Alle Beiträge von Ursula

Busstreik ab Mittwoch, 14. Februar

Ver.di Nord ruft die Busfahrer und -fahrerinnen zu einer Arbeitsniederlegung vom 14. – 16. Februar auf.

In Kiel ist die KVG betroffen. Auf der Homepage steht: “Wir müssen daher davon ausgehen, dass mit Einsetzen der Taglinien ab ca. 4.20 Uhr am Mittwoch, 14. Februar bis zum Ende der Nachtbuslinien gegen 4.45 Uhr am Samstag, 17. Februar 2024 keine Busse fahren werden.”

Autokraft wird voraussichtlich nicht bestreikt.

Die Gewerkschaft ver.di fordert die Einführung einer 35-Stunden-Woche, kürzere Schichten, mindestens 12 Stunden Ruhe zwischen Schichten, 3 Tage mehr Urlaub und höhere Samstagszulagen.

Fridays for Future (FfF) unterstützen den Arbeitskampf. “Am Freitag, den 16. Februar ab 11.45 übergeben wir von #WirFahrenZusammen unsere bundesweite Petition an die Kommunal- und Landespolitik vor dem Landtag in Kiel.”

Am 16. Februar findet um 10.30 eine Kundgebung vor dem Hauptbahnhof statt.

Fridays for Future machen sich solidarisch mit den Beschäftigten des ÖPNV, weil gute Arbeitsbedingungen die Voraussetzung für einen zuverlässiger uns starken ÖBNV sei. Und ein starker ÖPNV ist Herzstück der gewünschten Mobilitätswende. Nur wenn der Bus auch zuverlässig fährt, steigen die Menschen vom Auto zum ÖPNV um.

KVG Homepage

“Keine Böcke auf Höcke”, Kundgebung für Demokratie

Geschätzte 15.000 Menschen kamen heute auf dem Rathausplatz in Kiel zusammen. Sie folgten einem Aufruf des DGB zu einer „Kundgebung für Demokratie und Toleranz“.

Da heute der „Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ ist, begann die Kundgebung mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Toten. Es folgten zahlreiche kurze Redebeiträge.

Aus den Reden:

  • Stephanie Schmoliner vom DGB stellte diese Kundgebung in einer Reihe mit vielen ähnlichen in anderen Städte. Überall gehen Menschen gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft auf die Straße. Sie dankte allen, die sich gegen Hass und Hetze engagieren.
  • Innenministerin SH Dr. Sabine Sütterlin-Waack sagte: „Rechtsextreme werden lauter. Sie haben versucht, die Bauernproteste zu unterwandern, aber sie wurden abgewehrt.“
  • Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer brachte die Diskussion auf die Ebene der Stadt: „Mehr als die Hälfte der Kinder, die hier in Kiel geboren werden, haben einen Migrationshintergrund. Auch diese Kinder sollen in Freiheit und Würde aufwachsen können.“
  • Nora Steen, Bischöfin der Nordkirche Schleswig und Holstein sagte: „Unsere Gesellschaft droht auseinanderzubrechen. Lasst uns lernen zu streiten.“
  • Dursiye Ayyildiz, Vorsitzende des Forums für Migrantinnen und Migranten fragte: „Warum erleben wir, dass die Menschen so rassistisch geworden sind?“
  • Hendrik Murmann, Unternehmer und Vorsitzender des Unternehmensverbands Kiel, setzte die Kundgebung in Bezug zum unserem Wohlstand. „Eine weltoffene Einstellung ist eine Grundlage unserer Wirtschaft.“
  • Prof. Dr.Simone Fulda, Präsidentin der CAU: „Wir wissen, wie Demokratie geht. Das müssen wir schützen.“
  • Marie-Luise Petersen-Schorff vom Verein „Sisters – Frauen für Afrika“: „Hatte Europa etwa nichts zu tun mit den Auswirkungen der Klimakrise?“
  • Daniel Karasek, Generalintendant des Kieler Theaters sagte über seine Kulturstätte: „Wir bilden die vielfältige deutsche Gesellschaft in allerbester Manier ab.“ Und er endete seine Rede mit der schmissigen Formulierung: „Keine Böcke auf Höcke!“
  • Steffen Schneekloth, Präsident von Holstein Kiel, beschrieb die integrierende Wirkung des Sports, wies aber auch auf Rassismus in den Stadien hin.
  • Emmanuel Ossei-Wuzu vom Afro-deutschen Verein, sagte: „Wir sind die Mehrheit und die Leute auf dem Treffen in Potsdam sind die Minderheit.“

Ein Meer von Flaggen und Fahnen wehte über der Veranstaltung: Verdi, SSW Kiel, Israel, Seebrücke, Regenbogenflaffe, Bündnis 90 / die Grünen, IG Metall, Lesben gegen rechts, und viele mehr.

