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Lockerungen der Corona-Regeln in Schleswig-Holstein

Pressemitteilung der Landesregierung SH. Angesichts der aktuellen Lage lockert Schleswig-Holstein seine Corona-Regeln. Unter anderem ist ab dem 9. Februar Schluss mit 2G im Einzelhandel.

Höchststände bei den Infektionszahlen und trotzdem nur wenige schwere Verläufe – die befürchtete Überlastung des Gesundheitswesens ist in Schleswig-Holstein nicht eingetreten. Obwohl sich in den vergangenen sieben Tagen mehr als 26.000 Menschen neu mit dem Corona-Virus angesteckt haben, sinkt die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Patientinnen und Patienten im echten Norden weiter: Am 1. Februar lagen in ganz Schleswig-Holstein 341 Menschen mit Corona-Symptomen im Krankenhaus, 45 von ihnen auf einer Intensivstation. 27 Patienten müssen künstlich behandelt werden.

Öffnungen angekündigt

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wolle die Landesregierung den Weg zurück in die Normalität ebnen, kündigte Ministerpräsident Daniel Günther bei einer Pressekonferenz in Kiel an. Bislang seien einige Regeln in Schleswig-Holstein sogar noch strenger gewesen als in anderen Ländern. Mit einer neuen Verordnung wolle die Landesregierung dies nun nach den Maßgaben der bisherigen Bund-Länder-Beschlüsse ändern. Oberstes Ziel sei es, die Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Angesichts der aktuellen Situation zeige sich sehr deutlich, dass schwere Verläufe bei älteren Menschen seltener würden. 

Anpassungen im Einzelhandel und bei Veranstaltungen

Ab dem 9. Februar entfällt unter anderem die 2G-Regel (geimpft oder genesen) im Einzelhandel, sagte Günther. Kundinnen und Kunden sowie Beschäftigte müssen allerdings weiterhin eine Maske tragen. Zudem dürfen Chöre unter 2G-Plus-Bedingungen (geimpft oder genesen mit zusätzlichem Test oder Booster) wieder ohne Masken proben. In der Gastronomie entfällt die Sperrstunde. Der Regierungschef kündigte zudem Änderungen bei Veranstaltungen an, das Land werde aber einen geplanten bundeseinheitlichen Beschluss abwarten. “Bei den geplanten Schritten stützen wir uns auf das einhellige Votum unseres Expertenrates“, sagte der Ministerpräsident. Mit Omikron sei mittlerweile eine Variante des Virus vorherrschend, die nach allen Daten zwar ansteckender, aber weniger gefährlich sei. Trotzdem bleibe es notwendig, schwere Krankheitsverläufe bei vulnerablen Gruppen zu verhindern. 

Hohe Impfquote im Norden

Dies sei allerdings nur zu schaffen, wenn sich möglichst viele Menschen impfen lassen, sagte Günther. “Die Impfung schützt! Der Booster schützt noch besser!“, betonte der Regierungschef. Schwere Verläufe unter geimpften Personen seien kaum zu verzeichnen. “Mein Dank gilt allen Menschen in Schleswig-Holstein, die sich seit fast zwei Jahren höchst verantwortungsvoll verhalten und sich zu einem großen Teil haben impfen lassen“, sagte er.

Jetzt Impftermin buchen

info Noch immer sind zahlreiche Termine in den 27 Impfstellen im ganzen Land buchbar. 
Zur Buchung

Die hohe Impfquote im nördlichsten Bundesland sei laut Günther auch der Grund dafür, dass die Landesregierung ihre derzeitigen Regelungen lockern könne. 78,6 Prozent der Bevölkerung gelten als vollständig geimpft, 61,1 Prozent haben bereits ihre Booster-Impfung erhalten. Noch höher liegt die Impfquote bei den vulnerablen Gruppen im Alter von über 60 Jahren. Hier sind 92,4 Prozent doppelt geimpft, 83,7 Prozent sogar dreifach. “Mit unserer Impfquote liegen wir etwa auf gleicher Höhe wie unser Nachbar Dänemark, der alle Beschränkungen aufhebt. Allerdings ist dort die Anzahl der Genesenen um ein Vielfaches höher“, sagte Günther. 

Ausblick auf Bund-Länder-Gipfel

Der Regierungschef kündigte zugleich an, dass Schleswig-Holstein sich bei den Bund-Länder-Beratungen mit dem Bundeskanzler am 16. Februar dafür einsetzen werde, den eingeschlagenen Weg zurück in die Normalität weiter zu beschreiten. Dies könne auch bedeuten, dass in den Ländern künftig unterschiedliche Regeln gelten, abhängig von der jeweiligen Impfquote. In Schleswig-Holstein wolle sich die Landesregierung in Zukunft verstärkt auf die allgemeinen Schutzvorkehrungen wie die Einhaltung der AHA+L+A-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften, Corona-Warn-App) konzentrieren. Dies werde “für Jede und Jeden ein Mehr an Eigenverantwortung einschließen.”

Neue Phase der Pandemie

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Monika Heinold ergänzte, die Landesregierung habe in den vergangenen zwei Jahren jede Entscheidung sehr genau abgewogen. “Die Expertenrunde sagt, dass Öffnungsschritte möglich sind. Dementsprechend justieren wir nun an einigen Stellen nach.”

