Archiv der Kategorie: Straßen

Kriminalstatistik Gaarden vorgestellt

Wie hat sich die Kriminalstatistik von Gaarden in den letzten Jahre verändert? Das war das Thema eines Besuchs von Lars Eidinger und André Reichstein vom 4. Revier in der Ortsbeiratssitzung Gaarden gestern. Die Antwort auf die Frage: Die Lage ist erstaunlich stabil. Die beiden Corona-Jahre haben keine Auswirkung gehabt. Weder ging die Kriminalität zurück, noch nahm die häusliche Gewalt zu, wobei es in diesem Bereich eine hohe Dunkelziffer gibt.

Auf der Leinwand sah man die Kriminalstatistik der Jahre 2018, 2019, 2020, 2021, und es fiel auf, dass die Säulen für die verschiedenen Arten von Delikten über die Jahre eigentlich ziemlich gleichförmig bleiben. Mal ist die eine Säule höher, mal etwas niedriger, aber ohne erkennbaren Trend. Mit anderen Worten, es ist in den letzten Jahren nicht schlimmer geworden, aber eben auch nicht besser.

Polizeilicher Brennpunkt Gaarden

Auch wenn das vierte Revier das ganze Ostufer abdeckt, so entstehen die Delikte weitgehend im zentralen Bereich von Gaarden. Deshalb ist der Bereich zwischen Werftstaße, Karstal, Ostring und Werftpark seit einigen Jahren ein „gefährlicher Ort“, das ist der juristische Begriff für städtische Brennpunkte, in denen die Polizei mehr Befugnisse für Kontrollen der Bürger hat.

Die Lage in Zahlen:

  • Das Revier hat 50- 60 Einsätze pro Tag auf dem Ostufer.
  • In Gaarden kommt es zu etwa 4.500 Straftaten jährlich.
  • Darunter 3.00 Eigentumsdelikte, etwa Autoaufbrüche
  • sowie 1.000 – 1.500 Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit, hauptsächlich im häuslichen Bereich.
  • Es werden jährlich zwischen 500 und 1.000 Rauschgiftdelikte ermittelt.
  • Die wichtigsten Drogen sind Kokain und Marihuana.
  • Letztes Jahr wurden 7.231 Gramm Marihuana beschlagnahmt
  • Crystal Meth wird nicht beobachtet.

Gewalt gegen Beamte

Deutlich zugenommen hat die Gewalt gegen die Polizei, so die Beobachtung des Revierleiters Eidinger. Zum Glück sind nur sehr selten Schusswaffen im Spiel. Treten, Schlagen, Spucken, Beißen sind dagegen Formen von Gewalt, die häufiger werden und für die Polizei eine große Herausforderung darstellen. In den letzten Jahren kam es jährlich zu etwa 25 Verletzungen von Beamten. „Die Leute haben weniger Respekt vor den Kollegen“, sagte Lars Eidinger. Diesem Trend begegnet die Polizei durch Schulungen. Wie können Festnahmen sicherer durchgeführt werden, das ist ein Thema, das einiges Kopfzerbrechen bereitet.

Drogenkriminalität treibt die Statistik

Rauschgiftdelikte sind Ermittlungsdelikte, die Zahl der entdeckten Delikte sagt deshalb nicht viel über das Ausmaß der Drogentätigkeit aus. Die beiden Polizisten beschrieben das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Dealern und Ermittlern. Wenn der Verkauf von Drogen im öffentlichen Raum unterbunden wird, verlagert er sich in die Häuser. Im Drogenmilieu ermittelt die Polizei auch mit zivilen Kräften. „Es passiert viel Ermittlungsarbeit, die Sie nicht sehen“, versicherte Lars Eidinger. Allerdings kennen viele Dealer auch schon die Nummern der zivilen Fahrzeuge der Polizei.

Durch Festnahmen weiß die Polizei, dass ein Dealer 400 bis 600 Anrufe pro Tag hat. Das Geschäft mit Drogen scheint zu boomen. Ziemlich deprimierend war, was Lars Eidinger von Kindern aus einschlägigen Familien berichtet. „Wenn ich groß bin, möchte ich Dealer werden wie mein Bruder. Dann muss ich nicht arbeiten“, sagte ihm ein Kind. Tatsächlich verdienen manche Dealer in Gaarden wahrscheinlich wesentlich besser als die Polizisten.

