Bald Fahrverbote in Kiel?


Allgemein / 8. September 2017

Auf dem Theodor-Heuss-Ring werden die vierthöchsten Stickstoffdioxid-Werte in Deutschland gemessen und zwar auf dem Abschnitt am Barkauer Kreisel. Wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt, die Werte zu senken, sind Fahrverbote für Diesel-PKWs in Kiel wahrscheinlich.

Die Rolle der Deutschen Umwelthilfe (DUH)

Die DUH setzt sich neben anderen Umweltzielen für gesunde Luft in Städten ein. In 16 Städten wurden Rechts- bzw Klageverfahren eingeleitet. In München, Düsseldorf und Stuttgart gaben die Gerichte der DUH Recht. Städte dürfen und müssen sogar dafür Sorge tragen, dass die Anwohner keine überhöhten Stickoxid-Werten ausgesetzt sind, zur Not mit Fahrverboten. Auch gegen Kiel will die Umwelthilfe ein Verfahren einleiten.

Das Kieler Problem

Auf einem 100 Meter langen Teil des Theodor-Heuss-Rings – und zwar an der Stelle, an der die B404 und demnächst eventuell die A21 einmündet –  liegen die Werte dauerhaft und zu Verkehrsspitzen sogar erheblich über den erlaubten Grenzwerten von 40 Mikrogramm. Verantwortlich sind hauptsächlich Diesel-PKWs. Wie wir seit dem Diesel-Skandal wissen, stoßen viele Diesel im realen Verkehr viel mehr Stickoxide aus als im Labor unter Testbedingungen. Die DUH möchte nun, dass die Fahrzeuge so nachgerüstet werden, dass sie die Grenzwerte, die den Kunden versprochen wurde, auch unter realen Bedingungen einhalten. Andernfalls sollen die Innenstädte und Straßen, an denen hohe Werte gemessen werden, für die betroffenen Fahrzeuge gesperrt werden.

In Kiel spielen eventuell auch die Kreuzfahrtschiffe eine Rolle, allerdings ist die Stelle, an der die hohen Werte gemessen werden, doch ein Stück weit vom Hafen entfernt.

Dieselfahrzeuge

Dieselfahrzeuge produzieren zwar 20 % weniger CO2 als Benziner, aber wesentlich mehr Feinstaub und Stickoxide. Dieser Artikel erjklärt , wie der Dieselmotor funktioniert: https://geppbloggt.com/2017/06/20/das-boese-oel/

Abhilfe

Es wurde schon am stark belasteten Abschnitt ein spezieller Asphalt aufgetragen, der Stickoxide absorbieren soll. Hat nicht viel gebracht.

Langfristig helfen würde eine Reduzierung des Verkehrsaufkommen insgesamt, wie es auch vom Masterplan Klimaschutz empfohlen wird.

Ein höherer Anteil an Bezinern und Elektroautos würde ebenfalls gegen die Stickoxide helfen. Allerdings sind Feinstaub und Stickstoffdioxide nur ein Problem unter vielen. Für das Klima ist vor allem CO2 relevant, und der Vorteil, den Diesel gegenüber Benzinern beim CO2 hat, war auch der Grund, warum Diesel staatlich gefördert wird. Ob Elektorautos, die mit konventionellem Strom beladen  werden, in der Gesamtbilanz klimafreundlicher sind, ist umstritten.  Das Problem ist also knifflig.

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