Was Fahrscheinkontrollen in Kieler Bussen bringen

Die Kosten der Fahrscheinkontrollen übersteigen zwar die dadurch generierten Einnahmen. Aber ohne die abschreckende Wirkung von Kontrollen wären die Einnahmeverluste mit Sicherheit höher. Um wieviel höher lässt sich nicht beziffern.

Die externen Kontrollen werden durch das Team „Fahren und Prüfen“ durchgeführt.

Ermittlungsdelikt Fahrscheinkontrolle

Von 2019 bis Mai 2024 wurden 5.203 Fahrten ohne gültigen Fahrschein entdeckt. Die jährlichen Zahlen schwanken stark, was auch daran liegt, dass Schwarzfahren ein „Ermittlungsdelikt“ ist. Das heißt: Je mehr kontrolliert wird, desto mehr wird auch entdeckt.

Aussagefähiger ist die Quote der ermittelten Schwarzfahrten im Verhältnis zu den Kontrollen. Diese Quote geht kontinuierlich nach oben. Hatten 2019 noch 0,8 Prozent der überprüften Fahrgäste keinen gültigen Fahrausweis, so lag die Quote 2024 schon bei 1,88 Prozent. Das heißt von 100 überprüften Personen hatten fast zwei keinen Fahrausweis oder einen gefälschten Fahrausweis. Oder umgekehrt gesehen: 98 von 100 Personen waren ehrlich unterwegs!

Seit November 2023 dürfen Fahrgäste hinten einsteigen. Vorher mussten sie am Busfahrer oder an der Busfahrerin vorne vorbei gehen und ihren Fahrschein zeigen. Es ist jetzt als einfacher, schwarz zu fahren. Das kann aber nicht die alleinige Erklärung für mehr Schwarzfahrten sein, denn die Quote steigt seit Jahren kontinuierlich.

Konsequenzen für Schwarzfahrende

Wird jemand ohne Fahrschein oder mit gefälschtem Fahrschein erwischt, muss die Person ein „erhöhtes Beförderungsentgelt“ von 60 Euro zahlen. Die KVG kann auch Anzeige erstatten, etwa bei Wiederholungstätern oder gefälschten Ausweisen. Die Erschleichung der Beförderug als Delikt kann zu einer Geldstrafe oder, wenn nichts zu holen ist, zu einer Ersatzfreiheitsstrafe führen. In Kiel wird die Bearbeitung der Anzeigen von der Staatsanwaltschaft meistens wieder eingestellt.

Die Kosten der Kontrollen beliefen sich 2024 (bis Mai) auf 145.723, 63 Euro. Die Einnahmen durch das „erhöhte Beförderungsgeld“ betrugen 34,741 Euro. Das entspricht einer Kostendeckung von etwa 24 Prozent.

Quelle: Antwort auf eine „Kleine Anfrage“ von Ratsherr Björn Thoroe (DIE LINKE/Die PARTEI) in der Ratsversammlung vom 13. Juni. Drucksache 0681/2024

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Bußgeldkatalog: Schwarzfahren

Stadtbahn zur Uni: Nadelöhr Samwerstraße

10 Kultur-Tipps für die Kieler Woche 2024

Die Kieler Woche gilt als das größte Segelevent weltweit und die kulturelle Kieler Woche als das größte Sommerfest Nordeuropas. Letztes Jahr kamen 3,8 Millionen Personen zu diesem Fest der Superlative. Ein Rekord!

Die meisten Kulturevents sind kostenlos. Gar nicht so einfach, sich da zu entscheiden. Meine kulturellen Tipps:

Wenn du Schlager magst: Am Montag 24. Juni um 21:45 interpretiert Ross Antony bekannte Schlager, danach treten Guildo Horn und Die Orthopädischen Strümpfe auf (22:35). Bekanntlich fuhr die Seele von Rex Gildo in den Trierer Musiker, der sich fortan Guildo Horn nannte. Schlagerkost vom Feinsten mit einer Prise Ironie gewürzt. Auf der Rathausbühne! Guildo Horn auf der Rathausbühne

