Ausflugsschiff Förde-Adler

Eine Hafenrundfahrt auf der Kieler Förde

Das Ausflugsschiff der Adler-Reederei, die ehemalige Fähre Schilksee, ist ein gemütlicher Ort: freundliche Crew, entspanntes Tempo, dazu der besondere Geruch eines Schiffes, der für viele einfach dazugehört. „Hier riecht es noch so schön nach Diesel“, meinte eine andere Passagierin – und tatsächlich gehört genau das zu diesem Erlebnis. Bei warmem Wetter und Sonnenschein war die Rundfahrt am gestrigen Tag ein Vergnügen.

Man kann auf dem offenen Oberdeck sitzen oder im Bistro des Unterdecks durch große, geputzte Fenster aufs Wasser schauen. Kaffee, kalte Getränke und Fischbrötchen von Gosch Sylt sorgen für die passende Begleitung. Über Lautsprecher gibt der Kapitän (gestern war es ein Mann) Erläuterungen zur Fahrt, untermalt von Shantys und Seemannsliedern.

Das Ticket kaufte ich bar an Bord für 22 Euro; online gibt es derzeit 10 Prozent Rabatt. Neben der klassischen Rundfahrt werden auch Touren mit Ausstiegsmöglichkeit in Laboe angeboten – ideal für einen Tagesausflug.

Was gibt es zu sehen?

Die Fahrt macht deutlich: Der Kieler Hafen ist vor allem ein Arbeitsort. Strände oder Villen am Ufer sind selten, stattdessen prägen Werften, Hallen und militärische Anlagen das Bild.

Gestern lag die Stena Germanica im Hafen. Sie bringt bis zu 1.300 Passagiere und 1.000 PKW in rund 13 Stunden nach Göteborg. Ebenfalls vor Ort war die Color Line, ausgelegt für 3.000 Passagiere und ebenfalls 1.000 PKW. Sie benötigt etwa 18 Stunden nach Norwegen. Der Luxusliner AIDA wurde gerade längsseits von einem Tankschiff bebunkert.

Auf dem Ostufer passierten wir TKMS, wo U-Boote gebaut werden, sowie das riesige Marinearsenal mit einer beeindruckenden Kailänge von 1.550 Metern.

An der Schwentinemündung befand sich früher der Hafen der Hochseefischer; heute liegen dort nur noch Sportboote. Im Roll-on-Hafen werden Autos auf Schiffe verladen.

Wir fuhren an der neuen Scharhörn vorbei, einem Mehrzweckschiff der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit Helikopter-Landeplatz, hohen Aufbauten und einem Kran zum Auslegen von Seezeichen.

Das Küstenkraftwerk liegt am Ufer umgeben von Wald.

Wir sahen auch einige sehr schöne Häuser, die laut Kapitän „nicht unter einer Million zu haben“ sind.

Es folgten der Hafen und Strand von Heikendorf und schließlich Laboe mit Strand, Museums-U-Boot und Marine-Ehrendenkmal. Hier verließ ein großer Teil der Passagiere das Schiff.

Entlang des Westufers

Weiter ging es auf der westlichen Seite der Förde:

Beim Leuchtturm Friedrichsort verengt sich die Förde auf nur 964 Meter – dahinter beginnt bereits das offene Meer. In der Ferne war der Olympiahafen Schilksee zu sehen.

Wir passierten die Schleuse Holtenau mit alten und neuen Kammern, die Lindenau-Werft, die Einfahrt zum Plüschowhafen und das MFG5-Gelände.

Am Marinestützpunkt lagen das Versorgungsschiff Berlin, der Hochseeschlepper Borkum, der Tanker Spessart, zwei Tender sowie mehrere Minenjagdboote.

Im Hintergrund erhob sich das Hotel Maritim mit den Olympiaringen. Es wurde 1972 für die Olympischen Spiele gebaut und diente damals als Pressezentrum; heute besteht es zur Hälfte aus Eigentumswohnungen.

Das Institut für Weltwirtschaft war einst eine Villa der Familie Krupp. Im modernen Glasbau daneben befindet sich die Bibliothek des Instituts.

Wir sahen außerdem die Gebäude der Landesregierung – inklusive des Büros von Ministerpräsident Daniel Günther mit Blick aufs Wasser – sowie Geomar.

Am Ostseekai legen jährlich über 200 Kreuzfahrtschiffe an. Am Schifffahrtsmuseum lag die Bussard, der letzte voll funktionsfähige, kohlebefeuerte Tonnenleger.

Praktische Hinweise

Die Rundfahrt dauert etwa 1½ Stunden. Auf dem Wasser ist es etwas kühler als an Land, und wer empfindliche Haut hat, sollte an Sonnenschutz denken.

Die Tour ist nicht nur für Touristen geeignet – auch Einheimische entdecken garantiert Neues.

Der Förde-Adler fährt mehrmals täglich von der Bahnhofsbrücke ab. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Reederei. https://www.adler-schiffe.de/buchen/?relation=adler-6635-394-394&date=&ref=

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