Eidinger wurde nach seiner Einschätzung gefragt, warum es gerade in Gaarden so viel Kriminalität gibt. Er meinte, die Gründe wären vielfältig und nicht leicht zu lösen. Obwohl er die Unterbesetzung seiner Wache bedauert, denkt er nicht, dass sich das Verbrechen durch immer mehr Polizei verhindern lässt. Für Gaarden wies er auf die Armut dieses Stadtteils hin, wo viele Leute einfach nicht genug Geld haben, um über den Monat zu kommen. Zur Zeit kommen die steigenden Lebenshaltungskosten noch dazu. Ein weiterer großer Treiber der Kriminalität in Gaarden sind Drogen. So denkt er, dass wahrscheinlich 99 Prozent der Autoaufbrüche von Drogenabhängigen begangen werden. Die Sucht und die Kosten der Suchtbefriedigung (etwa 200-300 Euro pro Tag) führen zur Beschaffungskriminalität.

Weil Drogen ein so großes Thema für Kiel und vor allem für Gaarden sind, beschäftigt sich eine eigene Ermittlungseinheit damit. Die vier Mitarbeiter vom „Straßendeal“ gehen jedem Hinweis aus der Bevölkerung nach. Gerade am Tag davor gab es einen größeren Einsatz in der Wikingerstraße, die auf die Ermittlungsarbeit des Teams „Straßendeal“ zurückging.

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Kiel: Drogenfund und Festnahmen nach Durchsuchungen in der Wikingerstraße (kn online mit paywall)

Neue Grundschule für Gaarden

Kiel baut sein altes Kraftwerk zurück

Der Rückbau des ehemaligen Kraftwerks ist ein ziemlicher Kraftakt. Kiel hat bekanntlich mit dem Küstenkraftwerk ein modernes Gaskraftwerk in Betrieb genommen. Das alte mit Kohle befeuerte Gemeinschaftskraftwerk Kiel (GKK) kann abgerissen werden, wobei das ein so komplizierter Prozess ist, dass man heute von Rückbau spricht. Der Startschuss für den Rückbau fiel im November 2021. Das beauftragte Unternehmen Thelen Industrial Demolition (TID) ist auf den Rückbau von Kraftwerken spezialisiert. Das Kraftwerk gehört zu gleichen Teilen der Stadtwerke Kiel AG und der Uniper Kraftwerke AG.

In der Ortsbeiratssitzung Neumühlen-Dietrichsdorf/ Oppendorf berichteten drei Experten über den Rückbau: Dr. Martin Hein, Technischer Geschäftsführer des GKK, Matthias Brock, Kaufmännischer Geschäftsführer, und Kai Imberg, Geschäftsführer von TID.

Die folgenden Zahlen zeigen die Dimension des Unterfangens Rückbau eines Kraftwerks

Es fallen 20 – 23 Tausend Tonnen Stahl an. Insgesamt werden 75 Tausend Tonnen Abfälle und Baustoffe demontiert. 80 Gebäude werden zurückgebaut.

Zwei Drittel des Abraums müssen mit LKWs abgefahren werden, schätzungsweise sind es 960 Fuhren. Der Rest kann eventuell auf dem Seeweg fortgeschafft werden oder darf auf dem Gelände bleiben.

Eine kürzliche Enttäuschung war die Erkenntnis, dass der Kohlestaub, der sich mit dem Boden vermischt hat, auch entsorgt werden muss. Einer der potentiellen Käufer hatte darauf hingewiesen, dass dieses Kohle-Sand-Gemisch kein geeigneter Untergrund für das Bauen ist. Das kam überraschend, weil Kohle im Prinzip ein Naturstoff ist. Allein der Abtransport dieses Untergrunds ist verantwortlich für etwa 160 der 960 LKW-Ladungen.

Sprengung der Großbauten vom Kraftwerk

Die Großbauten wie Kesselhaus, Maschinenhaus und der 125 Meter hohe Schornstein sollen gesprengt werden. „Das wird noch mal einen Knall machen“, sagte Herr Imberg von der Abrissfirma TID. Ansonsten werden hydraulische Pulverisierer eingesetzt, die nicht so laut sind wie herkömmliche Geräte. Bei der Sprengung muss eventuell evakuiert werden, das hängt vom Sprengradius ab.

