Holstenstraße Kiel mit Selbstversuch


Allgemein, Stadtteile / 30. April 2018
Leerstand in der Holstenstraße Kiel
Eines von zahlreichen leeren Ladenlokalen in der Holstenstraße

Die Holstenstraße war einmal Kiels Haupteinkaufsmeile. Zur Zeit macht sie einen traurigen Eindruck. Entlang der drei Häuserblöcke zählte ich zehn leere Geschäfte. Dabei wäre diese zentrale und verkehrsfreie Straße eigentlich eine Toplage! Sie verläuft auf 1,4 km vom Holstenplatz zum Alten Markt. Dazwischen liegen der Europaplatz und der Asmus-Bremer-Platz.

Kaufleute über die Holstenstraße

Ich sprach mit drei Geschäftsleuten aus der Holstenstraße. Sie bemängelten:

  • Zuviel Leerstände vermitteln einen trostlosen Eindruck.
  • Die Außenfassaden sind nicht attraktiv.
  • keine Parkplätze
  • Der Wegfall der Bushaltestelle Holstenbrücke macht sich bemerkbar.

Eine teilweise Überdachung in Form von  Arkaden wie in der Holtenauerstraße wurde von einer Person begrüßt, eine andere fand es “Quatsch”. Hier spielt wahrscheinlich die Art des Geschäftes eine Rolle, denn wer keine Tische oder Auslagen vor die Tür stellt, hat eigentlich auch keinen Vorteil durch eine Überdachung. Da die Eigentümer die Überdachung zumindest mitfinanzieren müssten, würde sich das auch auf die ohnehin hohen Mieten auswirken.

Ideenwettbewerb für die Holstenstraße

Baudezernentin Doris Grondke startet im Frühsommer einen Wettbewerb zur Belebung der Holstenstraße. Da die Gebäude in privater Hand sind, kann die Stadt Kiel aber höchstens an den Plätzen und auf der Straße zwischen den Häusern etwas gestalten. Hoffentlich kommen dabei mehr als zusätzliche Sitzgelegenheiten als Ideen zu tage. Am Europaplatz und Asmus-Bremer-Platz gibt es übrigens schon Bänke.

Holstenstraße – ein Selbstversuch

Ich bin etwa dreimal in der Woche in der Kieler Innenstadt. Frage an mich selber: was habe ich in den letzten zwei Wochen in der Holstenstraße gemacht? Ich war z.B. bei Saturn, und hier zeigt sich schon ein wahrscheinlich zentrales Problem: das Internet. Ich suchte nach einer CD, die es nicht gab. Weil ich den stationären Handel unterstütze, war ich tatsächlich noch bei Blitzrecords und bei Mediamarkt, ohne fündig zu werden. Es stellte sich dann heraus, dass es dieses Album nur als MP3-Download gibt. Die Zukunft der Unterhaltungselektronik ist wahrscheinlich digital. Immer mehr setzen sich Downloads oder Streaming als Übertragungswege von Musik und Film durch.

Dann bestellte ich bei Fielmann eine Sonnenbrille. Ich könnte mir vorstellen, dass Brillen noch lange im Geschäft anprobiert werden, und dass Fielmann auch ein Kundenmagnet für die Holstenstraße ist. Auf jeden Fall hat diese Filiale kürzlich renoviert, und es war viel los, als ich da war.

Außerdem gehe ich oft zu einer DM-Filiale in der Holstenstraße, aber hier zeigt sich ein weiteres Problem: die Konkurrenz durch den Sophienhof, wo sich eine weitere DM-Filiale befindet, außerdem die Drogerie Rossmann. Für mich ist der Sophienhof attraktiver, weil ich vom Land komme und am Bahnhof aussteige. Da habe ich den Sophienhof direkt gegenüber der Bushaltestelle. Der Sophienhof bietet außerdem saubere Kundentoiletten, eine nicht unwichtige Nebensache. Und hinter dem Sophienhof liegt Erdkorn, wo ich regelmäßig einkaufe.

Die meisten Geschäfte in der Holstenstraße sind Modegeschäfte. Sie sind für mich nicht attraktiv. Ich mag den angebotenen Modestil einfach nicht. Etwa die Hälfte meiner Kleidungstücke sind secondhand, weil es günstiger und auch noch ein wenig öko ist . Lieblingsgeschäfte sind der Kiloladen in der Andreas-Gayck-Straße und das Glückslokal in der Alten Mu. Die andere Hälfte meiner Kleidungsstücke sind neu, aber nicht aus der Holstenstraße. Ich bevorzuge Karstadt und C&A, beide im Sophienhof. Bei C&A gefallen mir besonders die Basics aus Bio-Baumwolle.

