Drittes Parklet in Kiel


Allgemein, Themen / 19. Oktober 2018

Die drei Parklets sind vielleicht der zaghafte Beginn eines neuen Trends. Als Parklet bezeichnet man Parkraum, der die Genehmigung für eine längerfristige andere Verwendung hat. Anstatt parkender Autos kann hier die Außenterrasse eines Lokals sein, oder ein mit Blumenkübel begrünter kleiner Park. Ob gewerblich oder öffentlich – auf jeden Fall ist ein Parklet ein Stück Straße, das nicht mehr als Autoabstellfläche zur Verfügung steht.

Parklet Medusastr. 7

Das neueste Parklet entsteht in der Medusastraße 7, neben dem Bioladen BioGaarden. Es ist besonders insofern, als es öffentlich ist. Thilo Pfennig, der Geschäftsführer des BioGaardens, beantragte das Parklet bei der Stadt. Nach ein paar Wochen erhielt er die Genehmigung. Zusätzlich beantragte er beim Verfügungsfond Geld für den Aufbau von Sitzgelegenheiten. Die Initiative Werk Statt Konsum und andere Helfer bauten aus Europapaletten eine Sitzlandschaft. Am 22. Oktober (11 -14 Uhr) ist Einweihung und danach können sich ermattete Passant*innen dort ausruhen. Bei Bedarf können natürlich auch koffeinhaltige Getränke, Obst und Knabberzeug aus dem Bioladen zur Regeneration beitragen. Muss aber nicht sein. Die Genehmigung läuft auf jeden Fall bis Ende Juli 2019.

Parklet Hansastr. 2

Kiels ältestes Parklet befindet sich in der Hansastraße 2 und dient als Außenterrasse für das Biocafé Hansa II. Hier beobachtete ich, dass Autos in zweiter Reihe parken. Nicht ganz im Sinne des Erfinders. Vielleicht eine Erweiterung beantragen?

Parklet Elisabethstr. 30

Ebenfalls gewerblich genutzt wird ein sehr großes Parklet in der Elisabethstraße 30 vor dem Schnellrestaurant Agora. Neben Döner gibt es hier frische türkische Küche. Der Besitzer Ömer Yildirim möchte den Imbiss Schritt für Schritt zum Restaurant ausbauen. Dazu passt der kupferne Holzkohlegrill aus der Türkei ebenso wie die energetische Renovierung für die Agora die Gaardener Klimaplakette erhielt. Das Parklet wird als Außenterrasse genutzt . Herr Yildirim holte sich die Unterstützung des Gaardener Wirtschaftsbüros und stellte sein Projekt im Ortsbeirat vor. Er erhielt von der Stadt die Genehmigung für ein halbes Jahr. In der Hoffnung auf Verlängerung kaufte er Tische, Stühle und Sonnenschirme – ohne Aufdruck. Denn das war die Bedingung: keine Werbung.

Alle drei Parklets erobern sich ein Stück Straße zurück. Das passt auch gut zum Kieler Masterplan Klimaschutz, denn eine der dort vorgeschlagenen Maßnahmen ist die Parkraumverknappung. Und außerdem macht ein Parklet die Straße gemütlicher.

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