Baustelle Theodor-Heuss-Ring

Die Arbeiten gehen mindestens bis Oktober weiter und erfordern teilweise weiträumiges Umfahren. Neben der Straßensanierung werden auch gleich “Nebenarbeiten” erledigt. So sieht es in den nächsten Wochen aus:

Ungewohnte Verkehrsführung: falsch herum auf dem Überflieger

In diesen Nächten wird die Verkehrsführung für die folgenden Wochen eingerichtet. Dabei wird der Verkehr in Fahrtrichtung Süden (Plön) während der Bauarbeiten auf eine Fahrspur reduziert und in Höhe Müllheizkraftwerk auf die Gegenfahrbahn übergeleitet. Autos, die zur B 404 fahren wollen, nutzen die rechte Fahrspur der ursprünglichen Fahrbahnhälfte und ab Höhe Krusenrotter Weg die Nebenspur mit der gewohnten Abfahrt.

Ungewohnt ist, dass dann auch die Hochstraße des Barkauer Kreuzes falsch herum befahren werden darf. Über diesen Überflieger kann ausnahmsweise von der B 76 in Richtung B 404 gefahren werden. Aus „kann“ wird „muss“, wenn im zweiten Bauabschnitt ab voraussichtlich 12. August die Nebenspur saniert wird. Dann soll die Hauptfahrbahn schon wieder frei sein bis zur Friesenbrücke.

Weiträumige Umleitungen ausgeschildert

Für andere Fahrtziele gibt es deutlich weiträumigere Umleitungen. Dies betrifft unter anderem das Kieler Ostufer, weil während der Bauarbeiten nicht von der B 76 zum Ostring abgefahren werden kann. Stattdessen wird der Verkehr ab Autobahn über Schützenwall / Ziegelteich / Kaistraße / Schwedendamm / Preetzer Straße umgeleitet. Die Alternative: Ab A 215 über die durchgehende Fahrspur der B76 an der Baustelle vorbei bis zur Anschlussstelle Wellseedamm und dann über die Preetzer Straße (U69) bis zum Ostring.

Für den Verkehr aus Richtung Süden, der von der A 21 / B 404 kommt und zum Ostufer will, lautet die Empfehlung, bereits am Wellseedamm Richtung Osten abzubiegen und dann über die Preetzer Straße bis zum Ostring zu fahren. Von der A 215 kann bereits in Blumenthal abgefahren werden, auf der L 318 geht es durch Molfsee und weiter bis zur B 404 und dort ein kleines Stück nach Süden bis zur Abfahrt Wellseedamm.

Während der mehrmonatigen Bauarbeiten bleibt das Gewerbegebiet Tonberg erreichbar – außer während der Asphaltierung dort an wenigen Tagen im September. Auch das Gewerbegebiet Stormarnstraße ist gut erreichbar. Zur Diedrichstraße und zum Bereich bei Hornbach sowie zum TÜV an der Segeberger Landstraße geht es über Umleitungen.

Quelle: Kiel.de

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So wurde letztes Jahr am THR gebaut

Chaos auf Theodor-Heuss-Ring in Kiel

CDU hat Zweifel an Stadtbahn

Kiel plant eine Stadtbahn, auch Tram oder Straßenbahn genannt. Zur Zeit werden die Trassenplanungen vorgestellt. Ein Interview der Kieler Nachrichten mit Tobias von der Heide, dem Kreisvorsitzenden der CDU Kiel, hat scharfe Reaktionen seitens der Tram-Befürworter hervorgerufen. Tobias von der Heide ist Kreisvorsitzender der CDU in Kiel, und außerdem Staatssekretär für Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein. In dem Interview vom 6. Juli zweifelt Tobias von der Heide die Finanzierbarkeit der Tram in Kiel an. Außerdem bezweifelt er den Rückhalt, den dieses Projekt in der Bevölkerung hat und würde sogar einen Bürgerentscheid begrüßen. Allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt. Zitat: “Der einfachste und beste Weg wäre, wenn die Ratsversammlung einen Bürgerentscheid beschließen würde. Aber zurzeit kennen wir weder den genauen Trassenverlauf noch die Kosten. Beides muss auf dem Tisch liegen, wenn die Bürger abstimmen sollen.”

