Das PhysioMobil for free für Mittellose ohne Krankenversicherung
Der Verein PhysioMobil for free richtet sich an Menschen, die außerhalb unseres Gesundheitssystems leben. Manche haben keine Krankenversicherung, manche sind sich nur nicht im Klaren über ihren Versicherungsstatus, und manche können sich die Zuzahlung für eine physiotherapeutische Behandlung nicht leisten.
Mit einem umgebauten LKW steuert der Verein bestimmte Orte an, wo man sich einige Stunden lang um die Kranken kümmert. Jeweils einmal im Monat ist das PhysioMobil zum Beispiel am Förde-Radiologicum (neuer Treffpunkt für Drogenabhängige), vor der ANNA Gaarden, in der Schaßstraße, im Damperhof und in der Arkonastraße. Die Termine werden vor Ort gemacht, und es sind keine Unterlagen oder Ausweise notwendig. Also ein sehr niedrigschwelliges Angebot.
Im Angebot sind präventive Beratung und Massage. Außerdem versucht der Verein, den Krankenversicherungsstatus zu klären. Manchmal bietet der Verein auch Kurse zu Themen wie Stressmanagement an. Perspektivisch möchte der Verein Menschen helfen, wieder in ein Krankenversicherungsverhältnis zu kommen. Zu diesem Zweck plant der Verein, nächstes Jahr eine Beratungsstelle eröffnen.
Tatsächlich die meiste Zeit verbringt Fina Steen, mit der ich mich traf, mit Geldbeschaffung, denn der Verein finanziert sich durch Spenden. Sie erhielten schon Förderung von der LH Kiel, vom Spendenparlament, von der Postcode-Lotterie, immer für ein paar Monate, längstens für ein halbes Jahr.
Fina Steen (27) ist gelernte Physiotherapeutin. Sie erkannte den Bedarf bei Menschen mit sehr wenig Geld und unklarer Versicherung und gründete deshalb vor drei Jahren mit einigen Gleichdenkenden den Verein.
Der Verein ist Teil eines Netzwerkes, das sich um Personen ohne Krankenversicherung kümmert. Eine ähnliche Arbeit leisten auch das Medibüro oder der Kältebus.
Für den Verein PhysioMobil for free arbeiten zur Zeit neun Personen. Fina Steen arbeitet in Teilzeit, andere ehrenamtlich oder auf Minijob-Basis.
Zu den Patienten gehören Menschen, die obdachlos und/oder suchtkrank sind. Viele leiden unter multiplen Erkrankungen und sind generell in einem sehr schlechten Gesundheitszustand.
Fina sagte über ihre Arbeit: „Jeder Einsatz ist beglückend, aber auch erschütternd, weil der Bedarf so groß ist. „
(Beitragsfoto: Fahrer Philipp und Physiotherapeutin Fina vor dem PhysioMobil)
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