Ausstellung von Thomas Jürs und Robin Romanski


Allgemein, Kultur, Stadtteile / 6. September 2014

 

Vom 8. August bis 11. September zeigen die Künstler Bilder und eine Installation im ehemaligen Schleckermarkt am Vinetaplatz in Kiel-Gaarden . Die heitere Atmosphäre der Ausstellung steht in einem erholsamen Kontrast zum schwierigen Umfeld.

Robin Romanski (38) beschäftigt sich bildnerisch mit verschiedenen Blickweisen auf ein Objekt. Er montiert Zeichnungen in Fotografien und zwar an dem Ort, an dem sie entstanden. So hält ein Gärtner in seinem Garten eine Zeichnung von eben diesem Garten in der Hand. Alle Bilder stammen von einer Südamerikareise. Die Motive sind alltäglich: beim Friseur, vor einer Boutique, in einer Küche. Man erkennt ihre Herkunft eigentlich erst auf den zweiten Blick, weil sie keinen touristischen Klischees entsprechen. Romanskis liebste Ausdrucksform ist eigentlich die Zeichnung, aber in den letzten Jahren kam das Interesse am Digitalen dazu. „Die digitale Nachbearbeitung macht die Zeichnung zu einer Datei und lässt das Foto wie Malerei erscheinen.“ , so der Künstler. Die sehr schönen Zeichnungen wirken kurioserweise authentischer als die vermeintlich objektiven Fotografien.

Ausstellung Thomas Jürs
Thomas Jürs

Die Ausstellung heißt: „Ich die Wand, Du den Raum und andere Beziehungsdramen“. Die vielen Bilder entlang der Wände kontrastieren mit einer raumgreifenden Installation bestehend aus einer Nashorn-Skulptur auf Stroh in einem Zaun aus Paletten. Thomas Jürs (32) hat das lebensgroße Rhinozeros aus Holzstäben gebaut, wodurch das furchterregende Tier beinah grazil wirkt. Jürs studierte an der Muthesiusschule Bildhauerei bei Piotr Nathan und ist jetzt im Masterstudium in der Grafikklasse. Er erzählte, dass er beim Betreten des Ausstellungsraums vor seinem geistigen Auge ein Nashorn sah. Diese Eingebung im Nachhinein interpretierend sieht er eine Parallele zwischen der Kraft des Tiers und des Stadtteils.

Typisch für Jürs Arbeitsweise ist der Bezug zum Ort. Was dann entsteht, überrascht ihn selber. Nachdem er lange abstrakt gearbeitet hatte, entstand 2013 die bekannte „Giraffe“ in der Wik, und nun das Nashorn. Zu dieser Hinwendung zum Figürlichen passt auch sein Sammlung von mittlerweile ca 400 Lampenschirmen in seiner Tenne. Er wohnt auf dem Land.

Es lohnt sich, die Ausstellung zu besuchen. Nur noch bis 11. September, täglich außer Montag, von 14 – 16 Uhr.

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