Am Theater hing ein Banner mit der Aufschrift: „Nie wieder ist jetzt!“ Auf Pappschildern las ich:

„Bunt statt braun“, „Nazis hatten wir schon“, “Es ist 5 vor 1933” oder „Alice, ich klaue dir dein Schnitzel“. Bei allem Ernst der Sache lag auch Heiterkeit und Humor über der friedlichen Kundgebung.

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Zwei Demonstrationen am 27. 1. 2024

Mehr als 35.000 Menschen demonstrieren in SH gegen Rechtsextremismus

Advent in Kiel: die Weihnachtsmärkte

Mit der Eröffnung der Kieler Weihnachtsmärkte beginnt die Einstimmung auf die schöne Weihnachtszeit. Wie in den vergangenen Jahren konzentriert sich das vorweihnachtliche Treiben auf den Holstenplatz, den Rathausplatz, den Asmus-Bremer-Platz und den Bernhard-Minetti-Platz. Und wer nach Weihnachten noch nicht genug hat, kann sich auf dem Asmus-Bremer-Platz bis zum 30. 12. einen Glühwein-Nachschlag holen.

Der Winterwald auf dem Holstenplatz

Auf dem ältesten der Kieler Weihnachtsmärkte findet ihr Poffertjes, Zuckerwaren, gebrannte Mandeln und viele andere Leckereien. Dazu Kunsthandwerk, etwa Wolle aus Tallin. Die Kinder dürfen Karussell fahren, während sich ihre Eltern mit Glühwein von innen wärmen. Geöffnet vom 27.11 bis zum 23. 12. Kernöffnungszeiten sind von So – Mi, 11 – 20 Uhr, und Do – Sa 11 – 21 Uhr. Die Stände dürfen nach eigenem Ermessen auch früher öffnen, und/oder eine Stunde länger geöffnet bleiben.

Das Weihnachtsdorf auf dem Rathausplatz

Mit Holzhäusern im skandinavischen Stil präsentiert sich das Weihnachtsdorf. Dreimal täglich fliegt der Weihnachtswichtel Kielian in einer Mini-Kogge über den Platz. Achtung: jeweils um 16 Uhr wird der Weihnachtswichtel ein Märchen erzählen. Dazu gehen die Kinder in das Märchenzelt, wo sie für 1 Euro einen Kakao kaufen können.

Das Weihnachtsdorf ist zugänglich für Menschen mit Behinderung, auch im Rollstuhl.

Besucht doch mal die Kartoffelmanufaktur, die Dresdner Bürstenmanufaktur, die Silberschmiede oder das dänische Waffelhaus! Es gibt viele andere Leckereien und Geschenkeartikel zu entdecken.

Asmus-Bremer-Platz und Bernhard-Minetti-Platz

Auf dem Asmus-Bremer-Platz gruppieren sich hauptsächlich Imbissbuden rund um die große Pyramide. Auch ein veganer Stand ist dabei. Eine Besonderheit dieses Weihnachtsmarktes: Er bleibt bis zum 30.12. geöffnet!

Geöffnet vom 27.11 bis zum 30. 12. Kernöffnungszeiten sind von So – Mi, 11 – 20 Uhr, und Do – Sa 11 – 21 Uhr. Die Stände dürfen nach eigenem Ermessen auch früher öffnen, und/oder eine Stunde länger geöffnet bleiben.

Eher klein und familiär ist der Weihnachtsmarkt auf dem Bernhard-Minetti-Platz.

Achtet auf allen Weihnachtsmärkten auf eure Geldbeutel! Es sind Taschendiebe unterwegs, die sehr geschickt Rucksäcke öffnen, ohne dass man es merkt. Im Gedränge haben sie leichtes Spiel.

