Kieler Ratsversammlung fördert Alte Mu
Die Kieler Ratsversammlung hat mehrheitlich beschlossen, das Kreativzentrum Alte Mu mit weiteren 1,5 Millionen Euro zu fördern. Den gemeinsamen Antrag brachten Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CDU sowie DIE LINKE/Die PARTEI ein.
Die Mittel sollen in erster Linie der Sanierung der Pavillons und Werkstätten dienen. Die Summe wird in drei Tranchen zu je 500.000 Euro ausgezahlt – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Gesamtfinanzierung für die Sanierung der Pavillons und des Werkstattgebäudes gesichert ist. Verwendet werden darf das Geld für die bauliche Ertüchtigung und Erweiterung der Kreativflächen sowie für energetische Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Bereits zuvor hatte die Alte Mu eine Förderung von 1 Million Euro für die Planungsphase erhalten. Die Gelder stammen aus dem städtischen Haushalt.
Zukunftspläne der Alten Mu
Geplant ist unter anderem die Aufstockung der beiden Türme. Entstehen sollen Clusterwohnungen – eine Weiterentwicklung klassischer Wohngemeinschaften – sowie Apartments für Studierende und Atelierwohnungen.
Auch die Non-Profit-Initiativen im Innenhof sollen weiterhin Teil des Projekts bleiben. Allerdings hat sich ihre Rolle verändert: Während sie früher das Herzstück der Alten Mu bildeten und in wöchentlichen Plenen die Entwicklung des Vereins mitbestimmten, sind sie heute weniger autonom. Sie zahlen Miete, und das Plenum wurde abgeschafft.
Strukturen der Alten Mu
- Alte Mu eG
Trägerin des Erbbaurechts und verantwortlich für die Finanzierung des Bauvorhabens. Vorstand: Friederike Kopp und Dr. Harald Frank. - Urbane Impulse GmbH
Tochtergesellschaft der Genossenschaft. Sie übernimmt Bau und Betrieb und ist Arbeitgeberin des Verwaltungsteams. - Alte Mu Impuls-Werk
Zuständig für die Förderung von Kunst und Kultur im Kreativzentrum.
Sanierungsbedarf
Das Gebäudeensemble stammt aus den 1950er Jahren und beherbergte einst die Muthesius Kunsthochschule, die inzwischen an den Knooper Weg umgezogen ist. In der letzten Zeit häuften sich bauliche Probleme: ausgefallene Heizungen, undichte Dächer und weitere Schäden. Bevor größere Umbauten beginnen, sollten Ateliers und Werkstätten dringend instand gesetzt werden, um einen weiteren Verfall zu verhindern – hierfür dürfen die nun bewilligten Mittel eingesetzt werden.
Begründete Ausnahme
Eigentlich hatte die LHKiel beschlossen, Kreativzentren künftig weniger zu fördern und Bauprojekte stärker in Eigenregie umzusetzen. Für die Alte Mu wird jedoch eine Ausnahme gemacht. Carsten Rockstein, Fraktionsvorsitzender der CDU, betont in einer gemeinsamen Presseerklärung:
„Die CDU-Ratsfraktion stellt die Förderung der Kreativwirtschaft derzeit grundsätzlich auf den Prüfstand. Dennoch unterstützen wir bewusst dieses Projekt, weil wir zuversichtlich sind, dass hier verantwortungsvoll gearbeitet wird und wir mit der Förderung einen guten Grundstein für die kommenden Jahre legen. Gleichzeitig haben wir klare Haltelinien formuliert – nicht als Misstrauen, sondern als fairen Rahmen für eine verlässliche Zusammenarbeit. Unser Ziel bleibt eine transparente, stabile und für Kiel gewinnbringende Entwicklung der Alten Mu.“
Ziele der Förderung
Mit der investiven Förderung sollen:
- die bauliche Ertüchtigung und Erweiterung der Kreativflächen (ca. 5.600 m² BGF) ermöglicht werden,
- die energetische Sanierung und Modernisierung der Gebäude vorangetrieben werden,
- der Standort Lorentzendamm 6–8 langfristig gesichert werden,
- die vertraglichen Verpflichtungen aus dem Erbbaurechtsvertrag mit dem Land Schleswig-Holstein erfüllt werden.
Louisa Wiethold, finanzpolitische Sprecherin der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, fasst die Bedeutung der Alten Mu so zusammen:
„Die Alte Mu ist für Kiel weit mehr als ein Gebäudeensemble. Sie ist ein Ort, an dem gemeinschaftliches Arbeiten, kreatives Schaffen und bezahlbares Wohnen Hand in Hand gehen.“
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