Essbares aus dem Park


Stadtteile, Themen / 28. Dezember 2014

P1040676

Kiels erstes öffentliches Gemüsebeet geht ins vierte Jahr. Es liegt im Grünstreifen zwischen Holtenauer- und Koldingstraße kurz hinter dem Dreiecksplatz. Dieses Jahr wurden vermehrt Kräuter angebaut, da der Wasserhydrant nicht mehr zur Verfügung stand und deshalb Pflanzen gebraucht wurden, die Trockenheit vertragen. Der ursprüngliche Name DenkMal Gemüse passt deshalb nicht mehr so ganz und außerdem hat sich der Ausdruck Rundbeet durchgesetzt.

Im August sah dieses Rundbeet vorübergehend etwas wuschelig aus und angeblich fühlten sich einige Anwohner gestört duch die Wilden Karden, die als Randbepflanzung vor Hunden schützen sollten. Die Pflanzen wurden fast zwei Meter hoch und knickten teilweise nach außen um. Aber nächstes Jahr soll auf die Karden verzichtet werden, weil der Zaun aus Weidenschösslingen mittlerweile gut angewachsen ist.

Besonders rege beerntet wurden Schnittlauch und Oregano. Weniger beliebt waren dagegen Exoten wie Magentaspreen und Pastinaken, vielleicht auch weil sich diese Pflanzen nicht kontinuierlich beernten lassen.

Dieses Beet ist vollkommen öffentlich in dem Sinn, dass wer mag jederzeit jäten, gießen und ernten darf. Wer den Kontakt zu Gleichgesinnten sucht, konnte freitags um 17 Uhr zum Beet kommen. Jetzt ist erst einmal Winterpause. Es hat sich dieses Jahr ein fester Kern von fünf Erwachsenen (und drei Kindern) gebildet, darunter auch eine Familie aus der Nachbarschaft.

Ideeller Rahmen dieses Projekts ist die Transition Town Bewegung aus England, in der es um regionales Wirtschaften geht. Ein zentraler Gedanke ist, dass Leute einfach mit der lokalen Selbstversorgung beginnen, anstatt auf die Politik zu warten. In diesem Sinne soll es auch 2015 weiter gehen mit Kräutern und Gemüse aus dem Park, und die Aktiven freuen sich über alle, die Interesse haben am Rundbeet mitzuwirken..

Nach drei Jahren sieht der Rückblick ganz positiv aus. Fast alle, die eine Zeit lang aktiv am Beet mitgearbeitet haben, sind mittlerweile selber Kleingärtner geworden, weil sie gesehen haben, wie viel Ertrag man auch auf einer kleinen Fläche haben kann und wie viel Spaß das macht. Bestimmt hat das Rundbeet auch unbekannte Spaziergänger inspiriert.

Im Winter treffen sich die Aktiven zum gemütlichen Beisammensein und freuen sich auf die kommende Gartensaison.

Mehr Info unter: rundbeetkiel.wordpress.com

One Reply to “Essbares aus dem Park”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.