Wohnen im Grüngürtel


Allgemein / 10. Februar 2016

Grün-er-leben, so heißt eine Projektskizze der LEO-Stiftung, die eine behutsame Bebauung im Kleingartengebiet rund um den Ostfriedhof in Wellingdorf vorschlägt.

Die (Reihen-)Häuser sollen komplett rückbau- und recyclingfähig, baubiologisch unbedenklich und energieeffizient sein. Als Beispiel für ein mögliches Modell nennt die Studie die Holzhäuser der Firma Lapwall (www.lapwall.de) .

grün-er-leben
Die schwarzen Quadrate stellen Standorte der Hausgruppen dar.

Als Bewohner sollen Studierende, alte Menschen, Alleinerziehende, Kleinstfamilien, und Mitarbeiter oder Azubis der zum Projektgebiet gehörenden Gewerbe in einem ausgewogenen Verhältnis bevorzugt werden. Sie müssen sich auch bereit erklären, unentgeltlich je nach ihren Möglichkeiten einander zu helfen und sich an Gemeinschaftsarbeiten zu beteiligen. Dazu gehört auch Holzhacken, denn die Brennholzproduktion ist Teil des Konzepts.

Einige der Wohnmodule sollen gemeinschaftlichen Zwecken vorbehalten sein. Denkbar sind Kinder- oder Altentagesstätten.

Auch die Wege sollen rückbaubar und einfach sein. Der Vorschlag sieht zwei Plattenspuren auf Kiesbett vor, ähnlich wie in der Landwirtschaft. Hecken und Alleen entlang der Wege dienen nicht nur den Tieren und dem Erosionsschutz sonder auch der Brennholzgewinnung.

Außerdem sollen Teiche angelegt und der Rehsenbach renaturiert werden. Es wäre also ein Wohnen in einer grünen Idylle.

Die auf dem Gelände jetzt angesiedelten Betriebe, Kleingärten und bewohnten Häuser sollen bleiben.

Die Projektstudie hält eine behutsame Bebauung von Grünflächen aus ökologischen Gründen für besser als eine Verdichtung der Innenstadt . Zitat:” Ortsteile mit großen unverbaubaren Grundstücken in extensiver Nutzung haben eine nachweislich höhere faunistische und floristische Artenvielfalt als die agrarindustrielle Kultursteppe in unmittelbarer Umgebung, sorgen für unbelastete Fließgewässer, eine kontaminationsfreie Grundwasserneubildung, erfüllen den gesetzlich geforderten Schutz der natürlichen Bodenfunktionen, sind Feinstaubfilter und Regulator für ein wünschenswertes Stadtklima. Wer die Verdichtung von Stadtteilen (…..) in Kiel-Süd und anderen Teilen der LHK ernsthaft erwägt, stellt alle diese Vorzüge in Frage.”

Auf ihrer Kreismitgliederversammlung vom 27. Januar stellten die Grünen den Antrag, diese Studie zu prüfen.

Meine Meinung dazu: Einerseits ist jede noch so behutsame Bebauung auch ein Fuß in der Tür zu weiterer Bebauung. Andererseits finde ich die Vorstellung einer super-ökologischen Siedlung im Grüngürtel schon reizvoll und als Alternative zur Verdichtung des Stadtgebiets diskussionswürdig. Die in der Studie gezeigten Holzhäuser sind übrigens nur ein Beispiel. Es könnten auch Strohballenhäuser mit Komposttoiletten sein, Hauptsache rückbau- und recyclingfähig.

Die Projektstudie kann angefordert werde über adl-zentrale@t-online.de oder Tel 0431 720 500.

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