Rockmusik wird die ganze Woche über auf dem RadioBob!Rockcamp gespielt. Wie wäre es mit Skindred am Dienstag um 21:00? Mit acht Alben im Gepäck macht die waliser Band mit ihrer Mischung aus Reggae und Metal immer noch Spaß! Skindred Homepage

Mein Top Tipp ist ELIF. Sie singt über obsessive Liebe und Seelenschmerz in locker-flockigen Melodien. Unbedingt mal in ihr Album “Endlich tut es wieder weh” reinhören. Sie tritt am 28. Juni um 21:15 auf der Fördebühne auf. Interview mit ELIF

Auch sehr gut: Leony, gute Stimme, eingängiger Pop. Sie ist Interpretin des offiziellen Songs zur Fußball EM! Auf spotify hören sie monatlich 8 Millionen Hörer. Sie kommt am Freitag, 21. Juni um 21.15 auf die Fördebühne.

Grell spielt zweimal auf der Kieler Woche: am 22. Juni um 22:45 auf der Jungen Bühne sowie am 25. Juni um 19 Uhr bei Radio Bob!Rockcamp. Die deutsche Band nennt ihre Musik „alternative Rock voller Emotionen“. Das beschreibt es gut.

Open Ship ist immer interessant. Die Kieler Woche findet auch dieses Jahr wieder im Anschluss an das Ostsee-Manöver BALTOPS (Baltic Operations) statt. Zahlreiche Marineschiffe können besucht werden. Jeweils am Marinestützpunkt Wik am:

  • 22.6., 11 – 17 Uhr
  • 23. 6., 11-17 Uhr (ausgenommen Gorch Fock)

Zwischen Asmus-Bremer-Platz und Rathausstraße erstreckt sich wie jedes Jahr der Internationale Markt mit Ständen aus vielen Ländern, die Speisen oder Kunsthandwerk anbieten. Ich geh da alphabetisch vor: Letztes Jahr wollte ich zum Ruanda-Stand, den ich allerdings nicht finden konnte. Also doch kein Känguru-Ragout. Dieses Jahr versuche ich mein Glück mit Silberschmuck und Batik-Textilien aus Sri Lanka.

Am 29. Juni steuert die Kieler Woche auf ihren Höhepunkt zu: die Windjammerparade. Zwischen 10 und 16 Uhr fahren die Traditionssegler und Dampfschiffe von der Förde nach Laboe und von dort in die Ostsee. Und als krönender Abschluss erfolgt noch das berühmte Abschluss-Feuerwerk. Dieses Jahr am 30 Juni um 23 Uhr.

Das ganze Programm findet ihr im Internet hier.

Ein sehr gut aufbereitetes kostenloses Programm in Papierform ist im Welcome Center erhältlich. Hier sind die Konzerte zweimal angegeben: einmal was an jedem Tag stattfindet und dann noch sortiert nach Bühne oder Veranstaltungsort. Wirklich sehr hilfreich!

Beitragsfoto: letztes Jahr auf der Kieler Woche.

So war die Kieler Woche 2023

Umweltdezernentin besucht Ortsbeirat Schilksee

Gestern besuchte die neue Umweltdezernentin Alke Voß den Schilkseer Ortsbeirat, der ausnahmsweise im Musikzimmer der Grundschule tagte. Leider konnte sie nicht über das Gutachten „Strategie Ostsee 2100“ berichten. Dieses Gutachten sollte Ende Mai fertig sein, eine Bekanntgabe der Eckpfeiler wird nun zeitnah erwartet. Das hätte die zahlreich erschienenen Menschen aus Schilksee sicher hauptsächlich interessiert. Dafür konnte die Dezernentin dann aber zwei andere positive Mitteilungen in den Ortsbeirat bringen: die Sandaufschüttung ist fast fertig und die Treppe wird neu gebaut.

Die Treppe zur Steilküste wird erneuert

Die letzte Sturmflut hat die Treppe , die in Schilksee-Süd zur Steilküste führte, zerstört. Seitdem kommen Leute nur über Umwege an die Steilküste. Leider haben sich auch Trampelpfade direkt an der Steilküste gebildet. Die Dezernentin sagte, sie könne sich nicht da hinstellen und verhindern, dass Leute etwas machen, was nicht erlaubt ist.

