Kiel – Hörnbebauung


Allgemein, Stadtteile, Themen / 25. Februar 2017

“Ein buntes Quartier mit ansprechender Architektur” könnte auf der Kieler Hörn entstehen, sagte Felix Schmuck (Referent des Bürgermeisters), als er die Pläne für eine Hörn-Bebauung im Ortsbeirat Gaarden vorstellte. Halle 400, Telekom-Gebäude und Germania-Hafen, dazwischen Parkplätze und Brache, so sieht das ehemalige Werft-Gelände zur Zeit aus. Hier soll die Kai-City mit 320 Wohneinheiten und Gewerbe entstehen. Fest eingeplant ist auch schon der Neubau der Investitionsbank Schleswig-Holstein.

Um Betonklötze und andere architektonische Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, formulierte das Kieler Dezernat für Stadtentwicklung architektonische Leitlinien als Vorlage für einen Architektenwettbewerb. Eine Auswahl:

  • Autoarme Straßen
  • autofreie Wasserkante
  • Die Häuser sollen sich voneinander unterscheiden.
  • Ziegelsteine sollen dominierender Werkstoff sein , aber aufgelockert durch andere Materialien. (“Bitte rote Backsteine, keine Klinker”, so Bruno Levtzow, Vorsitzender des Ortsbeirats.)
  • Arkaden an der Wasserkante
  • Die Erdgeschosse sollen gewerblich genutzt werden. Auch Ateliers und alternative Projekte sind denkbar.
  • Baumreihen
  • 5-7 Geschosse

Der Ortsbeirat Gaarden hatte einige Kritikpunkte:

Bedauert wurde das Fehlen von Grünflächen und Spielplätzen und die insgesamt sehr kompakte Bebauung. Schmuck bezeichnete den Sanierungsplan von 1991 aber als gesetzt. Da lässt sich anscheinend nichts mehr ändern.

Ralf Schrem vom Ortsbeirat meinte, es könne schwierig werden, die Erdgeschosse mit Gewerbe zu füllen.

Ein anderes banges Thema war die Anbindung an Gaarden. Wird die Kai-City nicht nur verwaltungstechnisch sondern auch im gelebten Alltag zu Gaarden gehören oder werden sich die Bewohner mehr nach dem Westufer orientieren? Ich bin die Strecke vom Vinetaplatz bis zur Hörn in 20 Minuten zu Fuß gelaufen. Die Entfernung zum Gaardener Zentrum ist also kein Thema. Interessanter ist in diesem Zusammenhang die Miethöhe. Hier konnte Herr Schmuck aber keine Aussagen machen, da dies von den Bauherren abhänge.

Eine Stimme aus dem Publikum warnte vor steigenden Mieten in Gaarden durch die Hörn-Bebauung “Die Kai-City ist der Einstieg in die Gentrifizierung von Gaarden. “, so die Einschätzung dieses Besuchers.

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