Gesundheitsminister Heiner Garg erklärte, mit der Omikron-Variante sei das Land nun in einer neuen Phase der Pandemie. Nach wie vor handele es sich bei den Corona-Regeln um Grundrechtseinschränkungen, die stets gut begründet sein müssten. “Das Gesundheitssystem in Schleswig-Holstein ist derzeit nicht überlastet. Vor diesem Hintergrund und der erfreulich hohen Impfquote in Schleswig-Holstein ist dieser erste Schritt nur konsequent und geboten.”

Die neuen Regeln sollen bis einschließlich Aschermittwoch, den 2. März gelten. Darüber wie es danach weitergehe, werde die Landesregierung im Anschluss an die nächste Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) informieren, sagte Günther.

Pressekonferenz auf Video

Corona: zwei Demos an einem Tag

Bremerskamp: der Campus wächst

Die Pläne für die Campus-Erweiterung an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) sind schon relativ weit gediehen. Im Rahmen der „frühzeitigen Beteiligung“ stellten die Veranwortlichen der CAU das Projekt am 21. Januar in einer Online-Veranstaltung vor.

Auf zehn Hektar, nordöstlich angrenzend an den bestehenden Campus, in der Beuge der Olshausenstraße, sollen Gebäude für Forschung und Verwaltung, Studierendenwohnheime, ein Rechenzentrum, ein Parkhaus, ein Mobilitätszentrum und eine Mensa entstehen. Auch ein neuer Teich wird angelegt.

In der Zukunft könnte noch ein weiteres Institut und ein zweiter Mobilitätshub dazukommen. Die Baufelder, das sind jetzt Wiesen und Gärten, können in den nächsten Wochen vorbereitet werden.

Für die Studierenden und die Lehrenden wurde die Campus-Erweiterung in der Video-Präsentation als Gewinn dargestelllt. Die CAU ist für weniger Studierende als die jetzt 28.000 ausgelegt. „Deshalb dienen die Bauvorhaben mehr der Verbesserung der Bedingungen“, sagte Claudia Meyer auf die Frage, ob sie mit einer Zunahme an Studierendenzahlen rechne.

Platz zum Arbeiten, mal mehr mal weniger

In der neuen Zentralbibliothek sollen mehr Arbeitsplätze für für Einzel- , Gruppen- und digitale Arbeit entstehen. In allen Gebäuden soll es Arbeitsplätze für Studierende geben, mit besserer WLAN-Verbindung für unterschiedliche Endgeräte. Auch im Außenbereich werden Studierende Steckdosen für ihre digitalen Endgeräte vorfinden.

Angestellte in Verwaltung und im Labor müssen sich dagegen auf weniger Platz einstellen. Im Sinne einer „Flächensuffizienz“ fallen die Arbeitsplätze kleiner aus, einige Mitarbeiter werden sich den Schreibtisch oder Laborplatz teilen müssen. Es werden dennoch attraktive Arbeitsplätze versprach Dr. Uwe Pfründer vom CAU Gebäudemanagement.

CO2-armes Bauen, aber auch Naturzerstörung

Im parallelen Chat konnte das Publikum Fragen stellen. Viele Fragen betrafen die Flora und Fauna. Insgesamt wird viel Natur zerstört, sagte Alice Vollenbroeker vom Gebäudemanagement. Aber die wesentlichen der großen Bäume entlang der Olshausenstraße bleiben stehen, und es wird eine Flugschneise mit Bäumen quer durch das Gebiet für die Fledermäuse geben. Ausgerechnet für das Ökozentrum müssen jedoch Bäume fallen.

Die Gebäude sollen möglichst CO2-neutral konstruiert werden. Das bedeutet: ein hoher Dämmstatus mit passiver Lüftung wird angestrebt. Als Baumaterialien wird recycelter Beton oder Kalksandstein oder Holz verwendet. Urban Mining, das Recyceln von Baumaterialien ist das neue Buzzword.

„Die Abwärme der Labore wollen wir für alle anderen Gebäude nutzen“, sagte Dr. Uwe Pfründer. Ein ausgeklügeltes System aus Wärmepumpen und Speicher soll die Wärme speichern bis sie gebraucht wird. Auch die IT-Abwärme aus dem Rechenzentrum kann so umgeleitet werden.

Mobilität am Bremerskamp

Alle Neubauten erhalten eine Fahrradinfrastruktur: Duschen, überdachte Stellplätze, Ladestation für E-Bikes und Anbindung an die Veloroute.

Ein Mobility-Hub verbindet die unterschiedlichen Verkehrsmittel. Die meisten der Fahrradstellplätze kommen in den Mobilitätshub. Eventuell wird auch die Straßenbahn durch die Olshausenstraße zum Bremerskamp fahren. Parkplätze und ein Parkhaus wird es natürlich auch geben.

Ein weiteres Parkhaus entsteht am Westring. Langfristig könnte Parkraum auch zurückgebaut werden.

Die Visualisierung im Beitragsbild ist nur eine Möglichkeit. Die genaue Ausgestaltung der Gebäude steht noch nicht fest.

Die meisten Gebäude werden fünf Geschosse haben. Ganz im Nordosten soll das Max-Rubner-Institut entstehen, ein Bundesforschungsinstitut.

Die Mensa wird Essen auch an Stationen in den Fakultätsgebäuden ausliefern.