Aber nun soll eine neue Treppe gebaut werden und zwar an der Stelle, an der es bis 2015 schon mal eine Holztreppe gab. Das müsste südlich der aktuell beschädigten Treppe sein, in der Nähe des Pumpenhäuschens. In diesem Fall kann gebaut werden, bevor Gelder bewilligt sind. Nach erbrachter Leistung refinanziert das Wirtschaftsministerium SH. Im Frühjahr 2025 soll die Treppe fertig sein.

Die Slip-Anlage des Anglervereins soll sogar schon in diesem Sommer fertig sein. Das Grünflächenamt unterstützt diese private Initiative. Diese Rampe kann auch von den Anwohnern und Anwohnerinnen genutzt werden.

Küstenschutz ist jetzt Chefsache

Die Umweltdezernentin Alke Voß berichtete über die Bemühungen der Landeshauptstadt sowohl für den Klimaschutz als auch für die Anpassung an die Klimakatastrophe. Sie sagte: „Ich verspreche, dass wir in den nächsten Jahren viel bewegen werden.“ Die Sicherung der Küste fällt in den Bereich Anpassung. Denn durch den steigenden Meeresspiegel und die Zunahme an Stürmen ist der Druck auf die Steilküsten gestiegen, was in Schilksee-Süd schon ziemlich bedrohliche Außmaße erreicht. Hier sind die ersten Häuser nur noch etwa 60 Meter von der Kante entfernt.

Konkret konnte Frau Voß aber lediglich berichten, dass der Oberbürgermeister ein weiteres Gutachten in Auftrag geben will, noch in diesem Jahr. Es soll die Bewegung des Wassers vor Schilksee untersuchen.

Generell sagte die Umweltdezernentin, dass es lange nicht sehr viel Küstenschutzkompetenz in ihrem Dezernat gab. Aber nun würde sich die Landeshauptstadt in der Verantwortung sehen.

Fußweg an der Promenade

Die neue Asphaltierung der Promenade ist ebenfalls fertig. Der Weg ist mit Piktogrammen versehen, die ihn als reinen Fußweg ausweisen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass jetzt doch mehr Interesse am Küstenschutz seitens der Politik besteht, wobei noch keine konkreten Maßnahmen geplant sind außer Erstellung von Gutachen. Aber es scheint zumindest ein Bewusstsein zu geben, dass Schilksee mehr als der Olympiahafen ist.

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Hoffung für Schilksee-Süd

Konzepte zum Küstenschutz müssen schneller kommen

Europawahl: so wählte Kiel

Das vorläufige Ergebnis der Europawahl für Kiel liegt vor. Die Beteiligung betrug 62 Prozent.

28.409 Personen wählten GRÜNE, das entspricht 24,4 Prozent. Damit schnitten die Grünen von allen Parteien am besten ab . Allerdings waren es 12,6 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Europawahl. Sind die Grünen Gewinner oder Verlierer dieser Wahl? Beide Deutungen sind möglich!

22.720 Personen wählten CDU, das entspricht einem Anteil von 19,5 Prozent (+ 2,7).

19.837 Personen wählten SPD, das entspricht einem Anteil von 17 Prozent (+ 0,6).

9.351 Personen wählten AFD, das entspricht 9 Prozent (+ 2,1).

Weitere Ergebnisse:

FDP: 5,2 Prozent (+ 0,3)

VOLT: 5,2 Prozent (+ 4,1)

DIE LINKE: 4,8 Prozent (-1,1)

BSW: 3,8 Prozent

Ein Blick auf die Stadtteile: hier fällt auf, dass vor allem die zentralen Stadtteile auf dem Westufer so wie Gaarden grün gewählt haben. In den Stadtteilen Ravensberg/Brunswik/ Düsternbrook sowie Schreventeich/ Hasseldieksdamm stimmten gut 33 Prozent für die Grünen.

Der einzige Stadtteil in der Hand der SPD ist Ellerbek/ Wellingdorf.

