Fröbelschule macht mit bei Mentor-Projekt


Allgemein, Kultur, Stadtteile / 20. November 2018

Über das Mentor-Projekt sucht die Kieler Fröbelschule Ehrenamtliche, die mit den Kindern der Grundschule gemeinsam lesen. Es sollen feste Beziehungen entstehen. Jede Lesementor*in arbeitet mit einem Kind oder einer kleinen Gruppe von Kindern. Diese Begegnungen finden vormittags in der Schule in einem ruhigen Raum statt. Vielleicht in der Leselounge, wo die Schulassistentin eine kleine Bibliothek betreut.

Ideal wären 300 Mentor*innen, für jedes Kind eine! Denn der Bedarf ist groß. Schulleiter Gerd Kleine-Bley bedauert, dass Bücher für die Kinder heute keinen so großen Stellenwert mehr haben wie für ihn früher. Als der OB Dr. Ulf Kämpfer am 16. 11. zum bundesweiten Vorlesetag in die Fröbelschule kam, fragte er die Kinder nach ihren Wünschen. Ganz oben auf der Wunschliste stand Unterhaltungselektronik, etwa Handys oder Playstations.

Lesen ist ein großes Thema an der Gaardener Grundschule. Der Schulleiter bezeichnet Lesen als “das Tor zur Welt”. Nur wer sicher lesen kann, wird erfolgreich in der Ausbildung und im Beruf sein. Außerdem kann Lesen eine große Freude und Bereicherung sein.

Gerade in Gaarden, diesem von Migration geprägten Stadtteil, hat Lesen auch noch die Funktion, dass sich die Deutschkenntnisse verbessern würden. An der Fröbelschule haben 70 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund. Deutsch ist nicht ihre ersten Sprache. “Sie haben erheblich mehr Mühe. Wenn sie mehr lesen würden, würde sich ihr Deutsch schnell verbessern.” Deshalb ist Lesen gerade für diese Schule eine Schlüsselqualifikation. “In Anlehnung an Donald Trump könnte man sagen: lesen first” , so der Schulleiter. Deshalb fördert er auch Events wie den Vorlesetag oder den Lesetag, an dem sich alles ums Buch dreht. Als eine Lehrerin an der Schule vom Mentor-Projekt erfuhr, war klar, dass die Schule sich anmeldet.

Wie groß die sprachlichen Defizite im Stadtteil sind, zeigte sich gerade bei den Anmeldungen für das nächste Schuljahr. Herr Kleine-Bley hatte sich einen kleinen Deutschtest ausgedacht. Die Kinder sollten etwa zehn sehr bekannte Tierfiguren , die auf seinem Tisch standen, benennen. Etwa die Hälfte der in Gaarden geborenen Kinder, die auch drei Jahre im Kindergarten gewesen sind, konnten die Tiere nicht sicher benennen. Das hat ihn auch selber überrascht. Es zeigt, dass es schwierig ist, für Kinder, die in Gaarden aufwachsen, Deutsch zu lernen. Vermutlich weil es in den Kindergärten so wenig Kinder mit Deutsch als Muttersprache gibt.

Um so wichtiger, dass sich viele Ehrenamtliche melden, um mit den Kindern der Fröbelschule gemeinsam zu lesen . Ob Bilderbuch oder Kinderroman, rund um die Lektüre können die Lesepartner sich auch unterhalten. Dann wird das Lesen nicht nur ein Tor zur Welt sondern auch zur Selbstwahrnehmung.

Anmeldung unter Mentor-Projekt: Tel: 0431 709 99 19 (donnerstags 15.30 bis 17.30 und freitags 10 bis 12 Uhr). Mehr Info www.mentor-kiel.de . Es nehmen auch andere Kieler Schulen an diesem Projekt teil.

Die Fröbelschule hat mir von der Atmosphäre her sehr gut gefallen. Heitere Räume, saubere Toiletten! An diesem Freitag Mittag begegneten mir fröhliche Kinder, freundliche Lehrer*innen, ein sympathischer Schulleiter. Die gute Stimmung  hing vielleicht auch mit dem Beginn des Wochenendes zusammen , und somit war es nur ein Moment-Eindruck. Aber ein sehr positiver.

(Das Foto zeigt den Schulleiter vor einer eigenen Zeichnung.)

Einige weitere Artikel über Kieler Schulen: https://kielaktuell.com/2018/03/02/die-garten-ag-der-betreuten-grundschule-muhliusschule/

Für saubere Toiletten an Kiels Schulen

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