Lagepläne der Stände: https://www.kiel.de/de/kultur_freizeit/maerkte/weihnachtsmarkt.php

So war es letztes Jahr: Weihnachtsmärkte in Kiel

Drogenkonsumraum und KOD-Dienststelle für Gaarden?

Kiel bekommt einen Drogenkonsumraum, höchstwahrscheinlich auf dem Westufer. Nach zwei Jahren Vorlauf und einer Änderung der Regeln auf Landesebene, ist dieses Projekt grundsätzlich beschlossen und die Verwaltung sucht nach einem Raum, den sie für diesen Zweck mieten kann.

In der Ratsversammlung gestern wurde gleich der nächste Drogenkonsumraum diskutiert, mit Standort in Gaarden, wo sich Kiels größter Drogenhotspot befindet. Dieses Projekt wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt.

Drogenkonsum in Gaarden: mehr und sichtbarer

Die Drogenproblematik in Gaarden existiert schon lange. Sie ist aber gerade im letzten halben Jahr sichtbarer geworden. Dafür vermutet man zwei Gründe: Erstens Crack und zweitens Verdrängung.

Crack ist ein Kokain-Produkt. Es wird in kleinen Pfeifen geraucht. Es breitet sich zur Zeit (auch in anderen deutschen Städten) aus, weil es schnell wirkt, vergleichsweise günstig ist und leider auch sehr schnell süchtig macht. Aus einer kürzlichen Reportage des rbb (Link unten) lerne ich, dass ein „Kopf“ Crack um die vier Euro kostet. Dargestellt wird in diesem Film ein junger Mann, der seinen Tag mit Schnorren , Crack Kaufen und Konsumieren verbringt.

Während die Crack-Welle ein allgemeines Phänomen ist, verändert sich die Szene in Gaarden noch aus einem anderen Grund: Im vergangenen Sommer wurde ein Garten im Steinmarderweg geschlossen. Dieser Garten war eine Zeitlang ein Aufenthaltsort für Drogenabhängige. Nachdem die Stadt das Grundstück räumen ließ, waren etwa 30 Drogenabhängige auf der Suche nach anderen Aufenthaltsorten. Sie ließen sich in Kellern oder Hauseingängen nieder oder verbrachten Zeit in Bushaltestellen am Karlstal. Von dort werden sie aktuell auch vertrieben.

Was ist ein Drogenkonsumraum?

In einem Drogenkonsumraum, umgangssprachlich auch Druckstube genannt, können Suchtkranke in einem hygienischen Umfeld ihre mitgebrachten Drogen konsumieren. Das medizinisch geschulte Personal kann im Notfall eingreifen, und ansonsten zum safer Konsum beraten oder auch Ausstiegsmöglichkeiten aufzeigen. Allerdings ist der Drogenkonsumraum nicht für den längeren Aufenthalt gedacht. Es bleibt also die Frage, wo sich diese Menschen aufhalten können. Viele oder sogar die meisten haben keine Wohnung mit gemütlichem Wohnzimmer!

Ratsversammlung für KOD-Wache aber gegen Drogenkonsumraum

Die Drogenkriminalität beeinträchtigt die Menschen, die in Gaarden wohnen. Da ist nicht nur die Zunahme an Autoaufbrüchen zur Zeit, sondern auch der offene Konsum, der als störend empfunden wird. Auch der Abfall, der entsteht, wenn Menschen überwiegend auf der Straße leben, ist nicht nur ein ästhetisches sondern auch ein gefährliches Hygiene-Problem.

In der Ratsversammlung wurde der Drogenkonsumraum in Gaarden indirekt abgelehnt, insofern als ein Alternativantrag, der diesen Punkt nicht beinhaltete, von AfD, CDU, Grünen und SPD angenommen wurde. Rainer Kreutz (CDU) fürchtet den Pull-Effekt eines Druckraums in Gaarden. Nesimi Temel (SPD) wies auf die Problematik der “Bannmeile” hin, da in einem Drogenkonsumraum etwas nicht geahndet wird, was eigentlich strafbar ist. Dafür sieht er in Gaarden keine Akzeptanz.