Die äußeren Stadtteile wählten überwiegend CDU. Vor allem in Schilksee, wo die CDU ihr Spitzenergebnis von 31,4 Prozent erzielte.

Quelle: https://www.kiel.de/de/politik_verwaltung/wahlen_abstimmungen/index.php

Goethestraße: mehr Sicherheit für Fußgänger

Der Umbau der Goethestraße ist vollendet.

Anlass für den Umbau war der Weg um den Schrevenpark. Wer dort in der Dunkelheit zu Fuß ohne Warnweste unterwegs war, wurde von Radfahrenden nicht gesehen, was bei diesem von Bäumen gesäumten Weg auch schon in der Dämmerung zu gefährlichen Situationen führte. Nach dem Umbau ist der Weg um den Schrevenpark ein reiner Fußweg.

Die Straße ist eine Fahrradstraße geworden. Hier dürfen Fahrräder auch nebeneinander fahren und Kraftfahrzeuge müssen grundsätzlich hinter den Fahrrädern bleiben. Durch diese Regelung ist die Goethestraße zwar noch befahrbar, aber nicht mehr als Durchgangsstraße geeignet. Ein Teil der Goethstraße ist sogar als Sackgasse deklariert und mit Pollern abgetrennt, sodass ein Durchfahren mit dem Kraftfahrzeug gar nicht mehr möglich ist.

Dieser Umbau hatte im Vorfeld für viel Unmut gesorgt, vor allem weil Parkplätze wegfielen: 15 reguläre und ein paar irreguläre. Für alle, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, ist es jetzt jedoch sicherer und bequemer geworden.

Die neue Regelung muss allerdings noch ankommen bei allen Verkehrsteilnehmern. Eine Anwohnerin sagte mir, dass immer noch manche mit dem Fahrrad auf dem Fußweg fahren, obwohl sie jetzt die ganze Straße zur Verfügung haben.

Als ich mir die Straße ansah, waren viele Fahrräder und wenige Autos unterwegs. Die noch vorhandenen Parkplätze waren überwiegend belegt, aber es gab auch noch einige Lücken. Ich beobachtete auch das Wendemanöver eines PKW hinter den Pollern. Die Fahrerin war offensichtlich nicht auf die neue Sackgasse vorbereitet.

Mit der Zeit werden sich alle an die neue Regelung gewöhnen.

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kn online: Goethestraße in Kiel jetzt Fahrradstraße

Goethestraße: Protest wegen Abbau von Parkplätzen

Für das Klima auf der Straße

Fridays for Future beschreiben die Klimademo, die gestern durch Kiel zog, in einer Pressemitteilung:

Heute waren wir mit 1.000 Personen wieder für das Klima auf der Straße. Anlässlich der EU-Wahl am 9.6. gab es einen europaweiten Klimastreik. Die Europawahl muss eine Klimawahl sein!

Denn während in Europa immer noch kein effektiver Klimaschutz betrieben wird, werden Teile im globalen Süden unbewohnbar. Und nicht nur dort, sondern auch in Europa spüren wir die Klimakrise immer deutlicher. Europa erwärmt sich von allen Kontinenten am schnellsten. Immer häufiger erleben wir Dürren, Fluten oder andere Extremwetterereignisse. Gerade vor zwei Wochen das massive Hochwasser im Saarland, letzten Herbst in Kiel und an der gesamten Ostseeküste Schleswig-Holsteins die Sturmflut und die Katastrophe im Aartal, dies war erst der Anfang. Wir dürfen nicht weiter dabei zusehen wie die Klimakrise voranschreitet, die Politik muss endlich handeln!

Dieses Mal darf erstmals ab 16 gewählt werden. “Das ist ein wichtiger
Schritt, um als Jugend mehr mitbestimmen zu können. Wir können
mitentscheiden, wie unsere Zukunft aussieht. Wählen gehen allein reicht
allerdings für sinnvollen, effektiven Klimaschutz nicht aus. Wir müssen
trotzdem von der Straße Druck auf die Politik ausüben!”, so Eva von
Fridays for Future Kiel.

