Brandbrief zur Rettung der Kitas
Rettung des Kita-Systems: LEV Kita SH fordert „Pragmatismus‑Plan SH“ von Ministerin Touré
Familien im echten Norden unter Druck
Eingeschränkte Betreuungszeiten und massive Personalausfälle belasten Familien in Schleswig-Holstein zunehmend. Die Landeselternvertretung der Kitas (LEV Kita SH) warnt in einem Brandbrief an Sozialministerin Aminata Touré vor einem drohenden Kollaps des Systems und fordert einen klaren Drei-Punkte-Plan, um die frühkindliche Bildung zu sichern.
„Wir verwalten nur noch den Mangel“
Nach Einschätzung der LEV Kita SH steht das Kita-System im Land unter erheblichem Druck. Alarmierende Zahlen zu Gruppenausfällen und überlasteten Einrichtungen zeichnen ein Bild, das kaum noch Spielraum für zusätzliche Anforderungen lässt. Besonders kritisch sieht die Elternvertretung das geplante Landesprogramm „EVi“ (Entwicklungsfokus Viereinhalb), das ab dem Kitajahr 2027/28 starten soll und aus ihrer Sicht weitere Bürokratie erzeugen würde.
Der vorgeschlagene Pragmatismus‑Plan SH
Um kurzfristig Entlastung zu schaffen, schlägt die LEV Kita SH einen dreiteiligen Maßnahmenkatalog vor:
1. Dreijähriges Moratorium für Bildungsdokumentationen
Nicht zwingend erforderliche schriftliche Berichte sollen für drei Jahre ausgesetzt werden. Das würde ohne zusätzliche Kosten sofort mehr Zeit für die pädagogische Arbeit am Kind schaffen. Der Kinderschutz bleibt davon unberührt.
2. Antragsfreie Grundausstattung mit Assistenzkräften
Bundesmittel aus dem SVIK‑Sondervermögen sollen direkt und ohne bürokratische Antragsverfahren an die Einrichtungen fließen. Damit könnten Alltagshelfer und Verwaltungspersonal finanziert werden.
3. Absicherung des Elternbeitragsdeckels & Nutzung der Demografie‑Rendite
Der bestehende Beitragsdeckel (226,40 € Elementar / 232,00 € Krippe) darf nach Ansicht der Elternvertretung nicht aufgeweicht werden. Mittel, die durch sinkende Geburtenraten frei werden, sollen im System verbleiben, um bessere Personalschlüssel und Puffer bei Krankheitswellen zu ermöglichen.
„Pragmatismus statt zusätzlicher Bürokratie“
Die Landesvorsitzenden Melanie Maassen und Serdar Külahlioğlu betonen, dass Schleswig-Holstein jetzt pragmatische Lösungen brauche. Bevor neue Anforderungen an ein bereits überlastetes System gestellt würden, müsse zunächst das personelle Fundament gestärkt werden. Entscheidend sei die Frage: Wie viel Zeit kommt tatsächlich beim Kind an?
Ausblick
Die LEV Kita SH fordert die Politik auf, die genannten Kernpunkte in den anstehenden Beratungen zu berücksichtigen. Zudem hat die Elternvertretung um einen zeitnahen Gesprächstermin im Ministerium gebeten.
Quelle: Pressemitteilung von Landeselternvertretung der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in SH
vertreten durch den Vorstand: Co-Vorsitzende Melanie Maassen & Serdar Külahlioglu
c/o Geschäftsstelle der LEV · Adolf-Westphal-Str. 4 · 24143 Kiel
vorstand@kita-eltern-sh.de · www.kita-eltern-sh.de
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