Baugrundstück in der Adelheidstraße

Wohnen ist wichtiger als Parken

Für die Anwohner rund um das Bauprojekt Adelheidstraße ist es ein schmerzhafter Einschnitt: Rund 80 Parkplätze sollen ersatzlos wegfallen. Für die zukünftigen Mieter des neuen Wohnhauses mit insgesamt 100 Wohneinheiten bedeutet das Vorhaben hingegen eine seltene Chance – denn die Wohnungen sollen günstig sein und damit Menschen zugutekommen, die auf dem freien Markt kaum fündig werden. Wohnen sei wichtiger als Parken, so begründet die Verwaltung ihren Antrag: „Die Ratsversammlung stellt fest, dass die geplante zukünftige Nutzung des Parkplatzes Adelheidstraße (westlich der Esso-Tankstelle) und einer zur Ringstraße angrenzenden Verkehrsfläche für Wohnen dem öffentlichen Wohl der wachsenden Landeshauptstadt Kiel mehr dient als die Nutzung als Parkplatz und Verkehrsfläche.“ (Drucksache 0747/2025)

Ein Projekt mit Tempo

Der sogenannte Bauturbo ermöglicht es der Stadt Kiel, ohne neuen Bebauungsplan zügig zu starten. Im November will die KiWoG erste Entwürfe vorstellen. Wie die Gebäude genau aussehen werden, ist noch offen. Klar ist jedoch: Um die Mieten niedrig zu halten, wird kostengünstig gebaut. Das heißt vermutlich, dass weder Tiefgarage noch Keller oder Balkone vorgesehen sind.

Zwischen den beiden Baukörpern soll ein kleiner Innenhof entstehen, in dem ein Mini‑Parkplatz Platz findet. Auf einer vorläufigen Skizze wirken die beiden Gebäude relativ dicht beieinander – ein Hinweis darauf, wie kompakt das Projekt werden könnte.

Bäume, Fläche, Verantwortung

Auf dem jetzigen Parkplatz stehen mehrere Bäume, darunter drei große Platanen. Es soll noch geprüft werden, ob wenigstens die drei großen Bäume erhalten bleiben können.

Das Baugrundstück umfasst den Parkplatz in der Adelheidstraße westlich der Tankstelle sowie eine angrenzende Verkehrsfläche in der Ringstraße.

100 Wohnungen, 70 davon gefördert

Von den geplanten 100 Wohneinheiten sollen 70 als geförderter Wohnraum entstehen. Alle Wohnungen sollen preisgünstig sein. Mit der KiWoG als Vermieterin könnten hier Menschen bevorzugt berücksichtigt werden, die auf dem freien Wohnungsmarkt besonders große Schwierigkeiten haben, eine Wohnung zu finden.

Die Stadt Kiel hat eine Prioritätenliste für geförderte Bauvorhaben erstellt. Das Projekt Adelheidstraße steht dort an zweiter Stelle. Selbst wenn die Landesförderung geringer ausfallen sollte als erhofft, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die Mittel für dieses Vorhaben ausreichen werden.

Weiterlesen?

kn online: Kiel widmet erstes Grundstück für Serienbau

Kiel: Kurznachrichten September 2025

Parken für Handwerker erleichtert

Kiel: Diese Bauvorhaben stehen auf der Prioritätenliste

Kommentar abschicken