Fahrraddemo gegen A21 und Südspange


Allgemein / 24. April 2020

Viele der rund 70 Teilnehmenden hatten sich Abstandshalter an die Fahrräder montiert, teils zum Aufhängen der Plakate, teils wegen der Corona bedingten Abstandsregeln und teils um auf den fehlenden Platz für Fahrräder aufmerksam zu machen. “Gerade jetzt sind viele Menschen besonders auf ihr Fahrrad angewiesen. Gleichzeitig hat der motorisierte Verkehr in Kiel um 40% abgenommen. Zeit, Fahrstreifen umzuwidmen!”, das war eine der Forderungen.

Demonstrieren ist ein schwieriges Unterfangen in diesen Corona-Zeiten. TKKG (Turboklimakampfgruppe) haben es trotzdem gewagt und zu einer Fahrraddemo mit Abstandshaltern aufgerufen – auf der B404, einer der Hauptverkehrsadern, die Kiel mit dem Umland verbinden! Die Demonstration wurde vom Ordnungsamt genehmigt, allerdings nur auf einer Fahrbahn. Das bedeutete dennoch eine de facto Sperrung der B404 in einer Richtung, da die B404 auf dem genehmigten Stück nur zweispurig verläuft.

Kein Straßenbau im Kieler Süden!

Mit dieser Demonstration sollte vor allem gegen den geplanten Straßenbau im Kieler Süden protestiert werden. Im Aufruf heißt es: “Die Planungen am Ausbau der B404 zur A21 und Bau der vierspurigen Anbindung nach Gaarden, der sogenannten Südspange, durch den Kieler Grüngürtel gehen auch in Coronazeiten weiter. Um diese verfehlte Planung in Kiel zu verhindern, werden wir auf eben jener Bundesstraße einen in der Planung vorgesehenen Streckenabschnitt mit unseren Fahrrädern abfahren und uns die Straße zurückerobern. Wir schließen uns damit den Forderungen zum Stopp der Straßenbaupläne im Kieler Süden des Bündnisses “Vorfahrt für den Klimagürtel” an.”

Folgende Punkte werden im Aufruf genannt:

  • Wo bleibt die klimagerechte Verkehrswende?
  • Die Straßenbaupläne verletzen Ökosysteme.
  • Die betroffenen Kleingärten , Wiesen und der Wald sind Orte der Naherholung.
  • Die meisten Autos verbrennen fossile Treibstoffe und erzeugen CO2.
  • Der Autoverkehr erzeugt Feinstaub, der die Lunge schädigt.

Nicht alle durften mit

Der Demonstrationszug setzte sich am Barkauer Kreuz in Bewegung. Von den etwa 70 Teilnehmer*innen ließ die Polizei nur die Hälfte durch, was schwer nachzuvollziehen ist, da die B404 in jedem Fall in einer Richtung gesperrt wurde. Die ausgeschlossenen Fahrräder kamen dann aber auf einem Umweg durch den Wald wieder dazu, sodass die Gruppe vollzählig an der Abbiegung Richtung Meimersdorfer Moor angelangte. Hier sammelte sich die Truppe und es gab wiederum Diskussionen mit der Polizei, obwohl durch diese Sammlung eigentlich keine Verzögerung eintrat. Die Ersten warteten hier lediglich auf die Langsameren.

Diese Demo versteht sich auch als eine Aktion im Rahmen des von Fridays for Future ausgerufenen Klimastreiks. Diese Klimastreiks haben in Kiel in der Vergangenheit tausende von Leuten auf die Straße gebracht und konnten aufgrund der Corona-Krise ebenfalls nicht in der üblichen Form stattfinden.

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Aufruf von tkkg

A21 – Anwohner informieren sich

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