Die Planungsunterlagen können vom 17. Januar bis 4. Februar 2022 im Rathaus, Fleethörn 9, 24103 Kiel, während der allgemeinen Dienstzeiten in den Schaukästen auf dem Flur im Bereich des Zimmers 462a/b (4. Geschoss) eingesehen werden. Die Schaukästen sind frei zugänglich.

Wenn Studierende direkt auf dem Campus wohnen, wird das ein belebteres Quartier, so die Hoffnung.

(Foto: Eine Visualisierung von Schmieder-Dau-Architekten)

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Neues Stadtviertel an der Christian-Abrechts-Universität

Grünhunger im Lockdown

Corona: Zwei Demos an einem Tag

Gestern war Corona Thema auf zwei Demonstrationen. Auf dem Exerzierplatz sammelten sich um 18 Uhr Impfbefürworter unter dem Motto „Solidarisch gegen Corona , kein Raum für Nazis“. Aufgerufen hatte der „Runde Tisch gegen Rassismus und Faschismus in Kiel“. Es kamen laut Polizei etwa 500 Menschen. Um 18.30 trafen sich die Impfskeptiker, die ihre Demonstration „Lichtspaziergang“ nennen, auf dem Rathausplatz, um „gemeinsam ein Zeichen für menschlichen und gesellschaftlichen Zusammenhalt“ zu setzen, wie es im Aufruf stand. Die Polizei schätzte 1.350 Personen, was mir als sehr großzügig erscheint. Eine halbe Stunde nach Beginn der Demonstration fragte ich einen Polizisten nach seiner Einschätzung. Er meinte, es wären etwa 500 und genau das war auch mein Eindruck als geübte Demonstrationsbeobachterin.

Demo auf dem Exerzierplatz

Auf dem Exerzierplatz wehten die Fahnen von „antifaschistischer Bewegung“ und „DKP“. Die Gewerkschaft Verdi hatte ihren roten Pavillon aufgebaut. Rein optisch eine typisch links-gerichtete Kundgebung.

Bevor die Redebeiträge begannen, sammelte ich Antworten auf die Frage: „Warum sind Sie hier?“

Hier einige Statements:

„Solidarisch ist, sich impfen zu lassen. Es dient dem Gemeinwohl.“

„Alle, die sich impfen lassen können, sollten es tun, im Sinne des Gemeinwohls.“

„Wir sind hier auch wegen der anderen Demo.“

„Ich wohne am Exerzierplatz (wo die Demos der Querdenker sonst stattfinden) . Es sieht immer so aus, wie wenn es keine Leute gibt, die eine andere Meinung haben.”

„Es ist eine gute Sache zu zeigen, das wir mehr sind.“

„Mit mehr Präsenz ein Zeichen setzen.“

Ich wäre gerne geblieben, um die Redebeiträge zu hören. Aber es war Zeit, die andere Demo zu besuchen.

Demo auf dem Rathausplatz

Lichtspaziergang in Kiel

Auffällig war hier der für diese „Spaziergänge“ typische totale Mangel an Forderungen. Man sieht keine Poster, keine Banner. Stattdessen Menschen, die sich mit Lichterketten behängen. Der Redebedarf der Menschen, die ich ansprach war hoch.

Gespräch 1

Ich: Warum demonstrieren Sie hier?

Sie: Wir demonstrieren nicht, wir gehen spazieren.

Ich: Ok, warum gehen Sie gerade hier spazieren?

Sie: Wir wollen mit den anderen friedlichen Menschen etwas erreichen. Die Impfungen erreichen doch gar nicht, was sie sollen. Und die Medien berichten nur in eine Richtung. Und es sollte mal einen Runden Tisch geben, wo auch andere Meinungen berücksichtigt werden.

Gespräch 2

Eine Frau fragte mich, wo der „Spaziergang“ hin führt? Ich sagte, zur Holtenauer. Sie war beruhigt, dass es nicht zum Exerzierplatz geht, weil sie Angst vor der Gegendemo hatte. Zwischen uns ergab sich ein etwas längeres Gespräch.

Ich: Warum sind Sie heute hier?

Sie: Weil ich gegen den Impfzwang bin. Und die Medien berichten einseitig.

Ich: Das stimmt doch gar nicht. Haben Sie am Dienstag „Markus Lanz“ gesehen?

Sie: Nein. Was ist das?

Ich : Eine beliebte Talkshow im Fernsehen. Da war am Dienstag ein bekannter Virologe, der auch die Regierung berät. Er nannte sehr gute Gründe gegen eine Impfpflicht.

Sie: Ich sehe schon lange kein Fernsehen mehr, habe meinen Fernseher in den letzten zwei Jahren vielleicht zwei mal angeschaltet. Ich lese „Reitschuster“ und „Tichy“ und diesen Blog, der Spiegel-Artikel auseinandernimmt.

Gespräch 3

Meine Gesprächspartnerinnen waren zwei Frauen.

„Ich will meine Freiheit zurück und nicht zwangs-geimpft werden.“

„Und für die Kinder, die in der Schule Maske tragen müssen.“

„Und damit die Alten nicht alleine sterben. Ich würde meine Nachbarin, die sehr krank ist, gerne besuchen, aber ich darf nicht, weil ich nicht geimpft bin. Aber sie hat sonst niemanden.„

(Heute sah ich mir die Website des UKSH an. Hier gilt für Besucher 2G+, Ungeimpfte haben also keine Besuchsrechte, auch nicht mit Test.)