Angenommen wurde dagagen der Prüfantrag für eine Dienststelle des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) in Gaarden: „Der KOD benötigt eine Dienststelle vor Ort als Infrastruktur für Kommunikation und Vorgangsbearbeitung, aber auch, um schnell zu den Einsatzorten in Gaarden zu gelangen, um ansprechbar zu sein, Präsenz zu zeigen und notwendige Ausrüstung vorzuhalten.“ Das Prüfergebnis soll bis Januar 2024 vorliegen.

Kiels OB Ulf Kämpfer und die Innenministerin des Landes Sabine Sütterlin-Waack haben sich getroffen und wollen eine “Sicherheitspartnerschaft” für Gaarden bilden, wobei noch nicht ganz klar ist, welche Art von Gremium das werden wird.

(Das Beitragsbild zeigt ein leer-stehendes Haus im Kirchenweg. )

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Film von rbb: Wie die Elendsdroge deutsche Städte erobert

Drugs, but no sex im Steinmarderweg

Drogenkonsumräume in Baden-Württemberg

Termine im August

Für den August habe ich etliche Termine herausgesucht. Es gibt natürlich noch mehr zu feiern in Kiel. Und dieser Blog-Eintrag kann auch noch Erweiterungen erfahren.

Night Creatures in der Pumpe

Die Pumpe hat etliche Partys im Programm: Night Creatures für die dunklen Seelen, die Gothic und Wave lieben. Aber auch Latino, die Gruppen “nur wir” und “Butterflyclique” (im September) , und mehr. Schaut ins Programm!

Mittwochs Salsa

Immer mittwochs lädt die Tanzschule Grenke zum (kostenlosen) Salsa für Anfänger ein. … in den Sommerferien immer mittwochs 19:45 Uhr am Kieler Bootshafen… sollte das Wetter nicht mitspielen, dann findet es in der Tanzschule statt!

Ausführlicher Rundgang durch den BUND-Garten am 19. August um 15 Uhr:

Der BUND-Naturgarten besteht seit fast 40 Jahren: Aus 12 typischen Kleingartenparzellen hat sich ein zusammenhängendes Gebiet entwickelt, was in seiner Vielfalt einzigartig ist. Waldgarten wechselt mit Beeten, naturbelassene Ecken mit angelegten Breichen. Heidrun hat für alle noch Neues aus Jahrzehnten einer intensiven Bezieghung zu diesem Kleinod zu erzählen. Mehr Info inklusive Wegbeschreibung: https://www.bund-kiel.de/service/termine/detail/event/ausfuehrliche-gartenfuehrung-im-bund-naturgarten/

Nachhaltige Schultüte basteln am 23. August

Die Umweltberatung des Umweltschutzamtes am bietet am 23. August von 16-18 Uhr im Nachhaltigkeitszentrum am Europaplatz 2 jeweils einen Workshop zur „Fairen und Nachhaltigen Schultüte“ an. Während des Termins können Sie alleine oder mit Ihren Kindern vorbeikommen und selbst eine nachhaltige Schultüte basteln. Bastelmaterialien werden von der Umweltberatung zur Verfügung gestellt – wobei ganz im Sinne der Nachhaltigkeit dabei vielen Materialien mit der Schultüte ein zweites Leben geschenkt wird. Eigene Lieblingsbastelmaterialien dürfen auch sehr gerne mitgebracht werden.

Wenn du Lust hast vorbeizukommen, melde dich bitte über umweltberatung@kiel.de für die gemeinsam Bastelaktion an. Bitte angeben, wie viele Personen Sie teilnehmen, da die Plätze begrenzt sind.

Am 25. August 2023 öffnen 30 Museen und kulturelle Einrichtungen zwischen 19 und 24 Uhr ihre Türen und laden zur nächtlichen Erkundung ein.