Diese Europawahl stellt die Weichen für unsere Zukunft, denn die
nächsten 5 Jahre sind richtungsweisend. Bei dieser Wahl stehen die
europäischen Klimaziele und Europas wichtigstes Klimaschutzprogramm – der Green Deal – auf der Kippe. Mit der Zusammensetzung des Europaparlaments entscheidet sich, ob die EU in den nächsten 5 Jahren ihr großes Klimaschutzprogramm (Green Deal) fortführt und stärkt – oder gefährliche Rückschritte macht.

Dazu sagt Luca von Fridays for Future Kiel: “Die EU ist für den Klimaschutz unverzichtbar. Gemeinsam mit den
Rechtspopulist*innen den Green New Deal der EU rückgängig zu machen, wie es die Konservativen offen planen ist ein Angriff auf die Zukunft unserer Erde und unserer Demokratie.”

Für echte globale Gerechtigkeit brauchen wir eine gerechte und
progressive EU. Wir fordern: – Eine Verschärfung der Klimaziele auf
Klimaneutralität bis 2035
– Einen verbindlichen Ausstieg aus Fossilen Energieträgern bis 2035
– mindestens eine Verdopplung der Klimainvestitionen bis 2030!

Dafür waren wir heute wieder auf der Straße, es war sehr gute Stimmung und im Anschluss gab es noch Livemusik von der Band Grell.

Foto: Fridays for Future

Sahra Wagenknecht auf dem Asmus-Bremer-Platz

Heute am späten Nachmittag lockte eine Wahlveranstaltung des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) etwa 1.000 Leute (meine Schätzung) auf den Asmus-Bremer-Platz. Es war eine erfreulich friedliche Stunde in der Sonne, ohne Störrufe, ohne Trillerpfeifen, ohne Gegendemo. (Die kleine Gruppe mit Banner in der Hafenstraße gegenüber war kein Protest, sondern die regelmäßig stattfindende Mahnwache für ein freies jüdische Leben!)

Zu den beiden Vorrednern gehörte der Spitzenkandidat für die Europawahl Fabio de Masi. Er hat sich durch die Beschäftigung mit dem Cum Ex Skandal hervorgetan. Damals noch bei der Partei Die Linke.

Star des Termins war die elegante und eloquente Sahra Wagenknecht. In ihrer humorvollen Rede spottete sie über abgehobene Politiker, die die Sorgen der Menschen nicht kennen würden. Besonders lustig machte sie sich über das Klientel der Grünen. Die Rede war von zwei E-Autos und Cargobike.

Thematisch ging es sehr stark um nationale Themen. Das Rentensystem, das Gesundheitswesen, die Bildung , auf all diesen Feldern sieht sie Reformbedarf. Den größten Applaus erhielt sie für ihre Beschreibung der Grundschulen. Hier würden zu viele Kinder am Ende der Grundschulzeit nicht richtig lesen, rechnen, schreiben können. „Wir geben den Schulen Laptops und Smartboards, aber was die Kinder brauchen , sind Lehrer!“

Was mir auffiel: keiner verlor ein Wort über die Agrarpolitik, was gerade für die Europawahl ein wichtiges Thema ist, während Schul-, Renten- und Gesundheitspolitik gerade nicht in Brüssel gemacht werden. Sahra Wagenknecht argumentierte: ein gutes Abschneiden ihrer Partei bei der Europawahl würde auch in Berlin gehört werden.

Ein wichtiges Thema für das BSW ist der Umgang mit Kriegen. Hier wünschen sie sich weniger Waffenlieferungen und mehr diplomatische Bemühungen. Wagenknecht referierte die Lage mit großer Leidenschaft.

An einem Stand verteilte ein bekannter Kieler Politiker Flyer. Stefan Rudau, ehemals von der Linken, engagiert sich jetzt hier.

Ich bin immer völlig entsetzt über die Aggressivität , die ich auf manchen Wahlveranstaltungen erlebe. Schön, dass es auch so gesittet und friedlich zugehen kann!

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Wikipedia: Bündnis Sahra Wagenknecht

Bericht über eine SPD-Veranstaltung mit massiver Störung

Wo bleibt das Gutachten zur A21-Anbindung?