An diesem Punkt meiner Gespräche hatte die Versammlungsleiterin genügend Freiwillige als Ordner gefunden und war dabei, ein Kind zu interviewen. Auf die letzte Frage wusste das Kind nicht zu antworten. „Wie können wir die Gesellschaft besser machen?…..Na?…….Vielleicht durch miteinander Reden?“

Miteinander Reden ist eine gute Idee! Aber werden wir einander verstehen?

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Mit paywall: Streit um Corona-Politik: Demo und Gegendemo in Kiel

Schule mit Maske: Impressionen vom Schulalltag unter Corona-Bedingungen

Geisterdiskussion um Gewerbefläche

Ende 2021 revidierte die rot-grüne Kooperation einen Beschluss: Sie verkleinerte das designierte Gewerbegebiet Boelckestraße Süd um ein Baufeld. Dieses soll artenreiches Grünland bleiben dürfen. Die Linke hatte das Projekt Boelckestraße Süd kritisiert und auch die Grünen waren unglücklich mit dem ursprünglichen Aufstellungsbeschluss.

Die FDP sieht das als wirtschaftsunfreundliche Tendenz. Ratsherr Dr. Soll (FDP) sagte in der Ratsversammlung vom 20. Januar: „Wir wollen nicht noch einmal erleben, dass Gewerbeflächen verkleinert werden.“

Der Antrag von FDP und CDU sah vor, dass die Belange der Betriebe in der Flächenkonkurrenz zwischen Ökologie und gewerblichen Bedarf immer zugunsten der Betriebe entschieden werden, wenn ein Ansiedlungswunsch besteht.

Oder wie Ratsherr Ove Schroeter es sarkastisch umformulierte: „Wir zerstören den Planeten, um die Wirtschaft zu retten.“

Der Antrag „Gewerbefläche sichern“ hatte keine Chance angenommen zu werden, sondern wurde ganz klar als Falle angeboten nach dem Motto: Wer nicht für mehr Gewerbefläche eintritt, ist wirtschaftsunfreundlich. Die Mehrheit der Ratsversammlung spielte nicht mit, denn es gibt viele Gründe, warum Kiel nicht immer mehr Gewerbefläche braucht.

Wenig Interesse der Wirtschaft am Gewerbegebiet Boelckestraße

Für Boelcke Süd gibt es noch gar keine Interessenten. OB Kämpfer: „Da gibt es noch nicht konkret den Betrieb , der da hinzieht.“ Das schräg gegenüberliegende Gewerbegebiet Boelcke Nord, das schon Baurecht hat, steht noch zu 75 Prozent leer.

Generell wird der wachsende Flächenbedarf angezweifelt. In Debatten über Gewerbeflächen – und auch wieder in dieser Debatte – fällt regelmäßig die Behauptung, Kiel würde jedes Jahr zusätzliche Gewerbefläche in Höhe von 6 Hektar benötigen. Ratsherr Langniß (Grüne): „Diese Zahl wird einfach immer weiter fortgeschrieben.“

Ratsherr Scheelje mokierte sich: „Dieser Aufschrei kommt gar nicht aus der Wirtschaft, sondern aus der FDP.“

Defizitärer Haushalt und andere Gründe für Bedarf an Gewerbeansiedlung

Es gibt gute Gründe für den Wunsch nach mehr Gewerbeansiedlung, die Ratsherr Dr. Soll aufzählte. Mehr Gewerbesteuer würde das Haushaltsdefizit verringern. Mehr Arbeitsplätze würde weniger Kosten für soziale Leistungen bedeuten. Studenten hätten nach dem Studium eine bessere Aussicht, hier einen ansprechenden Arbeitsplatz zu finden.

Allerdings ist es gar nicht so, wie wenn im großen Stil Gewerbeflächen verschwinden würden. In Boelcke Süd verschwinden 0,7 Hektar, gleichzeitig werden im Kieler Norden andere Gewerbeflächen entwickelt. Allein in Friedrichsort erwarb Kiel einen gewerblichen Altstandort in der Größe von 34 Hektar, der revitalisiert werden wird.

Ratsherr Scheelje plädierte generell für eine intensivere Nutzung bestehender Gewerbeflächen. Es gäbe überhaupt keinen Grund, warum Fabriken und Bürogebäude immer einstöckig sein müssen. Gleichzeitig bezeichnete er den derzeitigen „Flächenfraß“ als mit dem Leben auf diesem Planeten nicht zu vereinbaren. Auch Ratsfrau Schubert (SPD) erinnerte an die vielen Beschlüsse der Ratsversammlung für mehr Umweltschutz und Klimaverträglichkeit.

Es gibt genug Gewerbefläche

Insgesamt war es eine Geisterdiskussion. Es gibt in Kiel ausreichend Gewerbefläche, wie in der Diskussion in mehreren Redebeiträgen festgestellt wurde. Eine sinnlose Ausweitung von Gewerbegebieten schadet Umwelt und Klima, das war der mehrheitliche Konsens.

