Helfen wird schwer gemacht

Nach Kiel kommen zur Zeit hauptsächlich Transitflüchtlinge. Gestern waren es über 500 , die am Kieler Hauptbahnhof ankamen. Die freiwilligen Helfer, die sich um diese Flüchtlinge kümmern, stoßen zur Zeit auf vielerlei Schwierigkeiten.

Die Leute, die seit Anfang September einen Infostand für Flüchtlinge im Hauptbahnhof betreiben, durften bis vor drei Tagen noch Kaffee, Tee, Wasser und Sandwiches verteilen. Aber der Bahnhofchef wollte das nicht mehr. Stand der Dinge heute Nachmittag war, dass sie nur noch informieren dürfen.

Dirk Mirow, der Kanzler der Muthesius Kunsthochschule, zu der die Alte Mu noch gehört, verbot die täglichen Geflüchteten-Plena in den Räumlichkeiten der Alten Mu, und drohte den Nara Aktivisten bei Missachtung mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch.

Im Fahrradkinokombinats in der Alten Mu war  wochenlang Essen für 400 Menschen täglich zubereitet worden. Anfang Oktober zeichnete sich dann eine Kooperation von verschiedenen Gruppen und Vereinen ab, die diese Aufgabe nun weiterführt. Sie nennt sich Flüchtlingshilfe Schleswig-Holstein. Am Wochenende konnte in einer Moschee gekocht werden. Kontakt: Facebook: Flüchtlingshilfe Schleswig-Holstein, oder http://www.fluechtlingshilfe-sh.de.

Die meisten Flüchtlinge, die in Kiel zur Zeit ankommen, sind Transitflüchtlinge, die mit der Stena Line Fähre nach Schweden weiterfahren wollen. Viele übernachten in der Markthalle am Bootshafen. Am Infostand im Bahnhof erhalten sie Informationen z.B. über die Übernachtungsmöglichkeit in der Markthalle. Manchmal werden sie auch dort hingebracht. Michelle, eine Helferin: “Der schönste Moment war, als ein Vater mir sein kleines Kind in den Arm legte, und ich es zur Markthalle brachte.” Am Infostand gibt es Dolmetscher, oft selber Flüchtlinge, die aber schon länger hier sind.

Nachtrag: Die Kommentare zu diesem Beitrag (siehe unten) enthalten zusätzliche Informationen.

3 Gedanken zu „Helfen wird schwer gemacht“

  1. Kleine Richtigstellung:
    Von Seiten des nara[ki] wurde die Kochaktion bereits zum 1.10. eingestellt. Die Begründung dazu habe ich unten verlinkt.

    Dass die Stadt leider weiter untätig bleibt und jetzt die neue Flüchtlingshilfe SH einspringt, stimmt.

    Dirk Mirow, Kanzler der Muthesius Kunsthochschule, konnte diese Woche also nicht die Kochaktion stoppen. Er hat aber “Das Abhalten des Geflüchtetenplenums […] untersagt” und droht mit Anzeigen. Seltsamer Mensch…

    (…)

    1. Peter, vielen Dank für den Kommentar. Man hatte mir das so erzählt,wie ich es geschrieben habe, aber ich werde der Sache nachgehen. Ihren Kommentar habe ich gekürzt, weil die Website auf die Sie verlinken, mir im Ton zu aggressiv war. Sie können mir gerne auch an die Email-Adresse schreiben.

  2. Die Entscheidung von Mirow finde ich auch seltsam. Aber ich habe gehört, er war im nara-plenum und hat es gebeten und aufgefordert, sich von dem Vorfall im Rathaus zu distanzieren. Hintergrund: Bei einer Debatte der Ratsversammlung über Geflüchtetenpolitik hatte jemand von der Zuschauertribüne gerufen „ Ihr gehört alle aufgehängt.“ Diesen Ausruf findet Mirow offensichtlich nicht akzeptabel, wie er im Plenum sagte. Nachdem das Plenum ihm erklärt hat, es werde keine schriftliche Distanzierung der nara gegenüber der Ratsversammlung geben, untersagte er das zukünftige Abhalten des Geflüchtetenplenums der Nara. Wer dagegen verstößt, wird eine Anzeige wg. Hausfriedensbruches bekommen, so sein Aushang in der Alten Mu. Ziemlich harte Ansage finde ich. Ich finde aber auch, dass der Ruf von der Tribüne überhaupt gar nicht geht. Und von daher finde ich die Forderung nach schriftlicher Distanzierung berechtigt.

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