Bericht von der Feminismus-Demo am 8. März


Allgemein / 9. März 2018
Make feminism a threat again. Motto der Kundgebung in Kiel
Etwa 800 Personen versammelten sich vor dem Kieler Bahnhof.

Eine große Demonstration (ca 800 Personen) versammelte sich unter dem Motto “Make feminism a threat again/ Für einen grenzenlosen Feminismus”. Thematisch ging es auch um Chancengleichheit und Sicherheit für Frauen. Hauptthema war aber die grenzenlose Solidarität mit allen benachteiligten Menschen

Kein Sexismus, kein Rassismus

In den Redebeiträgen wurde die gesellschaftliche Debatte über Sexismus und Rassismus begrüßt. Eigentlich ging es den Veranstalterinnen nicht nur um die Rechte von biologischen Frauen, sondern um alle , die vom Patriarchat betroffen sind. Deshalb war der erste Block im Demonstrationszug für FLTI reserviert. Das sind Frauen, Lesben, Trans- und Intersexuelle. “Passt auf einander auf!”, dieser Appell war so etwas wie ein Leitfaden nicht nur für die Demonstration sondern auch für die Zeit danach.

Die #metoo- Kampagne auf Twitter hat es gezeigt, und es war auch auf dieser Demo Thema: Frauen mögen kein übergriffiges Verhalten. “Passt auf einander auf!”, das heißt auch, es ernst zu nehmen, wenn eine Frau in der Disco oder in irgendeiner Situation um Hilfe bittet, weil sie sich nicht wohlfühlt. Dieser Appell kam von den GoOnGrrrls, die sich in einer männlich dominierten Musikszene bewegen.

Solidarität mit den kurdischen Frauen

Die kurdischen Frauen aus der Region Rojava haben quasi eine Frauenrevolution herbeigeführt. Der Independent schrieb am 5. Januar 2017: The Rojava experiment is unlike any other. Coalitions between the local Assyrian, Arab and Kurdish populations have created a small society by and large run on the principles of a communal economy, harmony with the environment, and self governance.

It is also hard to conceive just how radically the Kurdish administration has overturned the existing state structures in Syria by putting women’s emancipation at the forefront of the the sociopolitical agenda. “

Aber die Kurden und Kurdinnen sind in einer sehr bedrängten Lage. Die Rednerin vom Bund Sozialistischer Frauen sprach von Vergewaltigungen und bedauerte die Einschränkung des Abtreibungsrechts in der Türkei. Am Samstag 10. März findet eine Demonstration für ein freies Afrin statt. Anlass ist die türkische Offensive gegen die nordsyrische Stadt Afrin. Über 40 Gruppen haben zu dieser Demonstration für 15 Uhr am 10. 3. auf dem Vinetaplatz aufgerufen.

Selbstbestimmung

“My body, my choice – raise your voice!”, chanteten die Demonstrierenden. Selbstbestimmung über den eigenen Körper und die eigene sexuelle Identität, dafür lohnt es sich, auf die Straße zu gehen.

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