Ein Anziehungspunkt in der Holstenstraße sind für mich die Cafés. Wenn ich Wartezeiten habe oder eine Pause brauche , sitze ich gerne in der Campus Suite am Europaplatz, wobei mich hier die verstümmelten Bäumchen etwas stören, oder bei Steiskal direkt in der Holstenstraße.

Das Fazit meines Selbstversuchs: Die Holstenstraße ist für mich immer noch eine attraktive zentrale Einkaufstraße, aber ich spüre die Konkurrenz durch das Internet, den Sophienhof und eher alternative und ökologische Geschäfte anderswo.

Leerstands-Management in der Holstenstraße

Die CDU schlägt in ihrem Wahlprogramm ein Leerstands-Management vor. Kreative und Studierende könnten darin gefördert werden, in den leeren Geschäften Inhalte zu schaffen. http://www.cdu-kiel.de/sites/www.cdu-kiel.de/files/kowa_2018/cdu_ki_kommunalwahlprogramm_4.pdf .Wie das konkret ermöglicht werden soll, steht nicht im Programm. Ob die Stadt die Ladenmieten übernehmen würde, oder ob die Eigentümer der Ladenlokale verpflichtet werden könnten, eine kreative Nutzung anzubieten, bis ein neuer Mieter gefunden wird, bleibt offen. Egal wie es umgesetzt wird, erscheint mir ein Leerstands-Management aber als eine gute Idee.

13 Replies to “Holstenstraße Kiel mit Selbstversuch”

  1. Es sollte eine Bedarfsanalyse geben. Vielleicht kommt dabei raus, dass die Holstenstraße ein Grünstreifen mit anliegenden Wohnungen werden soll. Eigentlich ist es Sache der Immobilienbesitzer ein Konzept zu entwickeln nicht der Kunden oder der Stadt. Die Stadt schafft Rahmenbedingungen und Sitzgelegenheiten sind kein wirkliches Plus. Es macht auch nichts, wenn sich die Aktivitäten verlagern, das ist natürlich.JKK

  2. Dieser Artikel wurde intensiv auf Facebook diskutiert. Hier eine Auswahl der Kommentare in anonymisierter Form. Meine Frage war.
    UrsulaS: Was macht ihr in der Holstenstraße (oder nicht mehr?)

    A: und woran liegt es? 😉 …

    B: Nichts mehr. Kaum noch Geschäfte mit Qualität. Keine kostenfreien Parkplätze ( 30min. Kurzzeitticket reicht nicht ) und durch die ganzen unnötigen Bauarbeiten ( Holstenbrücke usw. ) sehr schlecht zu erreichen. Dann lieber Cittipark oder Raisdorf…Kiel hat alles verschlafen.

    UrsulaS: Schock, gar nichts mehr?!

  3. Mehr Facebook Kommentare zu diesem Artikel:

    C: War gerade nach sehr langer Zeit mal wieder da – es ist trostlos. Alles schmutzig, die Fassaden ungepflegt, soooo viele Leerstände – arme Holstenstraße, was ist aus Dir geworden – traurig :(!

    D: Ja, dass mit den Parkplätzen ist schon eine sehr einschränkende Sache! Da ich Kundenorientiert denke, zu Lasten meines eigenen Geldbeutels, bekommen alle Kunden/Mitglieder bei uns eine 1Std.Parkkarte, damit diese ohne zu suchen in eins der drei Parkhäuser parken und ihr EMS/EMA Training machen können. Fazit meiner Mitglieder ist: “Das ist eine ganz tolle Sache, den ohne dem wäre ich kein Kunde geworden”. Hinzu muss ich sagen dass ich sonst kein anderen Laden kenne der soetwas anbietet.

    Frage an mich selbst: “bin ich zu gutmütig oder haben andere dies noch nicht erkannt oder noch interessanter, ist es ihnen egal wie die Kunden zu ihnen kommen mit dem Auto?”

    Eine Idee wie man Parkplätze schaffen könnte um den Alten Markt herum…? Da fehlt auch mir die zündende Idee, leider.