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Diskussion in der Ratsversammlung im Februar 2021 über Boelcke Süd

Grünland statt Gewerbe (KN-Artikel mit paywall)

Zukunftsareal Friedrichsort

Von Zellen und Bettensälen

Die Rathaus-Kooperation setzt sich für den Erhalt des ehemaligen Marineuntersuchungsgefängnis in der Wik ein. Es könnte zu einem Ort der Erinnerung an die grausame Nazidiktatur entwickelt werden. Auch Haus 3 im angrenzenden Anscharpark soll in das Sanierungskonzept eingebunden werden. Der Anscharpark in der Wik enthält eine Reihe von historischen Gebäuden.

Das Marineuntersuchungsgefängnis liegt an der Ecke Weimarer Straße und Rostocker Straße. Hier wurden während der Nazizeit etwa 100 Matrosen eingebuchtet, während sie auf ihre Hinrichtung warteten.

Das Marineuntersuchungsgefängnis ist in einem schlechten baulichen Zustand. Bettina Aust (Grüne) berichtet von einem Rundgang: Es riecht muffig. Die Zellen sind klein und dunkel. Manche haben Kettenringe an den Wänden.

Den Verfall aufhalten

Zur Zeit wird das Gebäude nur geheizt, um dem Verfall Einhalt zu gebieten. Durch den Beschluss der Ratsversammlung kann jetzt ein Konzept entwickelt werden, wie es weiter gehen könnte.

Das Haus 3 ist augenscheinlich in einem noch schlechteren baulichen Zustand. Hier handelt es sich um das frühere Garnisonslazarett mit großen Bettensälen. Während das Marineuntersuchungsgefängnis der Stadt gehört, befindet sich Haus 3 in Privatbesitz.

Baudezernentin Doris Grondke meinte, der Antrag würde sich auch gut in das Entwicklungskonzept für die Wik fügen.

CDU und FDP sorgten sich um die finanzielle Belastung und ob es genügend externe Fördermittel geben würde.

Der Antrag der Kooperation, der sich durchsetzte, sieht folgenden Stufenplan vor:

  • Ideensammlung mit allen Akteuren der Erinnerungskultur, der Kultur und des Stadtteils – offene Ausschreibung
  • Konzeptentwicklung
  • Konzeptabstimmung – mit Akteuren aus Erinnerungskultur – Kultur und Stadtteil
  • Sanierungsgutachten durch Architekturbüro auf Basis des Konzepts einschließlich Kostenschätzung
  • Machbarkeitsstudie auf Basis der Ergebnisse der Sanierungsgutachtens 

Am Ende könnte sich das Projekt als zu teuer herausstellen, aber zunächst einmal soll die Idee des Marineuntersuchungsgefängnis als Erinnerungsort entwickelt werden. Dabei spielt nicht nur die Zeit des Nationalsozialismus eine Rolle, sondern auch die Nähe zum Hafen. Die mutige Erhebung der Matrosen und Arbeiter leitete 1918 die erste deutsche Demokratie ein. Das Gebäude fungierte auch schon während der Kaiserzeit als Marine Arrestanstalt. So könnte das Gebäude ein wertvolles Teil der Kieler Erinnerungskultur werden, mit vielfältigen Bezügen zur deutschen Geschichte.

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MUG-Kiel, Marineuntersuchungsgefängnis

Matrosenaufstand ist Thema in Kiel

Landtag SH erklärt epidemische Notlage

Aufgrund der stark gestiegenen Zahl der Covid-19-Infektionen beschloss der schleswig-holsteinische Landtag gestern strengere Maßnahmen und rief die “epidemische Notlage” aus, um eine rechtliche Grundlage für die Maßnahmen zu haben.

Laut Robert-Koch-Institut erreichte Schleswig-Holstein heute eine 7-Tage-Inzidenz von 587 und damit den höchsten Wert unter den Flächenländern. (Bremen und Berlin liegen darüber, wobei Bremen mit einer Inzidenz von 1.185 den Spitzenwert stellt.) 2.400 Personen gelten zur Zeit als aktive Covid-19-Fälle in Schleswig-Holstein.

Diese neuen Regeln sollen die Ausbreitung des Virus verlangsamen:

  • Clubs und Diskotheken schließen morgen.
  • Für Gaststätten gilt ab morgen eine Sperrstunde von 23 Uhr bis 5 Uhr. Außerdem gilt die 2G-plus-Regel.
  • Für Theater und Kinos gilt ebenfalls 2G-plus und eine Begrenzung auf 500 Personen.
  • In Fitness-Studios und im organisierten Sport gilt 2G-plus ab 18 Jahren. Geboosterte brauchen keinen Test.
  • In Kitas sollen die Testpflichten für das Personal erweitert werden.
  • Weitere Auflagen können folgen.

Begründet wird die epidemische Notlage mit der Ausbreitung der Omikron-Variante. Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sprach von „einem sehr dynamischen Infektionsgeschehen“. Er vertrat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der sich in Quarantäne begeben hat.

Rückblickend war es wohl ein Fehler über Weihnachten die Clubs und Diskotheken offen zu lassen.

“Unmittelbar vor und sogar an Weihnachten hatte Schleswig-Holstein die mit Abstand niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz”, sagte der Gesundheitsminister. “Die Landesregierung hat die damals offenbar bereits stattgefundene Ausbreitung der Omikron-Variante im Land unterschätzt.”