Museumsnacht in Kiel

Am 25. August 2023 öffnen 30 Museen und kulturelle Einrichtungen zwischen 19 und 24 Uhr ihre Türen und laden zur nächtlichen Erkundung ein. Es nehmen teil: Atelierhaus Anscharpark, Brunswiker Pavillion, Campus der Fachhochschule Kiel, Flandernbunker, Kunsthalle zu Kiel, Antikensammlung in der Kunsthalle, Stadtmuseum Warleberger Hof und viele mehr. Einige Häuser haben abweichende Öffnungszeiten. Eintrittsbändchen sind im Welcome Center Kieler Förde (Stresemannplatz 1-3), CITTI-Ticketcenter und in teilnehmenden Einrichtungen erhältlich. Oder online auf der Website. Busfahrten in Kiel sind im Ticket enthalten! Museumsnacht Kiel

Ausstellung im Kunstraum B

Um die Historie des Kunstraum B geht es in der Ausstellung Zwischen: Raum und Zeit, vom 1. – 25. August. “Wir feiern! Seit 20 Jahren zieht der Kunstraum B in Kiel mit wechselnden Konzepten und Schauplätzen eine Spur durch Kiel und seine Kunstszene – ob als Ein-Raum-Lösung oder als Exil-Galerie, ob mit regionalen, überregionalen oder internationalen Positionen, ob von etablierten Künstlerinnen, Newcomerinnen oder aus der Art Brut.” Übrigens: der Kunstraum B sucht neue Leute für den Vorstand!

Jens Kramer – 1000 und eine Nacht. Der Kieler Künstler und Abenteurer Jens Kramer stellt Fotografien aus, die er in Indien gemacht hat. Sie zeigen das Leben in einer südindischen Kleinstadt am Abend, wenn es kühler wird. Vernissage am 30. August um 18 Uhr. Diese Ausstellung geht bis zum 24. September.

Der Kunstraum B öffnet immer mittwochs, donnerstags und freitags von 16 – 18 Uhr. Programm

Ins Kino in die Traumfabrik

Im August laufen unter anderem die Filme “Die Unschärferelation der Liebe” (ein Liebesfilm aus Berlin mit Caroline Peters), oder “L’Immensita, meine fantastische Mutter” (mit Penelope Cruz) oder “Das Lehrerzimmer” (über eine junge Lehrerin) und andere. Das Programm

(Das Beitragsbild zeigt Kiels neues Nachhaltigkeitszentrum auf dem Europaplatz.)

Solidaritäts-Demo mit Letzter Generation

Auch wenn man vielleicht nicht jede Aktion gut findet, so steht doch außer Frage, dass die Mitglieder der” Letzten Generation vor den Kipppunkten” aus Idealismus agieren. Ist die Reaktion von Polizei und Justiz noch gerechtfertigt im Umgang mit diesen und anderen Klimaaktivisten und -aktivistinnen? Diese Frage adressiert eine Demo, die in Windeseile auf die Beine gestellt wurde. 31.05.2023 am Audimax der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, um 16:00 Uhr. Es folgt die Pressemitteilung:

Soli-Demo gegen Repression!

Am 24.05.2023 kam es bundesweit zu Hausdurchsuchungen bei Aktivist*innen der Letzten Generation. Betroffen waren 15 verschiedene Adressen in 7 Bundesländern. Der Vorwurf: Die Letzte Generation sei eine kriminelle Vereinigung. Dies stellt eine weitere Eskalationsstufe staatlicher Repressionsmaßnahmen gegen die Klimagerechtigkeitsbewegung dar. Bereits in den letzten Monaten kam es immer wieder zu langen Haftstrafen für Klimaaktivist*innen, so etwa nach der Blockade des Kohlekraftwerks Neurath, aber auch nach Straßenblockaden der Letzten Generation.

Das zeigt uns: Es trifft vielleicht Einzelne, aber gemeint sind wir alle!

Wärend der Staat also zu immer härteren Maßnahmen greift, um Klimaaktivist*innen einzuschüchtern, können Konzerne und Politik ungehindert ihre eh schon unambitionierten, unausreichenden Klimaziele brechen.

Gegen ihre Kriminalisierung, für Solidarität mit allen Betroffenen und für wirkliche Klimagerechtigkeit wollen wir am 31.05.2023 gemeinsam auf die Straße gehen.

Schließt euch uns an, zusammen sind wir laut!

Start ist am 31.05.2023 am Audimax der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, um 16:00 Uhr. Bringt gerne passende Transparente, Fahnen und Schilder mit – Parteiflaggen sind unerwünscht.