    Gruß von
    (C. besitzt ein Fitnessstudio)

    E: Direkt daneben sind, wie du sagtst, mehrere Parkhäuser. Was denn noch? Und wer Fitness will, kann auch gern ohne Auto kommen.

    C: Na klar kann man dass! Für die, die aber 15 km fahren um in Kiel zu arbeiten wäre dies denke ich mal recht schwierig.

    E: Ja, dafür gibt es dann, wie gesagt, viele Parkhäuser, und, wie ich mir wiederholt habe sagen lassen, sogar Chance so auf Parkplätze hier und da.

    F: … wobei die Monatsparkplätze in den Parkhäusern erschwinglicher sind als eine Busfahrkarte.

    C: Klar, für die 5 Euro Besorgung fahre ich ins Parkhaus, laufe noch weit zu Fuß und zahle auch 3 Euro Parkgebühren, oder ich fahre gleich in den Citti Park, zahle keine Parkgebühren und habe einen kurzen Fußweg.

  4. G: Was ich nicht mehr mache?
    Ich esse weder bei Toscanini noch bei Fiedler (in der Holstenstr) ein Eis, auch bei Lucifer bin ich nicht mehr.
    Bei Kaiser’s kaufe ich inzwischen keine Lebensmittel mehr, bei coop/sky in der oberen Holstenstrasse auch nicht und im Karstadt am alten Markt ebenfalls nicht (dabei hatten die immer noch besondere Marken).
    Den gut sortierten Karstadt-Fahrradladen mit den hilfsbereiten Verkäufern in der Eggerstedtstr habe ich schon lange nicht mehr besucht und nachdem die in den Holstentörn “umgezogen” sind war ich letzte Woche auch das letzte mal da.
    In den “Ramschladen” ggü. von Fielmann bin ich auch ab und an mal gegangen, und auch in diesen “Geschenkeladen” am Holstenplatz. Der NewYorker neben Fielmann war auch mal Anlaufpunkt und auch der “günstige” Kofferladen in der Mitte.
    Ich gehe da nicht mehr hin…weil es die allesamt nicht mehr gibt.

    Die einzigen “richtigen” Ziele, die noch eine Weg in die Holstenstr rechtfertigen sind für mich noch Fielmann, manchmal C&A und für “was besonderes” Kaffee-Heyck. Gastronomie nutze ich wenn am Bootshafen oder am alten Markt.

    Die Einkaufsmeilen wie aus dem Wirtschaftswunder sind IMHO auch einfach obsolet. Was mich noch locken würde wäre schönere Gastronomie mit Aufenthaltsqualität und *kleine*, besondere Läden die es zwar woanders gibt, die sich aber die horrenden Mieten dort wohl einfach nicht leisten können. Was ich nicht brauche sind Billigketten wie Primark etc und Parkplätze direkt IM Laden – in die Stadt fahre ich eh ausschließlich mit dem Rad.

    UrsulaS: Danke für die ausführliche Antwort! Das Thema ist doch teilweise die Konkurenz durch den Sophienhof mit ganz ähnlichen Läden. ZUm Eisessen gehen die Leute in den Sophiehof. Café Fiedler ist ja auch in den Sophienhof gezogen. Supermarkt gibts im Sophienhof , außerdem den Bioladen Erdkorn dahinter und noch ein Reformhaus…. und so weiter…

    H: Coop-sky Holstenstrasse? Das aber lange her

    G: Klar der Sophienhof hat vieles richtig gemacht, besonders am Anfang. Hat sich auch ‘günstige’ Mieter reingeholt im Zuge eines guten Gesamtkonzeptes. Ich erinnere mich an Mohnbiene, Kondomi und den Änderungsschneider unter der Rolltreppe. Seit dem Umbau hat der SH aber an Attraktivität verloren finde ich

    UrsulaS: Mein Argument ist nicht, dass der Sophienhof so viel besser ist sondern , dass es irgendwie doppelt gemoppelt ist. Es sind ja ganz ähnliche Geschäfte, aber gegenüber den 7oger Jahren ist die Kieler Bevölkerung geschrumpft. Aber teilweise finde ich den Sophienhof schon besser…

    J: Oder die sich die Mieten einfach nicht leisten wollen, da sie keine Lust haben nur noch für die Existenz arbeiten zu wollen!

    K: Ja, es wäre schön, wenn es sowas wie Sanitär Leopold wieder in der Holstenstraße gäbe.

