Neues Leben in der “Alten Mu”


Kultur, schon länger aktuell, Stadtteile, Themen / 11. Dezember 2014

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Die „Alte Mu“, das ist die ehemalige Muthesius-Kunsthochschule, entwickelt sich zu einem Kreativzentrum für Kiel. Hier einige der Projekte:

Goldeimer bauen angeblich völlig geruchsfreie Komposttoiletten für Festivals, als ökologische Alternative für chemische Klos, die in der für ein Festival anfallenden Mengen eine extreme Belastung für die Kläranlagen darstellen. Die Kompostoiletten sind dagegen ein natürlicher Kreislauf. Nach einem Jahr kann die entstandene Erde wieder ausgebracht werden .www.goldeimer.vivaconagua.org

Werk Statt Konsum ist eine offene Holzwerkstatt. Immer sonntags von 11 bis 16 Uhr kann man hier werken und fachsimpeln. www.werkstattkonsum-kiel.de

Kieler Honig stellt Honig aus dem Kieler Stadtgebiet her und bietet auch eine Marke für andere Stadtimker. www. Kieler-honig.de

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Eine Bürger-Planungswerkstatt entstand in der Folge des Bürgerentscheids für oder gegen die Ansiedlung von Möbel Kraft und Skonto. Geplant ist vor allem eine szenografische Darstellung der Stadt Kiel, also ein mediales Archiv aus Texten, Plänen, Filmen, Fotos und Tönen. Die Gruppe um den Designer Michael Päpke plant im Zentrum des Raums eine große Stadtkarte von Kiel, auf der die Bürger Orte mit Fähnchen markieren können um damit auf  ihre Exponate an den Wänden oder in den Regalen zu  verweisen. Die Beiträge können Zukunftsvisionen sein, aber auch Erinnerungen, historisches Material oder Wertschätzungen von Bestehendem. Beipielsweise könnte eine Person ihren Kleingarten markieren und dazu einen Ordner mit Fotos ins Regal stellen.

Eine Gruppe namens Zen107 bietet Einführungen in de buddhistische Meditaion an und bringt eine spirituelle Note ins Zentrum.

Eine Bierbrauer-Initiative möchte eine lokale Mikrobrauerei entwickeln.

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Das Fahrradkinokombinat zeigt experimentelle Studentenfilme. Der Strom dafür entsteht durch das Treten von Fahrrädern, an die Waschmaschinenmotoren angeschlossen wurden. Manchmal werden auch Vinylplatten aufgelegt. Eine Demonstration des Prinzips gibt es auf https://wettbewerb.yooweedoo.org/fahrradkinokombinat

Die Gruppe Tiefenrausch organisiert kulturelle Veranstaltungen, vor allem im Bereich elektronischer Musik. Diese Gruppe war auch an den Gaardener Kulturtagen dieses Jahr beteiligt .www.kollektiv-tiefenrausch.blogspot.de

Die Leute vom Habitat-Festival bauen ihre Elektroinstallationen hier.

Das Siebdruck-Kollektiv bietet Workshops an, auf denen man lernen kann, T-Shirts zu bedrucken.

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(Foto) Adriana Szymanski im Glückslokal

Der Umsonstladen Glückslokal ist von Gaarden in die Alte Mu gezogen, um für Studenten erreichbarer zu sein. Geöffnet immer Di und Do 13 bis 19 Uhr. Es gibt auch viele besondere Events wie Tauschpartys oder Flohmärkte. Diese Gruppe ist sehr aktiv. Man findet die Ankündigungen auf Facebook: Glueckslokal. Das Prinzip ist gleich geblieben: für 3 Euro Monatsbeitrag kann man zwei Artikel pro Tag mitnehmen. Spenden kann man Textilien, Bücher, Schmuck, Dekogegenstände, Kleinmöbel, eigentlich alle Gegenstände, die nicht zu groß sind.  Sie sollten  sauber, ganz und funktionsfähig sein. Die Betreiberinnen Nina Lage-Diestel und Adriana Szymanski freuen sich auch, wenn Leute Zeit spenden und beim Aufhängen und Einräumen helfen. Während die Räunlicheiten im Gaarden sehr beeingt waren, findet man hier in vier großen Räumen was das Herz begehrt. Das Glückslokal möchte einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten, indem sie hilft, nicht mehr gebrauchten Gegenständen ein neues Heim zu finden, ganz unbürokratisch und unkommerziell.

Die Gebäudeteile, die sich jetzt zu einem Werkstatthaus entwickeln, standen zwei Jahre lang leer. Seit Mai haben sich die Projekte nach und nach angesiedelt. Hausherr ist Dirk Mirow, der Kanzler der Muthesius-Kunsthochsschule. Der Sprecher der neuen Initiativen, Felix Wenning: „ Der Kanzler hat Begeisterung für die einzelnen Projekte. Aber es ist wahrscheinlich nur eine Zwischennutzung.“

Alle Initiativen, ob kommerziell oder ehrenamtlich, haben gemeinsam, dass sie Bewusstseinsarbeit machen und das Konsumverhalten ändern wollen. Außerdem soll das Zentrum ein sozialer Treffpunkt sein. Wichtig sind die Synergie-Effekte untereinander, aber auch der Kontakt zur Bevölkerung.

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