Kein Klimaschutz mit der AfD

Andreas Kemper, Soziologe und AfD-Experte, hielt am 31. Januar einen Vortrag an der CAU zum Thema Klimapolitik der AfD. Kemper beschäftigt sich mit der AfD seit ihrer Gründung . Der Vortrag wurde organisiert von der Initiative tkkg – TurboKlimaKampfGruppe.

In seinem Vortrag beschrieb Kemper zwei unterschiedliche Trends in der AfD bezüglich des Klimawandels. Die Hauptlinie, die sich auch im Programm niedergeschlagen hat, leugnet den Einfluss von erhöhtem CO2 auf das Klima. Aber es gibt auch Ökos in der AfD.

Im Großen und Ganzen beschreibt Kemper die AfD als eine Mischung aus einer neo-liberalen und völkischen Ideologie. In ihrem Programmentwurf stehen viele Einzelpunkte, die eine klare Absage an den Klimaschutz bedeuten.

  • Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) gilt als nicht reformierbar.
  • Die Unterstützung von Biogas soll beendet werden.
  • Zum Fracking gibt es noch keine Position.
  • Die Atomanlagen sollen länger laufen bis eine Alternative gefunden wurde.
  • Windenergie soll aus aestetischen Gründen gestoppt werden.

Das Programm macht keine Vorschläge zur CO2-Einsparung, Im Gegenteil: Die Ergebnisse des Intergovernmental Panel on Climate Change ( IPCC) werden grundsätzlich angezweifelt.

In einer kürzlichen Rede wandte sich Frauke Petry, die Frontfrau der AfD, gegen das “nudging”, das heißt gegen die Verhaltensbeeinflussung der BürgerInnen durch die Regierung. Sie fühlt sich dadurch manipuliert. Kemper erwähnte diesen Vortrag ,weil auch die Klimapolitik der Regierung mit ihren vielen Ver-und Geboten, Subventionen und Appellen in den Augen der AfD ein Beispiel für Nudging ist.

Quer zu dieser Hauptlinie liegt der in der AfD einflussreiche Björn Höcke, gegen den übrigens zur Zeit – wenn auch aus anderen Gründen – ein Parteiausschlussverfahren angestrengt wird. Höcke ist Anhänger der Postwachstums-Ideologie, die er mit rassistischen Elementen anreichert. Diese Postwachstums-Ideologie ist an sich nicht rechts. Auch Andreas Kemper befürwortet diese Richtung. Der Grundgedanke hier ist, dass es zum Schutz des Klimas Grenzen des Wachstums geben muss. Mehr Nahrung aus der Region, weniger Verkehr oder Transport und eine Wirtschaft, die sich mehr auf Erhalt als auf Neuproduktion von Konsumgütern konzentriert, das alles sind Elemente der Postwachstums-Ideologie, die eigentlich nicht rechts aber eben auch bei der Rechten vertreten ist . Höcke geht hier aber nicht konform mit der Hauptrichtung der AfD, die auf Deregulierung setzt und die Klimabedrohung ausblendet..

Ich fand den Vortrag sehr interessant, und habe mir vorgenommen, mich inhaltlich mehr mit der AfD auseinanderzusetzen. Andreas Kemper zeigte differenziert auf, dass es in der AfD, wie auch in anderen Parteien , verschiedenen Strömungen gibt, wobei Klimaschutz von dieser Partei insgesamt eher nicht zu erwarten ist.

Hier geht es zur Audioversion des Vortrags

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