Traditionssegler am Tiessenkai

Tiessenkai vor der Sperrung

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) hat der Stadt Kiel den Gestattungsvertrag für den Tiessenkai gekündigt. Ab 2027 dürfen Traditionssegler und Sportboote dort nicht mehr anlegen. Demnächst soll ein Bauzaun an der Stelle, wo die gepflasterte Kaimauer auf die asphaltierte Straße trifft, aufgestellt werden.

Der Grund: die Spundwand des Tiessenkais ist stark verrostet. Für eine Sanierung fehlt es dem WSA an Personal, wie Jörg Brockmann vom WSA dem Fernsehsender Sat1 sagte: „ Wir haben ein Ressourcenproblem. Wir haben tatsächlich kein Personal für diese Aufgabe.“

Ohne Sanierung soll die Gefahr drohen, dass Teile der Kaimauer abbrechen.

Das Schiffercafé am Tiessenkai wäre durch das Absperren der Kaimauer insofern betroffen, dass die Gäste auf ein Absperrgitter blicken werden, hinter dem auch keine Traditionssegler mehr liegen dürfen.

Das sagt die Politik zur Absperrung des Tiessenkais

Einige Kieler Ratsfraktionen sowie der Oberbürgermeister zeigen sich bestürzt, wie diese Ausschnitte aus Pressemitteilungen zeigen:

Volkhard Hanns (SPD) klagt über das Vorgehen des Bunds in dieser Angelegenheit: „Der Tiessenkai ist einer schönsten maritimen Ort Kiels. Es ist inakzeptabel, wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hier agiert. Ein maritimes Herzstück unserer Stadt soll gewissermaßen über Nacht geschlossen werden, ohne dass die Menschen vor Ort, der Ortsbeirat oder die Ratsversammlung vorab informiert wurden.

Im Zuge des Standortdialogs mit der Bundeswehr drohen auch an anderer Stelle, Zugänge zum Wasser wie auch Freizeitflächen für die Kielerinnen und Kieler verloren zu gehen. Wenn der Bund zusätzliche maritime Flächen von der Stadt fordert und zugleich andere Flächen der Öffentlichkeit entzieht, dann passt das nicht zusammen.“

Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz meldete sich aus dem Urlaub mit folgendem Statement, in dem er ankündigt, die Tiessenkai-Problematik im Rahmen des Standortdialogs anzusprechen: „Der Tiessenkai ist ein wichtiger Bestandteil der maritimen Identität Kiels. Die Sicherheit hat selbstverständlich oberste Priorität. Wir werden zeitnah das Gespräch mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt suchen. Darüber hinaus werden wir das Thema in den Standortdialog mit der Bundeswehr aufnehmen und die Interessen der Landeshauptstadt Kiel dort deutlich vertreten.“ (Kiel.de)

Für die CDU schrieb Antonia Grage : „Der Tiessenkai ist ein Wahrzeichen des Kieler Nordens und Teil der maritimen Identität unserer Stadt. Deshalb erwarten wir, dass Oberbürgermeister Dr. Samet Yilmaz das Thema zur Chefsache macht. Im laufenden Standortdialog zwischen Stadt und Bundeswehr zeigt sich, dass auf höchster Ebene konstruktiv zusammengearbeitet wird. Diese Kontakte müssen jetzt auch genutzt werden, um gemeinsam mit dem Bund schnell eine Lösung für den Tiessenkai zu finden.“ (CDU-Kiel.de)

Marcel Schmidt vom SSW erklärte: „Während Kiel in der Umsetzung des mit der Bundeswehr verhandelten Letter of Intent (LoI) mit der Nordmole einen funktionierenden Hafenbereich an den Bund abgeben soll, droht nun mit dem Tiessenkai ein besonders prägender Ort der Traditionsschifffahrt verloren zu gehen, weil die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) weder Personal noch Geld für die Sanierung des Tiessenkais bereitstellen will.“ (SSW.de)

Mein Fazit

In einer Stadt , die nicht mit einer historischen Altstadt, mit Burgen und Kathedralen aufwarten kann, ist es umso wichtiger, dass es charmante Ausflugsziele wie den Tiessenkai gibt. Nicht nur für Touristen sondern auch für die Bewohner selber. Die Traditionssegler, der Blick auf die Schleuse, das Schiffercafe, das macht den Tiessenkai zu einem besonders liebenswerten Ort in Kiel.

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Auch auf der anderen Seite der Schleuse wird den Kielern ein Ausflugsort genommen: Idylle Nordmole in Gefahr

Sat1: Maroder Tiessenkai in Kiel Holtenau, Sorge um Sperrung

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