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Bremerskamp: der Campus wächst

Die Pläne für die Campus-Erweiterung an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) sind schon relativ weit gediehen. Im Rahmen der „frühzeitigen Beteiligung“ stellten die Veranwortlichen der CAU das Projekt am 21. Januar in einer Online-Veranstaltung vor.

Auf zehn Hektar, nordöstlich angrenzend an den bestehenden Campus, in der Beuge der Olshausenstraße, sollen Gebäude für Forschung und Verwaltung, Studierendenwohnheime, ein Rechenzentrum, ein Parkhaus, ein Mobilitätszentrum und eine Mensa entstehen. Auch ein neuer Teich wird angelegt.

In der Zukunft könnte noch ein weiteres Institut und ein zweiter Mobilitätshub dazukommen. Die Baufelder, das sind jetzt Wiesen und Gärten, können in den nächsten Wochen vorbereitet werden.

Für die Studierenden und die Lehrenden wurde die Campus-Erweiterung in der Video-Präsentation als Gewinn dargestelllt. Die CAU ist für weniger Studierende als die jetzt 28.000 ausgelegt. „Deshalb dienen die Bauvorhaben mehr der Verbesserung der Bedingungen“, sagte Claudia Meyer auf die Frage, ob sie mit einer Zunahme an Studierendenzahlen rechne.

Platz zum Arbeiten, mal mehr mal weniger

In der neuen Zentralbibliothek sollen mehr Arbeitsplätze für für Einzel- , Gruppen- und digitale Arbeit entstehen. In allen Gebäuden soll es Arbeitsplätze für Studierende geben, mit besserer WLAN-Verbindung für unterschiedliche Endgeräte. Auch im Außenbereich werden Studierende Steckdosen für ihre digitalen Endgeräte vorfinden.

Angestellte in Verwaltung und im Labor müssen sich dagegen auf weniger Platz einstellen. Im Sinne einer „Flächensuffizienz“ fallen die Arbeitsplätze kleiner aus, einige Mitarbeiter werden sich den Schreibtisch oder Laborplatz teilen müssen. Es werden dennoch attraktive Arbeitsplätze versprach Dr. Uwe Pfründer vom CAU Gebäudemanagement.

CO2-armes Bauen, aber auch Naturzerstörung

Im parallelen Chat konnte das Publikum Fragen stellen. Viele Fragen betrafen die Flora und Fauna. Insgesamt wird viel Natur zerstört, sagte Alice Vollenbroeker vom Gebäudemanagement. Aber die wesentlichen der großen Bäume entlang der Olshausenstraße bleiben stehen, und es wird eine Flugschneise mit Bäumen quer durch das Gebiet für die Fledermäuse geben. Ausgerechnet für das Ökozentrum müssen jedoch Bäume fallen.

Die Gebäude sollen möglichst CO2-neutral konstruiert werden. Das bedeutet: ein hoher Dämmstatus mit passiver Lüftung wird angestrebt. Als Baumaterialien wird recycelter Beton oder Kalksandstein oder Holz verwendet. Urban Mining, das Recyceln von Baumaterialien ist das neue Buzzword.

„Die Abwärme der Labore wollen wir für alle anderen Gebäude nutzen“, sagte Dr. Uwe Pfründer. Ein ausgeklügeltes System aus Wärmepumpen und Speicher soll die Wärme speichern bis sie gebraucht wird. Auch die IT-Abwärme aus dem Rechenzentrum kann so umgeleitet werden.

Mobilität am Bremerskamp

Alle Neubauten erhalten eine Fahrradinfrastruktur: Duschen, überdachte Stellplätze, Ladestation für E-Bikes und Anbindung an die Veloroute.

Ein Mobility-Hub verbindet die unterschiedlichen Verkehrsmittel. Die meisten der Fahrradstellplätze kommen in den Mobilitätshub. Eventuell wird auch die Straßenbahn durch die Olshausenstraße zum Bremerskamp fahren. Parkplätze und ein Parkhaus wird es natürlich auch geben.

Ein weiteres Parkhaus entsteht am Westring. Langfristig könnte Parkraum auch zurückgebaut werden.

