Theodor-Heuss-Ring: Land macht Druck


Allgemein, Stadtteile, Themen / 27. November 2019

Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) macht Druck und fordert energische Maßnahmen, um die Stickoxid-Werte auf dem Theodor-Heuss-Ring effektiv zu senken.  „Fakt ist, dass mit den gegenwärtig von der Stadt geplanten Maßnahmen der zulässige Grenzwert für Stickstoffdioxid bereits im Jahr 2020 nicht einzuhalten sein wird……Entweder muss sie sich zur Umleitung alter Diesel-Pkw bekennen oder umgehend wirksame Alternativmaßnahmen ergreifen”, so zitieren die Kieler Nachrichten den Minister. https://www.kn-online.de/Kiel/Lutreinhalteplan-fuer-Kiel-Land-viel-pessimistischer-als-die-Stadt

Besonders belastet sind etwa 190 Meter des Theodor-Heuss-Rings westlich vom Barkauer Kreuz. Hier wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm deutlich überschritten. Ein Grenzwert ist übrigens ein Wert, der eigentlich nie erreicht werden sollte. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.

Am Montag erhielt die Stadt den neuen Luftreinhalteplan vom Ministerium. Er wurde noch nicht veröffentlicht.

Druck macht auch die Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Hier geht es allerdings nicht voran. Diese Klage liegt seit einem Jahr beim Oberverwaltungsgericht.

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer möchte keine Fahrverbote. Würde er sich noch weigern, wenn das Umweltministerium darauf besteht?

Ein Dieselfahrverbot würde die Werte unter 40 Mikrogramm bringen, da sind sich die Experten einig. Andere Maßnahmen wären Tempo 30 , Absauganlagen und Sperrungen von weiteren Zufahrten.

Die Stadt hat schon Regelungen in Kraft gesetzt, die den Verkehr verringern sollen:

  • Tempo 50
  • mehrere Zufahrten wurden gesperrt
  • der LKW:Verkehr wurde umgeleitet

Diese Maßnahmen reichen aber in der Praxis nicht aus, um die Stickoxide unter den Grenzwert zu bringen. Für 2021 rechnet das Umweltministerium sogar mit Werten von 50 Mikrokgramm, wennn die Maßnahmen nicht verschärft werden.

Minister Albrecht hält ein Dieselfahrverbot als zumutbar für die umliegenden Straßen. Sie würden zwar durch Ausweichverkehre zusätzlich belastet, aber die Grenzwerte würden nicht überschritten.

Während Ulf Kämpfer Fahrverbote nach Möglichkeit verhindern will, sieht Jan Philipp Albrecht Fahrverbote als zumutbare Maßnahme. Am Donnerstag treffen sich die beiden zu einem Gespräch. Konfliktstoff gibt es ausreichend.

(Foto: Messgerät der Firma Purevento auf dem Theodor-Heuss-Ring)

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