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Landtag stellt epidemische Notlage für Schleswig-Holstein fest

Corona Sondersitzung

Höffner: Was passiert auf der Ausgleichsfläche?

Auf der Ausgleichsfläche (im Bebauungsplan als „Maßnahmenfläche” bezeichnet) neben dem Möbelmarkt-Zentrum am Prüner Schlag haben erste Vorbereitungen begonnen. Ein Minibagger entfernt Brombeeren auf der 6,2 Hektar großen Fläche.

Die eigentlichen Arbeiten zur Wiederherstellung der Vegetation und auch zur ökologischen Aufwertung sind in einem nun veröffentlichten Pflege- und Entwicklungsplan (PEP) festgehalten. Die Wiederherstellung ist ein wichtiger Punkt, denn bekanntlich wurde das Areal Ende 2020 sehr rabiat gerodet. Unter anderem wurden fast 900 Meter Hecke herausgerissen, die jetzt überwiegend nachgepflanzt werden sollen. Andreas Galka von der Initiative „Projekt Prüner Park“ sagte auf einem gemeinsamen Rundgang dazu: „Es ist schön, dass es diese Vorgabe gibt, aber ich möchte sehen, dass es auch wirklich geschieht.“

Die Initiative „Projekt Prüner Park“ kritisierte dem Bau- und Umweltdezernat gegenüber die Anlage eines Schotterwegs für die Feuerwehr, weil der Schotter bis in den Wurzelbereich einer Weißdornhecke geschüttet wurde. Mittlerweile ist dieser Schotter wieder entfernt worden, allerdings sind die Heckenpflanzen an vielen Stellen sichtbar beschädigt.

Ziel: Wie Kleingärten, nur ohne Kleingärtner

Das Ziel der Maßnahmen besteht in einer kleinteiligen Landschaft mit Wiesen, Hecken und Saumbiotopen, die vielen Vögel-, Insekten- und Fledermausarten Nahrung und Lebensraum bietet. Unter den hier 2013 nachgewiesenen 59 Vogelarten gab es neben weitverbreiteten Arten auch spezialisiertere wie etwa Gartenrotschwanz, Trauerschnäpper und Girlitz. Auch war das Areal vor 2013 ein bedeutsames Biotop für Fledermäuse in Kiel, und das soll es wieder werden.

Der PEP , erstellt von Kieler Ingenieursbüro ipp, sieht im Einzelnen vor:

a) Säuberungs- und Vorarbeiten
b) Knicklückenschließungen
c) Schnittheckenpflanzungen und -ergänzungen
d) Pflanzmaßnahmen von Obstbäumen vorrangig „Alter Sorten“, sowie von
Insekten- und Bienenweidegehölzen und Nadelgehölzgruppen
e) Entwicklung von Blüten-Wiesenbereichen aus Regiosaat
f) Entwicklung von Kleingewässern in vorh. Geländemulden
g) Uferinitialpflanzungen, Lese- und Totholzhaufen als Kleinbiotope
h) Pflanzung von Gehölz- und Waldmantelflächen
i) Einzäunung der Wanderwege und Maßnahmenflächen
j) Integration von öffentlichen Wanderwegen
k) Umsetzung und Dokumentation artenschutzrechtlich erforderlicher Maß-
nahmen (z.B. Installation und Wartung von Fledermaus- und Vogelkästen)
l) Darstellung in Karten, Text und Tabellen
m) Umgang mit Ausbreitungsflächen von invasiven Pflanzenarten (u.a. Rie-
senbärenklau/Herkulesstaude)
n) Neupflanzung von Ziergehölzen
o) Erhaltung von Stauden – und Frühjahrszwiebelbereichen

Der Pflege und Entwicklungsplan (PEP) für die Höffner Ausgleichsfläche geht ins Detail

Auf 59 Seiten geht der Plan ins Detail, was Ort, Art und Pflege der Pflanzungen anbetrifft. Hier einige der Vorgaben:

  • Die Fledermauskästen müssen bis zur „Fledermaussaison“ im März 2022 wieder hängen.
  • Für die Girlitze werden fünf Wacholder- und Eibengruppen gepflanzt.
  • Die Kammmolche, die es einst auf dem Areal gab, bekommen vier Teiche.
  • An der Zufahrt zur “Großen Grünen Schützengilde” sollen zehn Winterlinden gepflanzt werden.
  • Unter den 174 zu pflanzenden Obstbäumen sind auch seltene Arte wie „Altländer Pfannkuchen“ und „Doppelter Prinzenapfel“.
  • Zu den zerstörten Hecken schreibt der PEP: „Anhand der Bestandskartierungen des Büros GRIMM wurden insgesamt 885 m Hecken zerstört. Diese Heckenlücken müssen, wenn sie nicht für Pflegewege benötigt werden, alle wieder mit Heckenpflanzen hergestellt werden.“ Zusätzlich sind 1.500 Meter Hecke neu zu pflanzen.
  • Die Blühwiesen haben eine Fläche von insgesamt 6.000 Quadratmeter.

Ein Teil der entstandenen Schäden kann nicht vor Ort wieder gut gemacht werden, dafür kauft die Krieger-Gruppe Ausgleichsflächen im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Die spannende Frage wird sein, ob diese Maßnahmen auch umgesetzt werden. Nicht nur eine biologische Fachbegleitung, sondern auch die Initiative „Projekt Prüner Park“ werden ein wachsames Auge auf die Entwicklung werfen.