Christina Schubert und Gesine Stück von der SPD werfen ihm in einer Pressemitteilung Unzuverlässigkeit vor: „Tobias von der Heide hat am 14. November 2022 eine Erklärung unterschrieben, in der parteiübergreifend die Zukunft der Stadtbahn und damit die Zukunft des Verkehrs in Kiel überhaupt über Wahlperioden hinweg gesichert wurde. Anderthalb Jahre später zeigt sich, was ein Wort der CDU wirklich wert ist. Als Verkehrsstaatssekretär wäre es gerade seine Aufgabe gewesen, den Landesanteil zur Finanzierung einzuplanen. Das hat er versäumt. Es ist ein Armutszeugnis, dies nun als Argument gegen das zentrale Zukunftsprojekt Kiels ins Feld zu führen, das erforderlich ist, um die wachsende Landeshauptstadt vor Staus und Chaos zu schützen.”

Auch der ökologische Verkehrsclub VCD Kiel befasst sich mit diesem Interview: Frederik Meißner, Sprecher der Kieler Ortsgruppe schreibt: “Die gutachterliche Bewertung hat dabei eindeutig gezeigt, dass die gewünschten Nutzendenzahlen für den ÖPNV nur mit Bus und Fähre niemals erreicht werden! Auch der Vorschlag, auf vorhandenen Bahntrassen mehr Halte zu ermöglichen und damit die zurkünftigen Bedarfe zu decken, sind unrealistisch und stehen in keinem Kontext zur innerstädtischen Verkehrsentlastung durch die Stadtbahn.”

Wenn alles läuft, wie bisher geplant, könnte die Stadtbahn 2033/34 in Betrieb gehen. Die Kosten dieses Projekts werden auf eine knappe Milliarde Euro geschätzt, wobei die Förderung durch Bund und Land für einen großen Teil der Kosten , etwa 75 Prozent, aufkommen würde.

Interview der Kieler Nachrichten mit Tobias von der Heide

Kieler Stadtbahn zur Uni: Nadelöhr Samwerstraße

Wärmeplanung in Kiel

Wir haben zwar ein Fernwärmenetz in Kiel, es reicht aber nicht flächendeckend über alle Stadtteile. Ob eine Erweiterung für deine Adresse in frage kommt, wird zur Zeit durch die kommunale Wärmeplanung geprüft. Denn die Fernwärme muss wirtschaftlich sein.

Bis 2025 müssen Städte eine „kommunale Wärmeplanung“ vorlegen. In Kiel sollen die Ergebnisse der Kieler Wärmeplanung schon in diesem Herbst in den Ortsbeiräten vorgestellt werden. Die Eile ist auch geboten, denn von der zukünftigen Verfügbarkeit von Fernwärme hängen auch individuelle Investitionsentscheidungen ab. Wärmepumpe Einbauen, das ist teuer und macht vermutlich wenig Sinn, wenn ein Anschluss an das Fernwärmenetz oder ein Nahwärmenetz in Aussicht steht.

Unabhängig von der Kieler Wärmeplanung hat das Land Schleswig-Holstein das „Bürgschaftsprogramm Wärmenetze“ aufgelegt. Hier handelt es sich um Kredite für Kommunen, Unternehmen o.ä., die in kommunale Wärmenetze investieren möchte. Auch Kiel könnte dieses Programm nutzen.

Umweltdezernentin Alke Elisabeth Voß beschrieb den Prozess der Wärmeplanung so: „…das gesamte Stadtgebiet wird im Rahmen der Wärmeplanung betrachtet. Die Gebiete außerhalb des Fernwärmegebiets werden geprüft, ob der Aufbau von Nahwärmenetzen möglich ist. Ist dies nicht der Fall werden dezentrale Versorgungslösungenlösungen empfohlen. Dies beinhaltet auch eine Eignungsprüfung für den Einsatz von Wärmepumpen.“

Was ist Fernwärme überhaupt?

