Demonstration – einmal anders


Themen / 25. März 2020

Die Kieler Initiative tkkg ruft zu einer anderen Art von Demonstration auf. (Pressemitteilungen spiegeln nicht den Standpunkt von kielaktuell. ) Hier eine gekürzte Version der Pressemitteilung:

Kiel // Samstag 28.03.2020 // 14:00 bis 15:00 Uhr: Schilder-Wald: In Soli(t)darity we stand – einzeln, aber nicht alleine

Gründe zum demonstrieren gibt es in diesen Zeiten genug: Im griechischen
Flüchtlingslager Moria werden Menschen zu zehntausenden unter
furchtbaren Zuständen festgesetzt, in Deutschland werden Grundrechte
eingeschränkt, durch Quarantäne steigt die häusliche Gewalt, tausenden
Kulturschaffenden droht der Bankrott, Missstände im Gesundheitssystem
zeigen sich besonders deutlich…

Gleichzeitig sind unsere herkömmlichen Protest-Möglichkeiten stark
eingeschränkt. Deswegen müssen wir neue Wege finden miteinander gegen
Missstände vorzugehen – ohne dabei das Risiko einer Ansteckung
einzugehen. Lasst uns dazu Kiel mit Schildern und Transpis fluten –
diesen Samstag von 14 bis 15 Uhr vom Vinetaplatz bis zum Alten Markt.
Stellt euch alleine oder zu zweit mit eurer Botschaft auf. Um
aufzufallen, eignen sich Pappschilder, Transpis, Symbolkleidung, Kreide,
Straßenmusik uvm. Lasst Passant*innen genügend Raum vorbeizugehen,
haltet Abstand zum nächsten Schilder-Duo und packt euch was vor den
Mund, um Andere nicht anzuhusten.

Es braucht dafür keine Versammlungsanmeldung. Rechtlich gesehen wärt ihr
erst ab drei Personen eine Versammlung.

Sorgen wir gemeinsam dafür, dass selbst in Krisen-Zeiten der Kampf für
ein solidarisches, gutes Leben für alle weiter geht!

Uns ist eine emanzipatorische, kapitalismuskritische und solidarische
Ausrichtung des Protests wichtig. In dieser Krise passiert so vieles, so
schnell – was vor ein paar Wochen noch nicht mal denkbar gewesen wäre,
wird jetzt ohne zu zögern umgesetzt. Warum nicht also jetzt anfangen
unsere Utopien umzusetzen?

Hier eine Liste unserer Ideen frei zum ergänzen:

Bedingungsloses Grundeinkommen: Sowas ist schon lange überfällig. Die
Krise könnte eine Gelegenheit sein es über mehrere Monate hinweg zu
erproben. Und es wäre eine schnelle, unbürokratische Hilfe für all jene,
die gerade darum bangen, wie sie in nächster Zeit ihr Essen bezahlen
sollen:
https://www.change.org/p/finanzminister-olaf-scholz-und-wirtschaftsminister-peter-altmaier-mit-dem-bedingungslosen-grundeinkommen-durch-die-coronakrise-coronavirusde-olafscholz-peteraltmaier
Es sollte selbstverständlich auch für Menschen verfügbar sein, die
gerade aus allen anderen Finanz-Hilfen rausfallen: Illegal arbeitende
Sexarbeiter*innen, illegalisierte Flüchtlinge und andere:
https://www.hydra-berlin.de/aktuelles/

Gesundheitssystem stärken: Krankenhauspersonal muss ein angemessenes
Gehalt verdienen. Dann muss auch niemand durch ein neues
Infektionsschutzgesetz zu dieser Arbeit gezwungen werden. Krankenhäuser
und das Gesundheitssystem sollten allen unabhängig von ihren
finanziellen Mitteln zur Verfügung stehen – deswegen sollten wir sie aus
dem Markt rausnehmen.

Flüchtlingslager auflösen: Die Situation in Flǘchtlingslagern war schon
vorm Ausbruch von Corona untragbar. Diese Lager sollten so schnell wie
möglich evakuiert werden und die Flüchtlinge in leerstehenden Wohnungen
untergebracht werden. Warum gibt es Rettungsflüge für Tourist*innen,
aber nicht für Flüchtlinge?
https://seebruecke.org/news/gesundheitsversorgung-sicherstellen-lager-aufloesen-menschen-und-ihre-rechte-schuetzen/

Solidarische Nachbar*innenschaft: Unterstützt Menschen, die zur
Risikogruppe gehören, durch Einkäufe und haltet digitalen Kontakt
zueinander. Seid aufmerksam in eurer Nachbar*innenschaft und unterstützt
Menschen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind:
https://www.frauenhauskoordinierung.de/aktuelles/detail/pressemeldung-auch-frauenhaeuser-und-fachberatungsstellen-von-corona-krise-betroffen/

Zukünftige Krisen verhindern: Wir müssen raus aus Kohle und Atom –
jetzt! Stattdessen muss die dezentrale, erneuerbare Energieversorgung
massiv ausgebaut werden. Flugzeuge direkt am Boden und Kreuzfahrtschiffe
in den Häfen lassen. Autofreie Innenstädte gerade jetzt, damit im Freien
Platz bleibt, um Abstand zu halten. Klimaschutz sollte ist wichtiger als
die kapitalistische Wirtschaft. Wenn wir es nicht schaffen die
Co2-Emissionen zu senken, dann drohen uns bald die nächsten Kipppunkte
und Krisen: Youtube: Volker Quaschnig – Was kollabiert noch alles nach
Corona? https://www.youtube.com/watch?v=6V-C5q4VxEI

Wohnraum für alle: Es kann nicht sein, dass Menschen auf der Straße
leben und dort wegen des Kontaktverbots neuerdings vertrieben werden,
während Wohnraum leersteht. Leerstehende Wohnungen und Hotelzimmer
sollten Obdachlosen zu Verfügung gestellt werden. Bei drohender
Quarantäne sollte Leerstand auch für Menschen verfügbar sein, die es
nicht bei ihrer Familie oder in ihrer Wohngemeinschaft aushalten.

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