Kieler Baumbesetzung seit Oktober
Eine Kieler Baumbesetzung auf dem MFG5-Gelände hält sich seit sechs Monaten.
Die antimilitaristische Aktion begann im Oktober 2025. In einer Baumgruppe auf dem MFG5-Gelände baute die Gruppe TKKG (Turbo Klima Kampf Gruppe Kiel) erst eine Plattform in eine Baumgruppe. Weil die Stadt verlangte, dass dort jederzeit mindestens eine Person anwesend sein müsse, wuchs das Provisorium langsam zu einer richtigen Hütte heran – inzwischen sogar gedämmt. Welle, so nennt sich einer der Aktivisten, sagt, es sei erstaunlich angenehm im Baumhaus zu übernachten. Man sei dort der Natur im Baum ganz nahe.
Als ich im Oktober mit Welle sprach, war er skeptisch, wie lange das gehen würde. Denn alle aus der Gruppe studieren oder arbeiten und die konstante Präsenz sei für alle eine Herausforderung. Und dann kam noch ein schneereicher Winter, nicht gerade das ideale Wetter für Übernachtungen in der Höhe eines Baumes!
Zu meiner Überraschung haben sie durchgehalten, sind immer noch vor Ort. Als ich letzte Woche unangemeldet vorbeischaute, waren etwa sechs Personen vor Ort. Mittlerweile haben sie sogar einen Kiosk auf dem Boden zusätzlich zum Baumhaus gebaut. (siehe Beitragsfoto)
Sie protestieren mit dieser Aktion gegen die zunehmende Militarisierung generell und speziell gegen den geplanten Rückkauf des MFG5-Geländes durch die Marine.
Bekanntlich sollte auf dem MFG5-Gelände ein neuer Stadtteil entstehen, Arbeitstitel „Holtenau Ost“. Doch zur Zeit verhandelt Kiel mit der Bundeswehr über einen möglichen Grundstückstausch, bei dem das MFG5-Gelände wieder an die Marine zurück ginge, um militärisch genutzt zu werden. Es soll – so plant es die Marine – der Stützpunkt für das Seebataillon werden.
Schusterkrug, Schlagloch, Schwentineflotte
Was oft übersehen wird: Auf diesem Areal leben bereits viele Menschen dauerhaft:
- die Mitglieder der Wagengruppe Schlagloch
- viele Geflüchtete, die in den „Schusterkrug“ genannten Gebäuden untergebracht sind.
- 27 Personen aus dem Wohnprojekt Schwentineflotte, die auf ihren Schiffen im Plüschowhafen leben .
Für die weiteren Verhandlungen zwischen der Stadt und der Bundeswehr bildet eine Absichtserklärung (letter of intent) die Grundlage. Über das weitere Vorgehen debattiert die Ratsversammlung am 11. Juni.
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