Lifeline erhält weitere Finanzierung


Themen / 31. Mai 2020

Der Verein Lifeline kümmert sich seit 2004 um unbegleitete geflüchtete Jugendliche. Die minderjährigen Geflüchteten werden in Familien untergebracht, manchmal sogar adoptiert. Ab 16 Jahren können sie auch gemeinsam in Wohngemeinschaften leben. Alle unbegleitete minderjährige Geflüchtete brauchen einen Vormund. Entweder der Verein oder ein Vereinsmitglied kann Vormund sein. Für diese Aufgabe sucht lifeline immer wieder weitere Mitstreiter*innen.

Der Verein organisiert die rechtliche Verfahrensbegleitung und berät Jugendliche sowie junge Erwachsene in allen Angelegenheiten , die ihren rechtlichen Status berühren. Ein großes Thema ist hier die Abschiebung, von der einige bedroht sind.

Im eher sozial-pädagogischen Bereich hilft der Verein durch Gruppenarbeit. Hier besprechen die jungen Geflüchteten alle Fragen, die ihre Integration in die Gesellschaft betreffen. Was tun bei Krach mit dem Chef in der Ausbildung? Wie funktioniert die deutsche Gesellschaft? Wie bekomme ich Kontakt?

Der Verein betreut jährlich 70 bis 100 Minderjährige und junge Erwachsene, teilweise auch in Einzelgesprächen. Emotional sehr belastend – sowohl für die Betroffenen als auch für die Ehrenamtlichen – ist die Angst vor der Abschiebung. Neuerdings bietet auch ein Ausbildungsplatz keinen Schutz mehr vor Abschiebung. Dieses Thema betrifft vor allem Jugendliche aus Afghanistan, Somalia und Äthiopien. Flüchtlinge aus Syrien sind in relativer Sicherheit hier im Augeblick, aber bald kann es sein, dass sie in “befriedete” Gebiete zurückgeschickt werden, vermutet Thomas Schöpel aus dem Vorstand von Lifeline.

Flüchtlinge aus Afghanistan haben Angst, bei ihrer Rückkehr als Selbstmordbomber ausgewählt zu werden, sagt Herr Schöpel. Es geht also um ihr Leben.

Für viele Ehrenamtliche ist diese Arbeit ein Geschenk, denn es entstehen enge menschliche Beziehungen.

Der Jugendhilfeausschuss genehmigte am 6. Mai einstimmig einen Zuschuss von 47,650 Euro. So kann der Verein, der 2004 gegründet wurde, seine Arbeit fortsetzen.

Dieses Jahr wurden bis Ende April bereits 16 Personen aus Schleswig-Holstein abgeschoben, die meisten davon nach Georgien, aber auch eine Person nach Afghanistan und eine erstaunlicherweise nach Syrien. Nicht in dieser Zahl enthalten sind freiwillige Ausreisen und Überstellungen in andere EU- Länder gemäß dem Dublin-Verfahren. Quellle: Zuwanderung in Schleswig-Holstein , Bericht vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten Schleswig Holstein. https://schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LFA/lfa_node.html

(Das Foto zeigt Thomas Schöpel auf der Zuschauertribüne im Jugendhilfeausschuss.)

www.lifeline-frsh.de

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