Ein kleines Permakultur-Paradies an der Alten Mu


Allgemein / 11. Juli 2021

Gerade hat Mathias Semling Salat für das Essen gesammelt, das die Free Soul Kitchen für die Aktiven an der Alten Mu vor Ort zubereitet. Das ist der Permakultur-Kreislauf-Gedanke in Aktion: nichts wird verschwendet und der Wert der Pflanzen wird erkannt, auch der Wert, die sie in einer Mischkultur für einander haben. Alles wächst hier sehr üppig und von manchem gibt es zuviel: Beispiel Zitronenmelisse, sie wurde zu Sirup verabeitet.

Große Kompostmieten sichtbar im Eingangsbereich beweisen den Respekt, den die Permakulturgärtner*innen dem grünen Abfall erweisen. Aus rausgerupftem Kraut und Astschnitt wird Humus, der dann auf die Beete kommt, und dieser Vorgang wird nicht etwa im hinteren Bereich versteckt sondern ist beinahe das zentrale Heiligtum.

Thema Essbare Stadt

Im gärtnerischen Vordergrund stehen essbare Pflanzen: Kürbisse ranken sich um gigantische Sonnenblumen, alle möglichen Kohlsorten wachsen zwischen Blumen, Kräuter genießen die Sonne im Innenhof, Beerensträucher und Holunderbäume wachsen im Außenbereich. Typisch für diesen Garten sind die verschiedenen Beetformen: Hügelbeete, Terrassenbeete, Kräuterspirale, Wabenbeete, flache Beete. Besonders schön im Frühsommer ist der Waldgarten, wenn Akelei und Glockenblumen unter Holunderbäumen und Kiwis blühen. An sonnigen Ecken bekommen die Bienen ein Blumen-Büffet direkt vor dem intensiv genutzten Bienenhotel. Insgesamt ist das Areal mit vielen und teils großen Bäumen eher schattig. Den Kartoffeln macht es nichts aus.

Und was ist mit dem Unkraut?

Die Permakultur versucht, Zustände des Gleichgewichts herzustellen. Das klappt aber nur, wenn sehr durchsetzungsstarke Wildkräuter wie Giersch und Butterblume in ihre Schranken gewiesen werden. Andererseits können Wildkräuter auch eine wichtige Funktion haben. An einer Stelle, die aus baulichen Gründen aufgebuddelt wurde, hat Mathias als erstes Vogelmiere eingesät. Hauptsache kein nackter Boden. „Jeder Eingriff bedeutet ein neues Ungleichgewicht,“ sagt Mathias Semling. Dennoch muss manchmal behutsam eingegriffen werden. Das ist die eigentliche Kunst des Permakulturgärtnerns.

Mitarbeit wechselhaft

Mathias Semling vom Verein Permakulturzentrum ist Inspirator und Leiter der Garten AG an der Alten Mu, mit halber Stelle auch ganz professionell im Einsatz . Ihm zur Seite steht ein Team von insgesamt 28 Ehrenamtlichen, allerdings sind nur etwa fünf Personen regelmäßig aktiv. Corona traf das Projekt doch ziemlich hart, weil es keine gemeinsamen Termine geben konnte und deshalb auch keine öffentlichen Aufrufe erfolgten. Dabei hat gerade die gemeinsame Arbeit Spaß gemacht und das kooperative Lernen begünstigt. Zur Zeit wird die ehrenamtliche Arbeit so organisiert, dass Interessierte am besten mit Mathias direkt Kontakt aufnehmen (mathiassemling@gmx.de), und sich dann mit ihm treffen. Besonders schön ist es, wenn Aktive Lust bekommen, ein eigenes Beet zu betreuen.

Verein Permakultur macht noch mehr.

Mathias Semling ist Mitglied im Kieler Permakulturzentrum (Die Website Permakulturzentrum.org ist noch im Aufbau). Dieser Verein betreut auch eine Streuobstwiese und engagiert sich im Ellerbeker Life-Garten. Neuerdings macht der Imker Sven Petersen naturnahe Bienenbetreuung, bei der nur die erste Tracht entnommen wird.

„Permakultur ist die Lösung für die Probleme der Neuzeit, denn wir müssen mit der Natur anstatt gegen sie arbeiten“, sagt Mathias Semling.

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https://www.mein-schoener-garten.de/permakultur-0

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