  5. mehr Facebook-Kommentare zu diesem Artikel:

    L: Die Nicht-Überdachung der oberen Holstenstraße war ein schwerer Fehler. Buchhändler, Galeristen, Café-Betreiber hätten der Stadt Charme verliehen. Ähnlich wie in Wien, Paris, Hamburg oder Mailand. Mit Passagen schafft man ein Magnet für Touristen und Einheimische. (Gute Infrastruktur vorausgesetzt – Straßenbahn, z. B.)

    M: Wien, Paris, Hamburg, Mailand sind Millionenstäde und nicht mit Kiel zu vergleichen. Überdachte Einkaufszentren gibt es zwei in Kiel als Magnet für Touristen und Einheimische.

    L: Warum nicht drei? Vor allem nicht, bevor Citti die gleichen Anbieter wie die Holstenstraße ins Boot holte? Hier haben die städtischen Verhandler schlichtweg verpennt.

    M: Seh ich nicht das die städtischen Verhandler etwas verpennt hätten. Citti ist sehr erfolgreich. Wenn überhaupt, haben eben die Immobielienbesitzer etwas verpennt. Soweit ich mich erinnere konnten die sich nicht einigen, dann wird die obere Holstenstraße eben eines Tages Grünfläche oder Wohnbebauung, wo ist das Problem?

    L: Gar kein Problem. Wohnbebauung ist aktuell ja eh das Gebot der Stunde. Es ist nur schade, dass damals keine Einigung zustande gekommen ist. Hier hätte die Stadt Kiel mehr Einfluss auf die Immo-Eigentümer nehmen sollen. Vielleicht sogar mit finanziellen Zugeständnissen.

    M: Man hat sich halt anders entschieden, es liegt immer an der richtigen Investition

    E: Stadtbaurat Flagge hat seinerzeit die planerischen Voraussetzungen für eine Überdachung geschaffen. Aber die Immobilienbesitzer konnten sich nicht auf eine Finanzierung verständigen.

    M: Genauso.

    K: Der obere Teil der Holstenstraße (zwischen Weipert und Atlen Markt) ist doch vviel zu dunkel.
    Die Warenhäuser von früher sind einfach zu hoch, um eine vernünftige Überdachung wie beim Sophienhof oder dem Citti-Park zu realisieren.
    und der untere Teil wäre mit der richtigen Ladenbestückung auch eher als Flaniermeile geeignet.
    Wenn die Vermieter aber schon an 1€-Geschäfte vermieten, dann merkt man, dass die Holstenstraße auf dem absteigenden Ast ist.
    Jetzt noch ein paar Automaten-Casinos…

    N: In Kiel müsste es wie in Berlin und Hamburg Arkaden geben.

    K: Gibt’s am Dreiecksplatz und weiter oben in der Holtenauerstraße.

    N: Ach doch nicht sowas auf mehrere Etagen

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    O: Schaut nur noch schei….aus! Da können die am Bootshafen und Berliner Platz buddeln wie sie wollen! Die Innenstadt ist tot!!! Kiel will Luxusimmobilien und Hotels!…..vergisst dabei aber, dass es “nur ” Kiel ist! Früher hatte die Innenstadt charme und gute Geschäfte! In Kiel wird viel falsch gemacht!

    E: Nein, da wird grad viel richtig gemacht, Leben zurück zu holen. Nur zu greinen, früher war alles toller, bringt es jedenfalls nicht wieder.

    P: Jetzt sollten wir erstmal anfangen Geld zu sammeln, damit wir eine Überdachung machen können. Vielleicht hilft da ja auch einkaufen.

  7. Q: Mit dem Internet kann man durchaus “konkurrieren”. Gibt genug Leute in Kiel, die lieber im Laden kaufen als x Pakete zurück zuschicken, bis etwas passt.
    Womit man nicht konkurrieren kann, sind die Mieten, die teilweise verlangt werden. Gerade im kleineren Bereich unter 60 qm….wozu soll ich einen Laden aufmachen, wenn ich nur für die Miete arbeiten soll.
    Dann muss man extra hohe Preise (im Vergleich zum Internet) machen und dann kommen die Leute, probieren an, gehen raus und kaufen im Internet. Voll verständlich.
    Hohe Mieten ist für Abwechslungsreichtum “Tod auf Salatblatt”.
    Hab nach drei Jahren erfolglose Suche in der City meinen Laden dann Abseits von der City aufgemacht.
    Und als Kunde überlege ich es mir zweimal, ob ich in die City gehe…wozu auch….gibt dort nichts mehr was mich interessiert und was ich im Internet nicht günstiger und schneller bekomme. Und alles andere kaufe ich in Raisdorf, Citti oder Plaza….da gibt es wenigstens dann auch Parkplätze oder gehe direkt in einen Laden in die Randzone

    Früher hab ich dagegen gerne und regelmäßig in der City eingekauft und bin “bummeln” gegangen.
    Und spazieren gehen? Das mache ich dort wo es wirklich schön ist – da hat das Umland mehr zu bieten.

