Hans-Christian-Andersen-Schule


Allgemein, Stadtteile / 16. August 2014
HCA Schule Gaarden
HCA Schule Kiel

Ortsbeiratssitzung Gaarden vom 11. Juni , Thema Stadtteilschule

Die heftigste Diskussion des Abends gab es zum Thema Stadtteilschule. Einige empörten sich, wie man ein so ambitioniertes Projekt ohne Finanzierung auf den Weg bringen konnte. Stadtrat Gerwin Stöcken (Soziales, Wohnen, Gesundheit und Sport) pries das Konzept dagegen als einzigartige kreative Möglichkeit, ein Netzwerk aus Schule und sozialen Initiativen zu knüpfen.

Worum geht es? Die Hans-Christian-Andersen-Schule in der Stoschstraße wird umgebaut. Der Laubengang wird hinter Glas gepackt, es werden energetische und behindertengerechte Veränderungen durchgeführt. Es entsteht eine Mensa mit Freizeiträumen, zwei Bühnen und einem Café, gefördert aus dem Programm „Soziale Stadt“. Für die Menschen, die diese Räumlichkeiten bespielen sollen, wird es allerdings keine zusätzlichen Mittel geben. Das ist der Punkt, an dem sich der Streit entzündet.

Herr Stöcken betonte, dass er den Trägern, die jetzt schon gefördert werden für ihre Arbeit im Quartier, keine Finanzierung wegnehmen will. Er hat alle Beratungsstellen, Dienste und Initiativen aufgefordert, ihre Konzepte dahingehend zu ändern, dass sie in der Schule wirken. Er vertrat einen sehr umfassenden Bildungsbegriff. Nicht nur die ca 400 Schüler, sondern auch ihre Eltern sollen Kompetenzen der Lebensbewältigung erwerben können. So kann er sich z.B. Kochkurse und Schuldenberatung in der Schule vorstellen. An den Runden Tisch eingeladen sind deshalb auch Dienste, die sich nicht in erster Linie um Kinder kümmern.

Alles, was Kinder und Eltern bewegt, soll in die Schule getragen werden. Das ist das Leitbild. Diese umfassende Vision von Schule als Zentrum im Leben von Familien wurde scharf kritisiert. Ein Kraftausdruck fiel. Einige empörten sich in allgemeiner Form über den Mangel eines finanzierten Konzepts. Andere hatte sehr konkrete Fragen. Beispiele: Was, wenn eine Veranstaltung endet, nachdem der Hausmeister gegangen ist? Der Fall könnte häufig eintreten, da die Räume auch für Familienfeiern vermietet werden sollen. Wer putzt? Und wer koordiniert die Aktivitäten?

Stadtrat Stöcken äußerte sich betroffen über die Heftigkeit der Kritik. Er sah auch eine Chance darin, dass er kein fertiges Konzept vorlegt, sondern sich auf den Prozess einlässt.

Es bleibt auf jeden Fall spannend. Im Herbst soll der Umbau abgeschlossen sein. Nach der Kieler Woche soll ausgelotet werden, in welcher Form sich die Träger, die jetzt schon Stadtteilarbeit machen, einbringen können und wollen.

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