#climateaction #climatejustice #fridaysforfuture #kiel #repression #solidarity #climatechange #klimagerechtigkeit #letztegeneration #lastgeneration #solidaritaet

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Saskia Esken verteidigt Letzte Generation

Letzte Generation fordert Gesellschaftsklimarat

Kiel: zur Situation in der Pflege

In einer von der SPD beantragten Aktuellen Stunde debattierte die Ratsversammlung gestern über die Situation in der Pflege. Dabei bezogen sich etliche Redebeiträge auf den aktuellen Bericht der Heimaufsicht, aus dem hervorgeht, dass die Heime Mühe haben, die Fachkraftsquote zu erfüllen. Die Regelüberprüfungen von 15 stationären Einrichtungen der Altenpflege ergab, dass in den vergangenen zwei Jahren nur neun Heime die vorgegebene Quote erfüllten.

Die Fachkraftquote gilt seit 1993 und legt fest, dass mindestens 50 Prozent des Personals in stationären Einrichtungen Pflegefachkräfte sein müssten. Diese Fachkraftquote bedeutet aber auch höhere Kosten, da weniger Tätigkeiten von nicht speziell für die Pflege qualifiziertem Personal ausgeübt werden dürfen.

Bundesweit sind etliche Pflegeeinrichtungen von Insolvenz bedroht. Auch in Kiel wurde kürzlich die Pflegestation des Andreas-Gayck-Hauses mit 33 Betten geschlossen – laut Einrichtung wegen Fachkräftemangel.

Was kann die Stadt für die Pflege tun?

Auf die Gesetzgebung und den Arbeitsmarkt hat Kiel keinen direkten Einfluss. Die hohe gesetzlich geforderte Fachkraftquote ist auch bei kommunalen und gemeinnützigen Einrichtungen ein Problem. Insofern wäre die Rekommunalisierung von privaten Einrichtungen in dieser Hinsicht keine Lösung.

Anders sieht es bei der ambulanten Pflege aus. Hier könnte die Stadt tätig werden, etwa durch erleichtertes Parken. Möglich wären etwa designierte Parkpätze für Pflegekräfte, Lieferanten und Handwerker. Erleichtertes Parken wäre eine Arbeitserleichterung und auch eine Kostenersparnis für die ambulanten Dienste, da sie für die Kosten der Anfahrt nicht vergütet werden.

Die Heimaufsicht zeichnet ein dusteres Bild von der Peronalsituation. „Vielen Einrichtungen gelingt es immer schwerer, Stellen angemessen oder überhaupt zu besetzen. Sie müssen daher vermehrt Zeitarbeitskräfte einsetzen. Dies macht sich in der Qualität bemerkbar.“ Dennoch gibt es für viele Menschen im Fall der Pflegebedürftigkeit keine Alternative zum Pflegeheim. Eine private Pflegekraft – oft eine Osteuropäerin – kostet schnell mal mehrere Tausend Euro im Monat, was das Budget vieler Menschen schnell übersteigt.

In Kiel existieren 27 Pflegeheime, von denen pandemiebedingt aber nur 15 einer Regelüberprüfung unterzogen werden konnten. Der Tätigkeitsbericht der Heimaufsicht bezieht sich auf die Jahre 2021 und 2022.

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Tätigkeitsbericht der Heimaufsicht für 2021 une 2022: https://ratsinfo.kiel.de/bi/___tmp/tmp/45081036581680429/581680429/00909379/79-Anlagen/01/TaetigkeitsberichtderHeimaufsicht2021_2022.pdf

Die neue Personalbemessung in der Altenpflege

Ein Bericht über Kieler Heime während der Corona-Beschränkungen: Corona-Schutz in Seniorenheimen bleibt schwierig

Es geht ums Klima: Events Ende August

Am letzten Augustwochende erwartet uns eine Fülle von Veranstaltungen, die sich dem Klimaschutz widmen: die Autarkie-Messe „Green World Tour“, die „Klimawoche“ der Stadt Kiel, und ein ökologisch ausgerichtetes Straßenfest in der Teichstraße.