Matthias Brock, kaufmännischer Leiter des Gemeinschaftskraftwerks, erklärte, dass nichts die Arbeit des neuen Gaskraftwerks stören darf, da es Kiels Wärmeversorgung sichert. Das ist bei der Suche nach Käufern der Grundstücke zu berücksichtigen.

Dr. Martin Hein beschrieb die Vorgehensweise beim Rückbau. Zunächst wurde ein Gebäudekataster gemacht mit über 300 Messpunkten um Schadstoffe aufzuspüren. An erster Stelle steht Asbest. Weitere typische Quellen von Schadstoffen sind Fensterkitte, Fliesenkleber, Anstriche, Dämmmaterialien. Bei Verdachtsflächen wird noch einmal kontrolliert. Martin Hein: „Wir haben großes Interesse, die Stoffe möglichst sauber zu trennen, damit wir möglichst wenig entsorgen müssen.“

Die Kai-Anlage bleibt bestehen, sie soll für das Küstenkraftwerk genutzt werden können . Ebenfalls erhalten bleibt das Heizwerk Ost, für den Fall einer Störung des Küstenkraftwerks.

Der Rückbau soll noch etwa zwei Jahre beanspruchen.

Grundstücke werden verkauft

Als die Arbeit im Ortsbeirat vorgestellt wurde, wurde auch thematisiert, dass kein Platz für den Bau eines neuen Kraftwerks reserviert wird. Für den Fall, dass auch das Küstenkraftwerk einmal ersetzt werden muss. Allerdings ist das neue Küstenkraftwerk als Übergangstechnologie konzipiert für den Übergang in eine dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien.

Foto: MVV

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Industriegleis abgemeldet. Ortsbeirat verärgert

Rückbau des Kohlekraftwerks gestartet

Neue Ideen für die obere Holstenstraße gesucht

Wenn man auf der Holstenstraße von der Holstenbrücke Richtung Alter Markt geht, kann man nicht umhin zu bemerken, dass fast die ganze linke Seite leer steht. Diese obere Holstenstraße ist nun Austragungsort eines Experiments: subventionierte Mieten sollen Geschäfte in die Ladenlokale bringen, die sich dann -so die Hoffnung – etablieren können und sich selber tragen. Es betrifft die Ladenlokale in der Holstenstraße 1-2 und Holstenstraße 24, insgesamt 300 Quadratmeter.

Das Geld für diese Aktion stammt zu 75 % aus einem Fördertopf des Landes für Innenstadtentwicklung. Kiel mietet zwei Flächen an und vermietet sie zu 20% der Altmiete weiter. Hierfür werden in einem Ideenwettbewerb Geschäftskonzepte gesucht, die bestimmte Kriterien nach Möglichkeit erfüllen. Aus der Liste der Kriterien geht hervor, dass es ein originelles Konzept sein soll, das viele Kieler in die Holstenstraße bringt. Gerne auch Verkauf in Verbindung mit Workshops oder Café. Eventuell nachhaltig oder mit Lokalkolorit. Unter’m Strich: die Geschäftsmodelle sollen nicht nur etwas Besonderes sein, sondern auch noch funktionieren. Dafür gibt es mit der subventionierten Miete für zwei Jahre eine Anschubfinanzierung.

Kieler Kiez-Größe gesucht

Unter dem Motte „Kieler Kiez-Größe gesucht“ suchen Verwaltung und Kiel-Marketing nach Interessenten, die sich bis zum 24. Februar bewerben können. „Wir suchen Untermieter*innen, die ein stimmiges, innovatives Konzept vorweisen können, das neben spannenden Produkten ein großes Augenmerk auf Aufenthaltsqualität und Erlebnisorientierung für die Kund*innen richtet“, sagt Janine Streu von Kiel-Marketing.

Eine lokale Gruppe wird die Bewerbungen vorsortieren. Danach entscheiden eine fünf-köpfige externe Fachjury aus Experten für innovative Geschäftsideen gemeinsam mit der Kieler Bevölkerung. Die Kieler können vom 1.-8. März ihr Lieblingskonzept bestimmen. Das Bürger-Voting wird als eine volle Stimme in die Fachjury-Sitzung eingebracht. Voraussetzung für die Gültigkeit dieser Stimme ist, dass insgesamt mindestens 500 Votings eingehen. Die Abstimmung erfolgt online auf www.kieler-innenstadt.de/kiezstimme.

