Kiel: 10 Gründe gegen Flughafen


Allgemein, Stadtteile, Themen / 10. September 2017

Ein breites Bündnis aus Parteien und Vereinen, darunter die Kieler Linken, Grünen, BUND und Attac haben sich zum Bündnis “Wir machen Stadt” zusammengeschlossen und ein Bürgerbegehren  gestartet.  Folgende zehn Punkte nennen sie auf ihrer Homepage als Gründe, den Flughafen Holtenau zu schließen und in  ein mischgenutztes Quartier umzuwandeln.:

Zehn Gründe für die Schließung der Landebahn
Wohnen für viele statt Fliegen für wenige
1.
Kiel wächst! Prognosen des Statistikamtes Nord sagen bis 2030 eine
Einwohnerzahl von 268.000 voraus. Diese Menschen suchen in Kiel einen
Platz zum Leben, an dem sie wohnen und arbeiten können. Die Entwicklung
der Landebahn in Holtenau zu einem mischgenutzten Quartier ist die
größte Chance der Stadtentwicklung
, Kiels Perspektiven auf einen Schlag
nachhaltig zu verbessern.
2.
Der Wohnungsmarkt ist jetzt schon angespannt, so dass es für Menschen
mit kleinen und mittleren
Einkommen immer schwerer wird, bezahlbaren
Wohnraum zu finden. Erforderlich sind Schätzungen zufolge 21.520 neue
Wohnungen. Der im Juni veröffentlichte Sozialbericht macht deutlich,
dass der
Bau öffentlich geförderten Wohnraums
angekurbelt werden muss.
1660 Wohnungsnotfälle gab es zum 31. Dezember 2016 – plus 80 Prozent im
Vergleich zu Ende 2015!
3.
Das Landbahngelände gehört schon zu 90 Prozent der Stadt – ansonsten
gibt kaum eine große zusammenhängende Fläche für die Schaffung von
bezahlbarem Wohnungsbau
,
Wohnprojekte
für gemeinschaftliches Wohnen und
Gewerbe
im Besitz der Landeshauptstadt.
4.
Es können bis zu 1.800 Wohneinheiten entstehen, barrierefrei, ökologisch und sozial
gemischt mit 30 Prozent öffentlich gefördertem Wohnungsbau. Kiel kann die
Grundstückspreise in Holtenau kontrollieren und sozialen Wohnungsbau realisieren. Zwei- bis
vierstöckige Häuser mit viel Grün in verkehrsberuhigter Lage könnten
den Landeplatz in ein
attraktives Angebot besonders für Familien mit
Kindern, Studierende und alle
, die neu nach Kiel kommen, verwandeln. Ergänzende
Wohnprojekte für sozial benachteiligte Menschen könnten helfen, die steigende Zahl der
Wohnungslosen in der Stadt nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig Gettobildungen
vorzubeugen.
5.
Die Entwicklung eines mischgenutzten Quartiers
rechnet sich
auch:
Allein durch eine Vollbelegung der Wohneinheiten flössen pro Jahr 2,3
Mio. Euro aus dem Gemeindefinanzausgleich des Landes in die Kieler Stadtkasse.
6.
Seit 2006 gibt es auf dem Verkehrslandeplatz Holtenau keinen
Linienflugverkehr, seit 2002 keine Neuansiedlung von
flugaffinem Gewerbe mehr. Trotzdem zahlt die Stadt Kiel bis jetzt
jedes Jahr
500.000 Euro
, um das
Defizit
auszugleichen. Die Pacht für 100 Hektar
(ha) Land in bester Lage beträgt einen Euro pro Jahr.
7.
Eine Stadt, die wächst, braucht auch Flächen zum Wirtschaften. Im
September 2016 hat der Oberbürgermeister berichtet, dass spätestens ab
2018 die
Nachfrage nach Gewerbeflächen
das Angebot in Kiel übersteigen
wird. Auf dem Verkehrslandeplatz könnten
40 ha Gewerbefläche mit 2.600
neuen Arbeitsplätzen entstehen. Die Gewerbesteuer käme
der Stadt zu
gute und müsste nicht – wie beim interkommunalen Gewerbegebieten –
geteilt werden.
8.
Die Schließung des Verkehrslandeplatzes ermöglicht auch eine
angepasste Planung mit ganz
neuen Chancen für das benachbarte
MFG-5-Gelände
. Im Verbund kann ein 192 ha großer neuer Stadtteil entstehen, in dem
Wohnen und Arbeiten auf das Beste verbunden werden.
9.
Anstehende Sanierungskosten
für die Landebahn, das
Instrumentenlandesystem und der Flughafenbefeuerung in Höhe von
5,5 Mio. Euro können vermieden werden.
10.
Zu den Organ-Transporten für die Transplantationsmedizin des UKSH
gibt es
Alternativen
. Der Verkehrsflughafen Lübeck-Blankensee und der Militärflugplatz Hohn
(möglicherweise wird er Mitte 2022 geschlossen) können genutzt werden. Weitere
Verkehrslandplätze in der Nähe sind Hartenholm, Neumünster und Rendsburg-Schachtholm
(Quelle: Regionalwirtschaftliches Gutachten Seite 52) Direkt an der Uni-Klinik oder auf dem
Prof. Peters-Platz neben der Hauptfeuerwache Westring/Gutenbergstraße landen schon
heute Hubschrauber mit Organen. Das neue Organ-Care-System (OCS) der Medizinischen
Hochschule Hannover erlaubt längere Transportzeiten für Organe. Das OCS ist ein mobiles
Gerät, in dem Spenderorgane körperwarm transportiert und mit Sauerstoff versorgt werden.
Die Organe bleiben frisch und werden durchduchblutet.

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