Die Jugend will die Zukunft, die Alten wollen Krieg
Gastbeitrag von Ulrich Hühn:
Die Jugend will die Zukunft, die Alten wollen Krieg: Unter diesem Motto fand die aktuelle Protestkundgebung der Gen Z regelt-Gruppierung am Samstag statt. Aufgrund der in den Kommentaren verwendeten englischen Aussprache sei hier geschrieben, daß es sich um die (selbsternannte) Generation Zukunft handelt, die das Zepter des Handelns in die Hand nehmen soll.
In der Presse waren etwa 150 Jugendliche angekündigt, in der bürgerlichen Presse war die Rede von vielleicht 600 Teilnehmern, den Mitmarschierenden war deutlich, daß es mehr als tausend motivierte Jugendliche und auch viele Ältere waren, denen eine Änderung der derzeitigen politischen Lage wichtig war.
Natürlich waren die Lage in Gaza, im Jemen und der Ukraine, aber auch die derzeit amtierende Bundesregierung und der Konflikt zwischen den drei Mächten USA, Russland und China von Bedeutung. In den Ansprachen wurden alle genannten Großmächte kritisiert. Alle profitieren vom Kapitalismus, sei es über die Rüstungsindustrie, den Handel mit fossilen Energieträgern oder Autos oder die Krise der Sonnen- und Windenergieanlagen.
Vielfach wird in den bürgerlichen Medien beklagt, die Jugend müsse einen Pflichtdienst für den Staat, also uns Allen, ableisten. Keiner der Teilnehmer sprach sich dagegen aus, es darf sich nur nicht um einen Dienst an der Waffe drehen, denn einmal gibt es genug junge Frauen und Männer, die sich dem, ich formulier es mal so: „tschack tschack bum“-Dienst bewerben würden, in vielen deutschen Familien und auch Zugewanderten ist es eine Tradition, den Militärdienst abzuleisten.
Aber auch andere Dienste sind unentbehrlich, wie z. B. Kranke ohne Krankenversicherung oder Obdachlose zu behandeln und mit dem Nötigsten zu versorgen, Pflege in Krankenhäusern und Pflegeheimen, Nachbarschaftshilfe. Diese Dienste brauchen dringend Unterstützung und das war den Demonstrierenden klar.
Neu war die Forderung nach „Jugend steht auf gegen Nato“. Die Verantwortung für die Eskalation von Konflikten und die Dauer des Ukraine-Konfliktes war vielen Teilnehmern immer deutlicher. Dass die drei genannten Mächte sich scheinbar die Welt untereinander aufteilen wollen, so der Beitrag in einer Rede, war auf einem Transparent mit „Schüler der Humboldt Schule gegen Wehrpflicht“ klar dargestellt.
Es ist nicht nachvollziehbar, daß nur diese Demonstration in Kiel friedlich, aber laut gewesen sein soll und die in Hamburg, Frankfurt und Berlin nicht. Vielmehr ist es wünschenswert, daß alle Bevölkerungsschichten gegen die internationalen Konflikte auf die Straße gehen und ein Ende der militärischen Lösungsversuche fordern, denn die haben scheinbar keinen Erfolg.
„Mit Reden zum Frieden“ war eine der Thesen, die am Vormittag des gleichen Tages an der Kiellinie an eine symbolisch aufgestellte Tür (zu Wittenberg) angeschlagen war.
Ulrich Hühn, 31.10.2026
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