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https://www.kiel.de/de/kiel_zukunft/kiel_plant_baut/_dokumente_moebel_kraft/_2021-11-24__PEP_Gesamt-2021(Abgabe).pdf

Zaun um die Höffner-Ausgleichsfläche

Bericht über die Rodung Ende 2020

Wagengruppe Schlagloch: Alternative zu teurem Wohnraum

Die Wagengruppe Schlagloch plädiert in einem offenen Brief für einen legalen Platz auf dem MFG-5-Gelände. Mit ihrer klimafreundlichen Lebensart in Bauwagen und umgebauten LKWs würden sie gut in dieses Quartier passen, das besonders nachhaltig sein soll. Hier der ganze Text:

Offener Brief an alle Ratsmitglieder, den Bauausschuss, Sozialausschuss
und den Oberbürgermeister Kämpfer – Wagengruppe Schlagloch jetzt auf das
MFG 5 Gelände!
 
In Zeiten, in denen die Klimaschutzstadt Kiel eine Vorreiterrolle einnehmen will, in denen Wohnraum zu teurem Luxus geworden ist und unkommerzielle Räume für Kultur- und zwischenmenschliche Begegnung bedroht sind (obwohl diese alltägliche Solidarität aufbauen, wie z.B. das Li(e)ber Anders zeigt.), müssen wir, die Wagengruppe Schlagloch, welche bezahlbares Wohnen, Klimaschutz und kulturelles sowie solidarisches miteinander verbindet, in Unsicherheit leben. 


Seit 4 nervenzehrenden Jahren müssen wir weiter Flächen besetzen und für gemeinschaftliches Leben kämpfen! Eine legalisierte Lösung ist nicht in Sicht! Die Stadt Kiel ignoriert uns bisher weitgehend. Die zahlreichen von uns vorgeschlagenen Flächen für alternative Wohnformen und der Schaffung eines unkommerziellen und solidarischen Ortes wurden unter fadenscheinigen Begründungen von der Verwaltung abgelehnt. Es bleibt bei einem Alibi-Angebot einer nicht nutzbaren Fläche.


Uns ist sehr wohl klar, dass wir nicht im Mittelpunkt einer marktförmigen Stadtentwicklung stehen und im kommunalen und regionalen Standortwettbewerb nicht die Investor:Innen mit großen Brieftaschen sind, die sich die Stadt Kiel für ihre Flächen wünscht. Das zeigt sich, nur um einige von vielen Beispielen zu nennen, am Bau von Luxuswohnungen an der Hörn neben dem Schwimmbad, an dem nicht Nutzen des Vorkaufsrechts beim ehemaligen Postgelände in Gaarden (auf dem hunderte Wohnungen mit städtisch gefördertem und bezahlbarem Wohnraum
hätten entstehen können), oder am nicht Einhalten der selbst schon viel zu niedrig gesteckten Ziele an gefördertem Wohnraum im Neubaugebiet Hörn (14,7% statt 30% sozialer Wohnungsbau).


Uns ist aber genauso klar, dass wir Teil einer konkret umsetzbaren Alternative zu teurem Wohnraum, Klimazerstörung, sowie gesellschaftlicher Isolation und Vereinsamung sind, für die es sich lohnt, weiter zu streiten! Die Stadt Kiel kann und darf das nicht weiter ignorieren!


Mit dem MFG 5 Gelände hat die Stadt eine Chance zu beweisen, wofür sie in Zukunft stehen will! Weiter für Privatisierung im Wohnungsbau, welcher die Wohnungsnot und die gesellschaftliche Spaltung weiter zuspitzt oder für eine Stadt in der Alle gut und gerne Leben können.
Hierzu gehören, neben geförderten und bezahlbaren Wohnraum, sowie nachhaltiger Energiegewinnung, eben auch Wagenplätze als alternative, kostengünstige Wohnformen und Orte der Begegnung.

Legales Wohnen auf Wagenplätzen ist durch Flächenumschreibungen oder dauerhafte Duldungen,
realisierbar!


Hierfür bietet das MFG 5 Gelände beste Bedingungen. Bis zum tatsächlichen Baubeginn werden noch ein paar Jahre ins Land gehen, in denen wir diesen Ort bereits mit Leben füllen, dort wohnen und einen Treffpunkt des Austauschs, der Begegnung und kultureller sowie politischer Aktivität gestalten können.

Nach 4 Jahren rastloser Besetzung von mehr als 20 Orten, wird es Zeit für eine Legalisierung!
Das fordern wir von der Stadt Kiel:


  • Eine Zwischennutzung, auf einem Stück Grünstreifen vom MFG 5 Gelände für die Wagengruppe Schlagloch bis zum Baubeginn. Einer Sanierung von Gebäuden stehen wir dabei nicht im Weg.
  • Weiter fordern wir eine Einbindung des Wagenplatzes Schlagloch in die zukünftige städtische Planung für das MFG 5 Gelände. Wir passen maßgeschneidert in die
    Planungen für ein Quartier der Nachhaltigkeit, Mobilität, Klimaneutralität und Innovation, wie es in der Pressemitteilung zur Verkündung der Gewinner:Innen des Planungswettbewerbes für das Gelände heißt.