  8. weitere Facebook-Kommentare:

    R: Ich arbeite zwar nicht in der Holstenstraße, sondern in der Andreas-Gayk, aber gehe regelmäßig durch. Natürlich ist das aktuell kein schöner Anblick und wirklich begeistert bin ich von der Kanal-Idee auch nicht, aber immerhin versucht die Stadt mit den Immobilienbesitzern zusammen eine Lösung zu finden. Alles ist besser, als Stillstand 😊
    https://www.ndr.de/…/Mit-kreativem-Konzept-gegen…

    UrsulaS: Kreatives Leerstand -Management finde ich auch gut. Aus Zwischennutzungn kann manchmal auch eine dauerhafte Lösung werden. Siehe Alte Mu, das begann auch damit, dass ein Stadtimker einen Lagerraum brauchte und dafür ein leerstehendes Atelier benutzen durfte.

    S: Mit dem Holsten Fleet wollen sich die Stadtplaner ein Denkmal setzen und sonst nichts.Ihr glaubt doch nicht im Ernst das sich jemand in die 4 neuen Gastro Bertiebe setzt um gezielt auf den künstlichen Fleet zu sehen.

    E: Doch, das wird so kommen. Aarhus zeigt es schon lange.

    S: In Arhus ist es ein echtes fließendes Gewässer /Fluss bei dem die Überdachung entfernt wurde.In Kiel werden es 2 künstliche Becken.Für eine richtige Lösung waren die Planer ja nicht in der Lage.

    E: Das ist doch schietegol, ob fließend oder nicht. Hauptsache Wasser. Alles andere wäre sehr viel teurer geworden. Zu sagen, sind doch nur Wasserbecken, ist doch irgendwie sehr vorgeschoben.

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    T: Ich gehöre auch zu denen die lieber in Läden einkauft als im Internet zu bestellen. Aber leider bietet die Holstenstrasse schon lange kein Einkaufsvergnügen mehr. Die schönen Geschäfte wie Brinkmann, Hartung etc. sind leider alle weg. Auch kleinere Läden oder Boutiquengibt es nicht. Dabei kann man sich in Kapseln, Schleswig oder Flensburg ansehen wie es geht. Leider gibt es auch keine Cafés oder Restaurants wo man mal außen sitzen kann. Die Holstenstrasse wäre aber durchaus breit genug um so etwas anzubieten. Der Kiel Kanal wird daran m.E. auch nichts ändern. Und die Kreuzfahrt Touristen haben dort auch keinerlei Anziehungspunkte. Schon gar nicht wenn sie mit Bussen in den Citti Park gefahren werden, wo sie all diese Läden vorfinden. Schade um unsere schöne Holstenstrassse.

    UrsulaS: Es gibt noch Cafés, z.B. Steiskal, auch mit Tischen draußen. Da habe ich letzte Woche in der Sonne gesessen und einen Cappucino genossen. Wenn man die Plätze dazu zählt, gibt es sogar jede Menge ganz unterschiedlicher Cafés. Besonders auf und um den Europaplatz! aber auch auf dem Holstenplatz und dem Alten Markt.

    T: Ich meine eher den oberen Teil der Holstenstrasse. Da gibt es bis zum alten Markt nichts mehr

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    U: Leider existieren die vielen schönen Geschäfte zu Zeiten meiner Kindheit wie Johannsen & Schmielau, Hartung, Brinkmann, Blohm, Giesicke, WOM, Hettlage und Lampe, Hohwü usw. nicht mehr. Die Innenstädte sind austauschbar geworden, überall dieselben Kette…Da müsste sich was ändern. Die Wohnprojekte Alte Feuerwache und Schloßquartier sind nur für die ganz Betuchten vorgesehen. Ich möchte da allerdings nicht für geschenkt wohnen, es ist wie auf dem Präsentierteller. Allerdings kurze Wege ins anliegende Rotlichtviertel, Herz was willst du mehr? 😉

    V: Wir sind fast nicht mehr da. Unattraktiv. Das kann die Holtenauer besser.

