Kichenweg 34, Kiel-Gaarden

Kirchenweg 34: Es wird schmuck

Der ehemals hellblau gestrichene Altbau im Kirchenweg hat eine lange und schwierige Geschichte. 2016 ließ die Stadt das Gebäude wegen gravierender Mängel räumen. „Wir haben 200 Menschen da rausgeholt“, erinnerte Bürgermeister Gerwin Stöcken bei der heutigen Vorstellung der Sanierung. Die Wohnungen waren damals zimmerweise vermietet; teils lebte eine ganze Familie in einem einzigen Raum. Für diese Überbelegung war die Infrastruktur des Hauses nicht ausgelegt.

Auch das rückwärtige Grundstück im Steinmarder Weg hat einiges erlebt. Eine Zeitlang wurde dort ein Urban Gardening Projekt betrieben, das sich mit Ende der Förderung nicht halten konnte. Danach diente die Fläche als Aufenthaltsgarten für den Stadtteil – bis sich zunehmend die Drogenszene dort aufhielt und der Garten schließlich von der Stadt geräumt wurde.

Vom Problemhaus zum Zukunftsprojekt

Die Stadt nutzte ihr Vorkaufsrecht und erwarb den Kirchenweg 34 für die KiWoG. Heute luden Bürgermeister Stöcken und die Architekten zur Begehung ein. Innen wirkt alles noch nach Baustelle, doch die Richtung ist klar: Das Haus wird wieder schön. „Wir wollen möglichst viel von der alten Bausubstanz erhalten“, erklärte einer der Architekten. Dazu gehören die historische Treppe samt Geländer und die alten Holzdielen. Gleichzeitig soll das Gebäude „neubaugleich“ saniert werden.

Die Architekten schwärmten vom hohen handwerklichen Standard der 1920er Jahre, der sich in vielen Details des Hauses zeigt. Für die neue Fassade orientieren sie sich an historischen Fotos.

Wohnungszuschnitte im Wandel

Die ursprünglichen Wohnungen waren einst rund 100 Quadratmeter groß – typisch für bürgerliche Haushalte in Kiel. Im Laufe der Jahrzehnte wurden die Grundrisse mehrfach verändert; heute sind die Einheiten deutlich kleiner. Der Umbau folgt weitgehend der aktuellen Raumaufteilung.

Die früher üblichen „Klos auf halber Treppe“ werden zu praktischen Wirtschaftsräumen umgebaut, etwa für Waschmaschinen oder als Abstellkammern. Der Keller ist dafür nicht geeignet.

100 Prozent sozialer Wohnungsbau

Auf rund 880 Quadratmetern entstehen 15 öffentlich geförderte Wohnungen: 13 Drei Zimmer Wohnungen zwischen etwa 51 und 68 Quadratmetern sowie zwei Vier Zimmer Wohnungen mit rund 58 bis 65 Quadratmetern. Die Miete soll bei 6,8 Euro pro Quadratmeter liegen.

Im Erdgeschoss erhält die AWO neue Räume.

Auch auf dem angrenzenden Grundstück wird die KiWoG bauen. Der Steinmarder Weg könnte anschließend zur Spielstraße umgewidmet werden.

Es geht voran

Die Finanzierung der Sanierung ist gesichert. Seit August wurde gründlich aufgeräumt – das Gebäude gilt nun als frei von Ratten und Tauben. Der Umbau soll im kommenden Jahr abgeschlossen sein. Herr Sternitzke, Herr Hellwig und Herr Freitag vom Architekturbüro BSP stellten das Projekt heute vor. Nach Jahren des Leerstands wird der Kirchenweg 34 wieder ein bewohntes Haus.

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