Schrevenpark Kiel

Der Rathausplatz als Ausgleichsfläche?

Irgendwo müssen die jungen Leute ja feiern können. Das war der ernste Hintergrund eines Scherz-Antrags, den Ove Schroeter („die Partei“) gestern in der Ratsversammlung einbrachte: Der Rathausplatz, wo niemand wohnt, könnte als Ersatz für den Schrevenpark und die Reventlouwiese angeboten werden. Denn ab nächster Woche gilt eine Stadtverordnung, die das laute Feiern auf diesen beiden Wiesen um 22 Uhr beendet.

Nach den Exzessen des letzten Jahres soll das neue Lärmverbot den Anwohnern eine nächtliche Ruhe garantieren. Problematisch war nicht das Feiern an sich, sondern die Beschallung aus verschiedenen Boom-Boxen, mit denen sich die Gruppen übertönten. Dass Leute sich auch nachts im Park aufhalten, ist an sich nicht zu beanstanden und soll auch weiter erlaubt sein, allerdings nur ohne Musik. Auch Gesang und das Spielen von Instrumenten soll ab 22 Uhr enden. Wenn es doch lauter wird, soll es eine Ansprache durch den Kommunalen Ordnungsdienst geben, erst freundlich, dann verbindlich und am Ende stünde der Platzverweis.

Zu Vermeidung von Verlagerungseffekten erstreckt sich der Geltungsbereich dieser Stadtverordnung auf

  • den gesamten Schrevenpark, die benachbarten Grünanlagen am Arndtplatz und am Lessingplatz sowie die angrenzenden Verkehrsflächen,
  • die Reventlouwiese sowie die angrenzenden Verkehrsflächen.

In der Debatte zeigten etliche Sprecher in der Ratsversammlung auch Verständnis für die Bedürfnisse der jungen Menschen, die während der Corona-Beschränkungen nicht in die Clubs konnten oder eventuell auch kein Geld für Clubs haben. Aber auf der anderen Seite wurde auch gesehen, dass auch die Anwohner ein berechtigtes Ruhebedürfnis, haben. Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sollte es jetzt leiser werden.

Das Beitragsfoto zeigt eine Wiese im Schrevenpark am frühen Nachmittag. Die Mülltonnen stehen bereit, aber noch herrrscht beschauliche Ruhe.

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KN online: Lärmverbot Schrevenpark und Reventlouwiese

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