Pressemitteilung des Kieler Bündnisses “Vorfahrt für den Klimagürtel” vom 29. Mia 2024:

Für das Kieler Bündnis “Vorfahrt für den Klimagürtel” ist die DEGES-Planung der A21-Anbindung an Kiel im Auftrag des Bundes und des Landes völlig inakzeptabel. Eine Studie, die vollständig intransparent ohne jegliche Beteiligung der Menschen und Akteure von vor Ort erstellt und nur heimlich hinter verschlossenen Türen im kleinsten Kreis vorgestellt wird oder wurde, bei der der Oberbürgermeister einer Landeshauptstadt höchstens am Katzentisch Platz nehmen darf, ist schon lange nicht mehr zeitgemäß.

Laut Berichterstattung der Kieler Nachrichten vom 16.4.24 ist das ursprünglich für 2021 angekündigte DEGES-Gutachten fertig und solle nun “bald” öffentlich vorgestellt werden (1). Dies ist aber nach wie vor nicht geschehen. Das Bündnis fragt in diesem Zusammenhang, ob die öffentliche Präsentation ein weiteres Mal verschoben wurde, weil einzelnen Akteuren im Landesministerium die Ergebnisse wieder nicht in die politische Agenda gepasst haben.

Aus Sicht des Bündnisses hat insbesondere die Landespolitik jegliches Vertrauen auf ein transparentes und fachlich einwandfreies Verfahren verspielt. Eine Anfrage von Seiten des Bündnisses auf Einsicht in den Schriftverkehr wurde vom Wirtschaftsministerium bereits im März mit Verweis auf den “Schutz des öffentlichen Interesses” abgelehnt (2).

Das Bündnis verlangt hier vollständige Aufklärung. „Wir fordern den Verkehrsminister dazu auf, den Schriftverkehr, der zu den weiteren Prüfungen und Verzögerungen führte, zu veröffentlichen“, sagt Niklas Hielscher als einer der Sprecher des Bündnisses. “Nur so kann wieder Vertrauen aufgebaut werden.”

Das Bündnis verweist darauf, dass bei zeitgemäßen Infrastrukturplanungen die Bürger*innen nicht erst beteiligt werden, wenn schon alles entschieden wurde. Insbesondere die Planung der Kieler Stadtbahn zeigt, wie eine transparente Planung funktionieren kann.

Das Bündnis erinnert daran, dass sich die Landeshauptstadt Kiel mittlerweile eindeutig positioniert hat. So wird nicht nur die mutmaßlich obsolete Südspange Kiel zugunsten einer zukunftsorientierten Verkehrspolitik verworfen, sondern auch die direkte A21-Anbindung an das Barkauer Kreuz, die eine zusätzliche, voll ausgebaute Nebenstrecke durch Grüngürtel, Kleingärten und das Wohngebiet Gaarden Süd notwendig machen würde. Mit einer optimierten B404-Anbindung wäre diese Nebenstrecke zum Wohle aller obsolet.

Das Bündnis fordert die Stadt auf, ihren Standpunkt offensiv gegenüber Bund und Land zu vertreten: “Statt jetzt zwei Fahrspuren der B404, die aktuell vom Süden nach Kiel hereinführen, wären zukünftig sechs notwendig, wenn die Nebenstrecke kommen würde. Das wäre eine völlig unnötige Verdreifachung der Straßenkapazität für Autoverkehr zu Lasten von Erholung, Natur, Stadtklima und Verkehrswende” so Niklas Hielscher abschließend.

Bundesweit werden am kommenden Wochenende Aktionen für ein sofortiges Moratorium für den Neubau und Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen stattfinden (3). Neben einer Fahrradsternfahrt gegen den Weiterbau der A20 von verschiedenen Orten ist auch für Kiel eine Aktion am Ende der A215 angemeldet worden, die aber (aktueller Stand heute) nicht genehmigt wurde (4).

