Die offene Holzwerkstatt in der Alten Mu


Allgemein / 8. Dezember 2021

Werk Statt Konsum (WSK) ist eine offene Holzwerkstatt in der Alten Mu am Lorentzendamm. Zu den Öffnungszeiten könnt ihr dort an eigenen Projekten arbeiten. Manche Leute bringen kaputte Stühle oder Schubladen mit, viele kommen nur mit einer Idee oder lassen sich inspirieren vom Holz, das in der Werkstatt gelagert wird.

Beispiel: kürzlich retteten Simone und ein anderer Mitstreiter Pitchpine-Dielen von einem Hausabriss. Daraus bauten Nutzer der offenen Holzwerkstatt einen Couchtisch. Ob Lampe, Schilder oder das Wappen des Hauses Slytherin aus dem Harry-Potter-Universum, die Bandbreite der Arbeiten ist so groß wie euer Ideenreichtum.

Ich traf mich mit Simone Hofeditz aus dem Vorstand und einem Tischler, der Kalle genannt werden möchte, in den großzügigen Räumen, die seit meinem letzten Bericht auch besser ausgestattet sind. An Werkzeugen ist alles vorhanden, was der Hobbytischler benötigt. An den sechs Werkbänken kommt man sich auch nicht ins Gehege bei der Arbeit.

Simone und Kalle „retten“ so manche Holzmöbel und Holzteile aller Art vom Sperrmüll, die dann zum Werken gekauft werden können. Durch diese Holzverkäufe, ein geringes Nutzerentgelt und durch Spenden finanziert der Verein die Miete für die Räume in der Alten Mu.

Arbeit mit alten Materialien

Beide betonen, dass die Arbeit mit Holzresten aufwendiger ist, als mit neuem Holz. Denn oft müssen alte Materialien erst einmal in eine Form gebracht werden, mit der sich arbeiten lässt. Aber es gehört zum Nachhaltigkeitskonzept der Werkstatt, dass dieser Aufwand als sinnvoll gilt.

Auf dem Foto oben seht ihr Simone mit einem Stuhl vom Sperrmüll. Sie lockert die Stuhlbeine, wird die Löcher säubern und mit Knochenleim wieder zusammenfügen.

Kalle (Foto oben) hat aus dem Kopfteil von einem Bett Frühstücksbretter gemacht, jeweils mit einem Loch für das Ei. So lebt das möglicherweise 100 Jahre alte Eichenholz weiter, wenn auch in anderer Form.

„Wir wollen Leute ermutigen, sich auszuprobieren“, so beschreibt Simone den Bildungsauftrag des Vereins. Sie versteht die Begriffe „Erfassen“ oder „Begreifen“ ganz wörtlich. Das Erschaffen von Objekten aus Holz ist sinnlich und bodenständig. Kalle greift diesen Gedanken auf: „Immer mehr Leute machen Yoga und immer weniger schaffen es, eine Lampe an die Decke zu schrauben.“ Beide haben das Gefühl durch die Workshops, die sie mit Kindern machen, dass Kinder heute handwerklich weniger können als früher, weil Werken oder Handarbeit in der schulischen Ausbildung eine abnehmende Rolle spielt.

Es ist nicht nur nachhaltig, alte Möbel zu reparieren oder zu recyclen, sondern wahrscheinlich wird man auch mehr Wertschätzung für ein selber gebautes oder repariertes Teil haben und es weniger schnell wegwerfen. Der Stolz auf die eigene Arbeit und Kreativität kann so zu mehr Zufriedenheit mit den eigenen Dingen führen.

Neubeginn nach dem Lockdown

Die Pandemie war sehr schwierig für den Verein. Nach insgesamt über einem Jahr Lockdown war es nicht so einfach, wieder in die Gänge zu kommen, auf sich aufmerksam zu machen. Auch finanziell war es eine Herausforderung. Aber nun wächst der Verein wieder und es kommen langsam wieder mehr Leute in die Werkstatt.

Wenn ihr eine Idee für ein Projekt habt, oder etwas reparieren möchtet, kommt vorbei, schaut euch um und lasst euch beraten. Etwas mit den eigenen Händen herstellen kann sehr befriedigend sein.

Die Öffnungszeiten sind derzeit donnerstags von 16 – 20 Uhr und sonntags von 12 – 16 Uhr. Bitte schaut auf die Website für die Corona-Maßnahmen: https://www.werkstattkonsum.de/aktuelles/

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