Für und Wider von subventionierten Mieten

In der Ratsversammlung am 20. Januar wurde dieses Projekt kurz im Zusammenhang mit einem anderen Antrag besprochen. Das Grundproblem der Holstenstaße sieht Ratsfrau Schubert (SPD) in den überzogenen Mietvorstellungen der Eigentümer. Ratsherr Dr. Soll (FDP) warnte, dass aus einem kurzfristigen Impuls keine langfristige Mietensubventionierung werden darf. Marcel Schmidt (SSW) verwies dagegen auf die Praxis in Paris, wo bestimmte Läden auf Dauer subventioniert werden, wenn das Angebot gewünscht ist, etwa für die Nahversorgung.

Trotz 15 Neueröffnungen und 15 Zwischennutzungen seit Fertigstellung des Holstenfleets macht die Holstenstraße weiterhin mit vielen Leerständen einen etwas traurigen Eindruck und könnte eine Belebung mit neuen Konzepten gut vertragen.

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Zu den Bedingungen des Ideenwettbewerbs

Bericht über einen ähnlichen Wettbewerb in Viersen, hier stehen die Gewinner schon fest.

Faire Kleidung bei Kosmos in der Holstenstraße

Bombenentschärfung am Mittwoch – Ost- und Westufer betroffen!

Polizeiliche Mitteilung:

Am Mittwoch, den 15. Januar, soll im Bereich der Werftstraße 112 (“TKMS”) eine 500 Pfund schwere britische Fliegerbombe entschärft werden.

Die Bombe liegt auf dem Werftgelände und soll laut Kampfmittelräumdienst in einem schlechten Zustand sein. Sie wurde bei Bauarbeiten gefunden. Die Entschärfung ist am Mittwoch, den 15. Januar geplant und wird aufgrund des Zustandes voraussichtlich zwei bis vier Stunden dauern. Die Spezialisten des Landeskriminalamtes werden eine Wasserschneideanlage verwenden.

Ab 08:00 Uhr werden keine Personen mehr in das betroffene Gebiet gelassen; ab 09:00 Uhr werden alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, dieses verlassen zu haben. Die Entschärfung beginnt gegen zirka 10:00 Uhr, wenn die Evakuierung abgeschlossen ist.

Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass sich die Entschärfung verzögert, wenn noch Menschen in dem Evakuierungsgebiet anwesend sind.

Weitere Details – auch zu den betroffenen Haushalten – entnehmen Sie bitte den aktuellen Informationen der Stadt Kiel unter www.kiel.de/entschaerfung

Von der Evakuierung sind rund 3000 Bürgerinnen und Bürger in 1833 Haushalten betroffen.

Der Schiffsverkehr auf der Förde wird eingestellt werden. Davon betroffen ist auch die “F1” der SFK. Diese verkehrt in der Zeit der Sperrungen nicht zwischen Hauptbahnhof und Reventlow-Brücke.

Auch größere Gebäude wie das des Norddeutschen Rundfunks sind betroffen und müssen evakuiert werden.

Die Polizeidirektion Kiel stellt sich mit starken Kräften auf diesen Einsatz ein.

Betroffene sollten sich auf eine mehrstündige Abwesenheit einstellen und ggf. auch an Verpflegung, Arzneimittel, Babynahrung und ähnliches denken.

Das Evakuierungsgebiet selbst sollte weiträumig umfahren werden.

Sofern kurzfristig eine Ersatzunterkunft erforderlich ist, können Bürgerinnen und Bürger am Evakuierungstag ab 08.00 Uhr die Mensa der Hans-Christian-Andersen-Schule in der Stoschstraße 24-26 (Ecke Ostring) in 24143 Kiel aufsuchen. Sollten Betroffene durch Krankheit behindert oder bettlägerig oder hilfebedürftig sein oder Fragen zur Evakuierung haben, bittet die Stadt Kiel um telefonische Nachricht beim Bürgertelefon der Berufsfeuerwehr Kiel unter 5905-555 und zwar am Dienstag, den 14. Januar, von 14.00 bis 18.00 Uhr und am Mittwoch, den 15. Januar, von 06.00 Uhr bis Evakuierungsende.

Verkehrsunfall mit lebensgefährlichen Verletzungen

Gestern Abend wurde eine 23-jährige Rollerfahrerin bei einem Zusammenstoß mit einem Pkw in der Preetzer Straße lebensgefährlich verletzt. Der 41-jährige Pkw-Fahrer entfernte sich unverletzt vom Unfallort, konnte jedoch kurze Zeit später aufgrund von Zeugenhinweisen ermittelt werden. Mehrere Passanten kümmerten sich bis zum Eintreffen eines Rettungswagens um die Verunfallte.

