Bauauschuss Juni 2018


Allgemein / 17. Juli 2018

Im letzten Bauauschuss ging es u.a. um die Erweiterung des Ostseekai-Terminals, die Bebauung des Parkplatzes Droysenstraße und um die Verringerung von Parkplätzen.

Seehafen Kiel

Die Kreuzfahrtschiffe, die Kiel anlaufen, befahren die Ostsee, oder fahren nach Island oder Norwegen. Die Schiffe werden größer, sie bringen mehr Passagiere und es kommen mehr Schiffe. Gab es 2005 erst 95 Anfahrten, sind es 2018 schon 165 Anfahrten. Tendenz steigend. Zur Zeit werden die Passagiere am Ostseekai in einem großen Zelt abgefertig. Geplant ist ein festes Gebäude mit öffentlicher Terrasse, Warteraum oben und Gepäckausgabe unten. Die Seemannsmission bliebt erhalten. Die Kosten werden auf 7,5 Millionen geschätzt. 2019 soll der neue Terminal fertig sein.

Autostellplätze in Baugenehmigungsverfahren

Die Landeshauptstadt Kiel verfolgt mit dem Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ das Ziel, geeignete und verfügbare Nachverdichtungspotentiale innerhalb des Siedlungsgefüges mit Wohnungen zu bebauen bzw. bebauen zu lassen. Eine Siedlungserweiterung in den Außenbereich wird eher nachrangig verfolgt. Innerhalb des verdichteten Innenbereiches ergibt sich bei der Unterbringung erforderlicher Stellplätze oftmals ein Raumproblem, da auf Wohngrundstücken oftmals Bau-, Frei- und Stellplatzflächen in Nutzungskonkurrenz zueinander stehen. “ so steht es im Antrag.

Bislang gelten folgende Richtzahlen:

  • für frei finanzierten Geschossbau ein PKW-Stellplatz pro Wohneinheit, also im Verhältnis 1:1
  • für sozial geförderten Wohnungsbau 1: 0,7

Der vom Bauamt eingebrachte Antrag sieht vor , diese Richtwerte zu reduzieren. Für frei finanzierten Wohnungsbau auf 1: 0,7 und für Sozialwohnungen auf 1: 0,3.

Außerdem werden Kompensationsmöglichkeiten vorgeschlagen. Ein Carsharingplatz könnte so viel wert sein wie fünf Einzelstellplätze. Auch Maßnahmen, die die Elektromobilität und das Fahhradfahren begünstigen, können den Bedarf an Stellplätzen kompensieren.

Dieser Antrag wurde zurückgestellt. Interessant war die Diskussion dennoch. Sigrid Schröter sagte für ihre Partei: “Die CDU will jetzt nicht die Zahl der Parkplätze herunterschrauben.” Es sei eh schon alles zugeparkt . Außerdem wies Frau Schröter darauf hin, dass viel gebaut wird und dadurch viele Autos dazu kämen. Denn die neuen Bewohner hätten auch alle ein Auto.

Ganz anders sah das Arne Langniss von den Grünen: “In drei bis vier Jahren werden auch die Benziner als zu dreckig gesehen werden.” Stellplätze für Autos hält Langniss für ein Verschwendung von Ressourcen, zumal Parkhäuser leer stünden.

Baudezernentin Doris Grondke verteidigte den Antrag mit zwei Argumenten. Zum einen hofft die Verwaltung auf ein geändertes Mobilitätsverhalten in Richtung mehr Bus- und Fahrrad und weniger Auto Fahren. Dadurch würde weniger Parkraum benötigt. Man könnte dieses Argument aber auch anders interpretieren. Parkraumverknappung macht Autofahren unattraktiver.

Frau Grondkes anderes Argument ist die Erleichterung von Bautätigkeit. Es wäre leichter, Bauvorhaben zu genehmigen, wenn die Bauherren weniger Stellplätze vorhalten müssten. Aus dem Antrag geht hervor, dass gerade die Stellplatzfrage heftig verhandelt wird. Wohlgemerkt handelt es sich bei den Richtwerten nicht um starre Vorgaben, sondern um das in Kiel Übliche und Gewünschte.

Im schriftlichen Antrag wird die gewünschte Parkplatzverknappung auch mit dem Kieler Masterplan Klimaschutz begründet.

Der Antrag wurde vertagt auf den nächsten Bauauschuss.

Parkplatz Droysenstraße

Auch anhand dieses Bauprojektes drehte sich die Diskussion im Bauauschuss um das Thema Parkplätze. Der Parkplatz, um den es geht, liegt im Dreieck Waitz-, Droysenstraße und Knooper Weg. Im Zuge der Bebauung fallen 80 Parkplätze weg, die nicht nur von Anwohnern genutzt werden. Wiederum griff Frau Schröter von der CDU das Thema Parkraumverknappung auf. “Die Leute in den neuen Wohnungen werden auch Autos haben.” Arne Langniss (Grüne) wies dagegen auf die sehr günstige Innenstadtlage hin. Die Holtenauer Straße ganz in der Nähe hat die größte Busdichte von ganz Kiel. Wer hier wohnt, bräuchte eigentlich kein Auto.

https://kielaktuell.com/2016/01/21/adieu-parkplatz-knooper-weg-ecke-waitzstrasse/

Hörn-Bebauung

Christoph Ahlhaus von der DIP (Deutsche Immobilienprojektentwicklung) stellte sein Konzept für die Hörnbebauung vor. Wo sich jetzt ein Parkplatz auf der Brachfläche befindet, werden 250 Wohnungen entstehen, mit 250 Parkplätzen. Die Gebäude sind 6-geschossig im Klinkerbau. Für den Bereich am Wasser wird es einen Architekten-Wettbewerb geben. Die Architekten versprechen, dass der Stadtteil ein Schmuckstück werden soll. “Die Leute sollen sagen, ich gehe gerne hier durch.” Noch handelt es sich bei den Planungen um Vorüberlegungen, nichts ist beschlossen.

Andere Kieler Bau-Projekte

Die Baugenehmigung für Möbel Kraft vertagt sich weiter. Es hängt jetzt am Entwässerungskonzept, das nachgebessert werden muss.

Das Bauvorhaben Fleethörn ist zur Zeit ein Bauruine, weil der Bauleiter in ein Insolvenzverfahren ging.

Für den Hotelneubau am Exer wurde die Baugenehmigung erteilt.

Die Baugenehmigung für das Kaufhaus Primark am Bootshafen schreitet voran. Hier gibt es noch finale Abstimmungen in Bezug auf die Fassade.

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