Flughafen Holtenau – Entscheidung vertagt


Allgemein, Stadtteile / 21. November 2016

Mit einer Belebung des Flugverkehrs auf dem 100 Hektar großen Flughafen Kiel-Holtenau rechnet niemand solange es keine Planungssicherheit gibt.   SPD, Grüne und SSW (“die Kooperation” ) stehen nun vor der Entscheidung: Flugplatz erhalten oder bebauen?

Um eine gute Grundlage für diese Entscheidung zu erhalten und wohl auch um Meinungsdifferenzen zu überbrücken, wurde ein Gutachten (bei Prognos) in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten führte aber zu einer Pattsituation. Die vorgelegten Varianten wurden als gleichwertig gesehen. Die von der SPD bevorzugte Variante beschreibt einen Erhalt des Flughafens mit Ansiedlung von Flug affinem Gewerbe. Die Grünen bevorzugen dagegen eine Bebauung des Areals. Das Gutachten brachte dann noch einen Kompromissvorschlag ins Gespräch. Die Kooperation braucht jetzt also noch Zeit um das Gutachten zu diskutieren.

Hier eine Auswahl an Argumenten für und gegen den Erhalt des Flughafens, die in der Ratsversammlung vom 17. November in einer lebhaften Diskussion genannt wurden.

  • Der Flughafen arbeitet nicht wirtschaftlich. Seit Ende 2005, als die letzten regelmäßigen Linienflüge endeten, sind 6 Millionen Euro in den Ausgleich des Defizits geflossen.
  • Der Flughafen ist Landeplatz für die Transporte von Transplantationsorganen. Für diesen Zweck stünden aber auch andere Helikopter-Landeplätze zur Verfügung.
  • Eine andere Nutzergruppe sind Topmanager, die mit privaten Fliegern ab und zu hier landen, um zu Vorstandssitzungen oder anderen Meetings zu gehen. Aus diesem Grund sprach sich die IHK für den Erhalt des Flugplatzes aus. Nur für diesen Zweck den Flughafen aufrecht zu halten, wäre aber wirklich eine “Umverteilung von unten nach oben”, wie Stefan Rudau (Linke) bemerkte.
  • Für den Erhalt spricht die Tatsache, dass der Flugplatz nun einmal da ist. “Man weiß nicht, was kommt”, sagte ein Redner.
  • Nicht so sehr für den Erhalt als vielmehr gegen eine Bebauung sprechen die Risiken einer Dekontamination des Bodens. Niemand weiß zur Stunde, was für Altlasten hier, zum Teil noch aus der Kaiserzeit, im Boden verborgen sind, und was es kosten würde, das Gelände zu sanieren.

In der Diskussion waren sich alle einig, dass mehr Wohnraum gewünscht wird. Hierfür würden aber auch andere Gebiete möglich sein. Suchsdorf wurde vor allem genannt.

Es bleibt also eine knifflige Entscheidung.

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