    W: l Mein letzter Aufenthalt in der Holstenstraße liegt rund zwei Jahre zurück, wobei ich nur ein kurzes Stück mit dem Fahrrad entlangfuhr, um zum Fahrradhändler am Alten Markt zu gelangen. Seitdem dieser seine Filiale in die Wik verlegt hat, sehe ich keinen Grund mehr, dorthin zu gehen oder fahren. Stattdessen bin ich neulich ganz gemütlich die Holtenauer Straße entlanggefahren, um mir einen Überblick über die dortigen Geschäfte zu verschaffen, und ich bin positiv überrascht, wie viele interessante Geschäfte ich dort neu entdecken durfte. Irgendwann, d.h. nach fünf Jahren Bauverzögerung, werde ich mir noch die Pissrinne in der Innenstadt anschauen. Hoffentlich sehe ich dort ein paar Ratten, denn die finde ich wirklich hübsch und niedlich.

  11. UrsulaS: Hat jemand eine Ahnung, warum die Eigentümer nicht mit den Mieten runter gehen? Dann würden ja Inhaber-geführte Geschäfte kommen wie in der Holtenauer Straße. Anderseits mit einem leer stehenden Laden verdient der Eigentümer nichts. Ich verstehe es nicht….

    M: Wenn Sie es verstehen würden wären Sie Immobilienhändlerin.

    UrsulaS: wahrscheinlich. Aber mir leuchtet kein Licht auf. Wir leben doch in einer Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage sollten die Preise bestimmen. Was geht hier vor sich?

    U: Anson’s wäre in Kiel geblieben, wenn der Vermieter die Miete gesenkt hätte….

    G: Rational erklären konnte mir das noch niemand. Vermutlich kann man eine *nicht* bekommene, utopisch hohe Miete von der Steuer als “Verlust” absetzen und spart so anderswo. Eine geringere, tatsächlich eingenommene Miete ist dagegen weniger Wert. Außerdem träumt der ein oder anderen Vermieter vielleicht auch noch von einer hohen Miete und nimmt drum lieber die Taube auf dem Dach, als den Spatz in der Hand. Ob es so ist weiß ich nicht. Aber in einem Zeitalter, wo Karstadtmanager es für günstiger befinden ImmobilienEIGENTUM zu verkaufen nur, um es dann teuer zurück zu mieten wundert mich ehrlich gesagt gar nichts mehr

    M: Wenn das so einfach zu beantworten wäre, auch an Verlusten können Firmen verdienen, allein der Wert der Grundstücke kann steigen, man spekuliert auf eine neue Bebauung. Es gibt viele für uns nicht erkennbare Gründe, die Immobilienfirmen leiten.

    D: Ja stimmt ein Verlust ist manchmal besser als eine geringe Miete!

    X: Ich vermute, die Eigentümer können es sich eben leisten, diese nicht geringen Summen langfristig nicht bezahlt zu bekommen. Das wäre dann ein gutes Beispiel von Mitbürgern, die ihren fairen Anteil am Gemeinwesen nicht leisten wollen. Da wären wir dann in der guten, alten Steuerdebatte.

    R: Also bei dem Infoabend am Alten Markt hat ein Sprecher der Eigentümergemeinschaft klar gesagt, dass bei der Vermietung nicht der Mietpreis im Vordergrund stand, die Gemeinschaft da bereit war, den zukünftigen Mietern weit entgegen zu kommen, es fehlte letztlich an überzeugenden, passenden Konzepten.

    UrsulaS: das ist ja interessant! Aber was verstehen die Eigentümer unter einem Konzept? Haben sie da etwas gesagt?

    R: Es wurde lediglich angedeutet, dass eine Gastronomie in den großen Pavillon zieht, das stand zwischenzeitlich auch in der Presse. Was genau vorher nicht passte, kam meines Wissens nicht zur Sprache, war im diesem doch recht großen Rahmen vermutlich schwer zu besprechen. Bedauert wurde von einigen Anwesenden, dazu hatte ich mich in einem anderen Thread auch ausführlich geäußert, die Tatsache, dass der Platz nicht mehr wirklich öffentlich ist, keine außergastronomischen Sitzplätze bietet.

