Ein interkultureller Garten in Gaarden


schon länger aktuell, Stadtteile, Themen / 9. Dezember 2014

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Foto: Kamran Fathi, Annette Tempelmann, Gunhild Grote

Die Idee: Menschen aus verschiedenen Kulturen machen ein gemeinsames Urban Gardening Projekt. Umgesetzt wurde es dieses Jahr auf drei verwilderten ehemaligen Kleingärten auf dem Gelände des Sport- und Begegnungsparks in Kiel-Gaarden.

Das erste Jahr war schwierig, da der Garten erst urbar gemacht werden musste. Etwa ein Viertel der Fläche wurde umgegraben und hier wuchsen Kartoffeln, Fenchel, Mais, Kürbisse, Zucchini, Fenchel, Rauke und Basilikum. Auch an eine Blumenwiese für die Bienen wurde gedacht. Außerdem wurde dieses Jahr das Grundstück umzäunt, ein Geräteschuppen und Hochbeete gebaut.

Zu den Freitagstreffen kamen bis zu 30 Personen, die meisten Flüchtlinge aus dem Iran, dem Jemen und Afghanistan. Wie es in offenen Gruppen häufig der Fall ist, bildete sich ein harter Kern von fünf Regelmäßigen und ansonsten war die Teilnahme fluktuierend. Um die Kontinuität zu wahren, möchte Annette Tempelmann, die Initiatorin dieses Projekts, gerne Kochtreffen in der kalten Jahreszeit organisieren und hat zu diesem Zweck auch schon Kontakt zur Hans-Christian-Andersen-Schule aufgenommen, die sich sehr aufgeschlossen zeigte für die Idee, in ihrer neuen Mensa Platz zu machen für die interkulturellen Gärtner.

In diesem Jahr wurden die Beete gemeinschaftlich bestellt und beerntet. Angesichts der Größe der Fläche ist es aber auch denkbar, dass Einzelpersonen oder einzelne Familien die Verantwortung für eigene Beete übernehmen.

Träger des Projekts ist die ZBBS (Zentrale Bildungs- und Beratungsstelle für MigrantInnen). Annette Tempelmann hat es geplant und betreut. Finanzielle Förderung kam von Bingo Lotto, der Robert-Bosch-Stiftung und der Stadt Kiel.

Das Stück Land hatte einige Jahre brach gelegen, und es war ein hartes Stück Arbeit hier zu graben und sich gegen das Unkraut durchzusetzen. Annette Tempelmann äußerte sich aber zufrieden über das erste Jahr des Interkulturellen Gartens. Trotz großer sprachlicher Verständigungsprobleme ist die gemeinsame Gartenarbeit von Flüchtlingen und Deutschen ein Beispiel für gelebte Integration. Sie bedauerte lediglich, dass hauptsächlich männliche Flüchtlinge teilnehmen, was aber auch am Überwiegen von männlichen Flüchtlingen in Kiel liegt.

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