Altes Rathaus in Kiel

Wahl der neuen Dezernenten vertagt

Heute standen zwei Kandidaten in der Ratsversammlung zur Wahl: Sascha Thümmler als Stadtrat für das Dezernat für Finanzen, Personal, Ordnung und Feuerwehr sowie Dr. Christina Schubert als Stadträtin für das Dezernat für Bildung, Jugend und Kultur. Diese Wahl fand nicht statt, nachdem Christina Musculus-Stahnke (FDP) die Vertagung beantragte und diese eine Mehrheit fand.

In einer emotionalen Debatte wurde sowohl das Auswahlverfahren als auch die Eignung der Kandidierenden angezweifelt.

Einerseits gab es ein Auswahlverfahren durch eine Agentur, hat 70.000 Euro gekostet. Björn Thoroe (Die Linke) nannte es eine Farce. Denn unbeeindruckt von den fünf Vorschlägen der Agentur entschied sich die Kooperation aus Grüne und SPD für die oben genannten Kandidaten. Es entstand der Eindruck, dass es weniger um die Eigung als um die Parteizugehörigkeit ging. Sascha Thümmler ist Grüner aus Chemnitz, Dr. Christina Schubert ist in Kiel als Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion bekannt.

Auch an der Eignung der Kandidierenden gab es Zweifel. Haben Sie Erfahrung in der Personal-Führung? Vor allem in Bezug auf Sascha Thümmler gab es auch fachliche Vorbehalte. Marcel Schmidt (SSW) wies darauf hin, dass der Dezernent für Finanzen auch für den Katastrophenschutz zuständig ist. Schmidt war sich nicht sicher, ob Thümmler einer Katastrophen-Lage gewachsen sei.

Carsten Rockstein (CDU) bezweifelte, ob die Kooperationsparteien jemals vor hatten, die Besten auszuwählen.

Es gab heute mittag eine nachgeschobene Beurteilung der beiden Kandidierenden durch die Agentur. Aber da diese Beurteilung erst um 11.30 versandt wurde und die Ratsversammlung um 16 Uhr anfing, hatten die Ratsleute wenig Zeit, sich damit zu befassen. Es war vor allem dieser Umstand, mit dem die Vertagung technisch begründet wurde. Tatsächlich waren aber zuviele unglücklich mit dem Ergebnis des Verfahrens.

Wird die Wahl in vier Wochen anders ausgehen? Anke Oetken (Grüne) und Volkhard Hanns (SPD) sagten, wie würden in vier Wochen wieder für die heute vorgeschlagenen Personen stimmen. Allerdings haben ihre Fraktionen gemeinsam nur eine Stimme Mehrheit.

Nach der Abstimmung beraumte die Stadtpräsidentin eine Pause ein, damit alle nach diesem Debakel ein wenig frische Luft schnappen konnten.

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