Verweise:
(1) https://www.kn-online.de/lokales/kiel/suedspange-kiel-gutachten-zum-ausbau-der-a21-ist-fertig-QIVI3IIPCRD5VCHEYZYVGTXWLQ.html
(2) https://fragdenstaat.de/anfrage/praesentation-deges-suedspange-a21-izg-sh-vig/
(3) https://www.buendnis-verkehrsinitiativen.com/Aktionstage/
(4) https://tkkg.noblogs.org/post/2024/05/29/kiel-angemeldete-strassenblockade-verboten-klage-vor-verwaltungsgericht-angekuendigt/

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Gutachten zur A21-Anbindung wird überarbeitet

Schau mal in den Schaugarten des NaturGarten e.V.!

Der Schaugarten der Kieler Regiogruppe des NaturGarten e.V. lädt zum „Tag der offenen Gärten in Schleswig-Holstein“ am 16. Juni ein. Er liegt am Hasseldieksdammer Weg gegenüber dem Kilia Sportplatz. Ich durfte den Garten schon vorher besichtigen und bin beeindruckt.

Zu den zahlreichen Biotopen gehören Blühwiesen, die nur zwei mal im Jahr gemäht werden. Dafür haben einige Aktive einen Sensen-Kurs absolviert, denn Sensen ist gar nicht so einfach. Zwischen den Blühwiesen führen gemähte Wege, und eine Sitzfläche mit kurzem Gras darf auch nicht fehlen. Ich lerne, dass auch kurzer Rasen seine Bedeutung für Insekten hat.

Auf der Obststreuwiese wachsen diverse Obstsorten: Apfel, Birne, Mirabelle, Kirsche. Da es sich um eine Doppelparzelle handelt, ist ausreichend Platz vorhanden.

Weitere Biotope sind ein Sandbeet, eine Totholzhecke, eine Trockenmauer, und auf einer schon verhandenen Betonplatte darf Moos wachsen. Auf Hügelbeeten wird etwas Gemüse angebaut.

Prinzipien des NaturGartens

Der Begriff Naturgarten ist nicht geschützt und wird auch nicht ganz einheitlich verwendet. Der NaturGarten e.V. schlägt folgende Prinzipien vor.

  • Die Kräuter, Blumen und Stauden sollen heimische Gewächse sein.
  • Auf Chemie und Torf wird verzichtet.
  • Durch Upcycling kann Baumaterial aus der Umgebung zum Einsatz kommen.
  • Vielfalt dient den Insekten und Vögeln.

Diese Prinzipien werden im Schaugarten exemplarisch gezeigt. Silvie Boosen betont, dass der ökologische Aspekt auch beim Bauen umgesetzt wird. Beispiel Restaurierung der Gartenlaube: den Boden legen sie mit Ziegelsteinen aus Abbrüchen in anderen Gärten aus. Es sieht sehr schön aus!

Unterschiedliche Talente

Die Gruppe ist groß. Zu den 25 Personen gehören auch fünf Kinder. Ein „harter Kern“ von immer noch etwa 15 Personen ist besonders engagiert. Antonia sagt: „ Es ist toll, wie alle ihre unterschiedlichen Talente einbringen:“ Besonders praktisch sind natürlich die Kenntnisse von zwei gelernten Gärtnerinnen und einem Bauingenieur. Letzterer plant den Umbau der Laube.

Auf dem Foto von links: Silvie Boosen, Antonia Koppe, Matthias Zimmermann und Stefan

Viele der Aktiven haben auch eigene Gärten und „eigentlich haben wir genug zu tun“, sagt eine. Aber durch diese Vernetzung fließt neben Garten Knowhow auch so mancher pflanzlicher Ableger in den Gemeinschaftsgarten.

Zur Historie des Schaugartens

Der Schaugarten hat seine Wurzeln in der Widerstandsbewegung gegen Möbel Kraft/ Höffner. Zu dieser Zeit waren viele Gärten in den Kleingarten-Gebieten Prüner Schlag und Brunsrade unverpachtet und verwildert. Eine Gruppe startete das Parzellen-Pacht-Projekt mit dem Ziel, gemeinsam verwilderte Parzellen wieder urbar zu machen, sodass sie verpachtet werden konnten. Aus diesem Projekt entstand ein Geflecht von einzeln oder gemeinschaftlich bewirtschafteten Gärten. 2021 nahm die Regiogruppe des NaturGarten Vereins Kontakt auf. Der jetzige Schaugarten wurde schnell zum Fokus der Vereinsaktivitäten.