Nach jetzigem Ermittlungsstand befuhr die 23-Jährige gegen 19:30 Uhr mit ihrem Motorroller die Preetzer Straße in Fahrtrichtung Schwedendamm. An der Kreuzung Iltisstraße wurde sie vermutlich von dem 41-jährigen BMW-Fahrer übersehen, der verbotswidrig vom Schwedendamm kommend nach links in die Iltisstraße abbog.

Nach Zeugenaussagen habe sich der Fahrer des BMW anschließend vom Unfallort entfernt, ohne anzuhalten.

Ein Rettungswagen brachte die lebensgefährlich verletzte 23-Jährige, die ansprechbar war, in Begleitung eines Notarztes in ein Krankenhaus. Mehrere Passanten hatten sich bis zum Eintreffen des Rettungswagens vorbildlich um die 23-Jährige gekümmert, die Unfallstelle abgesichert und sie mit Schirmen vor dem Regen geschützt.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Kiel wurde über die Einsatzleitstelle ein Sachverständiger zur Unfallaufnahme angefordert.

Aufgrund von Zeugenaussagen konnte kurze Zeit später der 41-jährige BMW-Fahrer ermittelt werden, der sich in der Nähe des Unfallortes aufhielt.

Gegen den Mann wurde eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung, wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und wegen unterlassener Hilfeleistung gefertigt. Aufgrund eines Zeugenhinweises besteht auch der Verdacht der Gefährdung des Straßenverkehrs infolge körperlicher Mängel.

Der BMW, der Führerschein und das Smartphone des 41-Jährigen wurden beschlagnahmt.

Soll die Holstenstraße “urbanes Gebiet “ werden?

Die Novellierung des Baurechts würde das Wohnen in der Holstenstraße zulassen. “Urbanes Gebiet” heißt das Zauberwort. Darüber wurde im letzten Bauausschuss (6. Juni) beraten, allerdings nicht abschließend, denn es blieben noch zu viele Fragen offen. Wenn die Holstenstraße oder ein definierter Innenstadtbereich zum “urbanen Gebiet” deklariert würde, könnten Ladenlokale bzw die oberen Stockwerke der zumeist zwei- bis vierstöckigen Gebäude als Wohnraum vermietet werden. „Die Verwaltung wird aufgefordert, die Entwicklung der Holstenstraße oder Teilen hiervon und ggf. weiterer innerstädtischer Lagen (z.B. Gaardener-Post-Areal, alter Markt, Altstadtinsel) zu einem sog. „Urbanen Gebiet“ i.S.v. § 6a BauNVO vorzubereiten”, so heißt es im Antrag der CDU. Die Vorteile liegen auf der Hand: zum einen würde Wohnraum geschaffen werden und zum anderen wäre die Holstenstraße belebter. Die Sache hat aber auch ein paar Nachteile, die zum Teil am Gesetz und zum Teil an der Art der Eigentümer liegen. Dazu gleich mehr.

Der Charme eines urbanen Gebiets

Der von der CDU eingebrachte Antrag ist in seiner Grundidee sehr sympathisch. Man könnte sich eine Holstenstraße vorstellen, in der Leute wohnen, in der sich mehr Gastronomie niederlässt, und vielleicht auch ein kleiner Obst- und Gemüsemarkt oder ein Bioladen. So wie es in der Holtenauer Straße gut klappt. Damit es dazu kommt, müsste allerdings das Mitwirken der Eigentümer erreicht werden. Rainer Kreutz (CDU) betonte die Wichtigkeit einer Konferenz mit den Eigentümern.

Leerstand in den oberen Etagen in der Holstenstraße

Die Holstenstraße ist nicht nur insgesamt von leer stehenden Geschäften geplagt. Auch in den vermieteten Ladenlokalen steht das Obergeschoss häufig leer. Früher wurden diese Räume für das Lager und die Verwaltung gebraucht. Heute geschieht die Verwaltung häufig in der Zentrale, denn die meisten Geschäfte sind Filialen. Lagerhaltung ist weniger umfangreich als früher. Da wäre also Platz zum Wohnen.

Würden die Eigentümer vermieten?

