Russisch-Deutscher Nachmittag


Kultur, Stadtteile / 16. August 2014

Internationaler Russisch-Deutscher Nachmittag

Im Rahmen der Gaardener Kulturtage 2014 fand am 9. Mai ein Internationaler Russisch-Deutscher Nachmittag in St. Matthäus statt. Es kamen etwa 20 Personen, im Alter überwiegend über 50.

Der Pianist Ewgeni Kosjakin spielte zur Einstimmung Beethovens Mondschein-Sonate mit meditativem Anschlag. Danach gab es im Wechsel Gesang und Diskussion bei Kaffee, Tee und Kuchen. Wir sangen Volkslieder auf deutsch, russisch und jiddisch. Uwe Hagge, Pastor von St. Johannes moderierte geschickt die Diskussion. Es war ein überraschend unterhaltsamer Nachmittag mit quirligen Teilnehmern.

In der Diskussion ging es zunächst um die Bedeutung des 9. Mai in Russland, wo die Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs Volksfest-Charakter angenommen haben. In den Redebeiträgen kamen unterschiedliche Erinnerungen zur Sprache. Eine Frau beschrieb, wie sie als Kind diesem Tag entgegen fieberte, weil sie die Parade und das Militärorchester so liebte. Eine andere Frau, deren Familie nach Kasachstan deportiert worden war , schilderte wie sie und andere Kinder von Deportierten die Schulfeiern zum 9. Mai boykottierten. Als Pastor Hagge eine Reflektion über das Thema Krieg und Frieden allgemein anregte, ergab sich zwangsläufig eine emotionale Diskussion über die Ukraine und die nach Meinung eines empörten Teilnehmers einseitige Information durch deutsche Medien.

Die Sozialkirche St. Matthäus ist ein ungewöhnliches Gotteshaus in sofern als hier keine Gottesdienste mehr zelebriert werden. Die Kieler Tafel verteilt hier drei mal in der Woche Lebensmittel. Das Café Feuerherz wird auch genutzt für einmalige und regelmäßige kulturelle Veranstaltungen von ernst (Glaubenskurs) bis heiter (Bingo). Für Andachten steht eine Kapelle im hinteren Bereich zur Verfügung.

Zur Zeit schmücken Gemälde der Künstlerin Ingrid Knoch die Kirche.

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