Wohnprojekt Schwentineflotte

Ratsversammlung unterstützt Schwentineflotte

Ein Beschluss der Ratsversammlung vom 11. Juni gibt dem Wohnprojekt Schwentineflotte Hoffnung auf Fortbestand. Das alternative Wohnprojekt auf dem Wasser ist seit vielen Jahren ein besonderer Lebensort in Kiel. Doch durch die geplante Übernahme der Flächen im Plüschowhafen durch den Bund steht der bisherige Standort auf dem Spiel.

Prüfung des Verbleibs am aktuellen Standort und Alternativen

Zunächst soll geprüft werden, ob die Schwentineflotte am jetzigen Standort erhalten werden kann. Sollte dies nicht möglich sein, will die Stadt gemeinsam mit dem Verein die Suche nach einem geeigneten Ersatzstandort vorantreiben.

Die Fraktion der Grünen äußerte jedoch Zweifel, ob ein Verbleib im Plüschowhafen realistisch ist. Im Antrag werden mehrere Alternativstandorte genannt:

  • Ufergelände neben der Firma Markmann — ggf. Ankauf der Fläche durch die Stadt
  • Sporthafen Stickenhörn — Erweiterung der Steganlagen zwischen Steg 7 und 8
  • Hafenfläche des WSA-Standorts („Tonnenhof“) — gemeinsame Nutzung mit Gastronomie und Fähranleger (ähnlich Reventlou- oder Blücherbrücke)
  • Skagerrakufer — Nutzung vorhandener privater Stege inkl. Spundung
  • Schleusenhafen Holtenau
  • Admiralsbrücke an der Kiellinie — ggf. Neubau einer Anlage
  • Ehemaliger Anleger Kitzeberg — Zusammenarbeit mit der Gemeinde Heikendorf

Erster Antrag abgelehnt

Ein ursprünglicher Antrag der Fraktion DIE LINKE/Die PARTEI sah vor, die Standortfrage der Schwentineflotte in den Letter of Intent (LOI) aufzunehmen. Der LOI beschreibt den vorläufigen Stand der Verhandlungen zwischen Stadt und Bundeswehr. Darin ist vorgesehen, dass das MFG5-Gelände samt der Wasserfläche Plüschowhafen an die Bundeswehr übergeht.

Dieser Antrag – der ein stärkeres Engagement für die Schwentineflotte gezeigt hätte – wurde jedoch abgelehnt.

Was ist die Schwentineflotte?

Die Stadt Kiel verpachtet derzeit eine Wasser- und Landfläche im Plüschowhafen bzw. auf der Stickenhörn-Mole an die Schwentineflotte e.V., um dort dauerhaftes Wohnen auf dem Wasser zu ermöglichen.

Wesentliche Fakten:

  • 50 Mitglieder und Boote, davon 27 mit offizieller Wohnanschrift am Standort (Prieser Strand 12b, 24159 Kiel)
  • Alltags-, Schul- und Berufswege der Bewohner*innen verlaufen überwiegend auf dem Westufer der Förde
  • Infrastruktur wie Stege, Strom, Wasser, Sanitär und Müllentsorgung wird eigenständig durch den Verein organisiert
  • Die Schwentineflotte ist unabhängig von der benachbarten Sporthafen GmbH

Mein Fazit: Die Schwentineflotte hat die Unterstützung der Ratsversammlung, aber eine Garantie auf Fortbestand ist es nicht.

Quellen: Anträge Drucksachen 0525/2026 und 0676/2026

Weiterlesen?

Homepage Schwentineflotte

Grüne Kiel über den Antrag

Schwentineflotte in Gefahr

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