Mit Workshops, Beteiligung am „Tag der offenen Gärten“ und anderen Aktionen bringen die Aktiven die Prinzipien des Naturgartens dem interessieren Publikum näher. Sie bieten auch Beratungen an.

Für die nächste Zeit stehen weitere Projekte an:

  • Laube fertig bauen.
  • Teich anlegen
  • Sumpfgebiet, das auch trocken fallen darf
  • Senkgarten mit Sitzecke

Mitarbeit ist möglich!

Du musst nicht in den Verein eintreten um mitzumachen. Die offenen Treffen finden immer am 4. Sonntag im Monat um 11 Uhr statt. Um 13 Uhr schließt sich der gesellige Teil an.

Am Ende meines Besuchs gab es noch große Aufregung: ein Feuerfalter wurde gesichtet! Das Beobachten des Insektenlebens gehört unbedingt zu den Freuden des naturnahen Gärtnerns.

Adresse: Hasseldieksdammer Weg 165 | Garten Nr. 409 | 24114 Kiel

Homepage des Vereins

Offener Garten

Aufstiegsfeier für Holstein Kiel

Am Pfingst-Montag wird der Aufstieg von Holstein Kiel in die 1. Bundesliga gefeiert. Die Mannschaft kommt im „Aufstiegsexpress“-Bus vom Holstein-Stadion zum Rathausplatz. Abfahrt ist 14 Uhr, Ankunft auf dem Rathausplatz ca 16 Uhr. Auf dem Rathausplatz präsentiert sich die Mannschaft auf dem Rathaus-Balkon. Danach wird gefeiert, mit einem Rahmenprogramm, das bis 22 Uhr für Stimmung sorgt mit Licht- und Lasershow und Abschlussfeuerwerk.

Auswirkungen auf den Verkehr

Voraussichtlich von 13 bis 23 Uhr sind folgende Straßen für den Verkehr voll gesperrt:

  • Rathausstraße zwischen Waisenhofstraße und Rathausplatz,
  • Fleethörn im Bereich zwischen Lorentzendamm und Asmus-Bremer-Platz,
  • Martensdamm,
  • Willestraße,
  • Holstenbrücke.

Auch einige Buslinien werden umgeleitet.

Kommt nach Möglichkeit zu Fuß oder mit dem Fahrrad. In der Rathausstraße vor dem Hiroshimapark (direkt gegenüber des Opernhauses) werden zusätzliche mobile Fahrradbügel bereitgestellt. Wer mit dem Auto kommt, sollte Parkhäuser abseits des Innenstadtbereiches ansteuern. Der Wilhelmplatz steht aufgrund des Gastspiels des Zirkus Knie nicht als Parkplatz zur Verfügung.

Links die Fledermäuse, rechts die Anwohner

Der Aufstieg des Vereins und der Umbau des Holstein-Stadions waren Thema einer aktuellen Stunde in der Ratsversammlung. Die Redner erwarten positive wirtschaftliche Effekte, etwa durch eine höhere Auslastung der Hotels. Und lobten sich dafür, dass neben dem Profisport auch der Schul- und Breitensport gefördert wurde.

OB Ulf Kämpfer freut sich über den Image-Gewinn für Kiel, nachdem er Glückwünsche aus der ganzen Welt erhielt.

Er nannte den Bau des Holstein-Stadions „unheimlich komplex“ aufgrund der Tatsache, dass nicht alle Betroffenen glücklich darüber sind. „Links die Fledermäuse, rechts die Anwohner“, so fasste er kurz die Lage zusammen.

Schon gebaut ist die neue und umstrittene Zuwegung samt Kreuzung. Sportdezernent Gerwin Stöcken hofft, dass der Bau des Stadions 2025 beginnen kann.

Aber erst einmal wird gefeiert!

Mehr Info?

Homepage Holstein Kiel

Holstein Kiel: Aufstieg in die 1. Liga

Berichte aus einer spannenden Stadt