Seegarten: Noch eine Kieler Seebrücke wird erneuert
Der Fähranleger Seegartenbrücke soll vollständig neu gebaut werden. Die erst einmal ganz grob geschätzten Kosten liegen wohl bei 4 bis 5 Millionen Euro. Im Ortsbeirat Mitte stellte Herr Robert vom Tiefbauamt gestern die geplante Konstruktion vor.
Warum ein Neubau notwendig ist
Der Zustand der bestehenden Seebrücke reicht nicht mehr aus. Zusätzlich soll der Zugang zur Fähre künftig barrierefrei gestaltet werden. Die neue Lösung sieht einen Ponton mit einer vertikal beweglichen Zugangsbrücke vor – so befinden sich Ponton und Fähre unabhängig vom Wasserstand stets auf gleicher Höhe.
Ein Gründungspfahl weist bereits einen Riss auf, und jedes Jahr müssen mehr morsche Bohlen ersetzt werden.
Ein Blick zurück
Die erste Seegartenbrücke entstand 1904. 1988/89 folgte ein Neubau aus Holz – länger, breiter und mit insgesamt 80 Pfählen.
Die kommende Brücke wird aus Stahl gefertigt: ein fester Abschnitt, eine bewegliche Zugangsbrücke und ein Ponton, dessen Spundwände mit Betonplatten verkleidet werden, um den Stahl zu schützen. Der Ponton soll rund 10 Quadratmeter groß sein und kann bei Bedarf entfernt werden. Die Farbe soll Mausgrau sein, wobei Herr Robert vermutet, dass Kieler mit Farbe nacharbeiten werden.
Lage und Bauweise
Die Position zwischen Museumsbrücke und Cruise Terminal bleibt unverändert.
Die größte bauliche Herausforderung sind die bestehenden Pfähle. Sie sollen nicht herausgezogen, sondern lediglich gekappt werden, um den Baugrund nicht zu lockern.
Zeitplan
- Ende September: Einreichung der Pläne beim Umweltamt
- Vor Baubeginn: Kampfmittelsondierung
- November 2026: Abriss der alten Brücke
- Januar 2027: Einrichtung der Baustelle
- Oktober 2027: Fertigstellung
Haltbarkeit und Materialfrage
Die neue Brücke soll 80 bis 100 Jahre halten. Die Konstruktion von 1989 brachte es nur auf knapp 40 Jahre, die von 1904 dagegen auf rund 80. Aus dem Publikum kam die Frage, ob eine Holzbrücke nicht günstiger wäre – bei ähnlicher Lebensdauer. Herr Robert bezweifelte dies: Über die erste Brücke gebe es kaum Unterlagen, sie sei vermutlich mehrfach ausgebessert worden.
Und bei Hochwasser?
Die Konstruktion ist für normale Pegelstände ausgelegt. Ein Hub von bis zu zwei Metern ist möglich – dann würde die Zugangsbrücke zum Ponton allerdings steiler werden, als es für Menschen im Rollstuhl angenehm ist. Übliche Niedrig und Hochwasser lassen sich jedoch problemlos bewältigen.
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