Die Visualisierung im Beitragsbild ist nur eine Möglichkeit. Die genaue Ausgestaltung der Gebäude steht noch nicht fest.

Die meisten Gebäude werden fünf Geschosse haben. Ganz im Nordosten soll das Max-Rubner-Institut entstehen, ein Bundesforschungsinstitut.

Die Mensa wird Essen auch an Stationen in den Fakultätsgebäuden ausliefern.

Die Planungsunterlagen können vom 17. Januar bis 4. Februar 2022 im Rathaus, Fleethörn 9, 24103 Kiel, während der allgemeinen Dienstzeiten in den Schaukästen auf dem Flur im Bereich des Zimmers 462a/b (4. Geschoss) eingesehen werden. Die Schaukästen sind frei zugänglich.

Wenn Studierende direkt auf dem Campus wohnen, wird das ein belebteres Quartier, so die Hoffnung.

(Foto: Eine Visualisierung von Schmieder-Dau-Architekten)

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Neues Stadtviertel an der Christian-Abrechts-Universität

Grünhunger im Lockdown

Grünhunger im Lockdown

Aus dem Rundbrief der BUND Kreisgruppe Kiel, leicht gekürzt: “Ansturm auf die Küste in Schwedeneck”, “Parkärger im Stiftungsland” – Die Schlagzeilen der KN vom Januar und Februar 21. Und auch in Kiel werden Parks, Kleingärten, Gehölze, Förde, Wildtiergehege von ungewöhnlich vielen Menschen in diesem Winter besucht. Natur tut gut im Lockdown – und es ist zu hoffen, dass diese neue Genügsamkeit, das “zur Ruhe kommen” uns auch nach den Lockerungen erhalten bleibt. Doch parallel dazu werden, durch die Ratsversammlung beauftragt, etliche Bebauungspläne für Großprojekte erstellt, die unsere Auslauffläche weiter reduzieren dürften: Bremerskamp (geplante Erweiterung der Uni und Neubau der Milchwirtschaft (MaxRubner Institut), Torfmoorkamp (geplantes Wohngebiet mit 800 Wohneinheiten (WE) südlich des Steenbeker Weges, Kieler Süden (1. Bauabschnitt: geplantes Wohngebiet mit 1500 WE südlich Neu-Meimersdorf).

Wenn es so weiter geht, wird in noch größerem Maße die Flucht aus Kiel angetreten, mit entsprechender Zunahme an Verkehrswegen und der Ausweisung weiterer Neubaugebiete in den Umlandgemeinden. Wo soll das enden? Was für Lösungen kann es geben?Die versiegelte Fläche nimmt in Kiel kontinuierlich zu, und dass obwohl die Bevölkerungshöchstzahl Ende der 60er Jahre erreicht war. Deswegen fordert die BUND-Kreisgruppe Kiel :

  • eine hohe Zweitwohnsteuer, die auch für mehr als 3 Monate ungenutztes Wohnungseigentum gilt (z. Zt gelten Immobilien als sichere Geldanlage)
  • einen Grünflächenfaktor, der festlegt wieviel Grünfläche pro Einwohner*in zur Verfügung stehen muss. Konzepte dazu gibt es seit vielen Jahren. Städte wie Duisburg, Hamburg, Bremen, Regensburg führen entsprechende Berechnungen durch. Damit wäre keinesfalls weitere Stadtentwicklung ausgeschlossen: Für Neuversiegelung müsste allerdings entsiegelt werden, und ein Neubau auf Parkplatz ist immer möglich..
  • eine Verpflichtung bestehende Gewerbegebiete maximal zu nutzen, d.h. auch in die Höhe zu bauen, Parkplätze auf Parkpaletten zu planen, und ÖPNV/Fahrradverbindung gleich mitzudenkendie grundsätzliche bauökologische Überwachung, wenn schützenswerte Bäume und Gehölze im Bebauungsplan festgelegt wurden.
  • Die Ausweisung von ganz Suchsdorf-West als Landschaftsschutzgebiet (z.Zt als Potentialfläche im Wohnbauflächenatlas)

Das Foto zeigt eine Asphaltwüste nahe Holstein-Stadion.

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