Greenpeace Protest vor Edeka in Suchsdorf


Allgemein, Stadtteile, Themen / 2. Juni 2021

Heute machte Greenpeace Kiel mit einer Plakat-Aktion auf den Verkauf von Billigfleisch bei Edeka aufmerksam. Gegen 11:30 machte sich eine Gruppe von Greenpeace-Aktiven bei Edeka Fiedler in der Doktor-Hell-Straße in Suchsdorf ans Werk: sie klebten Plakate an die Schaufenster und sprühten mit Hilfe von Wasserdruck und Schablonen Aufschriften auf das Parkplatzpflaster. Dies ist Teil einer deutschlandweiten Aktion.

Greenpeace kämpft für bessere Tierhaltung

Für die Tierhaltung gibt es vier Kategorien, wobei die Kategorie 1 die schlechteste ist, und Kategorie 4 die beste. Greenpeace fordert, Fleisch der Kategorie 1 aus dem Verkauf zu nehmen, weil diese nach Ansicht von Greenpeace nicht mit dem Tierschutz vereinbar seien. Es liegt in dieser Sache auch eine Normenkontrollklage beim Bundesverfassungsgericht vor. Dabei geht es um den Platz und die Zustände in den Ställen.

Frederike Haß, Gruppenkoordinatorin der Kieler Greenpeace-Gruppe, erklärt: „Alle Lebensmittelketten außer Edeka, haben einen Plan , wann sie aus der Kategorie 1 aussteigen. Lidl hat einen Stufenplan. Nur bei Edeka soll es keinen Ausstieg geben. „

Sie beschreibt, dass es in der Kategorie 1 weiterhin Praxis sei, dass Ferkel ohne Betäubung kastriert werden. Die Tiere hätten zu wenig Platz, selten natürliches Licht, Antibiotika werden werden prophylaktisch verabreicht, was zu Resistenzen führen kann und auch unserer Gesundheit schadet. Die Kategorie 2 sei nur geringfügig besser als die Kategorie 1.

Die Greenpeace-Plakatierung

Auf einigen Plakaten wird Edekas Werbe-Slogan „Wir lieben Lebensmittel“ ironisch verfremdet zu „Edeka: Wir lieben Billigfleisch, Artensterben, Klimakrise.“ Es geht also nicht nur um Tierwohl, sondern auch um die Problematik des Futtermittelanbaus, vor allem des Sojaanbaus in Brasilien. Die Tierhaltung zerstört Wälder und geht zu Lasten von Artenvielfalt und Insektenvielfalt, erklärt Frederike Haß. Andere Plakate fordern Haltung ins Sachen Tierwohl.

Die Kund*innen , mit denen ich sprach, sahen die Aktion überwiegend positiv. Hier einige Stimmen:

  • Passant 1, : „Finde ich gut. Am besten wäre gar kein Fleisch,“
  • Passantin 2: „Find ich gut, ich esse nur einmal in der Woche Fleisch, dann darf es auch richtiges sein. “
  • Passantin 3 : „Absolut richtig. Ich bin Vegetarierin.“

Ich überhörte ein Streitgespräch zwischen einer Aktivistin und einer Kundin, die wohl nicht wusste, dass Greenpeace ein Verein ist. Sie regte sich auch: „Und was solche Plakate kosten! Das wird von unseren Steuern bezahlt!“ Tatsächlich finanziert Greenpeace alle Aktionen aus Spenden.

Nach etwa einer Stunde fuhr Polizei auf den Parkplatz und beendete die Aktion.

An der Edeka-Fleischtheke

Nach der Aktion sah ich mir mal die Fleischtheke im Edeka an, um mir ein Bild zu machen, wie die Kategorien gekennzeichnet werden. An der Frischfleischtheke sind die Kategorien nicht ausgezeichnet. Ich zeigte auf ein Fleischstück und der Verkäufer, Herr Soltau konnte das als Lamm aus Neuseeland der Kategorie 2 identifizieren. Man muss aber fragen, sonst erschließt sich die Kategorie nicht. Wir machten dann eine Runde zu den Kühlregalen. Das abgepackte Fleisch ist tatsächlich gekennzeichnet, wenn auch oft unauffällig. Kategorie 4 erzielt nur das Biofleisch im Kühlregal. Der Chef der Fleischabteilung schaltete sich ins Gespräch ein, er freut sich auf eine Neuerung im September: Das „Strohschwein“ bekommt besseres Futter und bessere Haltungsbedingungen. Bis jetzt stammt das meiste Fleisch in dieser Filiale – wie auch bei Edeka generell – aus den Kategorien 1 und 2. Also Billigfleisch mit den schlechtesten Haltungsbedingungen.

Gestern begann die Kampagne mit einer Aktion in Hamburg. In Kiel und in anderen Städten sollen weitere Aktionen folgen.

Weiterlesen?

Überblick Kategorien der Tierhaltung

https://www.t-online.de/region/kiel/news/id_90145886/kiel-greenpeace-aktivisten-protestieren-vor-edeka-filialen-gegen-billigfleisch.html

https://www.mopo.de/hamburg/protest-gegen-tierleid-greenpeace-aktivisten-kapern-hamburger-edeka-fassade-31613366

Müllsammeln mit Greenpeace an der Tirpitzmole

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