Fernwärme gilt als klimafreundlicher als individuelle Öl- oder Gasheizungen. Zwar werden auch für die Fernwärme fossile Brennstoffe eingesetzt. Aber durch die in Kiel praktizierte Kraft-Wärme-Kopplung werden die Brennstoffe effizienter genutzt. Die meiste Fernwärme stammt in Kiel aus dem Küstenkraftwerk. Ans Westufer kommt das heiße Wasser in einer Röhre unter der Förde und in einer zweiten Röhre fließt es wieder zurück . Irgendwann einmal wird auch die Fernwärme dekarbonisiert. Und zwar plant das Küstenkraftwerk den Bau von zwei Großwärmepumpen. Außerdem sollen die Turbinen künftig mit Wasserstoff angetrieben werden. In zehn Jahren soll die Fernwärme dann tatsächlich klimaneutral erzeugt werden!

Was ist Nahwärme?

Beim Nahwärmenetz versorgt eine zentrale Heizanlage die Gebäude in einem Quartier. Der Begriff Nahwärme sagt noch nichts über die Art der Erzeugung aus. Das können fossile Brennstoffe sein, möglich ist aber auch eine größere Wärmepumpe oder Sonnenenergie.

Wer kann die Nahwärme in Kiel umsetzen? Das ist noch nicht klar. Möglich sind: ein städtischer Eigenbetrieb, eine Projektgesellschaft, eine Genossenschaft, die Wohnungswirtschaft.

Die bange Frage: wer kann Fernwärme beziehen?

Kann meine Wohnung, mein Haus an das Fernwärmenetz? Auf der Homepage der Stadtwerke kannst du den Fernwärmecheck machen: Adresse eingeben und schon erfährst du, was möglich ist. Darüberhinaus können sich aber auch Haushalte in Gebieten, die jetzt noch nicht im Bezug von Fernwärme sind, zusammentun und Interesse bekunden. Je mehr Haushalte mitmachen, desto wirtschaftlicher wird es. So geschehen im Philosophenviertel in Kiel.

Bislang sind 73.500 Wohnungen an das Fernwärmenetz angeschlossen. Das Wärmenetz zeigt einen Flickenteppich, von dem sich aber sagen lässt, dass große Teile der Innenstadt Fernwärme beziehen können. Schilksee oder Teile von Ellerbek liegen dagegen nicht im Einzugsbereich. Um es genau zu wissen, muss man wirklich die konkrete Adresse in das Suchformular angeben.

Unter Umständen erhält man folgende Mitteilung:

  • „Die von Ihnen genannte Adresse liegt zurzeit nicht ausreichend nah an unserem Fernwärmenetz, aber in einer potenziellen Erweiterungsfläche.“
  • Für manche Adressen heißt es dagegen „Die von Ihnen genannte Adresse liegt zu weit von unserem Fernwärmenetz entfernt.“
  • Glücklich können sich diejenigen schätzen, für die bereits ein Anschluss vorhanden ist.

In einer Großen Anfrage zum Thema Wärmeplanung in der Ratsversammlung vom Juni kam auch die Frage auf, ob Gasleitungen abgebaut werden können. Das ist bislang nicht möglich, weil die Gasversorger jetzt noch gesetzlich verpflichtet sind, auch das entlegenste Haus mit Gas zu versorgen.

Die Frage, wie wir zukünftig heizen werden, berührt essentielle finanzielle Fragen. Viele Menschen sorgen sich, ob sie noch in ihrem Haus leben können, wenn die Öl- oder Gasheizung kaputt geht und nicht wieder durch eine Öl- oder Gasheizung ersetzt werden darf. Die kommunale Wärmeplanung soll Orientierung geben. Ratsfrau Christina Schubert (SPD) sagte in der Debatte: „Im Herbst hatten manche Menschen wirklich Angst. Jetzt äußern sich viele hoffnungsvoller. „

Beitragsbild: Bild von Victoria auf Pixabay

Quellen:

Drucksache 0486/2024: Große Anfrage zur Wärmeplanung

Homepage Stadtwerke

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