werftzyklus

Sohststraße, das alte Fischerdorf