Frieden und Krieg – eine Ausstellung seit dem 30. Januar 2026 im Kieler Flandernbunker
Ein Gastbeitrag von Ulrich Hühn
„Frieden ist mehr als die Zeit zwischen zwei Kriegen“, dieser Leitgedanke zieht sich durch die Ausstellung von Wolf Rüdiger im Flandernbunker. Und sie ist eine treffende Bezeichnung für die Entlarvung dieses großen Menschheitsverbrechens und aller damit verbundenen Verantwortlichen: Mächtigen, Diktatoren, Populisten und Waffenproduzenten.
„Eine Kultur des Friedens entsteht dort, wo Menschenrechte geachtet, Konflikte dialogisch gelöst und Vielfalt als Stärke verstanden wird.“
Menschen müssen Friedensverhandlungen wollen und aushalten können. Es bedarf einer anerkannten, internationalen Autorität. Daran mangelt es derzeit aufgrund von autoritären Diktaturen wie China, Russland und bald auch der USA. Auf globaler Ebene braucht es eine demokratische UNO mit mehr als einem Generalsekretär, auf nationaler Ebene eine Demokratie mit Schutz durch eine unabhängige Zivilgesellschaft.
„Wenn Armut und Ungleichheit wachsen, schwinden Hilfen und die Solidarität bricht weg.“
„Freiheitsrechte wie Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit sind in Gefahr.“
„Machtinteressen: Staaten führen Kriege, um Einfluss auf Ressourcen und geopolitische Vorteile zu sichern.“
„Nationalismus, religiöser Fanatismus oder politische Extremismen schaffen Feindbilder.“
„Krieg ist auch Geschäft. Rüstungsproduktion, Wiederaufbau, Profite aus Instabilität.“
„Militärische Stärke kann Zeit kaufen, aber keine dauerhafte Ordnung schaffen.“
„Militär, Rüstung, Abschreckung.“
„Es fehlt an verbindlichen Regeln, Durchsetzungsmechanismen und globaler Exekutivkraft. Wie entsteht Sicherheit? Und wann wird sie zur Illusion?“
„Krieg ist ein organisiertes System, kein Ausnahmezustand.“
„Konflikte sind unvermeidlich, Gewalt ist es nicht.“
„Frieden ist eine aktive gesellschaftliche Leistung.“
Alle gekennzeichneten Stellen sind Zitate aus der Ausstellung.
In allen Ländern, leider auch im aufgeklärten Westen, beobachten wir derzeit eine militärische Mobilmachung zugunsten der Interessen derer, die einmal Schutzmächte vor absoluten Herrschern waren.
Leider profitieren aber auch internationale Rüstungskonzerne von der öffentlichen Mobilmachung. Wegen der schwächelnden demokratischen Kräfte, was in fast ganz Europa zu beobachten ist, werden die rechten Heilsversprecher wieder stark.
In unserem Teil der Welt, in dem wir nach dem letzten großen Morden (Zweiter Weltkrieg) gelernt haben müssten, dass durch eine starke EU, die den Frieden 70 Jahre bewahrt hat, weiter ein Garant für Frieden bestehen muss, sind wir aufgerufen, die liberale Demokratie zu bewahren. Der Autor ist entschiedener Anhänger der europäischen Idee.
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