    UrsulaS: Dann reden sich die Eigentümer das wahrscheinlich aus der Verantwortung. ….

  12. Weitere Facebook-Kommentare zu diesem Artikel:

    Y: Meines Erachtens ist der Niedergang der Holstenstraße eine Folge der Tatsache, dass sie eben einst eine stolze Einkaufsstraße war. Sie hatte zu einer Zeit ihre Blüte, als sie mehr oder weniger alternativlos war – es keine örtliche Alternative gab und eine virtuelle schon gar nicht. Wer als Kieler einkaufen wollte MUSSTE in die Holstenstraße. Und genau diesen Zweck verfolgte die gesamte Bebauung der Holstenstraße. Nun haben sich die Zeiten aber halt gewandelt. Längst gibt es Alternativen die dem heutigen Zeitgeist mehr entsprechen und vielleicht sogar manchmal die bessere Alternative sind. Diese Veränderung kann die Holstenstraße aber eben baulich nicht mitgehen. Die Holstenstraße, das ist heute wie damals eine Ansammlung von zahlreichen Ladenlokalen, nur das diese zwischenzeitlich keiner mehr braucht. Aber bis der Tatsache, dass langfristig dort kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist (oder besser zu verkaufen sein wird) auch wirklich bauliche Veränderungen folgen – dass wird meines Erachtens dauern. Insofern glaube ich auch nicht, dass Schlossquartier, Alte Feuerwache oder HolstenFleet etwas daran ändern werden, dass es schlicht für diese Masse an leerstehenden Immbobilien keinen Bedarf mehr gibt. Bestenfalls könnte es gelingen, den weiteren Verfall zu stoppen. Langfristig (sehr langfristig) könnte die Einkaufsstraße Holstenstraße vielleicht einmal ein attraktives Holstenstraßen-Quartier werden, mit Wohnraum für vielleicht sogar alle sozialen Schichten und einem Einzelhandel, der sich am tatsächlichen Bedarf und nicht an einer vorhandenen Zahl von Ladengeschäften aus einer längst vergangenen Zeit orientiert. Erst dann wird aber meines Erachtens gerechtfertigt sein, von einem echten Wandel zu sprechen. Bis dahin sind es halt nur leere Geschäfte die mit Folie “mit Fischen drauf” zugeklebt worden sind.

    Z: Du siehst es im Wesentlichen falsch. Der Niedergang begann bereits in den 70er Jahren.
    Die Parkplätze wurden ausgedünnt.
    In so eine Zone geht man nicht für einen Kleineinkauf und schweres Gepäck schleppt man nicht gern weit. Die immer wieder erwähnten Parkhäuser bedingen weitere Wege und weitere Kosten.
    Für den Kleineinkauf ging man in den 50er Jahren vor die Tür, ein paar Schritte und stand vorm Laden. Das ist alles weg. Also mit dem Auto, aber auch von dort keine langen Wege. Vor die Tür, kaufen, weg. Raisdorf war die erste große Konkurrenz. Mit dem schweren Einkauf mit dem Einkaufswagen ans Auto und weg. Kein stundenlanges Schleppen von Laden zu Laden, wenn man in einem gekauft hat. Einfach und bequem.
    Kiel ist den anderen Weg gegangen, Nahe Parkplätze abgebaut und gehofft, dass dir teuren Parkhäuser genutzt wurden. Frauen mögen keine Parkhäuser mit dunklen Gängen und Treppenhäusern, also woanders hin. Raisdorf winkt. Zeitaufwand nach Raisdorf gering, im kieler Stadtverkehr in die Innenstadt oft nicht kürzer.
    Kiel Parkgebühr und schleppen, in Raisdorf vor die Tür, kostenlos.
    Damit begann der Niedergang. Kiel ist seinen Weg mit der Holstenstraße weitergegangen und setzt dem in den letzten Jahren die Krone auf.
    Inzwischen haben wie den Sophienhof, Parkplätze direkt am Haus, im Parkhaus kurze Wege zu den Läden auch für Frauen noch relativ übersichtlich so sie in der Nähe der Zugänge parken. Auch hier für kurze Besorgungen noch relativ bequem.
    Und dann kam der Citti Park, die Situation ist wie in Raisdorf.