Die Green Word Tour gastiert in Kiel vom 27.-28. August. In der Mensa 2 präsentieren verschiedene Aussteller Produkte rund um das Thema Nachhaltigkeit und Autarkie. Etwa Pflegeprodukte auf der Basis von Essenzen von „Ringana“, Klamotten von „deernskram“ oder auch Finanzdienstleistungen. Parallel finden Vorträge statt, etwa ein Bericht über den Bau eines Tiny Homes. Am 27. und 28. August, jeweils von 11 – 18 Uhr in der Mensa 2, Leibnizstraße 12 – 14. Das ganze Programm:https://www.autarkia.info/green-world-tour-kiel/

Die zweite Kieler Klimawoche bietet einen Markt der Möglichkeiten zum Thema Nachhaltigkeit auf der Reventlouwiese. An Ständen und auf Workshops könnt ihr euch über Klimaschutzaktivitäten informieren. Am 27. und 28. August, jeweils ab 11 Uhr.

Am Dienstag, dem 30. August lädt die LHKiel zu einem Fachsymposium „Zukunft Bauen“ in das Forum Baukultur in der Waisenhofstr. 3 von 14 – 19 Uhr ein. Eintritt frei. Aus Klimagründen sollte eigentlich gar nicht mehr gebaut werden, aber wenn doch, dann wenigstens möglichst nachhaltig.

Den Abschluss der Klimawoche macht eine Diskussionsrunde in der es darum geht, wie Klimaschutz sozial verträglich gestaltet werden kann. „Klima.Gerecht.Stadtbürger*innendebatte“, Die Pumpe, Haßstr.22, 17-19 Uhr, Eintritt frei.

Das ganze Programm zur Kieler Klimawoche: https://www.kiel.de/de/umwelt_verkehr/klimaschutz/klimawoche.php

Ein Straßenfest in der Teichstraße steht unter dem Motto „Aus Grau + Eng wird Grün + Entspannt“. Am 28. August von 12 – 20 Uhr könnt ihr zum Klönen, Mitmachen oder Live-Musik-Genießen in die Teichstraße kommen. Thematisch geht es auch hier um den Klimaschutz. Organisiert wird dieses Straßenfest von People 4 Future Kiel.

Jahresausstellung an der Muthesius

Heute eröffnete der Präsident der Muthesius Kunsthochschule die Jahresausstellung. Dr. Arne Zerbst sprach vom Krieg in Europa. Die existentielle Angst vor einem Nuklearkrieg während des Kalten Krieges sei jetzt wieder da. Er drückte seine Sehnsucht nach Frieden, Freiheit und autonomer Kunst aus. Die Kunst könne ein Gegenpol zu Hass, Hetze und Diskriminierung sein.

Kultur-Staatssekretär Guido Wendt betonte in seinem Grußwort, wie wertvoll die Begegnungen live an Originalorten sind und hofft auf möglichst viele Präsenzveranstaltungen im Herbst und Winter.

Die Ausstellung wurde von einem Studierenden-Team konzipiert und organisiert.

In allen Ansprachen gab es besonders lobende Wort für den Hausmeister!

An vier Tagen präsentieren sich Kunst und Performances.

An diesen Tagen verwandeln sich Ateliers, Werkstätten, Hörsäle, Studios und Arbeitsräume in eine große Ausstellung: Besucherinnen und Besucher können vier Tage lang bei freiem Eintritt einen Einblick in das künstlerische Schaffen von Studierenden der Freien Kunst, Kunst auf Lehramt, des Kommunikations- und Industriedesigns sowie der Raumstrategien erhalten.

Neben Konzerten und DJ-Sets zeigt die frisch gegründete Theater-AG der Muthesius Kunsthochschule Arthur Schnitzlers „Der Reigen“, es wird Installationen und Vorführungen geben, außerdem einen Comic-Battle, eine Podiumsdiskussion, ein Tischtennisturnier sowie die legendäre Arfrade-Party der Bildhauereiklasse. Zudem wird der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für hervorragende Leistungen internationaler Studierender an deutschen Hochschulen verliehen.

Öffnungszeiten: Mittwoch, 20. Juli, 17 Uhr: Eröffnung auf dem Innenhof der Kunsthochschule an der Legienstraße. Alle Räume (die Gallery Cubeplus am Knooper Weg 104, die Räume der Freien Kunst am Knooper Weg 75 neben Boesner und an der Flämischen Straße 6-10) sind im Anschluss an die Eröffnung sowie an den weiteren Ausstellungstagen von Donnerstag, 21. Juli, bis Samstag, 23. Juli, täglich geöffnet von 11 bis 19 Uhr.