Es macht nur Sinn, aus der Holstenstraße ein “urbanes Gebiet” zu machen, wenn die Aussicht bestünde, dass diese höheren Etagen auch vermietet würden. Damit ist aber eigentlich nicht zu rechnen. Darauf wies Baudezernentin Doris Grondke hin. Diese Ladenlokale gehören Immobilienfonds, manche mit Sitz im Ausland, die an gut zahlende Ketten vermieten wollen oder sonst lieber Verluste von der Steuer abschreiben. Frau Grondke erzählte, dass sie einmal in Kontakt mit Eigentümern trat um ein Ladenlokal für das Zentrum für Baukultur anzumieten. Als ihr die Miete mitgeteilt wurde, fragte sie erschrocken, ob das die Jahresmiete wäre. Nein, das war die Monatsmiete! Wenn die Eigentümer schon kein Interesse haben, ihr Ladenlokal zu einem realistischen Preis zu vermieten, kann man sich vorstellen, wie wenig Interesse sie an der Vermietung von privatem Wohnraum hätten!

Keine großen Verkaufsflächen im urbanen Gebiet

Das Gesetz erlaubt in einem urbanem Gebiet keine Verkaufsflächen über 800 Quadratmeter. Und das wäre in der oberen Holstenstraße zur Zeit auch kein Problem , denn dort gibt es kein Geschäft von dieser Größe in der Holstenstraße. Aber mit der Umdeklarierung der Holstenstraße wäre dann auch ausgeschlossen , dass sich in Zukunft dort ein Geschäft etwa von der Größe des ehemaligen Intersport Knudsen niederlässt.

Das Thema kommt wieder!

In der Diskussion sahen alle Fraktionen Positives an der Idee, aber es gab noch zu viele offene Fragen:

  • Wie lässt sich verhindern, dass Wohnen in der Holstenstraße mehr Autos in die Innenstadt bringt?
  • Will Kiel wirklich auf großflächige Geschäfte in der Holstenstraße verzichten?
  • Würden die Eigentümer überhaupt ein Interesse daran haben, Wohnraum zu vermieten?
  • Wenn Urbanes Gebiet, warum dann nur die Holstenstraße?

Es stellte sich heraus, dass die Expertise der Verwaltung benötigt wird, um dieses Thema abschließend beurteilen zu können. Deshalb wurde der Antrag einstimmig zurückgestellt.

Weiter lesen:

Vor dem Bauauschuss war der Vorschlag der CDU auch schon in der Ratsversammlung beraten worden. Darüber berichteten die Kieler Nachrichten. https://www.kn-online.de/Kiel/CDU-Plan-soll-mehr-Wohnraum-Gastro-und-Supermaerkte-in-Kiels-City-bringen

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Eine Kieler Investorenfamilie kümmert sich

Während die Holstenstraße zur Zeit einen etwas traurigen Eindruck macht, wird die Holtenauerstraße immer attraktiver. Hier finden sich Geschäfte für jeden Geschmack und in einer angenehmen Mischung. Andauernde Leerstände wie in der Holstenstraße sind hier unbekannt. Die Holtenauerstraße ist eine Erfolgsstory. Nicht unwesentlich dazu beigetragen hat eine Familie von Investoren, die Kersigs von Kersig Immobilien.

Drei Generationen Kersig

Dr. Hans Kersig plante nach Kriegsende den Wiederaufbau der unteren Holtenauerstraße, und zwar den Bereich, der heute als Arkaden und Kersighäuser bekannt ist. Entlang der Holtenauerstraße reihen sich kleine Läden aneinander, heute unter einem Arkadendach. Im rechten Winkel zu den Ladenzeilen stehen fünfstöckige Wohnhäuser mit Grünanlagen dazwischen, die Kersighäuser. Nächste Generation: Dr. Peter Kersig (geboren 1933) und Thomas Kersig (geboren 1943) entwickelten das Konzept weiter. Die sichtbarste Veränderung waren die Überdachungen, die 1988 installiert wurden. Sie gaben den Arkaden ihren Namen. Thomas Kersig führte die Geschäfte bis letztes Jahr. Typisch für seine Vorgehensweise ist eine umsichtige Entwicklung. Er gestaltete die Mieten so , dass er auch Mieter fand. ( Im Gegensatz zu den überzogenen Vorstellungen der Besitzer der Holstenstraße , die lieber Leerstand tolerieren als Mieten senken. Die Mieten in der Holstenstraße sind etwa doppelt so hoch wie in der Holtenauerstraße. ) Flexible Mietverträge und Begeisterung für originelle Geschäftsideen führten zu einer lebendigen Einkaufs- und Flaniermeile. In der dritten Generation führen Thomas Kersigs Sohn Philipp Kersig und Peter Kersigs Sohn Jan Christoph Kersig die Geschäfte von Kersig Immobilien fort. Kersig Immobilien verwaltet die Arkaden und darüber hinaus zahlreiche weitere Immobilien in der Holtenauerstraße und am Dreiecksplatz . Teilweise gehören die Immobilien auch der Familie. Diese Erfolgsstory zeigt: es ist möglich, rentabel zu arbeiten und gleichzeitig einen Beitrag zur Lebensqualität der Stadt zu leisten.