    Ein wesentlicher Unterschied zur Holstenstraße, keine vielfältigen Besitzer, ein einziger kontrollierender Großkonzern, Vielfalt ja, aber je Warengruppe keine konkurrierenden Unternehmen wie einst in der Holstenstraße, das kontrolliert der Großkonzern. Das bewirkt auch höhere Preise, an denen der Großkonzern. welchem das jeweilige Arreal gehört mitverdient, Denn die Pacht dort ist u.A. umsatzabhängig.

    Hurra, der Endverbraucher wird geschröpft und merk es nicht einmal.

    Es ist allein die Stadt Kiel, welche es mit ihren Planungen zerstört hat.
    Und die Pavillions hat man schnell unter Denkmalschutz gestellt, den sonst wären die Teile wohl bals der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Sie sind an der Stelle weder schön und auch offensichtlich nicht wirtschaftlich.
    Da bringt es auch auch nichts, wen mal an schönen Tagen die Straßencafes dort voll sind, weil man in Kiel an anderer Stelle kaum Möglichkeiten derart hat.

    UrsulaS: In der Holstenstraße werden traditionell Sachen verkauft, die gar nicht schwer zu tragen sind. Textilien, Brillen, Haushaltswaren (WMF) . Also , ich versteh das Argument, dass Leute lieber dahin fahren,wo es gr0ße Parlätze gibt, schon, aber es liegt nicht daran, dass die Ware nicht zu transportieren wäre. Niemand kauft so viel Klamotten, dass er sie nicht im Bus nach Hause transportieren kann! Das Auto und der damit verbundene Parkraumbedarf ist ein Teil des Problems , aber mit Sicherheit nicht das alleinige Problem.

    Y: Ich glaube es ist doch ein bißchen einfach ALLE Verantwortung auf die Stadt abzuwälzen. Der Weggang von kostenlosem Parkraum allein ist sicher nicht der Grund, warum die Holstenstraße heute so aussieht wie sie eben aussieht. Ich habe mich in meinem Post ganz bewusst zu den näheren Gründen auch gar nicht geäußert… die sind sicher sehr vielschichtig. Das was halt einst Segen war – eine ganze Straße ohne Wohnbebauung und nur mit Geschäften ist heute halt Fluch – eine ganze Straße nur mit Geschäften (die keiner mehr mietet) und ohne Wohnbebauung. Das Innenstädte (nicht nur Kiel) sicher einen Standortnachteil durch fehlende oder teure Parkmöglichkeiten haben, will ich dabei gar nicht in Abrede stellen. Aber wenn ich mir andere Städte anschaue ist Parken dort noch deutlich teurer und die Einkaufsstraßen sehen doch noch etwas glanzvoller aus. Neben veränderten EInkaufsgewohnheiten sehe ich aber vor allem das existierende Überangebot als das Hauptproblem an. Dort wo früher mit Holstenstraße und Holstentörn im wahrsten Sinne des Wortes Ende war, geht es heute mit Sophienhof, Citti Park, Gewerbepark Raisdorf und OutletCenter Neumünster weiter. Ich erinnere mich nicht in meiner Kindheit gehungert oder unter Versorgungsengpässen gelitten zu haben, weil es diese Möglichkeiten alle noch nicht gab. Und auf der anderen Seite sehe ich auch nicht, dass sich die Zahl potenzieller Kunden enstprechend der Einkaufsmöglichkeiten nach oben entwickelt hat. Nüchtern betrachtet fehlt der Bedarf für eine Wiederbelebung der Holstenstraße auf dem Stand der 70er oder gar 60er-Jahre. Die Holstenstraße ist aber keine staatliche Institution mit hoch subventionierten Konsum-Märkten, sondern eine von zig privaten Eigentümern bewirtschaftete Geschäftsstraße. Und da dauert es halt bis sich das Bild der Holstenstraße baulich mehrheitlich verändert. Auch wenn die die Zukunft der Holstenstraße in ihrer bisherigen Erscheinungsform als eher düster ansehe, ich finde die Erhaltung mancher Bauwerke wie den Pavillions richtig und wichtig, weil sie eben aus einer anderen Zeit “erzählen”, aber auch hier gilt – ohne privatwirtschaftliches Engegament (Restaurants, EInzelhandel etc.) ist das alles nichts.

    UrsulaS: Zum Überangebot von Geschäften kommt noch der Bevölkerungsschwund. 1971 gab es ca 270.000 Einwohner, Ende 2017 nur noch ca 249.000. also bummelig 20.000 weniger.

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