Wir haben nach über 4 Jahren Ignoranz und Ablehnung seitens der Stadt, keine großen Hoffnungen mehr. Trotzdem sind wir weiterhin dazu bereit mit der Stadt Kiel gemeinsam an einer Realisierung einer legalisierten Fläche für den Wagenplatz Schlagloch zu arbeiten!


Wir haben das Recht, als Teil dieser Stadt, einen Ort zum Leben und zum Bleiben zu haben. Und bis dahin werden wir zur Not weiter Flächen besetzten. 
Für legale Wagenplätze! Jetzt! 

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Website der Wagengruppe

MFG-5-Gelände

Wagengruppe Schlagloch in der Stormanstraße

Möbel Höffner: Hunderte von Sitzgarnituren

Seit Beginn dieses Blogs im Jahr 2014 berichten wir über das Möbelmarktzentrum am Westring. Jetzt steht der große rote Kasten am Westring, und ich war gespannt, was mich erwartet.

Das Kiesbeet vor dem Haupteingang zum Möbelhaus lässt an den gärtnerischen Fähigkeiten des Krieger-Konzerns schon einmal zweifeln. Was doch relevant ist, da noch die Wiederherstellung der angrenzenden Ausgleichsfläche ansteht.

Im Inneren erschlägt mich das Angebot. Auf vier Etagen und insgesamt 40.000 Quadratmeter Verkaufsfläche präsentieren sich Tische, Betten, Sofas, Kühlschränke, Teppiche, Gardinen und und und….. Es sollen allein über 700 Sitzgarnituren zur Auswahl stehen!

Der Stil der Möbel gefällt mir, aber hier etwas auszuwählen, wäre mir unmöglich. Vielleicht blind abzählen!

Ich hatte erwartet, dass ein so großes Möbelhaus unterschiedliche Stile anbietet, von jugendlich flippig über skandinavisch bis klassisch-edel. Tatsächlich sind die Möbel in einem einheitlichen Stil, den ich als unaufgeregten Schick beschreiben würde. Somit sind alle Möbel problemlos untereinander kombinierbar.

Im obersten Stock befindet sich eine Cafeteria, mit Salatbar und frisch im Wok zubereiteten Gerichten. Ich wählte das einzige vegetarische Gericht, das dann vor meinen Augen mit ganz viel Gemüse gekocht wurde.

Deko-Artikel findet man bei Möbel Höffner nicht, denn die Abmachung war, dass keine zentren-relevanten Güter verkauft werden dürfen. Gewundert habe ich mich dann doch über das beachtliche Sortiment an Küchengeräten wie Toaster oder Wasserkocher. Das sind Artikel, die man eigentlich ebenfalls im Zentrum kaufen kann, etwa bei Saturn oder Karstadt.

Möbel Höffner eröffnete Ende Oktober und Ende Dezember auch der Discounter Möbel Sconto nebenan. Auf zwei Etagen präsentieren sich hier Möbel zum Mitnehmen. Nach dem IKEA-Prinzip erhalten die Kunden ihre Ware an der Ausgabe im Karton verpackt. Mit etwas Geschick wird dann zu Hause montiert.

Habt ihr schon das Möbelzentrum besucht? Was war euer Eindruck? Ich freue mich über Kommentare!

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Höffner eröffnet neuen Standort in Kiel

Hoffnung statt Höffner

Corona: Vorbereitung auf fünfte Welle

Nach einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten trat Olaf Schlólz am frühen Abend vor die Presse und erklärte die neuen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Sie gelten ab 28. Dezember bis auf Weiteres. Der Bundeskanzler warnte vor einer fünften Welle, ausgelöst durch die Variante Omikron. Er verwies auf England und Dänemark, wo diese Variante sich sehr schnell verbreitet hätte.

Die neuen Corona-Maßnahmen gehen auf die Empfehlung des neuen Expertenrats zurück. Sie gelten generell erst nach Weihnachten, aber die Bundesländer können weitere spezifische Maßnahmen anordnen, etwa Hotels und Restaurants schließen. Einige Bundesländer haben schon strengere Regeln.

  1. Betriebe der kritischen Infrastruktur, etwa Krankenhäuser, Feuerwehr, Elektrizitätswerke sollen Pandemiepläne vorbereiten oder aktivieren, um ihre Kernaufgaben auch bei hohem Krankenstand ausüben zu können.
  2. Die derzeitigen Regeln für Ungeimpfte bleiben bestehen: also 3G am Arbeitsplatz und im ÖPNV. Die 2G-Regel in Geschäften schließt Ungeimpfte weiterhin aus.
  3. Für Ungeimpfte gilt folgende Kontaktbeschränkung: Ein Haushalt und zwei Personen dürfen sich treffen.
  4. Für Geimpfte und Genesene gilt: maximal zehn Personen dürfen sich treffen, wobei Kinder unter 14 Jahren nicht mitzählen.
  5. Clubs und Diskotheken schließen. Überregionale Großveranstaltungen, etwa Fußballspiele finden ohne Zuschauer statt.

Das Video der Pressekonferenz: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/olaf-scholz-verkuendet-die-neuen-corona-regeln-nach-bund-laender-treffen-a-8d2e6b00-6875-43ce-a770-dc1dad62e0a6

So setzt Schleswig-Holstein die Regeln um.