OB Kämpfer: Verabschiedung in der Kieler Ratsversammlung
Heute war OB Kämpfers letzte Ratsversammlung. In einer Aktuellen Stunde fanden die Fraktionen lobende Wort, die eher persönlich gehalten waren als groß auf Inhalte einzugehen.
Volkard Hanns (SPD) lobte Kämpfers Involvierung in alle Entscheidungen bis ins Detail. Kämpfer habe seine Arbeit mit Herz und Verstand gemacht.
Antonia Krage (CDU) sagte, Kämpfer war so lange Oberbürgermeister, dass sich viele wahrscheinlich ein Kiel ohne ihn nicht vorstellen könnten. Sie sprach Wertschätzung dafür aus, dass er einen Lebensabschnitt der Stadt Kiel gewidmet habe.
Anke Oetken (GRÜNE) bewunderte die Ausdauer, Disziplin und Dynamik, mit der Kämper 12 Jahre lang das Amt ausgefüllt habe. Sie nannte die Übernahme des C&A-Gebäudes während der Flüchtlingskrise ganz großes Kino! Sie freut sich über den Raum, den der Radverkehr in der Stadt erhielt. Und wartet gespannt auf das Bild für die Gemäldegalerie. Sie könnte sich vorstellen, dass Kämpfers Karriere ihn auch am Ende nach Berlin bringt.
Björn Thoroe (LINKE) dankte für das Engagement für das Projekt Stadtbahn.
Christina Musculus-Stahnke (FDP) lernte Kämpfer kennen, als er noch Richter war und erlebte ihn als zugewandt und empathisch.
Ulf Kämpfer ergriff am Ende selber das Wort. Er bedankte sich bei allen für die konstruktive Zusammenarbeit. Er erinnerte an die großen Krisen: die Flüchtlingskrise und Corona.
Als seine besonderen Erfolge sieht er den Bau des Küstenkraftwerks und die Verhinderung von Fahrverboten auf dem Theodor-Heuss-Ring.
Gemeinsam mit der Selbstverwaltung sei viel auf den Weg gebracht worden: Mensen, Turnhallen, die Feuerwache Nord und vieles mehr.
Als Oberbürgermeister erlebte er „das pralle Leben“, vom Schlagloch bis zu den Auswirkungen der Weltpolitik, wie z.B. die angestrebte Rückkehr der Marine auf das MFG5-Gelände.
Für die Ehrenamtlichen sieht er drei Probleme. Erstens die Bürokratie. Es ist schwer für Leute, die nach dem Beruf noch Politik machen, wenn sie 200-Seiten-lange Bauanträge lesen müssen. Zweitens die Bedrohung und Verächtlichmachung von Politikern. Als Oberbürgermeister verdiene er wenigstens sehr gut. Das sei für die ehrenamtlichen Ratsleute aber nicht der Fall. Und drittens die Finanzkrise der Kommunen: Es mache keinen Spaß nur noch Mangel zu verwalten und nicht gestalten zu können.
Sein Abschiedsgruß: Passt gut auf diese schöne Stadt auf!
In seiner Abschiedsrede bewies Ulf Kämpfer noch einmal seine Fähigkeit, klar, temperamentvoll und unterhaltsam zu sprechen. Auch nach 12 Jahren in der Politik schafft er es, ohne Platitüden inhaltvolle Sachen zu sagen. Ich habe ihm immer gerne zugehört.
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