Was ist der Reiz der Holtenauer Straße?

In einer kürzlichen Umfrage der Kieler Nachrichten wählten die Leser*innen die Holtenauer Straße unter ihre zehn Lieblingsorte. Was macht den Charme dieser Nebenlage aus? Es ist mit Sicherheit die Originalität und auch die Mischung der Geschäfte. Gefühlt alle 50 Meter ein Café oder Restaurant, dazwischen Boutiquen, ein Spielzeugladen, Floristen, Buchhandlungen, Kunsthandwerk, Fleischer, Obstladen und so weiter. Neben einigen wenigen Ketten sind die meisten Geschäfte Inhaber geführte Unikate. Die Qualität der Waren ist eher hoch, aber nicht übertrieben teuer. Es macht einfach Spaß, auf den Wegen aus gelben Backsteinen zu flanieren und sich von schönen Dingen inspirieren zu lassen.

Die Arkaden feiern 30 Jahre

Vor 30 Jahren entstanden die Überdachungen, so wie wir sie heute kennen. Diese Modernisierung wird vom 24. Mai bis 29. Mai (Sonntag ausgenommen) von Kersig Immobilien gefeiert – mit Kinderbelustigungen und musikalische Darbietungen. Hier das Programm. Auf der Homepage von Kersig Immobilien fand ich eine Fotosammlung , die die Entwicklung von der Trümmerwüste bis heute zeigt. Das ist wirklich ein Grund zum Feiern.

Kurden Demos in Kiel

Kiel: Kurden protestieren gegen Erdogans Offensive.
Kurdische Flashmob-Demonstration am Hauptbahnhof in Kiel

Seit einigen Tagen protestieren Gruppen von Kurden in Kiel flashmob-artig gegen Erdogan und deutsche Waffenlieferungen an die Türkei. Heute gleich dreimal. Das soll noch zwei Wochen fortgesetzt werden, sagte mir ein Demonstrant. Heute um 22 Uhr war es zwischen Sophienhof und Hauptbahnhof wieder soweit. Etwa 50 Kurden stürmten auf die Straße und blockierten beide Fahrbahnen. Kurden Demos in Kiel weiterlesen

Kiel und die NS-Zeit

Die Landeshauptstadt Kiel richtet am 27. Januar 2018 um 14 Uhr eine Gedenkveranstaltung aus zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Rathaus, Raatsaal, Fleethörn 9, Kiel. Eintritt frei.

2018 ist nicht nur 100 Jahre Matrosenaufstand, sondern auch 80 Jahre 1938. Gerrit Schirmer vom Kieler Stadtarchiv erklärte mir, warum 1938 ein besonderes schlimmes Jahr während der NS-Diktatur war. Kiel und die NS-Zeit weiterlesen

Dabke tanzen in der Alten Mu

13. Januar 2018, 15 – 18 Uhr,  Alte Mu , ThinkFarm, Lorentzendamm 8, Kiel.

Dabke ist ein Reihentanz, der in den Ländern des Nahen Ostens beliebt ist. Ich lernte diesen ausgelassenen Tanz kennen, als ich einmal zum Zuckerfest am Ende des Ramadans eingeladen war. Wir feierten auf der grünen Wiese. Die Tische bogen sich unter den Speisen, und nach dem Essen wurde der Ghettoblaster angeworfen, und die Ersten begannen auf der Wiese zu tanzen. Wir deutschen Besucher wurden schnell in die Reihen der TänzerInnen integriert. Dabke tanzen in der Alten Mu weiterlesen