Thema Bauen in der Ratsversammlung


Allgemein, Themen / 25. November 2016

In der Ratsversammlung vom 17.  November 2016 war Bauen das beherrschende Thema: Eine Einwohnerfrage befasste sich mit dem Klimaaspekt des Kieler Baubooms. Sozialdezernent Gerwin Stöcken stellte den Kieler Wohnungsmarktbericht vor. Und in der Frage, wie es mit dem Fughafen Holtenau weitergeht, stand auch die Möglichkeit dieses Areal zu bebauen , zur Diskussion.

Einwohnerfrage

Eine Kieler Bürgerin stieß mit ihrer “Einwohnerfrage” direkt in eine problematische Seite des Kieler Baubooms. Einerseits hat sich die Stadt Kiel mit dem Masterplan Klimaschutz ehrgeizige Ziele zur Einsparung von Energie und zur Reduzierung von CO2 gesetzt. Gleichzeitig werden etliche größere Bauvorhaben angeschoben. Frau Ulrike Hunold wies in ihrer Frage darauf hin, dass ein neues Wohngebiet ohne Passivhausstandard problematisch sei. Ein Ausschnitt aus dem Text: “ Wird die Verwaltung jede Beschlussvorlage dahingehend überprüfen lassen, ob der möglicherweise daraus resultierende Klimagasausstoß bzw Energieverbrauch nicht dem Masterplan zuwiderläuft? “

Bürgermeister Todeskino antwortete sinngemäß, dass er es eigentlich gut findet, Beschlüsse der Verwaltung zu evaluieren. Jetzt wolle er aber erst einmal abwarten, was die Bürger denken. (Im Rahmen des Masterplans wird es eine Reihe von Workshops für BürgerInnen und ExpertInnen geben.) Außerdem – so Todeskino – könne man Energie auch an anderer Stelle später einsparen.

Auch wenn diese Antwort eher ausweichend war, so weiß ich aus anderer Quelle, dass die Bürgerfrage in der Verwaltung auf der Amtsleiter-Ebene intensiv diskutiert wurde.

Was steht im Wohnungsmarktbericht?

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • zwischen 31.12. 2104 und 31. 12. 2105 ist die Bevölkerung um 3.929 Personen auf 247.642 gewachsen. Das entspricht einer Zunahme von 1.6 Prozent. Auch für 2016 wird mit Zuwanderung gerechnet.
  • Die Zahl der in Kiel lebenden Menschen mit Migrationshintergrund stieg um 4.857 Personen auf 55 390 an.
  • Die Haushaltsgröße stieg an. Das heißt, mehr Personen teilen sich eine Wohnung.
  • Die Ab- und Zuwanderung wurde nach Regionen untersucht. In den Nahbereich (Kreise Rendsburg, Eckernförde und Kreis Plön) ergab sich ein Negativsaldo. Kiel verlor 1.055 Menschen an den Nahbereich. Für Gesamtdeutschland ergab sich ein Plus von 2.489 Personen. Für das Ausland betrug das Zuwanderungsplus 2.489 Personen.
  • 2015 wurden 473 Wohnungen gebaut. Laut Sozialdezernent Gerwin Stöcken sind weitere 600 für 2016 genehmigt.
  • Die Zahl der Wohnungsnotfälle stieg 2015 um 38 Prozent. In dieser erschreckenden Zahl sind allerdings auch die Geflüchteten, die noch in Heimen wohnen , enthalten. Sie gelten als wohnungslos. (Als Wohnungsnotfall bezeichnet man die Fälle von Wohnungsverlust, die den Behörden bekannt ist. Sie ist ein Indiz für das Ausmaß der tatsächlichen Obdachlosigkeit
  • Die durchschnittlichen Angebotsmieten (Nettokaltmieten) stiegen von 7 Euro auf 7.03 pro qm, blieben also eigentlich stabil. Der Wohnungsmarkt-Bericht bietet folgende Erklürung an: “ Über die Gründe können derzeit nur Vermutungen aufgestellt werden. So könnte z.B. die auch in Kiel geführte kontroverse Diskussion um die Mietpreisbremse …. einen Einfluss auf die aktuelle Entwicklung haben.”

Thema Flugplatz Holtenau

Wie schon auf diesem Blog berichtet, wurde das Thema vertagt. Zur Diskussion standen die Weiterführung als Flughafen oder verschiedene Formen der Bebauung.

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