Gaarden erlebt einen kleinen Boom


Allgemein, Stadtteile / 11. Januar 2020

Die Wirtschaft im Stadtteil Gaarden entwickelt sich gut. Frau Tarhouni vom Wirtschaftsbüro Gaarden fasst die Situation so zusammen: “ Vor acht Jahren gab es noch 43 Leerstände. Jetzt kommen auf jedes freie Ladenlokal 43 Anfragen.” Alle Gewerberäume sind belegt, außer in den Fällen, wo die Eigentümer der Immobilie nicht vermieten wollen – aus welchen Gründen auch immer. Das Bemerkenswerte: Es handelt sich nicht so sehr um Gentrifizierung als vielmehr um eine Entwicklung aus dem Stadtteil heraus.

Die neuen Gründungen entspringen zum Teil der migrantischen Wirtschaft. Es sind Frisöre, orientalische Konditoreien oder Imbisse und ethnische Supermärkte. Einige Beipiele für Neugründungen oder für Umgestaltungen:

Manche Alt-Gaardener*innen trauern den urdeutschen Geschäften von früher nach. So verständlich das auch ist, macht es doch Sinn, wenn ein Stadtteil die Art von Geschäften anbietet, die die Mehrheit der Bevölkerung nachfragt. Bekanntlich leben in Gaarden viele Menschen aus Syrien, Bulgarien, Polen, der Türkei und andere Migrant*innen. Gerade in Bezug auf die Supermärkte hat Gaarden hier ein sogenanntes Alleinstellungsmerkmal entwickelt. Das sind die ethnischen Supermärke, die sich speziell an beispielsweise syrische oder kurdische oder alevitische Kundschaft richten. Für solche Läden kommen Leute auch aus anderen Stadtteilen nach Gaarden, damit sie ihre speziellen Produkte kaufen können!

Einige Gründungen expandierten

Zu den Erfolgsstorys aus Gaarden gehört der Barbier Delal. Auf die erste Gründung in Gaarden folgte der Barbiersalon am Hauptbahnhof. Die dritte Filiale befindet sich mitten in Hamburg. Hier lassen sich angeblich Rapper und Schauspieler für hundert Euro die Haare schneiden und den Bart stutzen lassen. Cetin Yildirim-von-Pickardt aus dem Wirschaftsbüro zählte noch andere Beispiele von Gründungen auf, die in Gaarden begannen. Beispiel Gückslokal: Dieser Umsonstladen, der sich seit Jahren in der Alten Mu etabliert hat, startete in einem winzigen Raum im Kirchenweg. Ob Anwaltskanzlei oder Softwarentwickler – in Gaarden klein anfangen und dann epandieren ist ein möglicher Weg zum Erfolg. Die günstigen Mieten sind ein Grund für den Gründungsboom in Gaarden.

Kreative in Gaarden

96 Kreative sind in Gaarden tätig! Auch hier spielen die günstigen Mieten eine Rolle. Aber vermutlich lockt auch das Flair dieses Stadtteils mit seinen Ecken und Kanten. Einerseits Gründerzeithäuser und Kopfsteinpflaster, andererseits die Trinker- und Drogenszene, die Müllproblematik, die sichtbare Armut: All das macht Gaarden zu einem sowohl schönen aber auch spannungsreichen Stadtteil. Für Künstler*innen ideal.

In diesen Aufbruch passt die Gründung eines Vereins für Gewerbe und Kaufmannsschaft . Zu den Mitgliedern des Vereines “Die Gaardener” gehören die Apotheke am Karlstal, Café Jupiter, Agora, ein Schreibwarengeschäft. Die Formalitäten der Gründung sind geschafft, jetzt geht es darum, sich bekannt zu machen und Mitglieder zu werben.

In der letzten Ortsbeiratssitzung sagte Edina Dickhoff , Gaarden sei wie die Mangrovensümpfe für Fische, ein Nährgrund für Gewerbetreibende aller Art. Bleibt zu hoffen, dass die Bewohner des zukünftigen Hörngebiets auch in der Elisabethstraße und nicht (nur) am Bahnhof einkaufen.

Kontakt für Gründer*innen: Wirtschaftsbüro Gaarden

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