Die Arfrade-Party findet in den Räumen an der Arfrade 45 am Donnerstag, 21. Juli, ab 20 Uhr statt.

Das Beitragsfoto zeigt einige Mitglieder des Orga-Teams, von links: Marie Mühlhausen, Paul Meyer, Feline Artz, Charlotte Köhncke, Miriam Hartung und Maya Lampelius.

Muthesius Kunsthochschule

Fahrradbügel und Poller: Streit in Kieler Ratsversammlung

Die FDP stellte in einer Großen Anfrage 15 Fragen zum Thema Fahrradbügel und Poller in der Stadt. Aus den Antworten ergab sich: Es soll 14- 15 Tausend Fahrradbügel geben, die genaue Zahl ist unbekannt. Ratsfrau Musculus-Stahnke: „Weiß die Verwaltung, was sie da tut?“

Auch der CDU wird es langsam zu bunt. Ob überhaupt der Bedarf jemals erhoben wurde, möchte Ratsherr Kreutz wissen. Er vermutet, Fahrradbügel würden da hinkommen, wo gerade Platz ist. Er verwies auf die Harriesstraße, in der 15 Parkplätze wegfallen sollen, um Platz für Fahrradbügel zu machen. Im Ortsbeirat hatte es Unmut zu diesem Thema gegeben.

Ratsherr Dregelies (SPD) konterte, dass es um Barrierefreiheit geht. Die Stadt würde Poller aufstellen , um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, vor allem für Kinder, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator.

Eigentlich geht es um das Thema Parken

Ratsherr Dregelies verstand die Anfrage dann aber auch so, wie sie gemeint war: Eigentlich geht es der FDP nicht um zu viele Fahrradbügel und Poller sondern um zu wenige Parkplätze. Als Hauptproblem sieht er aber nicht die wegfallenden Parkplätze sondern die zunehmende Anzahl an Pkw, darunter ein zunehmender Anteil an größeren Fahrzeugen.

Gab es 2010 erst 100.000 Pkw in Kiel, so waren es 2020 schon 130.000 Pkw. Nur um diese zusätzlichen Autos unterzustellen, bräuchte Kiel 40 Parkhäuser von der Größe des Parkhauses am ZOB! Aber es kommt noch schlimmer: die neuen Autos sind länger und brauchen mehr Platz. Beispiel: Der Golf 8 ist 30 cm länger als der Golf 2.

„Nichts nimmt so viel Parkraum weg wie ein zusätzlicher Pkw“, so die nüchterne Analyse von Max Dregelies.

Ratsherr Halle appellierte an die Bürger, sich nicht das größte Auto zu kaufen. „Es ist genug Platz für alle da, wenn alle etwas sparsam sind.“

Ratsherr Stenger (Grüne) verwies auf die Klimakatastrophe. Er sagte, wir würden vor allem im Verkehrsbereich die Ziele zur dringend gebotenen CO2-Reduktion verfehlen.

Verkehrspolitik der SPD in den Kieler Nachrichten

In der Debatte wurden die “Kieler Nachrichten” mehrfach erwähnt. Sie berichtete am 19. Mai über eine neue Strategie der Kieler SPD in der Verkehrspolitik, die den Autofahrern mehr Verständnis entgegenbringen möchte. Kristian Blasel kann sich in seinem Kommentar gut vorstellen, dass die Grünen nächstes Jahr stärkste Fraktion in der Kieler Ratsversammlung werden. Daraus zieht Blasel den Schluss, dass die SPD sich von den Grünen absetzen sollte.

Aber ob das der richtige Weg ist, um Wählerstimmen zu gewinnen?

Man könnte auch den gegenteiligen Schluss ziehen, dass es sich für die SPD lohnte, von den Grünen zu lernen. Das Wahlverhalten in den letzten Jahren zeigt doch deutlich, dass die Kieler ausgesprochen grün ticken.

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Debatte um Mobilitätswende in Kiel

Grüne Kiel: Fahrradbügel und Poller